Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 2)

Foto: Andreas Leiner

Im zweiten Teil von „Die Annere“ trifft der FCK vor allem auf Mannschaften aus dem vermutlichen Tabellenmittelfeld und darunter. Spieltag 9: 1. FC Nürnberg Beim Club aus Nürnberg bleibt es weitestgehend beständig. So geht man mit dem ehemaligen Lautrer Miro Klose in die nächste Saison und konnte die meisten Leistungsträger zusammenhalten. Lediglich in der Innenverteidigung gibt es bei den Franken einen Umbruch: Luka Lochoshvili und Fabian Gruber verlassen den Verein für stattliche Ablösen von insgesamt 8,5 Millionen Euro. Diesen Verlust will der FCN unter anderem mit dem ehemaligen Barca-Talent Faye auffangen. Sportlich wird der auf die Jugend setzende Club vermutlich wieder im Mittelfeld der Tabelle zu finden sein. Spieltag 10: Hertha BSC Der Hauptstadtclub verzeichnet wohl den größten Umbruch der Liga. Mit Transfereinnahmen von insgesamt über 25 Millionen Euro durch die Verkäufe von Kennet Eichhorn, Fabi Reese und Tjark Ernst konnte man die größten finanziellen Sorgen zwar abfangen, gleichzeitig dürfte es den Berlinern aber schwerfallen, diese individuelle Klasse auch nur annähernd aufzufangen. Bisher konnte man bis auf eine Leihe vom Ligakonkurrenten Energie Cottbus auch keinen Zugang willkommen heißen. Sportlich werden die Berliner so vermutlich nichts mit dem direkten Aufstiegskampf zu tun haben. Spieltag 11: VfL Osnabrück Mittlerweile ist der VfL fast schon eine Fahrstuhlmannschaft. Für die 3. Liga sind sie regelmäßig eine Nummer zu groß, in der 2. Bundesliga haben sie aber auch immer große Schwierigkeiten, die meist schnell mit dem Abstieg enden. So kommen die Osnabrücker mit einem typischen Drittliga-Kader, wenn auch etwas jünger, ins Unterhaus. Da die Weiß-Lilanen bei vielen Abgängen keine Einnahmen verzeichnen konnten, behelfen sie sich mit interessanten Leihen oder ablösefreien Transfers. Typischerweise geht es nur gegen den Abstieg. Spieltag 12: Dynamo Dresden Die Mannschaft aus der Elbstadt könnte für eine Überraschung sorgen. Nach dem mehr oder weniger ungefährdeten Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison konnten sich die Dresdner mit gestandenen Profis im besten Fußballeralter durchweg verstärken und den Abgang des Top-Talents Kofi Amoako gut kaschieren. Ein Platz im soliden Mittelfeld der Tabelle wäre alles andere als verwunderlich. Spieltag 13: Holstein Kiel Tim Walter geht in seine erste komplette Saison bei der KSV seit 2018; damals coachte er die Störche ebenfalls nur für ein Jahr. Der gebürtige Baden-Württemberger konnte die Kieler in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 1,55 in elf Spielen vor dem Abstieg retten. Gepaart mit Neuzugängen, die in sein anspruchsvolles System passen, werden die Kieler eine bessere Saison spielen als die letzte. Ob es zum großen Wurf reicht, ist aber mehr als fraglich. Spieltag 14: SpVgg Fürth Die Fürther sind eine Wundertüte, aber sie werden wohl kaum über das Tabellenmittelfeld hinauskommen. Es könnte sogar wieder Abstiegskampf für sie heißen. Neben Top-Torjäger Noel Futkeu und dem Verteidiger-Talent Reno Münz verlässt mit Julian Green auch eine Identifikationsfigur das Kleeblatt. Die Neuzugänge haben überwiegend „2.-Liga-Erfahrung“ und gerade im Sturmzentrum werden Futkeus Tore nur schwer aufzufangen sein. Spieltag 15: Arminia Bielefeld Die Mannschaft aus der Stadt, die es Gerüchten zufolge gar nicht gibt, war auf dem Transfermarkt noch eher zurückhaltend unterwegs. Größtenteils wurden Leihoptionen gezogen und bereits bekannte Spieler fest verpflichtet, wie Maxi Bauer, der auch schon auf den Betze geliehen wurde, und Jannik Rochelt. Leistungsträger mussten allerdings bisher auch nicht abgegeben werden. Insgesamt „riecht“ es in Bielefeld nach einer ruhigen Saison, in der man sich im (unteren) Mittelfeld verorten wird. Spieltag 16: Hannover 96 Christian Titz geht mit den Niedersachsen in seine zweite Saison – und das mit einem nicht weniger interessanten Kader als letzte Saison. Mit einem der jüngsten Kader der Liga wird es hier vermutlich auch wieder darum gehen, in der Spitzengruppe mitzumischen – wenn auch Identifikationsfiguren wie Enzo Leopold ersetzt werden müssen. Bekanntlich braucht das Spielsystem von Titz Zeit, um sich in den Köpfen der Spieler festzusetzen. Wenn dieser Prozess wie gewünscht weitergeht, sollten die 96er erneut realistische Chancen auf den Aufstieg haben. Spieltag 17: Energie Cottbus Der zweite Aufsteiger aus der 3. Liga kommt diese Saison aus Brandenburg. Nach jahrelanger Abstinenz sind die Cottbuser wieder in der 2. Liga angelangt. Im Jahr zuvor waren sie knapp am Aufstieg gescheitert. Der Kader wurde unter Pele Wollitz im Sommer mit 15 Abgängen und 15 Zugängen fast generalüberholt. Interessanterweise waren alle Transfers ablösefrei oder Leihgeschäfte. Trotz Starspielern wie Leo Bittencourt wird es das Team schwer haben, sich in der Liga zu etablieren. Wenn sich das Team schnell findet, kann es ein Abstiegskampf werden, ansonsten droht den Lausitzern, den Anschluss zu verlieren. Quelle: Treffpunkt Betze