Mika Haas: „Bilde mir nichts darauf ein”

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Eigengewächs und Ur-Lautrer Mika Haas im Gespräch mit Treffpunkt Betze über ein emotionales Jahr 2025, Torsten Lieberknechts Umgang mit jungen Talenten und seine Karriereträume. Mit Mika Haas ist in dieser Spielzeit einem gebürtigen Lautrer der Durchbruch bei den Roten Teufeln gelungen. Der 20-Jährige stand in 16 von 17 Ligaspielen auf dem Platz; lediglich eine Gelbsperre gegen Arminia Bielefeld bremste ihn kurzzeitig aus. Dabei überzeugte der Linksfuß mit vielen leidenschaftlichen und starken Auftritten und ist mittlerweile aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Nach einer öffentlichen Trainingseinheit am Sonntag nahm sich der U20-Nationalspieler Zeit für ein Interview mit unserer Redaktion. Würde gerne noch mehr Scorer sammeln Treffpunkt Betze: Hallo Mika, die Weihnachtspause war relativ kurz, konntest du dennoch ein wenig abschalten? Wie hast du die Feiertage verbracht? Mika Haas: Ja, ich war mit meiner Familie im Urlaub. Ein bisschen Zeit zum Regenerieren hatte ich. Wir haben auch einen Laufplan bekommen, der relativ früh wieder angefangen hat. Aber wie gesagt, ein bisschen Pause hatte ich und konnte auch ein bisschen vom Fußball abschalten und Zeit mit der Familie genießen. Das hat mir schon gut getan. Treffpunkt Betze: Für dich war das Jahr 2025 sehr ereignisreich. Du bist in 16 von 17 Spielen zum Einsatz gekommen, hast gegen Kiel und Dresden deine ersten Tore vor der Westkurve geschossen und im September 2025 für die U20-Nationalmannschaft debütiert. Wie hast du das vergangene Jahr ganz persönlich erlebt? Mika Haas: Ja, es war ein sehr erfolgreiches Jahr für mich. Mit ganz vielen Emotionen, die ich oftmals gar nicht so wirklich beschreiben kann. Mit dem Tor vor der Westkurve oder auch meinem Startelfdebüt. Es sind so viele Dinge passiert, auch mit der Nominierung für die U-Nationalmannschaft. Es waren so viele Emotionen dabei, von denen ich mir am Anfang vielleicht gar nicht hätte vorstellen können, dass das alles so schnell passiert. Aber ich bin umso froher, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Jetzt gilt es, die Leistung zu bestätigen und in der Rückrunde noch einmal Vollgas zu geben. Treffpunkt Betze: Abseits all dieser positiven Entwicklungen: In welchen Bereichen willst du dich noch verbessern? Oder anders gefragt: Welche nächsten Entwicklungsschritte erwartet der Trainer von dir? Mika Haas: Ich glaube, dass vor allem bei der letzten Station noch häufiger der letzte Pass in der Box beim Mitspieler ankommt. Was die Stürmer dann daraus machen, liegt nicht mehr in meiner Macht (lacht). Aber ich würde gerne noch ein paar mehr Scorer sammeln. Vielleicht auch zwei, drei, vier Vorlagen. Das sind Ziele, die ich mir für die Rückrunde gesetzt habe. Bin jetzt kein anderer Mensch Treffpunkt Betze: Dein Marktwert ist in den vergangenen Monaten regelrecht explodiert – transfermarkt.de beziffert ihn aktuell mit 3 Millionen Euro. Welchen Einfluss hat das auf dich, besonders als so junger Spieler? Mika Haas: Generell habe ich das natürlich wahrgenommen. Aber ich muss sagen, dass ich mir darauf nichts einbilde. Ich bin jetzt kein anderer Mensch oder bin jetzt noch viel besser im Fußball. Ich bin so, wie ich bin. Und welche Zahl da am Ende steht, spielt für mich eigentlich keine Rolle. Treffpunkt Betze: Trainer Torsten Lieberknecht steht sehr für Nachwuchsförderung, davon hast auch du stark profitiert. Was zeichnet ihn als Coach aus? Wie würdest du ihn beschreiben? Mika Haas: Gerade die Tatsache, dass er auf die Jugend