FCK-Neuzugänge: Sommertransfers mit spürbarem Mehrwert

Foto: Andreas Leiner

Nach dem verpassten Aufstieg blieb der ganz große Umbruch aus. Haben die Neuzugänge die Lücken sinnvoll geschlossen und das Team verstärkt? Eine erste Zwischenbilanz. Das Sommer-Transferfenster 2025 brachte gleich zu Beginn viel Arbeit für Trainer Torsten Lieberknecht und Sportdirektor Marcel Klos – es war ihre erste Transferphase seit ihrem Amtsantritt beim FCK. Nach zwölf Abgängen, darunter die der Leistungsträger Ragnar Ache und Filip Kaloč, galt es, das Team gezielt zu verstärken und insbesondere die Qualität im Sturm zu verbessern. Insgesamt wurden neun externe Neuzugänge verpflichtet, zudem rückte die Einbindung des Nachwuchses wieder stärker in den Fokus. Die Einnahmen aus den Verkäufen ermöglichten gezielte Investitionen in neue Spieler: ca. 1,8 Mio. € für Skyttä, ca. 1,5 Mio. € für Şahin und ca. 1 Mio. € für Prtajin. Deutliche Indizien für die deutlich gestiegene Erwartungshaltung der Verantwortlichen. Die Winterpause bietet einen guten Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen: Welche Neuzugänge haben sich bereits als Stützen etabliert, wo besteht noch Nachholbedarf und wie schlagen sich die jungen Talente aus dem NLZ? Leistungsträger und sofortige Verstärkungen Naatan Skyttä: Als Königstransfer vor der Saison vom französischen Zweitligisten US Littoral Dunkerque verpflichtet, hat Skyttä seine doch recht hohe Ablöse bereits in der Hinrunde mehr als gerechtfertigt. Dies gelang trotz des eher späten Transfers und der geringen Eingewöhnungszeit nahtlos. Mit acht Toren und einem Assist in 16 Ligaspielen ist er der Top-Scorer des FCK und beeinflusst das Spiel maßgeblich: Viele Offensivszenen laufen über seine Einzelaktionen, Dribblings und technische Finesse. Oft zieht er mehrere Gegenspieler auf sich und schafft so Räume für seine Mitspieler. Skyttä ist längst das Herzstück der Offensive und hat sich durch spektakuläre Aktionen und seine Kreativität schnell in die Herzen der Fans gespielt. TB‑Note: 2,0 Fabian Kunze: Der defensive Mittelfeldspieler kam ablösefrei vom Zweitligakonkurrenten Hannover 96 nach Kaiserslautern, um mit seiner Erfahrung und Zweikampfstärke das Mittelfeld zu stabilisieren. In der Hinrunde stand er mit etwa 14 Einsätzen nahezu immer auf dem Platz und lieferte konstant solide Leistungen ab. Mit seiner Präsenz in den Zweikämpfen, einer Passquote von rund 83 Prozent und der Fähigkeit, das Zentrum zu ordnen, hat er sich schnell als Führungsspieler etabliert. Er übernahm direkt Verantwortung, führte das Team auf dem Platz und trug sogar zeitweise das Kapitänsamt in Vertretung. Kunze bringt nicht nur defensive Absicherung, sondern auch Ruhe und Struktur in die Ballbesitzphasen. Ein Spieler, der die Problemzone vor der Abwehr geschlossen hat. TB‑Note: 2,5 Semih Şahin: Vom Konkurrenten SV Elversberg verpflichtet, kostete Şahin eine recht hohe Ablöse und sollte im zentralen Mittelfeld aus der Tiefe heraus das Spiel der Roten Teufel ankurbeln. In der Hinrunde absolvierte er alle Ligaspiele von Beginn an und zählt zu den Spielern, die im Team die meisten Kilometer zurücklegten. Er versucht, der Mannschaft spielerische Struktur zu geben, kann seine Stärken aufgrund der anderen Spielweise und seiner veränderten Rolle beim FCK bisher aber nur bedingt ausspielen. Dennoch zeigte er immer wieder seine Klasse, wenn auch noch zu selten. Mit zwei Assists und vielen entscheidenden Ballaktionen hat er sich als verlässlicher Leistungsträger im Mittelfeld