Pokal in Hannover: Don’t Stop Me Now

Die zweite Runde des Pokals führt den FCK zu den mental stark angeschlagenen Hannoveranern. Diese stehen nach dem schwachen Derby-Auftritt mit dem Rücken zur Wand. Hätte jemand vor Beginn der Saison behauptet, dass die Roten Teufel im Oktober in gegen kriselnde 96er als leichter Favorit auftreten, man hätte ihn für verrückt erklärt. Denn genau das ist der Fall: die Pfälzer haben Selbstvertrauen getankt und drei Siege aus den letzten vier Spielen geholt. Seit fast 400 Spielminuten steht außerdem die Null, während Hannover seit geraumer Zeit in der Krise steckt. Vor allem der mutlose Auftritt im Niedersachsenderby am vergangenen Sonntag war äußerst erschreckend für ein Team, dass eigentlich dort stehen wollte, wo der FCK aktuell steht. Vom Feuerwerk zur Fehlzündung Die Geschichte der Gastgeber ist schnell erzählt: Vergangene Saison standen die Niedersachsen mit einem Bein in der Bundesliga, spielten mit dem ansehnlichsten Fußball der Liga, vergaben aber auf den letzten Meter die große Chance auf den Aufstieg. Im Sommer verlor das Team dann wichtige Leistungsträger und wechselte den Sportdirektor. Dieser zankte sich öffentlich mit dem Vater des Erfolgs, Christian Titz, und nachdem die zweitbeste Offensive der vergangenen Saison Ladehemmung entwickelte und in einen Fehlstart schlitterte, trennte man sich vom Cheftrainer. Nur fünf Tage nach der Trennung stellten die Niedersachsen Sandro Wagner als Cheftrainer vor, der Ex-Lautrer kam als Wunschlösung an den Maschsee. Unter dem Münchner herrscht offensiv weiterhin Flaute anstatt Feuerwerk, nur ein Tor gelang in den drei Spielen (zwei Niederlagen, ein Unentschieden) unter Wagner. Besonders der blutleere Auftritt in Braunschweig sorgte für Unmut bei Fans und Verantwortlichen. Hannover steht aktuell auf dem 16. Tabellenplatz, stellt den zweitschlechtesten Angriff der Liga und die zehntbeste Defensive. Im Pokal schlugen die Gastgeber den Fünftligisten aus Hemelingen mit 1:9, angesichts des Ligen Unterschieds natürlich eine Pflichtaufgabe. Individuell sind die Niedersachsen dennoch gut besetzt, wobei Mustapha Bundu und Toptorjäger Lars Gindorf verletzungs-, bzw. krankheitsbedingt für die einzige reine Zweitliga-Partie der Pokalrunde ausfallen. Von Topspiel zu Topspiel Für die Roten Teufel fühlt sich die bisherige Saison ein bisschen zu ideal an. Nach Siegen gegen Braunschweig, Bochum und im Topspiel beim 1.FC Nürnberg steht vor dem Kracher gegen die Hertha das Duell mit den formschwachen Hannoveranern an. Wie im Max-Morlock-Stadion tat sich der FCK am Maschsee schwer, allerdings interessierte die Vergangenheit die Roten Teufel auch beim Sieg gegen die Klose herzlich wenig. Nur ein einziges Mal gewannen die Pfälzer in der Heinz von Heiden-Arena, das gelang in der Saison 22/23. Torsten Lieberknecht wird auf Jacob Rasmussen und Erencan Yardimci verzichten müssen, zudem kündigte der Cheftrainer einiges an Rotation an. Den FCK erwartet eine schwierige Partie. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Murphy – Joly, Sahin, Kunze, Haas – Kanaté, Skyttä – Prtajin Quelle: Treffpunkt Betze
„Pokalschlacht in Hannover“

Vor dem Pokalspiel bei Hannover 96 lud der FCK zur kleinen Medienrunde. 2023 gewannen die Roten Teufel zuletzt bei Hannover 96, damals trafen noch Terrence Boyd, Julian Niehues und Philipp Hercher für den FCK. Fast vier Jahre später reist der FCK zu einem krisengebeutelten Club mit deutlich höheren Ansprüchen. „Ganz anderes Spiel als Nürnberg“ Auf der guten Form des Teams will sich Torsten Lieberknecht nicht ausruhen. „Uns erwartet ein echter Kampf, eine echte Pokalschlacht in Hannover, das wird eine ganz andere Partie als in Nürnberg. Hannover wird nach der Derbyniederlage wütend sein, wir müssen uns auf ein kampfbetontes Spiel einstellen“, ließ der Cheftrainer verlauten, „Gegen St. Pauli war Hannover aggressiv gegen den Ball und hochemotional, das ist das Spiel, dass uns erwarten wird.“ Variabler FCK – Ivan kommt Der 53-Jährige ließ einige Änderungen in der Startelf durchblicken, wobei Belastungssteuerung eher eine untergeordnete Rolle spielt: „Wir wollen jedem die Chance geben, sich zu präsentieren. Außerdem können wir uns variabel auf jeden Gegner einstellen. Auch deshalb wird es morgen zu der ein oder anderen Änderung in der Startelf kommen.“ Zu Ivan Prtajin gab der Bad Dürkheimer ein vielversprechendes Statement ab: „Ivan wird kommen.“ Kelvin Frees, Jacob Rasmussen, Enis Kamga und Erencan Yardimci stehen Torsten Lieberknecht nicht zur Verfügung.3550 FCK-Fans werden den FCK an den Maschsee begleiten.