setzt, war für mich natürlich mit das Wichtigste, weil er mir damit auch die Chance gegeben hat, mich zu zeigen und mich zu beweisen. Natürlich habe ich auch sportlich einen Schritt gemacht, aber trotzdem ist es oft eine Trainersache, ob er auf junge Spieler setzt. Das sieht man bei Torsten gerade an Spielern wie Owen Gibs, Erik Müller oder Dion Hofmeister, die aus dem NLZ kommen und ihre Einsätze bekommen. Das ist ein extrem wichtiges Zeichen für den Nachwuchs, weil es den Jungs zeigt, dass man als junger Spieler in der Profimannschaft ankommen kann. Treffpunkt Betze: Du bist gebürtiger Lautrer, du kennst den FCK und seine Fans bestens und weißt, dass hier die Emotionen schnell hochkochen – positiv wie negativ. Aktuell habt ihr sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Was ist in dieser Spielzeit noch drin? Mika Haas: Für uns kann in dieser Saison auf jeden Fall noch etwas Großes drin sein. Wir müssen als Mannschaft schauen, dass wir auswärts noch besser punkten und insgesamt konstanter werden. Wenn wir das schaffen, können wir vielleicht noch ein bisschen Boden gut machen. Und dann werden wir sehen, was in der Rückrunde noch alles möglich ist. // Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Möchte in die erste Bundesliga Treffpunkt Betze: Gerade junge Fußballer haben häufig einen Lieblingsspieler. Wer ist oder war dein fußballerisches Vorbild und warum? Mika Haas: Mein Vorbild ist definitiv Cristiano Ronaldo, auch wenn es von unseren Positionen her natürlich ein bisschen schwierig ist, ihn als Vorbild zu nehmen. Aber generell von seiner Einstellung und seinem Mindset her beeindruckt er mich schon extrem. Treffpunkt Betze: Mit 20 Jahren bist du Stammspieler bei deinem Heimatverein und dürftest dir damit einen großen Traum erfüllt haben. Wenn du dir vorstellst, du stehst mit 35 am Ende deiner Karriere: Welchen Weg wärst du gegangen? Welche Erfolge hättest du gefeiert? Mika Haas: Was die Erfolge angeht, kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich gerne einen Titel gewinnen möchte, das wäre was ganz Besonderes. Es wäre auf jeden Fall ein riesiger Traum für mich, wenn es irgendwann hier beim FCK mit dem Aufstieg klappen könnte. Generell möchte ich in die erste Bundesliga. Ich glaube, das ist der Traum von jedem Fußballprofi. Aktuell liegt mein Fokus aber ganz klar darauf, gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Treffpunkt Betze: Die Betze-Fans wollen dich sicher etwas besser kennenlernen: Wie sieht dein Leben neben dem Platz und abseits des Fußballs aus? Mika Haas: Ich würde sagen, dass ich ein sehr großer Familienmensch bin. Ich wohne ja auch noch zu Hause, weil ich viel mit meiner Familie mache. Jetzt gerade auch mit meinem Bruder, der zum Jahreswechsel hier ist, der wohnt in Köln. Da bin ich auch sehr froh über die Zeit, wenn er mal bei uns ist. Aber generell abseits des Platzes bin ich

Norman Bassette: Hitziges Sturmtalent für den FCK

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Der erste Winterneuzugang ist ein waschechter Rohdiamant, an dessen Schliff sich bereits mehrere Vereine versucht haben. Der Wechsel zum FCK ist risikolos, aber spannend. Früh im Wintertransferfenster schlagen die Roten Teufel zu und verpflichten mit Norman Bassette ein belgisches Stürmertalent, dessen ewiger Talentstatus mehr Fluch als Segen zu sein scheint. Der mittlerweile 21-Jährige sorgte erstmals im Jahr 2022 für Aufsehen, als er den SM Caen im französischen Jugendpokal „Coupe Gambardella“ mit fünf Treffern in fünf Partien ins Finale führte. Top-Vereine wie Olympique Lyon oder Eintracht Frankfurt wurden