Warten auf Ivan – Der große FCK-Kadercheck (2/2)

Maxwell Gyamfi, Ivan Prtajin und Fabian Kunze stehen zur Ecke bereit.

Noch wenige Tage, dann beginnt der halbjährliche Zirkus. Sobald das Transferfenster öffnet, stehen Gerüchte, Breaking News und Last-Minute-Deals an der Tagesordnung. Auch die Roten Teufel werden auf dem Transfermarkt aktiv sein und ihren Kader verstärken. Bisher gelangen den Pfälzern vier Transfers, doch unsere Analyse zeigt, wo noch Handlungsbedarf besteht. Sicher werden neun Spieler den FCK verlassen, bei der ein oder anderen Personalie ist ein Wechsel zumindest mehr als wahrscheinlich. In diesem zweiten Teil beschäftigen wir uns mit der Offensive sowie dem zentralen Mittelfeld der Männer in Rot. 52 Tore bedeuten Platz Acht im Ligavergleich, allerdings litt die gesamte Vordermannschaft enorm unter dem Ausfall von Ivan Prtajin. Zentrales Mittelfeld: Konkurrenzkampf is Key Personal: Semih Sahin, Fabian Kunze, Leon Robinson, Dion Hofmeister, David Schramm, Erik Müller In der vergangenen Saison war das zentrale Mittelfeld der Roten Teufel relativ klar besetzt. Semih Sahin agierte progressiv als offensiver Sechser bzw. Achter, Fabian Kunze nahm die destruktive Rolle vor der Abwehr ein. Beide lieferten meist gute Leistungen ab, zur absoluten Ligaspitze ist jedoch noch Luft nach oben. Leon Robinson war das Mädchen für alles, egal ob im Mittelfeld oder in der Dreierkette – er lieferte konstant solide Leistungen ab. Die frühe rote Karte gegen Elversberg war sicherlich ein Tiefpunkt für den 24-Jährigen, aber auch ein natürlicher Teil seiner Entwicklung. Aus dem NLZ der Roten Teufel drängten insbesondere Dion Hofmeister und David Schramm ins Rampenlicht. Auch Erik Müller debütierte, scheint aber vorerst keine feste Rolle im Kader einzunehmen. Vor allem David Schramm konnte auf sich aufmerksam machen: Er lieferte gegen Bielefeld und Magdeburg sehr starke Partien ab und hätte beinahe seinen ersten Scorer verzeichnen können. Dion Hofmeister kam nur zu Kurzeinsätzen, hat aufgrund seiner sehr jungen 16 Jahre aber alle Zeit der Welt und immenses Potenzial. Perspektivisch dürften beide auf Spielzeit kommen, wobei vor allem Schramm das Potenzial hat, in der kommenden Runde durchzustarten. Dennoch sind die bisherigen Stammspieler Sahin und Kunze mangels Alternativen wohl gesetzt, was Argwohn wecken sollte. Nicht umsonst predigte Thomas Hengen einen stetigen Konkurrenzkampf, um das Niveau hochzuhalten. Ein Transfer für die offensive Position wäre auch hier denkbar, wenngleich auch nicht unbedingt nötig, da beispielsweise auch Marlon Ritter aushelfen könnte. Beim destruktiven Pendant könnte David Schramm ein echter Geheimtipp für den Senkrechtstarter der Saison sein. Offensives Mittelfeld: Ein alter Hase und ein junger Finne Personal: Naatan Skyttä, Marlon Ritter, Owen Gibs* In Kaiserslautern ist kaum eine Position so dünn besetzt wie die des (Halbraum-)Zehners. Dabei steuerten sowohl Marlon Ritter als auch Neuzugang Naatan Skyttä jeweils neun Tore und drei Vorlagen bei – sehr starke Werte für ihre Position. Besonders der Finne schien in der Hinrunde wie von einem anderen Stern, kühlte aber zum neuen Jahr merklich ab. Glück im Unglück, denn in einer adäquaten Rückrunde wäre der Nationalspieler wohl kaum zu halten gewesen. So steht einer weiteren Saison in Rot und Weiß wohl nichts im Wege. Apropos Rot und Weiß: In diesen Farben geht Marlon Ritter in seine siebte Saison. Nach den Abgängen von Daniel Hanslik und Avdo Spahic ist „MR7“ nun der dienstälteste FCK-Profi. Das ist spürbar, denn auch an Ritter geht die Zeit nicht spurlos vorüber. Unter Lieberknecht rotierte der Kapitän der Roten Teufel häufiger aus der Startelf; in