Spitzenspiel uffm Betze: Wessen Höhenflug erhält einen Dämpfer?

Eine Serie von fünf Pflichtspielen ohne Gegentor, der Pokalsieg in Hannover und das Traumcomeback von Ivan Prtajin. Die Stimmung beim FCK könnte derzeit kaum besser sein. Im anstehenden Spitzenspiel gegen die Hertha gilt es, die Erfolgsserie weiter auszubauen und die englische Woche zu krönen.  Während am Samstagabend Bayern München und Borussia Dortmund aufeinandertreffen, steigt Deutschlands wahres Spitzenspiel bereits am Mittag. Der formstarke FCK empfängt den noch ungeschlagenen Tabellenführer Hertha BSC. Ein Spiel, das für beide Teams zum absoluten Gradmesser wird. Gewinnt man die Partie, setzt man ein ganz dickes Ausrufezeichen – verliert man, reißt auf einer der beiden Seiten eine stolze Serie.  Hertha BSC: Entgegen aller Erwartungen Ungeschlagener Spitzenreiter nach neun Spieltagen: Mit diesem Berliner Höhenflug hätte vor der Saison wohl absolut niemand gerechnet. Immerhin hatten die Berliner im Sommer einen riesigen personellen Aderlass zu verkraften. Mehrere absolute Leistungsträger verließen den Verein: Ausnahmespieler Fabian Reese, Kreativkopf Michaël Cuisance und Stammhüter Tjark Ernst kehrten der Spree den Rücken.  Die finanziell stark geplagte Alte Dame hatte massive Probleme, auf dem Transfermarkt adäquat nachzulegen. Bis zur Leihbekanntgabe von Offensivspieler Oluwaseun Adewumi am 24. Juli war man sogar der einzige deutsche Profiklub, der noch keinen einzigen Neuzugang verkünden konnte. Alles sah danach aus, als ob den Berlinern mit einem sehr dünnen Kader eine schwierige Saison bevorstehen würde – auch, weil der in Fankreisen durchaus umstrittene Trainer Stefan Leitl weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen bekam.  Doch ein paar Monate später sieht die Welt ganz anders aus. Entgegen aller Erwartungen marschiert die Hertha bislang durch die Liga. Auch im Pokal überzeugte die Mannschaft unter der Woche und zog – genau wie die Roten Teufel – in die 3. Runde ein. Dass die Alte Dame so erfolgreich ist, liegt zum einen an einem funktionierenden Kollektiv, zum anderen am überragenden neuen Kapitän Josip Brekalo. Seine enorme Qualität stellte er einst schon beim VfL Wolfsburg in der Bundesliga unter Beweis. Mit zehn Scorerpunkten (fünf Tore und fünf Assists) teilt er sich aktuell die Krone des Topscorers im Unterhaus. Auf die bislang in Heimspielen noch gegentorlose Lautrer Hintermannschaft wartet somit eine echte Bewährungsprobe.  Wer bekommt das Vertrauen? Da Trainer Torsten Lieberknecht derzeit fast aus dem Vollen schöpfen kann, stellt sich mehr denn je die Frage, welchen elf Akteuren er im Heimspiel gegen den Spitzenreiter das Vertrauen schenkt. Klar dürfte sein, dass Stammkräfte wie Semih Sahin und Jan Elvedi, die beim Pokalerfolg in Hannover zunächst aus der Startelf rotierten, gegen die Herthaner wieder von Beginn an auflaufen werden.  Gerade in der Offensive hat der Cheftrainer durch die emotionale Rückkehr von Prtajin die sprichwörtliche Qual der Wahl. Es wird spannend zu sehen sein, wer am Samstag den Rasen des Fritz-Walter-Stadions betritt, um die Festung Betzenberg zu verteidigen.  Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Murphy – Joly, Sahin, Kunze, Haas – Tazemeta, Skyttä – Lukovic

Topspiel gegen die Hertha: „Stabilität muss im Vordergrund stehen“

Am Samstag empfangen die Roten Teufel Hertha BSC auf dem ausverkauften Betzenberg. 49.327 Zuschauerinnen und Zuschauer, darunter 4.728 Gästefans, werden die Partie im Fritz-Walter-Stadion verfolgen. Nach dem Erfolg im DFB-Pokal wartet auf den 1. FC Kaiserslautern nun die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Für Cheftrainer Torsten Lieberknecht steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Stabilität der Defensive, die in Hannover vor allem in der ersten Halbzeit ordentlich ins Wanken geriet. Hertha noch stärker als Nürnberg? Vor dem Duell mit den Berlinern zeigte sich Lieberknecht beeindruckt von der Qualität des kommenden Gegners. Hatte er zuletzt noch den 1. FC Nürnberg als stärkste Mannschaft der Liga eingeschätzt, kam er nach der üblichen Gegneranalyse zu einem neuen Schluss: „Hertha ist nochmal ein Stück besser.“ Dennoch sieht der FCK-Coach seine Mannschaft gut gerüstet. Besonders die Entwicklung der vergangenen Monate stimmt ihn positiv: „Letztes Jahr waren wir nicht immer fleißig genug, dieses Jahr sind wir es definitiv.“ Die Roten Teufel hätten mittlerweile ihre eigenen Stärken gefunden und seien nicht mehr ausschließlich auf das nötige Spielglück angewiesen. Eine Rolle könnten am Spieltag auch die Platzverhältnisse spielen. Durch die zusätzliche Nutzung des Rasens durch die U21 könnte es schwieriger werden, das eigene Spiel mit Ball wie gewünscht aufzuziehen – das trifft aber natürlich auch auf die Gäste aus der Hauptstadt zu. Prtajin weiter als Joker eingeplant Personell muss Lieberknecht weiterhin auf Kelven Frees, Jacob Rasmussen und Enis Kamga verzichten. Hinzu kommt Simon Asta, der krankheitsbedingt ausfällt. Auch hinter einem Einsatz von Erencan Yardimci steht noch ein Fragezeichen. In seine Karten bezüglich der Startelf ließ sich der FCK-Coach auf der Pressekonferenz kaum schauen. Für Ivan Prtajin dürfte es zunächst erneut nur für einen Platz auf der Bank reichen. Nach seinem Treffer in Hannover fand Lieberknecht warme Worte für den Angreifer: „Ich habe Ivan den Moment sehr gegönnt.“ Für einen Einsatz von Beginn an ist Prtajin allerdings noch nicht bereit. Quelle: Treffpunkt Betze