Next Generation Betze 3.0: Die nächste Reihe rückt nach

Zum dritten Mal richten wir den Blick auf die Talente aus dem Nachwuchs des FCK. Welche Spieler sollte man im Auge behalten und wer könnte perspektivisch den Sprung zu den Profis schaffen? Der FCK hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass der Weg vom Fröhnerhof zu den Profis wieder kürzer werden kann. Gleichzeitig rücken im Nachwuchs weitere Talente nach, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Im dritten Teil unserer Talent-Rundschau stellen wir fünf Spieler vor, die aktuell ganz unterschiedliche Schritte in ihrer Entwicklung gehen. Vom 16-jährigen Spielgestalter auf der Sechs bis zum U19-Kapitän, der inzwischen im Regionalliga-Kader angekommen ist, richtet sich der Blick diesmal vor allem auf die Defensive. David Schnoor (16) : Defensives Mittelfeld U17 Mit Dion Hofmeister und David Schramm hat der FCK auf der Sechs bereits zwei Talente hervorgebracht, die wir zuvor in diesem Format vorgestellt haben und die mittlerweile den Sprung in den Profikader geschafft haben. David Schnoor könnte der Nächste sein. Der 16-jährige Deutsch-Vietnamese spielt seit der Rückrunde der vergangenen Saison für die U17 der Roten Teufel. Er hat gerne den Ball am Fuß, ist beidfüßig, passsicher und übernimmt im Mittelfeld immer wieder die Rolle des Spielgestalters. Dabei sucht er gerne den Weg nach vorne und schreckt auch vor dem einen oder anderen Fernschuss nicht zurück. Dass sein Spiel aber nicht nur vom Ballbesitz lebt, zeigen auch die Daten von Eyeball. Mit 11,74 Ballgewinnen pro 90 Minuten arbeitet er viel gegen den Ball, während 9,56 Vorwärtspässe seinen Drang unterstreichen, das Lautrer Spiel nach vorne zu bringen. Der 16-Jährige steht noch am Anfang seiner Entwicklung, bringt aber ein interessantes Profil für die Sechserposition mit. Er könnte sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt durch die höheren Nachwuchsmannschaften am Fröhnerhof spielen. Nikita Gendelmann (17) : Innenverteidigung U19 Von außen betrachtet hatte Nikita Gendelmann ein fast perfektes Jahr hinter sich. Der in Trier geborene Spieler war in der abgelaufenen Saison absoluter Stammspieler und eine feste Säule der U17-Mannschaft, die sich für die A-Liga qualifizieren konnte. Laut Wyscout gehört der 1,86 Meter große Verteidiger mit 1,1 geblockten Schüssen pro Spiel zu den besten Spielern Deutschlands in dieser Statistik. Auch seine übrigen Defensivwerte bewegen sich im durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Bereich. Besonders bei den Statistiken, die für Aggressivität stehen, weiß Gendelmann zu überzeugen: Geblockte Schüsse, Tacklings und gewonnene Defensivduelle zählen zu seinen Stärken. Im April mündete seine Entwicklung schließlich in einer Vertragsverlängerung, die im Stadion gemeinsam mit Sportdirektor Marcel Klos präsentiert wurde. Im Mai folgte der nächste Höhepunkt: Gendelmann wurde zum DFB-U17-Perspektivlehrgang eingeladen und durfte sich beim Spiel gegen die Westfalenauswahl erstmals das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen. Yannis Sahib (17) : Innenverteidigung U19 Zu Beginn der vergangenen Saison bildete Yannis Sahib gemeinsam mit Nikita Gendelmann noch die Innenverteidigung der U17. In der Rückrunde folgte für den damals 16-jährigen Deutsch-Marokkaner bereits der Sprung in die U19, in der er sich schnell zu einer festen Säule in der A-Liga entwickelte. Als Linksfuß übernimmt Sahib bevorzugt den linken Part in der