Letztes Heimspiel der Saison: „Alles rauspressen!“

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Ein emotionaler Saisonendspurt auf dem Betzenberg steht bevor. Torsten Lieberknecht appelliert an die Ehre und den Kampfgeist seiner Mannschaft. Im letzten Heimspiel der Saison trifft der FCK auf Arminia Bielefeld. Während es für Bielefeld im Abstiegskampf noch um jeden Punkt geht, gilt es für den FCK, nach drei Niederlagen am Stück, die Saison nicht im stimmungstechnischen Super-GAU enden zu lassen. Die Arminen kommen mit breiter Brust. Nur eine Niederlage aus den letzten sechs Spielen, zudem die Chance, den Klassenerhalt so gut wie sicher zu erreichen. Der FCK war in den letzten Wochen ein zuverlässiger Punktelieferant für abstiegsbedrohte Teams und muss eine 180-Grad-Wende in puncto Einstellung und spielerischer Klasse hinlegen, damit es nicht die vierte Niederlage in Folge gibt. „Ein Gegner sein, der auch wirklich ein Gegner ist“ Auf die Frage, was ihn positiv stimme, dass die Mannschaft den Turnaround gegen Bielefeld schaffe, antwortet Torsten Lieberknecht: „Ich habe an die Mannschaft den Appell gerichtet, auch an ihren eigenen Stolz zu appellieren.“ Es gehe darum, physisch „alles aus dem Körper rauszuholen“, um danach zumindest sagen zu können, man habe alles versucht. „Dass man Spiele verliert, ist das eine Thema. Aber jetzt geht es einfach darum, mehr als eine Haltung zu zeigen und hier zu Hause alles in die Waagschale zu werfen gegen Arminia Bielefeld.“ Lieberknecht bleibt optimistisch Auf die Frage nach dem kritischen Umfeld und der allgemeinen Unterstützung der Fans zeigte sich der FCK-Coach wieder einmal angefasst: „Wenn man das so gespiegelt bekommt, dann ist die Enttäuschung über das, was wir gerade erleben, noch größer, weil wir etwas ganz anderes zurückgeben wollen.“ Dennoch zeigte sich Lieberknecht auch wie gewohnt kämpferisch: „Ich habe von einem Traum gesprochen und davon werde ich nicht loslassen.“ Time to say goodbye Bereits vor ein paar Tagen sickerte es durch die Medien, heute folgte die offizielle Verkündung. Für Daniel Hanslik, Kenny Prince Redondo und Luca Sirch endet die Zeit beim FCK. Sie werden zusammen mit den Leihspielern im Rahmen des Heimspiels verabschiedet. „Das sind keine einfachen Entscheidungen, die man trifft, weil wir auch wissen, dass es verdienstvolle Spieler sind“, sagte Coach Lieberknecht, der daraufhin noch einmal betonte, dass man bei der Suche nach Ersatz auf Führungsstärke achten werde. Gelbsperren für Joly und Kunze Neben Ivan Prtajin und Mika Haas, die weiterhin verletzt sind, muss Torsten Lieberknecht auch auf Paul Joly und Fabian Kunze verzichten. Kunze, der sich gegen Dresden seine 15. Gelbe Karte abgeholt hatte, fällt somit zum dritten Mal in dieser Saison aus. Die Kurzzeitverletzten aus der letzten Woche sind gegen Bielefeld wieder eine Option. Dennoch kündigte Lieberknecht an, den einen oder anderen Spieler aus dem NLZ mitzunehmen. Anstoß ist am Freitagabend um 18:30 Uhr, es werden mindestens 47 506 Zuschauer erwartet.

Betze-Spieler und Aufstiegsheld: Danke Hansi!

