Nachbarschaftsduell mit Spitzenspiel-Charakter

Foto: Andreas Leiner

Das nächste Topspiel: Schafft es der FCK, im Spiel der beiden stärksten Offensiven seine Heimstärke durchzusetzen? Und wie lässt sich die SVE nach dem Abgang ihres besten Stürmers knacken? Die erste Hälfte des schweren Rückrundenstarts ist geschafft. Gegen Hannover 96 und den FC Schalke 04 holte der 1. FC Kaiserslautern starke vier Punkte und überzeugte dabei mit sehr ansprechenden Leistungen. Nun folgen mit Elversberg und Darmstadt zwei weitere Spitzenteams mit Aufstiegsambitionen. Beim kommenden Heimspiel gegen den „Dorfclub” aus dem Saarland gilt es, die noch offenen Rechnungen aus dem Hinspiel zu begleichen. Dies ist für den FCK eine schwere Aufgabe, aber auch eine große Chance, wieder oben mitzumischen. SV Elversberg: Wie kostbar war Ebnoutalib? Gäbe es die Welt von Harry Potter wirklich, hätte Nils-Ole Book, Sportvorstand der SV Elversberg, mit Sicherheit schon Besuch vom Zaubereiministerium bekommen. Denn das, was er regelmäßig auf dem Transfermarkt veranstaltet, geht locker als Zauberei vor den Augen von Muggeln durch. Allen voran der Transfer von Younes Ebnoutalib. Vergangenen Winter wurde er für 50.000 Euro aus der Regionalliga verpflichtet, nur um ihn nach einer Wahnsinnshinrunde mit zwölf Treffern für acht Millionen Euro plus Bonuszahlungen an Eintracht Frankfurt zu verkaufen. Doch aktuell zeigt der Transfer Wirkung. Mit einer 3:2-Niederlage gegen Nürnberg sowie einem 1:1-Unentschieden gegen Bochum dürfte man mit dem Rückrundenstart nicht zufrieden sein. Auch Ebnoutalibs Ersatz, David Mokwa, der für 1,5 Millionen von Hoffenheim II verpflichtet wurde, konnte noch nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers treten. Zur Wahrheit der ersten beiden Spiele gehört jedoch auch, dass die Elv mit ein wenig Glück deutlich mehr Punkte hätte mitnehmen können. Gegen Nürnberg verschoss Otto Stange erst spät einen Elfmeter zum möglichen 3:2, und ein paar Minuten später fiel das Tor auf der anderen Seite. Auch gegen Bochum war Elversberg deutlich dominanter und erspielte sich dreimal so viele xGoals wie der VfL. Genau das ist das größte Manko der Offensive: die Chancenverwertung. Und gleichzeitig die Chance für die Roten Teufel. Vieles hängt an Prtajin Die Aufgabenverteilung dürfte am kommenden Samstagabend klar sein. Die SV Elversberg wird als drittstärkste Mannschaft in Sachen Passquote (84,2%) mit Ball dominant auftreten, während der FCK versuchen wird, durch Pressing hohe Ballgewinne zu erzielen und so zum Torabschluss zu kommen. Auch neutrale Zuschauer dürfen auf ein kleines Torfestival hoffen, immerhin treffen die beiden besten Offensiven der zweiten Liga mit jeweils 34 Treffern aufeinander. Wie abhängig der FCK von Ivan Prtajin ist, wurde in den letzten beiden Spielen mehr als deutlich. Der kroatische Torjäger hat mittlerweile elf Tore erzielt und kommt dabei auf die unglaubliche Quote von einem Tor alle 89 Minuten. Umso wichtiger ist es, dass er nicht nur am Samstag, sondern auch in der Rückrunde verletzungsfrei bleibt. Auf der anderen Seite dürfte vor allem Bambasé Conté der FCK-Defensive Kopfschmerzen bereiten. Mit acht Scorerpunkten, einen davon im Hinspiel, ist er nach Ebnoutalib der Topscorer der Elv. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Sirch, Gyamfi, Chernev – Joly, Kunze, Robinson, Haas – Ritter, Skyttä – Bassette Festung Betzenberg Ein Blick auf die Heimspiel-Bilanz der Pfälzer gegen Elversberg stimmt durchaus positiv. Aus den beiden bisherigen Heimspielen gegen die Elv holten die Lautrer vier Punkte, darunter das spektakuläre 3:2 am dritten Spieltag der Saison 2023/24, der ersten Begegnung beider Mannschaften im Profifußball (Tore für den FCK: Kraus, Ache, Zimmer). In der Gesamtbilanz zieht der FCK allerdings den Kürzeren, was vor allem an drei Auswärtsniederlagen liegt. Ob die „Festung Betze” ihre Heimstärke weiter ausbauen kann – aktuell sind es 22 Punkte aus zehn Spielen – oder ob die SV Elversberg zum ersten Mal ein Pflichtspiel im Fritz-Walter-Stadion gewinnt, zeigt sich am Samstagabend zur besten Fußballzeit. Quelle: Treffpunkt Betze