den letzten fünf Spielen kam Ritter im Durchschnitt auf 55 Minuten Spielzeit. Auch die Zahlen beweisen das. So kommt der gebürtige Essener zwar auf neun Saisontore, musste sich davon jedoch fünf per Strafstoß „ermogeln”. Das ist kein Abgesang auf das Urgestein, dennoch sollten die meisten sich bewusst sein, dass sie den besten Marlon Ritter wahrscheinlich schon gesehen haben. Dennoch dürfte der 31-Jährige immer wieder für magische Momente sorgen. Aus der Jugend könnte Owen Gibbs Minuten sehen. Eine große Rolle in der Rotation dürfte für den 19-Jährigen allerdings zu früh sein. Trotz Dementi seitens des FCK ist ein Transfer auf der „Zehn“ mehr als wahrscheinlich. Vor allem, wenn die Roten Teufel im 3-4-2-1 auflaufen, wird es hinter Ritter und Skyttä mehr als dünn. Das von Sky berichtete Interesse an Nicolas Verkooijen bestätigt diese These. Sturm: Abgänge, Abgänge, Abgänge Personal: Ivan Prtajin,  Mahir Emreli, Faride Alidou, Dickson Abiama, Mergim Berisha, Jannik Mause, Ibrahim Kanaté, Thierry Fijeu-Tazmeta Das heikelste Transferproblem, das Marcel Klos lösen muss, sitzt in der Sturmspitze. Ivan Prtajin wird vermutlich bis mindestens Winter ausfallen. Ohne den Kroaten erwies sich die Lautrer Offensive als ziemlich zahnlos. Mahir Emreli sorgte neben dem Platz für mehr Schlagzeilen als darauf und gilt wie die beiden Leihrückkehrer Abiama und Alidou als heißer Abgangskandidat. Auch Jannik Mause kehrt zurück. Nach seiner Ausmusterung bei Rot-Weiß Essen soll er wohl auch von der Gehaltsliste gestrichen werden. Einen Abnehmer für dieses Transfermissverständnis zu finden, wird sich als sehr schwer herausstellen. Die beiden Neuzugänge Fjieu-Tazmeta und Kanaté scheinen zwar vielversprechend, aber keine „echten” Stürmer zu sein. Für die Zielspielerrolle fallen sie zumindest raus. Auch Mergim Berisha kann man hier als Neuzugang aufführen. Der Ex-Nationalspieler war verletzungsgeplagt; eine ganze Sommervorbereitung mit dem Team könnte Wunder wirken. Dennoch ist Berisha eher eine Wundertüte als eine sichere Bank, vor allem aufgrund seiner Verletzungshistorie. Im Sturmzentrum ist mindestens ein Neuzugang, ein echter Schlüsselspieler, vonnöten, da bei Berisha und Prtajin die Fragezeichen in Sachen Fitness überwiegen. Hier dürfte sich tendenziell am meisten tun. Die Kaderzusammenstellung ist in dieser Saison natürlich noch nicht abgeschlossen, schließlich ist es erst Ende Juni. Trotzdem besteht vor allem im Zentrum Handlungsbedarf, da Abgänge bevorstehen und die beiden Stammkandidaten zur Verletzungsanfälligkeit neigen. In der Offensive können sich die Anhänger der Roten Teufel auf zahlreiche Talente freuen, seien es vielversprechende Transfers oder talentierte Eigengewächse. *Spieler mit Stern sind bisher wohl nicht für den Kader der ersten Mannschaft eingeplant. Quelle: Treffpunkt Betze

Als Tiffert, Lakic und Co in der Bundesliga zauberten – Saisonrückblick 2010/2011 



Der FCK zum letzten Mal erfolgreich auf Deutschlands größter Fußballbühne. Ein Rückblick auf die Saison 2010/2011. Die Ausgangslage: Als Aufsteiger stand das erfolgreiche Gerüst aus der Vorsaison bereits. Nun galt es, die geliehenen Leistungsträger auch fest zu verpflichten. So kamen Ivo Iličević und Rodnei für jeweils knapp 500.000 Euro fest von ihren Stammclubs. Der Top-Transfer mit einer Ablöse von 850.000 Euro ist in diesem Sommer Jan Simunek, der in dieser Saison lediglich acht Spielminuten im DFB-Pokal sammelt und danach für insgesamt über 400 Tage mit einer Adduktorenverletzung ausfällt. Des Weiteren kamen Stiven Rivic und Leon Jessen für jeweils 800.000 Euro. Die wahren Königstransfers tätigte der FCK jedoch ablösefrei. Christian Tiffert und Oliver Kirch sowie Jan Moravek, der vom FC Schalke ausgeliehen wurde, kommen zum Nulltarif. Ersterer bestritt mit Abstand die meisten Spielminuten in dieser Saison und wurde auf Anhieb zum Leistungsträger. Auf der Abgangsseite hatte der FCK lediglich Erik Jendrisek zu verzeichnen. Der Kader: 
