Süßes für Berlin, Saures für Lautern

Der Oktober wurde nicht vergoldet. Die Alte Dame wird zum Partycrasher am Geburtstag von Fritz Walter. Für den FCK gab es an Halloween wenig Grund zum Feiern. Nach vorne ging nicht viel und hinten hielt die sonst so starke Defensive ebenfalls nicht. Der FCK hat wie schon im Pokalspiel unter der Woche Glück, das Spiel mit elf Mann beenden zu dürfen. Die Ausfälle von Ibrahim Kanaté und Semih Sahin machten sich bemerkbar, speziell der formstarke Spielmacher war nicht zu ersetzen. Guter Start, kalte Dusche Die ersten Minuten gehörten den Roten Teufeln. Der FCK startete druckvoll und kam früh zu guten Möglichkeiten.. Die Zahlen unterstreichen den guten Start: In den ersten zwölf Minuten gaben die Pfälzer sieben Schüsse ab, drei davon gingen aufs Tor. Die Roten Teufel hatten die Alte Dame zunächst ordentlich ins Schwitzen gebracht. Wer allerdings dachte, dass an Halloween nur die Berliner das Fürchten lernen würden, wurde kurz darauf eines Besseren belehrt. Nach einer Viertelstunde fand Hertha zunehmend besser in die Partie und setzte den FCK früh unter Druck. Die Berliner schalteten schnell um wodurch Þorsteinsson in der Mitte zu viel Platz bekam. Der Isländer hatte Zeit, den einlaufenden Grönning zu bedienen, der in Stürmermanier den ersten Gästetreffer im Fritz-Walter-Stadion in dieser Saison erzielte. Auch danach blieb es für die Lautrer gruselig. In der 32. Minute ließ sich Maxwell Gyamfi zu etwas hinreißen, was durchaus als Tätlichkeit gewertet hätte können. „Glück“ für den Abwehrboss, es gab nur die gelbe Karte. Dennoch: seine fünfte Verwarnung bedeutet, dass er bei kommende Woche beim Homecoming an der Bremer Brücke fehlen wird. Die Geister, die wir riefen Was dem einen oder anderen FCK-Fan Mut machen dürfte, ist ein Blick auf die bisherige Torverteilung. Die Roten Teufel scheinen in dieser Saison schließlich Spätstarter zu sein: Sechs der neun bislang erzielten Treffer fielen erst nach der Pause. Für eine Aufholjagd war also durchaus noch Zeit. Vor der Partie hatte Hertha-Trainer Leitl angekündigt, die Breite des Spielfelds gezielt nutzen zu wollen. Dass seine Mannschaft diesen Plan auch auf den Platz brachte, zeigte sich beim 2:0 in der 52. Minute. Die Berliner lockten Joly nach vorne und zwangen Elvedi dadurch, weit aus seiner Position herauszurücken. Pedersen nutzte den entstehenden Raum, überlief seinen Gegenspieler und brachte den Ball in die Mitte. Dort musste Grönning nur noch einschieben. In der Lautrer Defensive taten sich dabei Lücken auf, die an Halloween kaum gruseliger hätten sein können. Hertha hatte die Schwachstelle erkannt und den FCK mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Angriff ausgehebelt. Pedersen hatte allerdings noch nicht genug. In der 59. Minute nahm der Berliner den Ball an der Mittellinie auf, schickte Robinson mit einer Körpertäuschung ins Reich der Untoten. Elvedi konnte den Angriff zunächst noch mit einer Grätsche unterbrechen, doch der Ball landete erneut bei Pedersen. Der Däne blieb dran und hob den Ball anschließend in den Fünfmeterraum, wo Adewumi nur noch den Kopf hinhalten musste. 3:0. Für den FCK kam dieser dritte Treffer einem K.o. gleich. Viel sollte den Lautrern danach nicht mehr gelingen. Immerhin brachten die Einwechslungen von Prtajin und Yardimci noch einmal etwas Leben ins Lautrer Spiel. Vor allem Yardimci war der Einsatz anzumerken, und der Angreifer kam sogar noch zu einer dicken Chance. Auch Hofmeister zeigte bei seinen Einsatzminuten in der Schlussphase, dass er sich keineswegs verstecken muss. Der 17-Jährige warf sich noch einmal voll hinein. Viel mehr als einzelne Lichtblicke hatte der FCK an diesem Abend allerdings nicht mehr zu bieten. Ein Abend zum Vergessen, aber kein Grund zum Verzweifeln Der Oktober endet für den FCK also nicht mit dem erhofften Erfolgserlebnis, sondern mit einer deutlichen Niederlage gegen den Tabellenführer. Hertha zeigte den Lautrer ihre Grenzen auf und nutzte die defensiven Schwächen konsequent aus. Gerade nach dem starken Beginn ist das Ergebnis ernüchternd. Trotzdem sollte man bei aller berechtigten Kritik nicht vergessen, was diese Mannschaft in den vergangenen Wochen geleistet hat. Die intensive englische Woche, personelle Ausfälle und die Belastung der letzten Partien können Spuren hinterlassen. Dass nicht immer alles bei hundert Prozent liegt, gehört zum Fußball dazu. Der Mannschaft fehlte an diesem Abend einiges, der Einsatz war ihr aber nicht grundsätzlich abzusprechen. Umso fragwürdiger war das Bild auf den Rängen, als sich das Stadion bereits ab der 80. Minute sichtbar leerte. Natürlich ist es verständlich, dass eine 0:3-Niederlage enttäuscht und frustriert. Doch gerade eine Mannschaft, die in den Wochen zuvor starke Ergebnisse eingefahren hat, sollte nicht nach einem solchen Abend schon abgeschrieben werden. Kritik an der Leistung ist angebracht. Die Frage ist nur, ob es wirklich nötig ist, der Mannschaft noch vor dem Abpfiff den Rücken zu kehren. Ein enttäuschender Abschluss des Oktobers war dieses Spiel allemal. Aber die vergangenen Wochen waren deshalb nicht plötzlich wertlos. Spielernoten Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze