FCK-Insights: 60 Minuten Magerkost

Viel investiert und trotzdem nichts mitgenommen. Das Offensivspiel der Lautrer wirkte im Spiel gegen Berlin ideenlos und ohne Variabilität. Das zeigen auch die Statistiken zum Spiel. Am vom Fanbündnis ausgerufenen Traditionstag war auf dem Betzenberg mit Fanmarsch und atemberaubender Choreografie eigentlich alles für einen perfekten Fußballabend unter Flutlicht gegeben. Was folgte, war jedoch ein frustrierendes Spiel, geprägt von fehlender Präzision und Effizienz. Dabei konnten altbekannte pfälzische Probleme ausgemacht werden und zwei Lautrer besonders herausstechen. **Betze-News direkt aufs Smartphone?** Erhalte alle Neuigkeiten per Push-Nachricht über unseren Whatsapp-Kanal Berlin mit den insgesamt besseren Chancen Den 48.855 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion wurde über weite Strecken der Partie nur wenig Spektakel geboten. Die defensiv disziplinierte Hertha setzte auf Konter und überließ dem FCK mit 60 Prozent Ballbesitz (bundesliga.de) die Spielkontrolle. Doch die Lautrer wussten damit lange Zeit wenig anzufangen. Erst nach rund einer Stunde kam die Offensive besser ins Rollen. Ab der 60. Minute verzeichnete der FCK elf Torschüsse, während die Berliner keinen einzigen Abschluss mehr verbuchen konnten (bundesliga.de). Dass dennoch kein Treffer fiel, lag wie so oft an unsauberen letzten Pässen sowie am überragenden Hertha-Keeper Tjark Ernst, der mit acht Paraden (fotmob.com) zum Matchwinner avancierte. Die Statistik der erspielten Großchancen zeigt jedoch auch, dass die Berliner trotz der Überlegenheit der Lautrer im zweiten Durchgang insgesamt die besseren Chancen hatten. So erspielte sich der FCK nur eine einzige Großchance, während die namhaft besetzte alte Dame drei Großchancen verzeichnete (fotmob.com). Trotz der spielerisch ernüchternden ersten 60 Minuten kann man den Männern in Rot den Willen keineswegs absprechen. Sie warfen sich in alles hinein und kämpften gegen die drohende Niederlage. Am Ende der Partie hatten die Gastgeber sowohl bei der Anzahl gewonnener Zweikämpfe (87 vs. 73, bundesliga.de) als auch bei der Laufleistung (124,07 km vs. 123,07 km, kicker.de) die Nase vorn. Auch bei den xGoals von 1,43 und 1,17 (bundesliga.de) waren die Lautrer letztlich überlegen. Somit spricht vieles dafür, dass sich die Pfälzer den Ausgleich und einen Punktgewinn verdient hätten. Ein echter Führungsspieler Wie üblich konnte sich insbesondere ein Spieler aus dem Team von Torsten Lieberknecht positiv in den Statistiken hervortun: Mittelfeldspieler Fabian Kunze. Der 27-Jährige präsentierte sich als zweikampfstarker Dauerläufer, gewann mit 15 Duellen (bundesliga.de) die meisten Zweikämpfe aller Spieler und spulte starke 12,05 km (kicker.de) ab. Mit einer Passquote von 88 Prozent (fotmob.com) bewies er zudem, dass er auch im Spielaufbau wichtig sein kann und mehr als nur ein Abräumer ist. Durch seine Konstanz ist der Sechser auf Anhieb zum unverzichtbaren Leistungsträger geworden. Haas zurück in Form Auch das Lautrer Eigengewächs Mika Haas konnte gegen Hertha BSC zeigen, warum er so wichtig für das Team ist. Der 20-Jährige ließ wie so oft sein Herz auf dem Platz und spulte mit 12,15 km Laufleistung (kicker.de) nach Nathan Skyttä (12,3 km) die zweitmeisten Kilometer im rot-weißen Dress ab. Mit drei Abschlüssen hatte er zudem gemeinsam mit Skyttä die meisten aller eingesetzten Akteure (bundesliga.de). Auch wenn ihm sicherlich nicht alles gelang und er im Abschluss noch konsequenter werden muss, darf man dem linken Schienenspieler der Pfälzer eine gute Leistung und eine steigende Formkurve attestieren. Viele Baustellen für die Länderspielpause Für den FCK kommt die Länderspielpause zum idealen Zeitpunkt. Das Team wirkt müde, teilweise überspielt und im Offensivspiel blockiert und ideenlos. Lieberknecht und sein Trainerteam können nun an den entscheidenden Themen arbeiten: mehr Konzentration und Überzeugung im Passspiel, mehr Tempo in den Angriffen und mehr Variabilität im Angriffsdrittel. An Ansätzen für die Trainingseinheiten dürfte es jedenfalls nicht mangeln. Quelle: Treffpunkt Betze