daraufhin umgehend mit dem Mittelstürmer in Verbindung gebracht. Fast vier Jahre später wechselt der Linksfuß zum 1. FC Kaiserslautern, wo ihm endlich der Durchbruch im Profifußball gelingen soll. Potenzial für das obere Regal In nahezu jedem Bericht über den belgischen U21-Nationalspieler (acht Einsätze, fünf Tore) ist eine Phrase zu lesen, die sein großes Talent beschreibt. Kein Wunder: Er ist 1,86 m groß, Linksfuß und temporeich – Eigenschaften, die jeden Scout im modernen Fußball hellhörig machen. Gepaart mit dem nötigen Stürmerinstinkt und einer hohen Intensität, die Bassette zweifellos auf den Platz bringt, wird klar, warum in der Vergangenheit so großes Interesse an ihm bestand. Benfica Lissabon, FC Porto, RSC Anderlecht, Club Brügge, FC Turin, Eintracht Frankfurt und Olympique Lyon: Die bisherigen Interessenten lesen sich wie das Who-is-Who der europäischen Talententwicklung. Für das obere Regal hat es jedoch bisher nicht gereicht – auch, weil der englische Zweitligist Coventry City stolze 2,7 Millionen Euro für den Belgier hinblätterte und den Talentschmieden ein Schnippchen schlug. Bei den „Sky Blues“ kam der Stürmer jedoch nicht zum Zug, da er laut Medienberichten regelmäßig die Disziplin eines Musterprofis vermissen ließ. Mit der Anmerkung, Bassette habe noch „viel zu lernen“, schickte Trainer Frank Lampard den Jungspund auf Leihbasis zum aktuellen Tabellenführer der zweiten französischen Liga, Stade Reims. Diese Leihe verlief jedoch erfolglos, weshalb sie vorzeitig beendet wurde und Bassette zu den Roten Teufeln wechselte. Stürmer mit Betze-Gen Uffm Betze soll nun der endgültige Durchbruch des Talents folgen. Bassette dürfte zunächst einiges an Spielzeit erhalten, da der FCK noch einige Wochen auf Ivan Prtajin und Mahir Emreli verzichten muss. Der flexible Neuzugang kann sowohl die Rolle des Zielspielers als auch die des Zuarbeiters übernehmen. Dabei sind auch die Qualitäten des 21-Jährigen gegen den Ball beachtlich. Intensität ist ein Stichwort, das in diesem Artikel bereits gefallen ist: 1,04 Balleroberungen im letzten Spielfelddrittel pro 90 Minuten sind ein herausragender Wert. Auch deshalb dürfte der aggressive Stürmer ins System Lieberknechts passen. Bassette ist vage mit Daniel Hanslik vergleichbar, allerdings mit mehr Zug zum Tor und noch nicht ganz so reif wie das FCK-Urgestein. Vor allem zeigt sich Bassettes Ungestüm durch zahlreiche Fouls (4,18 pro 90 Minuten), die dem Stürmer im Schnitt alle zwei Spiele eine Karte einbringen und auch abseits des Balles für Ärger sorgen. Ähnlich wie der Lautrer Kapitän Ritter ist Bassette immer für eine Provokation gut: Im EFL-Spiel gegen Sheffield löste der Belgier beispielsweise eine Rudelbildung aus. Diese „Dreckspatzigkeit“, wie sie einst von Dirk Schuster getauft wurde, kann den Wintertransfer schnell zum Publikumsliebling machen – wenn er sie gekonnt und kontrolliert einsetzt. „Bändigung“ durch Spielzeit? Unterm Strich erhält der 1. FC Kaiserslautern einen sehr ambitionierten, jungen Stürmer, dessen vielversprechende Karriere durch mangelnde Disziplin einen Knick bekam. Bei den Pfälzern hat das ehemalige Top-Talent die Chance, neu anzufangen und endlich Spielpraxis zu sammeln. „Rohdiamant“ ist bei Bassette keine Floskel, sondern Programm. Nur wenige Stürmer verfügen über die Anlagen, die der 21-Jährige mitbringt. Das Risiko ist dank der Leihe mit Kaufoption überschaubar: Schafft er es, an sich zu arbeiten und zu alter Stärke zurückzufinden, könnte der FCK einen echten Steal gelandet haben. Die dafür benötigten Spielminuten dürfte es auf jeden Fall geben. Quelle: Treffpunkt Betze