Rückschlag im Aufstiegsrennen: „Natürlich sehr bitter”

Foto: Andreas Leiner

Der FCK unterliegt der SV Elversberg mit 1:3 und muss höchstwahrscheinlich erneut länger auf den verletzten Torjäger Ivan Prtajin verzichten. Spieler und Trainer mit den Stimmen zum Spiel. Dämpfer im Aufstiegsrennen. Die Roten Teufel zeigten Betzetugenden, erzielten trotz des Platzverweises für Leon Robinson und des Elfmetertors durch Lukas Petkov in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nur einige Augenblicke später den Ausgleich und hielten die Partie somit weiterhin offen. Doch die Hoffnung währte nur kurz, da David Mokwa Ntusu und Luca Schnellbacher den 1:3 Endstand erzielten und mit drei Punkten im Gepäck die Reise ins Saarland antraten. Julian Krahl, Thomas Hengen, Marlon Ritter, Jacob Rasmussen und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel. **Betze-News direkt aufs Smartphone?** Erhalte alle Neuigkeiten per Push-Nachricht über unseren Whatsapp-Kanal Julian Krahl: “Einfach schade” “Das Spiel ging zu Beginn hin und her. Beide Mannschaften hatten ihr Spiel durchgezogen, Elversberg über Umschaltmomente und wir mit unserer körperlichen Wucht. Es ist natürlich sehr bitter, dass Ivan Prtajin verletzt vom Platz musste. Logischerweise ist die rote Karte immer ein Knackpunkt, trotzdem kamen wir sogar noch vor der Halbzeit zurück ins Spiel. Es ist dann am Ende bitter, dass wir zügig das nächste Gegentor bekommen, dann wird es gegen eine Mannschaft wie Elversberg natürlich schwer. Wir haben versucht, alles zu verteidigen, doch heute hatten wir leider nicht das Glück auf unserer Seite. Doch die zweite Liga ist so eng und jeder wird mal Punkte liegenlassen. Dennoch ist es im Moment einfach Schade, dass wir zuhause verloren haben.” Thomas Hengen: “Entscheidungen gegen uns knallhart” “Ich bin mit der Entscheidungsfindung des VAR schon lange nicht mehr einverstanden. Mir dauert das zu lange, wenn der VAR mehrere Minuten die Szene überprüft. Das war auch gegen Fortuna Düsseldorf schon der Fall, als das Spiel mehrere Minuten unterbrochen wurde. Der Schiedsrichter hat heute keine klare Linie gehabt, die Entscheidungen gegen uns waren knallhart, bei der SV Elversberg ließ er viel laufen. Wenn er den Elfmeter gibt, muss er auch logischerweise die rote Karte zeigen. Der Schiedsrichter bespricht sich zuerst für zwei bis drei Minuten mit dem VAR, bevor er sich die Bilder selbst anschaut. Dennoch haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir haben aggressiv gespielt, wenn auch manchmal etwas zu risikoreich. Das heute ist eine bittere Niederlage, aber so ist der Fußball, das gehört eben dazu. Mal gewinnst du, mal verlierst du.” Marlon Ritter: “Ein Nackenschlag für uns” “Wir haben in der ersten halben Stunde ein gutes Spiel gemacht. Wir waren eklig in den Zweikämpfen, waren aber in ein paar Aktionen etwas zu wild und haben Elversberg eingeladen. Trotzdem müssen wir durch die Chance von Paul Joly in Führung gehen. Mit einem Spieler weniger wird es natürlich schwer, dass konsequent zu verteidigen, aber die Gegentore fielen dann am Ende dennoch zu einfach. Das heute war in Kombination mit der Verletzung von Ivan Prtajin ein Nackenschlag für uns, gerade wenn du unter diesen Umständen zu Hause verlierst. Wir werden die Saison jetzt nicht abschenken und um die goldene Ananas spielen, sondern weiter Gas geben und an uns arbeiten. Jeder Gegner hat Probleme damit gegen uns zu spielen. Das Spiel gegen Schalke musst du gewinnen und mit elf Spielern hätten wir heute auf keinen Fall verloren, darauf lässt sich aufbauen.” Jacob Rasmussen: “Bin froh, hier zu sein” “Vom Ergebnis her war es leider keine gelungene Premiere. Die letzten Tage waren für mich sehr hektisch, aber die ersten Eindrücke hier sind sehr gut. Die Mannschaft und die Stadt sind super. Ich habe zu Marcel Klos schon etwas länger Kontakt und mit ihm gesprochen. Ich kenne ihn schon länger und er hat mir nur Gutes über Kaiserslautern erzählt. Da mein Berater früher beim FCK gespielt hat, kenne ich schon ein bisschen was vom Verein. Ich habe bereits vorher schon in Deutschland gespielt und ich mag die Stimmung in den Stadien und den Fußball hier. Ich bin froh, hier zu sein. Es war die richtige Entscheidung und ich freue mich auf die nächste Zeit. Es ist nicht schlecht, wenn wir mehrere Spieler haben, die Verantwortung übernehmen. Ich glaube, dass das Ziel von allen Spielern ist, irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen. Wir werden alles versuchen, aber einfach wird das auf jeden Fall nicht. Es gibt auch andere Mannschaften, die aufsteigen wollen, aber der Verein hat sehr viel Potential. Wir müssen weiterhin Gas geben und Punkte holen.” Torsten Lieberknecht: “Fehlen ein wenig die Worte” “Wir haben ein wildes Spiel gesehen und Elversberg hat sich immer wieder mit Kontersituation durchgespielt. Wir hatten mit Paul Joly die größte Chance, in Führung zu gehen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut verteidigt und sind auch immer wieder in Abschlusssituationen gekommen. Kurz vor der Halbzeit hat der Schiedsrichter auf Elfmeter entschieden und Leon Robinson die rote Karte gezeigt. Wenn ich mir die Szene anschaue, fehlen mir ein wenig die Worte. Das hat das Spiel in eine andere Richtung gelenkt, auch wenn wir vor der Halbzeit noch den Ausgleich geschossen haben. Ich hätte mir in der zweiten Halbzeit gewünscht, dass wir besser verteidigen, da das zweite Gegentor zu einfach fiel. Dann wird es natürlich schwierig, dennoch haben die Jungs ihr Herz auf dem Platz gelassen. Das sich Ivan Prtajin wahrscheinlich die Achillessehne gerissen hat, macht den Abend noch schlimmer, als er überhaupt schon ist.” Quelle: Treffpunkt Betze