etabliert. TB‑Note: 3,5 Paul Joly: Eher als Notlösung und Last-Minute-Transfer aufgrund der schweren Verletzung von Simon Asta vom französischen Erstligisten AJ Auxerre geholt, hat sich Jolys Leihe bisher als echter Glücksgriff erwiesen. In der Hinrunde sammelte er ein Tor und vier Assists und brachte damit zusätzliche Dynamik über die rechte Seite. Mit präzisen Flanken und Offensivaktionen unterstützt er die Offensive, wenngleich die Defensive gelegentlich darunter leidet. Aufgrund fehlender Alternativen wirkte er zuletzt teilweise etwas überspielt, zeigte aber immer wieder seine Klasse. Sollte er seine Leistungen auch in der Rückrunde bestätigen, wird der Verein vermutlich eine Festverpflichtung anstreben. TB‑Note: 3,0 Ivan Prtajin: Bereits in der Vergangenheit hatten die Verantwortlichen des FCK Interesse an Prtajin gezeigt. Nun klappte der Wechsel vom 1. FC Union Berlin an den Betze – als designierter Nachfolger von Ragnar Ache. Zwar benötigte der Kroate zu Beginn etwas Anlaufzeit und war direkt zum Saisonstart verletzt, doch seine Statistik kann sich sehen lassen: In elf Einsätzen erzielte er acht Tore. Prtajin ist eine Institution in der Offensive, weiß immer, wo das Tor steht, und ist stets für einen Treffer gut. Aufgrund mangelnder Alternativen war er bisher besonders wichtig für die Offensive. Allerdings scheint er anfällig für Verletzungen zu sein, was seine Einsatzzeiten und die Konstanz im Team bislang einschränkt. TB‑Note: 2,5 // Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Potenzial vorhanden, aber noch Luft nach oben Maxwell Gyamfi: Der Innenverteidiger wurde ablösefrei vom Drittligisten VfL Osnabrück verpflichtet. Er sollte insbesondere durch seine Schnelligkeit das Tempodefizit in der Abwehr des FCK ausgleichen. Zunächst schien Gyamfi eher als Ergänzungsspieler eingeplant zu sein. Doch er konnte sich in der Vorbereitung empfehlen und absolvierte in der Hinrunde 14 Ligaspiele von Beginn an. Lediglich eine Rotsperre verhinderte weitere Einsätze. Zwar konnte er seine Stärken in Ansätzen zeigen, doch seine Leistungen schwankten zu stark und ihm unterliefen immer wieder Fehler im Spielaufbau. Besonders am Ball wirkte er oft unsicher. Gleichzeitig zeigt er deutliches Potenzial, das er abrufen könnte, wenn es ihm gelänge, die vielen Leichtsinnsfehler zu vermeiden. TB‑Note: 3,5 Mahir Emreli: Emreli kam als großer Hoffnungsträger und Unterschiedsspieler ablösefrei vom 1. FC Nürnberg, nachdem mehrere Vereine um ihn gebuhlt hatten. Bisher verlief die Hinrunde jedoch anders als erhofft: Verletzungen und private Umstände verhinderten eine echte Integration, weshalb der aserbaidschanische Nationalspieler bislang eher als Missverständnis abgestempelt wurde. In der Liga kam er nur auf vier Einsätze, und als er wieder in den Kader zurückkehrte, fiel er für den Rest der Hinrunde verletzungsbedingt aus. Dabei verfügt der Stürmer über Qualitäten, die der Mannschaft sicher weiterhelfen würden. In der Rückrunde könnte er die erhoffte Verstärkung für den FCK werden – wenn er sein Potenzial endlich abrufen kann. TB‑Note: 4,0 Simon Asta: Asta konnte in Fürth bereits über mehrere Jahre hinweg seine Qualität in der 2. Liga unter Beweis stellen. Daher galt er von Beginn an als wichtige Verstärkung für die rechte Seite. In den ersten Saisonspielen stand er direkt in der Startelf und bearbeitete unermüdlich seine rechte Seite. Leider fiel er beim Spiel in Elversberg schwer verletzt aus und stand der Mannschaft somit für die komplette Hinrunde nicht zur Verfügung.