“Die dümmste Mannschaft der Liga” – Saisonrückblick 2012/13

Danke für gar nichts, Jannik Vestergaard! Nach dem Abstieg war die Mission klar: Wiederaufstieg! Doch diese endete auf dramatische Weise tränenreich. Ein Rückblick auf die Saison 2012/13. 
Die Ausgangslage Abstiege sind häufig mit großen Umbrüchen verbunden. Beim FCK lief es im Sommer 2012 nicht viel anders. Zehn Neuzugänge im Sommer (im Winter kamen noch einmal sechs weitere dazu), darunter namhafte Spieler wie Mo Idrissou, Albert Bunjaku oder Alexander Baumjohann, sollten die Mission Wiederaufstieg anführen. Auf der Abgangsseite verlor der FCK einige echte Stützen der vergangenen Jahre. Neben Christian Tiffert und Olcay Sahan verließ auch Kevin Trapp für 1,5 Millionen Euro den FCK, um zur benachbarten Eintracht aus Frankfurt zu wechseln. Zudem nahm auf der Trainerbank ein altbekanntes Gesicht Platz. Auf Krasimir Balakov folgte Franco Foda. Als Spieler hatte er schon das Trikot des FCK getragen und nun also auch den Trainingsanzug. Zusammen mit den beiden Mitabsteigern Hertha BSC und dem 1. FC Köln ging der FCK als klarer Aufstiegsaspirant in die Saison. Der Kader Im Tor rückte nach dem Abgang des Top-Talents Kevin Trapp Tobi Sippel wieder zwischen die Pfosten. In der Innenverteidigung spielte zumeist der erfahrene Marc Torrejon zusammen mit dem jungen Dominique Heintz. Zudem kam auch Willi Orban auf einige Einsätze. Auf der rechten Seite war Florian Dick gesetzt, links wechselten sich Bugera, Jessen und der Winterneuzugang Chris Löwe ab. Im defensiven Mittelfeld war nur Ariel Borysiuk gesetzt. Daneben spielten wahlweise Orban, Alushi oder Zellner. Der FCK agierte entweder in einem 4-2-3-1 oder in einem 4-4-2, auf der Zehn durfte Alexander Baumjohann schalten und walten. Die Außen wurden von Albert Bunjaku und Hendrick Zuck besetzt. Letzterer verließ den FCK nach einer starken Hinrunde im Winter in Richtung Freiburg. Im Sturm war Mo Idrissou die klare Nummer 9: Mit 18 Toren in 36 Spielen war er der Erfolgsgarant und fiel ausnahmsweise nicht nur neben dem Platz auf. Der Saisonverlauf Zum Saisonauftakt empfing der FCK Union Berlin an einem Montagabend. Immerhin bekamen die Zuschauer als Entschädigung für die unchristliche Anstoßzeit ein echtes Spektakel zu sehen. Erst ging Berlin mit 2:0 in Führung, dann glich der FCK durch einen Doppelpack von Mo Idrissou aus. In der 86. Minute schoss Hendrick Zuck das 3:2 und brachte den Betzenberg zum Beben. Der FCK wäre aber nicht der FCK, wenn es dabei geblieben wäre. Also kam es, wie es kommen musste, und der FCK fing sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. 
 Nach diesem Saisonauftakt bewies der FCK allerdings, dass er eine Mannschaft ist, die man einfach nicht schlagen kann. Erst am 17. Spieltag verlor der FCK sein erstes Saisonspiel gegen den FC St. Pauli. Das große Problem waren die vielen Unentschieden. Auf acht Siege kamen acht Unentschieden. Das genügte jedoch, um auf Platz 3 zu überwintern. 

Den Restart verschlief der FCK dann allerdings komplett. Die ersten beiden Spiele gegen Union Berlin und Aalen wurden verloren. Damit rückten die direkten Aufstiegsplätze schon in weite Ferne. Mit zehn Punkten Rückstand auf Platz zwei und zwölf auf Platz eins musste der FCK schon eine echte Serie hinlegen, um da noch rankommen. Es kam aber keine. Zwar gewann der FCK die nächsten zwei Spiele, dann musste er aber fünf Spiele auf den nächsten Sieg warten. Während die vorderen Plätze weiterhin außer Reichweite waren, erhöhte sich der Druck von hinten stetig. Der 1. FC Köln hatte nach einer mäßigen Hinrunde zu seiner Qualität gefunden und verkürzte den Abstand zum 1. FCK immer weiter. Am 29. Spieltag zog der FC schließlich gleich. Am kommenden Spieltag legte der FCK mit einem 3:0 in Braunschweig vor, und dieses Mal zeigte der FC Schwächen. Nach einem 1:1 in Duisburg hatte der FCK wieder alles in der eigenen Hand. Am 31. Spieltag legte wiederum der FC Köln vor, kam aber erneut nicht über ein 1:1 hinaus. Mit einem Sieg würde der FCK den Abstand auf vier Punkte plus deutlich besseres Torverhältnis ausbauen. Man musste lediglich bei Energie Cottbus gewinnen. 

„Wir sind die dümmste Mannschaft der Liga“, echauffierte sich Mo Idrissou nach der 4:2-Niederlage gegen Cottbus. Ein Satz, der in den kommenden Jahren noch so oft wahr werden sollte. Der FCK verspielte diese Chance zwar, konnte aber die nächsten nutzen. Der FC verlor die nächsten beiden Spiele und der FCK beendete die Ligaphase auf Platz 3. Die Relegation gegen Hoffenheim ist so umfangreich, dass sie einen eigenen Artikel verdient. Hier an dieser Stelle nur so viel: Der FCK hatte am Ende keine echte Chance und verlor beide Spiele. Damit ist die Mission Wiederaufstieg offiziell gescheitert. Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison Spieler der Saison: Mo Idrissou  Tor der Saison: Baumjohann gegen Aue  Trikot: Heim: 7/10 Auswärts: 6/10  Interview der Saison: Mo Idrissou  Wahrscheinlichkeit nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 30%