Mike Wunderlich: Der Kölsche Bilderbuch-Lautrer

Foto: Treffpunkt Betze

Was wurde aus…? Mike Wunderlich war in Kaiserslautern Antreiber, Unterschiedsspieler und Aufstiegsheld. Nach seinem Karriereende folgte der Sprung auf die Trainerbank. Mike Wunderlich durchlebte eine bewegende Fußballkarriere, die auf den ersten Blick nie besonders spektakulär erschien. Im großen Rampenlicht stand der gebürtige Kölner ebenfalls nicht. Auch für den großen Sprung in die Bundesliga hat es in erster Linie aus persönlichen Gründen nicht gereicht. Aus dem Wunsch, gegen den FC Bayern oder Borussia Dortmund anzutreten, wurde „Antriebslosigkeit”. Wunderlich selbst beschrieb diese Phase seiner Karriere mit den Worten: „Da brach eine Welt zusammen.” Seiner Gesundheit zuliebe wagte er den Schritt zurück in den Amateurfußball – nur um rund zehn Jahre später mit dem 1. FC Kaiserslautern doch noch eine ganz besondere Geschichte zu schreiben. Den Aufstieg in die zweite Liga. Gesucht und gefunden Die Verpflichtung von Mike Wunderlich sorgte im Umfeld des pfälzischen Traditionsvereins durchaus für einige Überraschung. Der offensive Mittelfeldspieler war das Gesicht seines Heimatvereins Viktoria Köln, für den bereits sein Vater Franz als Spieler aufgelaufen war und in dem er seit 2011 in verschiedenen Funktionen tätig ist. Mit 35 Jahren war Wunderlich zudem alles andere als eine zukunftsorientierte Verpflichtung. Doch all jene Zweifel konnte Wunderlich auf dem Platz eindrucksvoll widerlegen. Unter Trainer Marco Antwerpen, den er noch aus gemeinsamen Kölner Zeiten kannte, entwickelte sich die Nummer 28 schnell zum unangefochtenen Stammspieler und Publikumsliebling. Mit jeweils sieben Toren und Vorlagen hatte er maßgeblichen Anteil am Erreichen des Relegationsplatzes in der 3. Liga. Wunderlich bestritt in seiner ersten Saison für den FCK 37 von 38 Spielen. Auch im entscheidenden Relegationsrückspiel war es Wunderlich, der mit einer sehenswerten Vorlage das wichtige 1:0 vorbereitete und somit zur Rückkehr der Roten Teufel in die 2. Bundesluga beitrug. Unvergessen die Bilder vom Lautrer Stiftsplatz, als Mike Wunderlich mit einer überdimensionierten Flasche Jack Daniel’s in der Hand FCK-Lieder gröhlend anstimmte. Magic Mike und der FCK – das passte von Beginn an wie die Faust aufs Auge. Emotionale Achterbahnfahrt in Liga 2 Auch in der 2. Bundesliga, in der Wunderlich zuletzt am 10. November 2011 im Trikot des FSV Frankfurt auf dem Platz stand, schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Trotz des Trainerwechsels von Antwerpen zu Schuster war der Rechtsfuß auch nach der Vorbereitung weiterhin gesetzt. Beim emotionalen 2:1-Auftaktsieg gegen Hannover 96 erzielte er einen Treffer und wurde mit 36 Jahren und 112 Tagen der älteste Zweitliga-Torschütze des FCK. Seinen bis dahin unangefochtenen Stammplatz musste Wunderlich für Neuzugang Philipp Klement räumen. Zu wenig für den Antreiber und Teamplayer, der gerade aufgrund seines Alters regelmäßig spielen wollte. In einem späteren Interview mit Sport1 beschrieb Wunderlich seinen Abgang vom FCK wie folgt: „Ich habe alles für den FCK gegeben. In jeder Sekunde. Ich habe mich auch mit 36 in der zweiten Liga durchgesetzt und in den ersten zehn Spielen immer auf dem Platz gestanden. Ich konnte dem Team auch dort helfen. Dann wurde Philipp Klement für meine Position geholt, und ich war plötzlich draußen. Ich konnte machen, was ich wollte, doch (…) man wollte auf Klement setzen. Das hat schon