Großes Talent: Was Kelven Frees mitbringt – und was noch fehlt

Am 7. Juli 2026 stellte der FCK mit Kelven Frees seinen nächsten Neuzugang vor. Der 2005 geborene Innenverteidiger wechselt per Leihe von der TSG Hoffenheim zum FCK. In der abgelaufenen Saison spielte er vor allem in der zweiten Mannschaft und war 2024 eine der tragenden Säulen der Hoffenheimer U19, die das Double gewann. Zur kurzen Einordnung: Kelven Frees spielte hauptsächlich als rechter Innenverteidiger in einer Viererkette. Dabei ist zu erkennen, dass er mit Ball viel Verantwortung übernimmt, diesen gerne lange hält und auch progressiv nach vorne trägt. Aktives Verteidigen aus der Tiefe In der letzten Defensivreihe agiert er häufig abwartend, rückt jedoch situativ aggressiv heraus und verteidigt aktiv nach vorne. Dadurch und durch seine hohe Einsatzbereitschaft, bei der er sich in viele Bälle wirft, kommt er auf eine starke Anzahl an Blocks (insgesamt 0,86 pro 90 Minuten). Körper als größte Waffe Seine größte Stärke ist jedoch sein Körper. Mit einer Größe von 2,02 m ist er ein absoluter Riese, verfügt über eine gute körperliche Verfassung und nutzt seine extrem langen Beine sowie die damit verbundene Reichweite, um Gegnern den Ball abzunehmen. Auch seine langen Arme setzt er effektiv ein, um Gegenspieler wegzudrücken. Insgesamt gewinnt er dadurch etwa 65 % seiner defensiven Duelle. Seine Größe verschafft ihm zudem klare Vorteile in der Luft: Frees springt in der Regel höher als seine Gegenspieler und ist sehr wuchtig im Kopfballspiel (insgesamt gewinnt er 60 % seiner Kopfballduelle). Der „Eye-Test“ zeigt außerdem eine solide Geschwindigkeit und vor allem einen guten Antritt. Dadurch kann er Räume schnell schließen und Gegner ablaufen. Unsicherheiten im eigenen Spiel Trotz aller positiven Aspekte gibt es in seinem Spiel auch einige Unsicherheiten. So sind seine Klärungen teilweise unpräzise: Er klärt den Ball zwar, schlägt ihn jedoch häufig direkt zum nächsten Gegner. Auch unter starkem Druck baut er sichtbar ab und lässt sich leicht unter Druck setzen. Insgesamt wirkt sein Spiel auf Profi-Niveau, beispielsweise in der 3. Liga, noch recht unsicher. Teilweise scheint er noch nicht vollständig mit seinem Körper umgehen zu können und geht fahrlässig mit dem Ball um. Dies zeigt sich auch in seinen Zweikämpfen, in denen er mit etwa zwei Fouls pro 90 Minuten einen vergleichsweise hohen Wert erreicht. Perspektivtransfer mit Fragezeichen Insgesamt lässt sich der Transfer des FCK als guter und risikoarmer Schritt bewerten. Frees hat auf jeden Fall das Potenzial, der Mannschaft weiterzuhelfen, aufgrund seiner fehlenden Erfahrung bringt er jedoch auch einige Probleme mit. Es ist daher nicht auszuschließen, dass ihm diese in der 2. Liga zum Verhängnis werden und er zunächst eher eine Backup-Rolle einnimmt. Gelingt es ihm jedoch, seine Schwächen abzulegen und das nötige Selbstbewusstsein zu entwickeln, hat er definitiv das Potenzial für die erste Liga. Autor: Tim R. Quelle: Treffpunkt Betze