 Zu Beginn der Saison hütete Tobias Sippel das Tor des 1. FC Kaiserslautern, doch bereits das nächste FCK-Talent scharrte mit den Hufen. Kevin Trapp rückte am 26. Spieltag aufgrund einer Grippeerkrankung von Sippel ins Tor und blieb bis zum Saisonende gesetzt. Die starke Abwehr der Vorsaison blieb weitestgehend unverändert, lediglich Neuzugang Leon Jessen verdrängte Alexander Bugera aus der Viererkette, die sonst aus Rodnei, Martin Amedick und Florian Dick bestand. Im zentralen Mittelfeld spielten meist Jan Moravek, Oliver Kirch und Christian Tiffert. Zudem startete der junge Grieche Thanos Petsos in einigen Spielen. Jan Moravek sammelte insgesamt sieben Scorerpunkte. Das ist keine schlechte Leistung, wirkt jedoch fast schon lächerlich, wenn man die Zahlen von Christian Tiffert sieht. In Liga und Pokal gab das „Gehirn” der FCK-Mannschaft insgesamt 19 Vorlagen. Quasi der Betzenberg de Bruyne. Star der Mannschaft war für viele dennoch ein anderer: Srdjan „Lucky“ Lakic. Der Mann, der schneller trifft als sein Schatten. Er erzielte 16 Tore in der Bundesliga und sieben weitere im Pokal. Neben ihm trugen sich auch Ivo Iličević und Erwin Hoffer mit zwölf bzw. neun Scorerpunkten in die Liste der offensiven Leistungsträger ein. Der Saisonverlauf: 
 Zurück in der Bundesliga, erster Spieltag auswärts in Köln. Alles ist angerichtet für eine erfolgreiche Rückkehr. Nach neunzig Sekunden fliegt der Kölner Mohamad mit Rot vom Platz. Doch nur wenige Minuten später trifft Milivoje Novaković zur Kölner Führung. Lange sieht es so aus, als könnten die Roten Teufel ihre Überzahl nicht nutzen. Doch ein Doppelpack von Lakic und ein Tor von Iličević in der Schlussphase lassen Kaiserlautern schließlich doch noch jubeln. Eine Woche später. Die Bundesliga ist zurück auf dem Betzenberg. Der Gegner ist der einzige Club der nicht willkommen und dessen Mannschaft nicht gern gesehen ist auf dem Betzenberg. Die Bayern. 50.000 Zuschauer, Flutlicht, Choreos, alles angerichtet für den Mythos Betzenberg. Und der Mythos schlägt zu. In der 33. Minute schießt Ilicevic den Ball aus 20 Metern in den Winkel. Keine sechzig Sekunden später steht Lakic frei vor Hans-Jörg Butt. Der FCK gewinnt 2:0, grüßt von ganz oben und ist im Fußballhimmel. Doch auf den Höhenflug folgt die Bruchlandung. Acht Spiele, kein Sieg, sieben Niederlagen. Daraufhin gelingt mit einem 3:0 gegen Gladbach der kurzfristige Befreiungsschlag. Es folgt eine bessere Phase der Saison, die mit dem 5:0 gegen den FC Schalke 04 auf dem Betzenberg gipfelt. Zur Winterpause liegt der FCK mit 21 Punkten auf Platz 12 und damit voll im Soll. Doch der FCK kommt träge aus der Winterpause. Acht Spiele ohne Sieg bedeuten den Absturz in den Tabellenkeller. Es braucht eine Trendwende. Und der FCK liefert diese. In den letzten neun Spielen der Saison gewinnt der FCK sieben Mal und beendet die Saison ungefährdet auf dem siebten Platz mit 46 Punkten. Damit ist dies die zweitbeste Saisonplatzierung des FCK in diesem Jahrtausend und bis heute das letzte Mal, dass der FCK den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft hat. 
 Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison:  Spieler der Saison: Srdjan LakicTor der Saison: Ivo Iličević gegen die Bayern Trikot: Heim: 10/10 | Auswärts: 8/10Meiste Aura: Christian Tiffert im Langarm-TrikotWahrscheinlichkeit, nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 101 %