wehgetan, weil es zu Unrecht war. Ich konnte das nicht nachvollziehen. Meine Leistungen haben gestimmt, und ich war als Typ wichtig für das Team.” Entsprechend trennten sich die Wege in der Winterpause – ein Schritt, den viele Fans bedauerten, wenngleich seine Rückkehr zu Viktoria Köln ganz im Sinne eines jeden Fußballromantikers war und sich richtig anfühlte. // Werde jetzt Supporter-Mitglied und unterstütze uns dabei, noch mehr großartige Inhalte über den FCK zu produzieren und zu teilen. Ein gelungenes Karierende Nach seiner emotionalen Rückkehr wurde Wunderlich in Köln mit offenen Armen empfangen. In 20 Partien trug er noch einmal das Trikot seiner Viktoria, stand dabei in 16 Spielen in der Startelf und steuerte jeweils vier Tore und vier Vorlagen bei. Damit erfüllte er sich den Wunsch, in seinen letzten Monaten als Profi noch einmal eine wichtige Rolle auf dem Platz einzunehmen. Ein Abschiedsspiel zwischen Viktoria Köln und dem 1. FC Kaiserslautern im September 2023, einige Wochen nach seinem offiziellen Karriereende, bildete schließlich den würdigen Schlusspunkt seiner Laufbahn und zeigte, wie sehr der technisch hoch veranlagte Spielmacher von beiden Fanlagern geschätzt wurde. Wechsel an die Seitenlinie Ein Leben ohne Fußball? Für Mike Wunderlich keine Option. Bereits mit Bekanntgabe seines Karriereendes kündigte er an, künftig als Trainer tätig sein zu wollen. Nach einer kurzen Auszeit, in der er im Gebäudereinigungs- und Dienstleistungsunternehmen seines Vaters arbeitete, übernahm er im Juli 2023 seinen ersten Cheftrainerposten beim Mittelrheinligisten Bergisch Gladbach 09. Nach rund 15 Monaten trennten sich jedoch die Wege wieder. Wunderlich und sein Co-Trainer legten ihre Ämter nieder, da sie der Überzeugung waren, dass die Mannschaft neue Impulse benötige. Auch hier zeigte sich eine der prägenden Eigenschaften des heute 39-Jährigen: Selbstkritik, Reflexion und Handeln im Sinne der Sache statt des eigenen Egos. Zwischenstopp in der Icon League Anfang 2025 folgte ein besonderes Abenteuer. Wunderlich wurde als Trainer in der von Toni Kroos und dem Streamer Elias Nerlich gegründeten Kleinfeldliga „Icon League” vorgestellt. Er coachte dort das Team B2B United, dessen Teamchef der deutsche Nationalspieler Benjamin Henrichs ist, und sammelte weitere Erfahrungen in einem völlig anderen Fußballumfeld. Über Ahrweiler nach Wuppertal Im Sommer 2025 heuerte Mike Wunderlich als Cheftrainer beim Ahrweiler BC an. Dort konnte der 39-Jährige mit einer beeindruckenden Bilanz auf sich aufmerksam machen. In 22 Pflichtspielen für den Rheinlandligisten standen 17 Siege, drei Unentschieden und lediglich zwei Niederlagen bei einem beeindruckenden Torverhältnis von 72:26 zu Buche. Die gute Arbeit des noch jungen Cheftrainers blieb nicht unentdeckt. Am 2. Januar verkündete der sich im Abstiegskampf befindende Regionalligist Wuppertaler SV, dass Wunderlich mit sofortiger Wirkung das Traineramt übernimmt und den einstigen Bundesligisten im Kampf gegen den Absturz in die Bedeutungslosigkeit führen soll. Sein einziges Pflichtspiel als Trainer des WSV ging jedoch mit 0:1 gegen das Tabellenschlusslicht Velbert verloren. Ein großer Schritt Für die Roten Teufel absolvierte Wunderlich 56 Pflichtspiele, erzielte elf Tore und bereitete neun weitere Treffer vor. Im Sommer 2023 hing er seine Fußballschuhe schließlich an den Nagel. Anfang des Jahres 2026 bot sich dem gebürtigen Kölner mit dem Sprung in die Regionalliga eine große Chance, seine