FCK-Insights: Mit Willenskraft zum Sieg

Gegen die Löwen aus Braunschweig offenbarte der FCK altbekannte Stärken und Schwächen. Auch die Statistiken bestätigen diesen Eindruck. Nach dem ernüchternden Auftritt in Magdeburg und der ersten Niederlage der Spielzeit mussten die Roten Teufel gegen Braunschweig ein anderes Gesicht zeigen. Ein Vorhaben, das die Pfälzer im Sondertrikot umsetzen konnten. Auch wenn es vor allem in der ersten Halbzeit alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen war, zogen die Hausherren das Spiel und können nun mit einem positiven Ausklang in die XXL-Länderspielpause gehen. Kampf um jeden Grashalm Wenn man das Spiel mit nur einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es wohl der Begriff der „Intensität“. So schenkten sich die beiden Mannschaften über die volle Spielzeit keinen Meter. Eine Beobachtung, die sich auch statistisch untermauern lässt. Sowohl bei der Laufleistung (115,53 km vs. 114,75 km, kicker.de), den gewonnenen Zweikämpfen (126 vs. 132, bundesliga.de) als auch der Anzahl der Tacklings (17 vs. 19, fotmob.com) weisen die beiden Mannschaften sehr ähnliche Werte auf. Auch der Ballbesitz war am Samstagmittag mit einem Verhältnis von 50:50 gleichermaßen verteilt (bundesliga.de). Trotz des gleichen Ballbesitzanteils wirkten die in Weiß gekleideten Roten Teufel etwas spielbestimmender, was sich anhand der Passanzahl von 438 vs. 343 begründen lässt (bundesliga.de). Braunschweig stand tief und lauerte erwartungsgemäß auf Umschaltmomente, während der FCK im eigenen Stadion um die Spielkontrolle bemüht war. Bei den xGoals lag der FCK am Ende der 90 Minuten mit 2,77 vs. 2,07 (bundesliga.de) deutlich vorn. Dies sind zwei sehr hohe Werte mit Blick auf den Spielstand, die sich unter anderem anhand der vergebenen Großchancen erklären lassen: So ließen die Lautrer drei Großchancen liegen, während die Gäste zwei Hochkaräter vergaben (fotmob.com). Ein echter Teufelskerl Der wohl größte Verantwortliche für den knappen 1:0-Erfolg des FCK war Lauterns Schlussmann Julian Krahl. Er knüpfte an seine starken Leistungen der bisherigen Spielzeit an und avancierte zum Matchwinner. Dies lag einerseits an seinen vier Paraden, mit denen er 1,26 xG vereitelte (fotmob.com), andererseits daran, dass „Kralle“ mit seinem weiten Abschlag in der 73. Spielminute den goldenen Siegtreffer von Erencan Yardımcı vorbereitete. Eine rundum klasse Leistung des Lautrer Torhüters. Yardimci mit Bewerbungsschreiben  „Mittelstürmer mit Urgewalt“. Das war die Überschrift unserer Analyse zur Verpflichtung des türkischen Offensivspielers. Und eben jene Urgewalt stellte Lauterns Nummer 17 nach seiner Einwechslung gegen seinen Ex-Verein eindrucksvoll unter Beweis. So rannte er dem langen Schlag von Julian Krahl mit einer Geschwindigkeit von absurden 35,25 km/h hinterher. Damit war er vor dem Ex-Lautrer Aaron Opoku (34,95 km/h) der schnellste eingesetzte Akteur (bundesliga.de). Wie lässig der Mittelstürmer dann gegen seine alten Teamkollegen den Ball ins Tor hebt, ist die Kirsche auf der Sahnetorte und die Belohnung für eine überaus engagierte Jokerleistung. Optimierungsbedarf für die Länderspielpause Die dreiwöchige Länderspielpause bietet dem Team von Torsten Lieberknecht nun die Gelegenheit, etwas runterzufahren und im Training weiter an seinen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Die größte Stärke des FCK ist nach wie vor die gute Defensivarbeit. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist und man auch immer wieder Glück hat, mit Julian Krahl einen überragenden Torhüter zwischen den Pfosten zu haben, wirkt die Lautrer Hintermannschaft enorm gefestigt. Und das, obwohl mit Jacob Rasmussen einer der absoluten Stammspieler in der Innenverteidigung fehlte. Vier weiße Westen können sich definitiv sehen lassen. In der Offensive hingegen müssen die Lautrer an sich arbeiten. Zunächst hatten die Gastgeber bis zum Führungstreffer wenige gute Möglichkeiten und gingen nicht konzentriert genug mit ihnen um. Dann ließen sie nach dem Führungstreffer mehrere große Chancen auf das vorentscheidende 2:0 liegen. Wenn man am Ende das 1:0 über die Zeit bringt, ist das in Ordnung. Fängt sich der FCK noch das 1:1, muss man über einen vermeidbaren Punktverlust und die mehrfach ausgelassene Vorentscheidung reden.