Darmstadt vor der Brust: Form bestätigen

Am Samstag kommt das Tabellenschlusslicht auf den Betzenberg. Doch Vorsicht: Die Lilien haben einen Fehlstart hingelegt, sind aber zweifellos besser als ihr Tabellenplatz. Nach den Siegen in Mannheim und auf St. Pauli kann man in der Pfalz mit Fug und Recht von einem gelungenen Saisoneinstieg sprechen. Die Lautrer stellen die beste Defensive der Liga und rangieren trotz des harten Auftaktprogramms auf Tabellenplatz sechs. Besonders der Sieg auf St. Pauli wiegt schwer, wobei das Pendel auch schnell in die andere Richtung schlagen kann, wie der kommende Gegner zeigt. Lilienblog: “Darmstadt in Findungsphase” Stephan Köhnlein, Chefredakteur beim Lilienblog, fässt die Situation in Darmstadt folgendermaßen zusammen: “Die Lilien sind nicht gut in die Saison gekommen. Auf ein 2:2 zu Hause gegen Kiel folgten zwei 0:1-Niederlagen gegen Dresden und Hannover. Hinten steht die Abwehr relativ sicher (bislang vier Gegentore), einzig Aleksandar Vukotic hatte einen schwachen Start, verschuldete zwei Treffer gegen Kiel und flog gegen Hannover schon nach 20 Minuten wegen eines dummen Handspiels vom Platz. Ebenfalls eine möglicherweise spielentscheidende Schwächung war Gelb-Rot für Klefisch in der besten Phase der Mannschaft gegen Dresden. Hauptproblem: Momentan geht vor allem nach vorne kaum etwas. Die Abgänge von Lidberg, Hornby und Corredor wurden zwar ersetzt, allerdings passt die Abstimmung zwischen den Neuen Duijvestijn, Weißhaupt, Smit bzw. Lee noch nicht so richtig. Die Lilien brauchen insgesamt noch Zeit, um sich nach mehr als 30 Transferbewegungen zu finden.” “Die Stimmung ist nach dem schwachen letzten Viertel der vergangenen Saison bei einigen im Umfeld angespannt. Die Serie von zwölf Liga-Spielen ohne Sieg über die Saison hinweg ist aber konstruiert, weil die jetzige Mannschaft nicht mehr viel mit der aus der Vorsaison zu tun hat. Es werden auch Vergleiche zur Lieberknecht-Endphase vor zwei Jahren bemüht. Da kam die Mannschaft ebenfalls mit zwei Niederlagen, einem Remis und einem glanzlosen Pokalauftritt in Elversberg mit 0:4 unter die Räder und Lieberknecht schmiss – mehr oder weniger freiwillig – hin. Das ist bei Kohfeldt nicht zu erwarten, selbst im Falle einer Niederlage steht er noch lange nicht zur Disposition.” Rote Lilien – Spielerisch stark Die Partie gegen die Hessen ist dennoch kein Selbstläufer – besonders individuell bringen die Gäste einiges an Qualität mit. Kai Klefisch wird nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder spielfähig sein. Dazu angelten sich die Lilien mit William Mikelbrencis einen Akteur, der in der letzten Saison noch 26 Bundesligaspiele absolvierte. Und auch zwei alte Bekannte werden auf den Betze zurückkehren. Florian Kleinhansl und Carlo Sickinger liefen schon für den FCK auf und spielen jetzt für die Lilien. Auf der anderen Seite haben die Lilien zahlreiche Ausfälle zu beklagen. Besonders schmerzt die jüngst erhaltene rote Karte von Abwehrchef Vukotic. Und auch die Historie spricht für den FCK: Noch nie haben die Pfälzer auf dem Betze gegen den SVD verloren. Im letzten Heimspiel vollendete Faride Alidou in der Nachspielzeit eine furiose Aufholjagd der Lautrer. Befreit Aufspielen – mit neuen Gesichtern? Der Sieg gegen St. Pauli dürfte für die Roten Teufel ein Brustlöser sein. Ohne zusätzlichen Druck kann sich das Team von Torsten Lieberknecht auf den kommenden Gegner vorbereiten. Abgesehen vom Langzeitverletzten Ivan Prtajin sind keine Ausfälle zu erwarten, lediglich Naatan Skyttä ist fraglich. Hinzu kommt der heutige Transfer-Deadline-Day, an dem FCK-Boss Thomas Hengen Transfers nicht ausschließen konnte – das klingt vielversprechend. Auch die jüngsten Neuzugänge Sauer und Lukovic könnten am Samstag mehr Spielzeit erhalten. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Rasmussen – Haas, Sahin, Kunze, Joly – Ritter, Tazemeta – Yardımcı