Foto: Alex Grimm / Getty Images

Was zuletzt bereits durch die Medien kursierte, ist nun offiziell: Daniel Hanslik verlässt den FCK. Höchste Zeit, seine sechs Jahre als Roter Teufel Revue passieren zu lassen und „Danke” zu sagen! Dass die Zeit von Identifikationsfigur Daniel Hanslik als Lautrer bald enden wird, war nach den Medienberichten von Sky keine Überraschung mehr. Dennoch schmerzt der Gedanke, dass der Deutsch-Pole bald nicht mehr das Trikot des 1. FC Kaiserslautern tragen wird. Kaum ein Spieler der letzten Jahre verkörperte den FCK so sehr wie der vielseitige Offensivspieler. In den letzten Tagen kam es zu angeregten Diskussionen über den sportlichen Verlust, den sein Abgang bedeutet. Und auch wenn man natürlich darüber diskutieren kann, wie groß die dadurch entstehende sportliche Lücke sein wird, so steht fest, dass der Abschied des Publikumslieblings menschlich enorm schmerzt. Wegbereiter zum Aufstieg Es ist der 24. Mai 2022: Nach einem torlosen Remis auf dem heimischen Betzenberg gastieren die Roten Teufel zum Relegations-Rückspiel bei Dynamo Dresden. Ein klassisches All-or-Nothing-Spiel, könnte man sagen – schließlich möchte man sich gar nicht erst ausmalen, was ein Scheitern in der Relegation für die Zukunft des Vereins bedeuten würde. Lange Zeit liefern sich beide Mannschaften einen ebenbürtigen Kampf. In der 59. Spielminute ereignet sich dann der Moment, der Daniel Hanslik zu einem Helden der Lautrer Vereinsgeschichte macht. Nach unwiderstehlicher Hacken-Vorarbeit von Mike Wunderlich steht die Nummer 19 der Roten Teufel im Strafraum und schiebt den Ball unhaltbar zum 1:0-Führungstreffer ein. Ein Treffer, der das Tor zum Aufstieg weit öffnet und das Momentum in Richtung der Gäste kippen lässt. Nach dem 2:0 durch Philipp Hercher ist dann klar: Lautre is widder do! Betze-Spieler Hansi In seiner kurzen Amtszeit als Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern sprach Friedhelm Funkel immer wieder von sogenannten „Betze-Spielern“ seiner Mannschaft. „Hanslik ist ein richtiger Betze-Spieler, der für die Mannschaft extrem wichtig ist und sein Herz immer auf dem Platz lässt“, schwärmte der erfahrene Trainer von seinem Schützling. Und es gibt vermutlich keinen Spieler, der diesen Titel mehr verdient hätte. „Hansi“ verkörperte die Betze-DNA in jeder Sekunde bedingungslos. Egal, ob als Starter oder Joker, ob als Mittelstürmer oder – wie unter Marco Antwerpen im Derby – als Linksverteidiger, Hanslik gab immer alles. Vermutlich hätte sich der Linksfuß sogar ins Tor gestellt, wenn der Trainer es gefordert hätte. Auch in persönlich schwierigen Phasen mit weniger Einsatzzeiten, die durch das heitere Pfälzer Trainerkarussell bedingt immer wieder vorkamen, meckerte die Nummer 19 der Roten Teufel nie. Fest steht: Daniel Hanslik war immer da, wenn er gebraucht wurde. Seine Einsatzbereitschaft und Vielseitigkeit machten ihn zu einer wichtigen Waffe. Und auch wenn er vielleicht nicht die größte Effizienz als Stürmer vorwies und kein Torjäger à la Ache war, so erzielte der gebürtige Bad Hersfelder immer wieder ungemein wichtige Tore – besonders in ganz dunklen Phasen wie den Abstiegskämpfen in der 3. und 2. Liga. Vom Schlüsselspieler zum Joker Seine wohl beste Spielzeit im Dress der Roten Teufel hatte Hanslik in der Saison 2024/25: Während er in der Vorsaison