Innenverteidigung, kann bei Bedarf aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt werden. Seine Stärken liegen vor allem in der Zweikampfführung und im aggressiven Verteidigen nach vorne. Entwicklungspotenzial gibt es dagegen noch in der Spieleröffnung: Sahib könnte mit dem Ball am Fuß häufiger selbst dribbeln und so das Spiel nach vorne antreiben. In seiner Spielweise erinnert er dabei ein wenig an Maxwell Gyamfi: Er zeigt viele Defensivaktionen, bringt viel Dynamik ins Spiel und hat die Fähigkeit, in direkten Duellen immer wieder Fouls für die eigene Mannschaft herauszuholen. Mit dem Ball besteht hingegen noch Luft nach oben. Der 17-jährige Jungprofi dürfte auch in dieser Saison eine feste Säule der U19 des 1. FC Kaiserslautern sein und dort die nächsten Schritte in seiner Entwicklung machen. Samet Acar (18) : Rechtsverteidiger, U19 Durch seine Spielweise gehört Samet Acar sicherlich zu den auffälligeren Akteuren der U19 des 1. FC Kaiserslautern. Der türkische U18-Nationalspieler zeichnet sich vor allem durch eine hohe Intensität gegen den Ball aus, was sich auch in seinen individuellen Statistiken widerspiegelt. Im Vergleich mit anderen Spielern der U19-Nachwuchsliga lagen Acars Defensivwerte in der vergangenen Saison in vielen Bereichen über dem Durchschnitt. Laut Wyscout fing er 7,62 Bälle pro 90 Minuten ab und gewann 61,9 Prozent seiner Defensivduelle. Gerade für das von Eimen Baffoun geforderte Pressing und das aktive Verteidigen nach vorne bringt Acar damit das passende Profil mit. Seine aggressive Spielweise hat allerdings auch eine Kehrseite: Er geht manchmal mit hohem Risiko in Zweikämpfe, was zu unnötigen Fouls und Karten führt. Mit 7,67 progressiven Pässen pro 90 Minuten zeigt er zudem ordentliche Ansätze im Spiel mit dem Ball, ohne dort bislang ähnlich hervorzustechen wie bei der Verteidigung. Nachdem Acar in der Vorrunde der vergangenen Saison noch überwiegend Ergänzungsspieler war, entwickelte er sich in der A-Liga-Hauptrunde zum Stammspieler. Setzt er diese Entwicklung fort, könnte er perspektivisch auch für höhere Aufgaben interessant werden. Mit seiner intensiven und bisweilen leicht provokanten Spielweise bringt er jedenfalls ein Profil mit, das auf dem Betzenberg durchaus Anklang finden könnte. Linus Tautenhahn (18): Innenverteidigung/Rechtsverteidigung U21 Linus Tautenhahn ist auf dem Fröhnerhof längst kein Unbekannter mehr. Der gebürtige Mainzer trägt seit 2017 das Trikot der Roten Teufel und führte die U19 in der vergangenen Saison als Kapitän aufs Feld. Der 18-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Abwehrseite spielen und bringt sich mit seinen Dribblings immer wieder ins Spiel nach vorne ein. Wie stark seine vergangene Saison war, zeigen auch die Daten von Wyscout. Mit 74,3 Prozent gewonnenen Defensivduellen erreichte er einen Elitewert und gehörte deutschlandweit zu den besten zehn Prozent auf seiner Position. Auch bei seinen Defensivaktionen und geblockten Schüssen bewegte er sich deutlich über dem Durchschnitt. Entwicklungspotenzial besteht dagegen noch in puncto Disziplin sowie im kontrollierten Spielaufbau und Passspiel. Dass man ihm beim FCK den nächsten Schritt zutraut, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison. Neben Einsätzen für die U21 durfte er auch schon bei der Profimannschaft mittrainieren. Mittlerweile gehört er fest zum Regionalliga-Kader und bekommt dort die Chance, sich dauerhaft im Herrenfußball zu beweisen. Wer Schafft es? Wie schnell es im