Brandon Borrello: Lichtblick im Lautrer Dauertief

Was wurde eigentlich aus…? Mit guten Leistungen und einem absoluten Sensationstor konnte Brandon Borrello in seiner kurzen Zeit auf dem Betze von sich überzeugen. Doch wie ging seine Laufbahn weiter? Im Sommer 2017 wechselte der australische Nationalspieler Brandon Borrello für eine geringe Ablöse von Brisbane Roar zum 1. FC Kaiserslautern. Ursprünglich hatten die Pfälzer dessen damaligen Sturmpartner Jamie Maclaren im Visier, doch als dieser Transfer platzte, rückte Borrello in den Fokus. In insgesamt 20 Pflichtspielen trug der Offensivspieler das Trikot der Roten Teufel, erzielte drei Tore und bereitete acht weitere vor. Im Sommer 2018 endete seine Zeit beim FCK vorzeitig, da sein eigentlich langfristiger Vertrag durch den bitteren Abstieg des Vereins in die 3. Liga ungültig wurde und die Verantwortlichen den hochtalentierten Angreifer nach einem erlittenen Kreuzbandriss nicht halten konnten. Dem deutschen Fußball blieb der Australier auch nach seinem Abschied aus der Pfalz treu und wechselte zum Bundesligisten SC Freiburg. Lichtblick im Lautrer Überlebenskampf In einer für den 1. FC Kaiserslautern historisch katastrophalen Zweitliga-Saison 2017/18 avancierte Brandon Borrello schnell zu einem der wenigen Hoffnungsträger für die Fans. Nach anfänglichen Anpassungsproblemen biss sich der laufstarke und trickreiche Australier in die Stammelf und belebte das Offensivspiel der Roten Teufel spürbar. Besonders in der Rückrunde blühte der Flügelstürmer auf und stemmte sich mit aller Macht gegen den drohenden Absturz. Mit seinen unermüdlichen Sprints, drei Toren und sieben Torvorlagen war er die Lebensversicherung im Kampf um den Klassenerhalt. Umso tragischer endete seine Zeit in der Pfalz: Ausgerechnet im April 2018, als der FCK im Saisonendspurt jeden Punkt brauchte, zog sich Borrello einen Kreuzbandriss zu. Ohne ihren Offensivmotor war der erstmalige Abstieg der Lautrer in die 3. Liga nicht mehr abzuwenden. Traumtor im Schnee Am 25. Spieltag jener Spielzeit sollte der Australier für einen bis heute für viele Fans noch unvergessenen Moment sorgen. Der FCK empfing im Schneegestöber die favorisierten Gäste von Union Berlin.  Es läuft die sechste Spielminute: Innenverteidiger Stipe Vucur schlägt einen Ball weit nach vorne, Stürmer Sebastian Andersson lässt den Ball mit der Brust in den Lauf seines Mitspielers Brandon Borrello abtropfen, der den Ball annimmt, einmal aufspringen lässt und ihn dann sehenswert aus rund 30 Metern volley an die Unterkante der Latte knallt, bevor der Ball hinter der Linie im Tor von Daniel Mesenhöler landet. Ein schier unglaublicher Treffer des Australiers. Dafür wurde er auch von der Sportschau für das „Tor des Monats“ März nominiert, gewann am Ende jedoch nicht. Die Bilder seines Treffers kann man sich dennoch gar nicht oft genug anschauen. Mehrere Stationen in Deutschland Nach seinem Abschied vom 1. FC Kaiserslautern im Sommer 2018 wechselte Borrello trotz des kurz zuvor erlittenen Kreuzbandrisses in die Bundesliga zum SC Freiburg. Im Breisgau konnte er sich jedoch nicht dauerhaft im Erstliga-Kader durchsetzen und wurde für die Saison 2020/21 an den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Dort kam er mit nur sieben Startelfeinsätzen und nur einem Tor und einer Vorlage jedoch nicht wirklich ins Rollen. Im Sommer 2021 verpflichtete ihn dann Dynamo Dresden fest für die 2. Bundesliga. Mit Dresden kam es schließlich zu einem hochdramatischen Aufeinandertreffen gegen seinen Ex-Klub: Borrello spielte in der Aufstiegs-Relegation im Mai 2022 gegen den FCK. Nach einem 0:0 im Hinspiel unterlag er mit Dynamo im Rückspiel im eigenen Stadion mit 0:2 gegen Kaiserslautern. Dies bedeutete bekanntermaßen den Abstieg von Dresden in die 3. Liga und gleichzeitig den Aufstieg des FCK. Das Spiel gegen den FCK sollte das letzte Pflichtspiel des Australiers in Deutschland sein.  Rückkehr in die Heimat Denn mittlerweile läuft der Australier mit italienischen Wurzeln wieder in Australien auf. Im Juli 2022 unterschrieb Borrello einen Vertrag bei den Western Sydney Wanderers. Und in der australischen A-League lief es für den Ex-Lautrer wieder deutlich besser. Bereits in seiner Debütsaison avancierte er zum absoluten Leistungsträger, sicherte sich die vereinsinterne Torschützenkrone und wurde mit mehreren internen Auszeichnungen wie der Wanderers Medal als bester Spieler des Klubs ausgezeichnet. Seine starken Auftritte in der A-League Men bescherten ihm im März 2023 zudem das langersehnte Comeback in der australischen Nationalmannschaft. Trotz kleinerer verletzungsbedingter Rückschläge wie einem Mittelfußbruch in seiner zweiten Spielzeit für die Wanderers ist er noch heute Leistungsträger im Angriff seines Arbeitgebers. Im Januar 2024 verlängerte er sein Arbeitspapier vorzeitig bis zum 30.06. 2027 und hat damit seine sportliche Heimat in Sydney gefunden.