unter Friedhelm Funkel erst gegen Ende wieder zum Stammspieler wurde, avancierte „Hansi“ im System von Markus Anfang zu einem absoluten Schlüsselspieler. Gemeinsam mit Ragnar Ache und Daisuke Yokota bildete er ein kongeniales Trio und blühte richtig auf. Am Ende der Spielzeit, in der der FCK lange Zeit um den Aufstieg spielte, brachte es der 1,86 m große Offensivspieler auf acht Treffer und zehn Vorlagen in 31 Einsätzen. Hanslik schien in der Form seines Lebens zu sein und galt als absoluter Schlüsselspieler. Ein Höhenflug, der schnell wieder verpuffte. Denn wie so oft war es ein Trainerwechsel, der für einen erneuten Rollenwechsel des Stürmers sorgte. Transfers wie die Verpflichtung von Ivan Prtajin und vor allem das neue Spielsystem unter Torsten Lieberknecht sorgten dafür, dass Hanslik sich nach der besten Saison seiner Profilaufbahn plötzlich wieder mit der Jokerrolle begnügen musste. Mehr als nur ein Spieler für die Breite In Fankreisen war zuletzt immer wieder zu hören, dass ein Abgang Hansliks angesichts seiner Rolle als Einwechselspieler zu verkraften sei. Eine Argumentation, die zunächst einmal nachvollziehbar ist. Wirft man jedoch einen Blick auf die Statistik der Nummer 19 in dieser Spielzeit, entsteht der Eindruck, dass die sportliche Lücke deutlich größer sein könnte als von jenen Fans vermutet. Denn in den 945 Minuten, die Hanslik in dieser Spielzeit bisher auf dem Platz stand, konnte er drei Treffer sowie fünf Vorlagen beisteuern. Ein Wert, der zum einen richtig gut ist, zum anderen aber auch untermauert, dass Hanslik weitaus mehr draufhat als nur die Rolle des Ergänzungsspielers oder „jemand für die Kabine“ zu sein. Letztlich wirkt es so, als wäre er Opfer des Trainerwechsels geworden. Seine Zweitliga-Tauglichkeit und seinen Wert für die Mannschaft hat der Linksfuß oft genug unter Beweis gestellt. Erinnerungen für die Ewigkeit Wie eingangs bereits erwähnt, ist eine Schlussfolgerung dieser Personalentscheidung, dass der FCK einen großen menschlichen Verlust erleidet. Denn auch neben dem Platz machte der 29-Jährige stets einen guten Eindruck. Ich persönlich erinnere mich hierbei immer wieder gerne an die Interviews, die ich mit „Hansi“ für Treffpunkt Betze führen durfte. Dabei glänzte er nicht nur mit sehr authentischen und überzeugenden Antworten, sondern auch mit großem Respekt und Wertschätzung gegenüber seinem Gesprächspartner. Im Anschluss an ein Interview dankte er mir sogar, was natürlich keinesfalls zu erwarten war, aber doch zeigte, was für ein feiner Kerl er ist. Mit seinem Treffer in Dresden und vielen weiteren Momenten hat sich Daniel Hanslik in die Herzen der Lautrer Fans gespielt. Ein FCK ohne Hanslik ist nach den letzten Jahren eigentlich undenkbar. Was bleibt, sind unheimlich viele Erinnerungen mit ganz verschiedenen Emotionen. Vom Abstiegskampf in der 3. Liga, der Relegation gegen Dresden bis hin zum Pokalfinale in Berlin – Hanslik und der FCK erlebten in den gemeinsamen sechs Jahren jede Menge Höhen und Tiefen. Nun ist es Zeit, Abschied zu nehmen und Danke zu sagen. Danke für den aufopferungsvollen Einsatz in jeder Minute. Danke für den entscheidenden Beitrag zur Rückkehr der Lautrer in die zweite Liga! Danke für sechs gemeinsame Jahre! Mach es gut, Hansi, und alles Gute auf deinem weiteren Karriereweg! Quelle: Treffpunkt Betze