Transfermarkt: Tut sich beim FCK auf der Abgangsseite noch etwas?

Foto: Andreas Leiner

Die Gerüchteküche gilt als allseits beliebter Zeitvertreib. Auch beim FCK könnte wenige Tage vor dem Transferende noch Bewegung reinkommen – besonders, weil der Kader zu groß ist. „Wir verspüren keinen Druck, auf dem Transfermarkt noch einmal tätig werden zu müssen, halten unsere Augen und Ohren aber natürlich offen. Wenn unsere Spieler gesund bleiben – unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf Ivan Prtajin, von dem sehr viel abhängt –, verfügen wir auf allen Positionen über eine Doppelbesetzung“, kommentierte Torsten Lieberknecht die Transfermarkt-Aktivitäten des 1. FC Kaiserslautern vor dem Auswärtsspiel auf Schalke. **Betze-News direkt aufs Smartphone?** Erhalte alle Neuigkeiten per Push-Nachricht über unseren Whatsapp-Kanal Der Kader ist nach wie vor zu groß Was auf den ersten Blick wie diplomatische Antwort eines Cheftrainers klingt, ergibt durchaus Sinn. Der Kader der Lautrer ist aufgrund von Transfers, die vor der Zeit von Torsten Lieberknecht und Marcel Klos getätigt wurden, nämlich noch immer zu sehr aufgebläht. Fünf Torhüter, elf Verteidiger, sechs Mittelfeldspieler und sieben Stürmer, macht in Summe 29 Spieler. Hinzu kommen mit Dion Hofmeister und Owen Gibs zwei Spieler aus der eigenen Jugend, die entweder nah dran sind am Spieltagskader oder bereits regelmäßig dabei. Jan Elvedi und Afeez Aremu vor dem Absprung? Laut Medienberichten könnten in diesem Winter, nach der Leihe von Faride Alidou zu Eintracht Braunschweig, zumindest zwei weitere Spieler den FCK vorzeitig verlassen. Jan Elvedi (Vertrag bis 2028), der unter mehreren Trainern lange Zeit als Stammspieler gesetzt war, kommt in dieser Saison kaum noch zum Zug. Mit der SpVgg Greuther Fürth hat der Innenverteidiger nach kicker-Informationen einen konkreten Interessenten gefunden. Afeez Aremu, der in zweieinhalb Jahren beim FCK lediglich 25 Einsätze (863 Minuten) absolviert hat, wird hingegen mit mehreren Vereinen in Verbindung gebracht. Die besten Chancen auf einen Transfer soll allerdings der schottische Verein FC Aberdeen haben. Laut Sky-Reporter Dennis Bayer wird Kaiserslautern eine kleine Ablöse erhalten. Was wird aus Wekesser, Raschl und Tachie? Unter Torsten Lieberknecht spielen Erik Wekesser, Tobias Raschl und Richmond Tachie aktuell keine Rolle mehr. Konkrete Gründe dafür wurden vom Verein bislang nicht öffentlich kommuniziert. Fakt ist jedoch, dass alle drei in der Hinrunde kaum Einsatzzeiten erhielten und sportlich keine nachhaltigen Argumente für eine feste Rolle im Profikader liefern konnten. Vorzeitige Abgänge erscheinen angesichts der geringen sportlichen Perspektive naheliegend, könnten jedoch durch vertragliche Rahmenbedingungen erschwert werden. Quelle: Treffpunkt Betze