Drei Fragen, drei Antworten: Content Creator Timo Schulz über seine Liebe zum FCK, die aktuelle Situation und dem Druck von sozialen Medien.
Wer sich im Internet mit dem FCK beschäftigt, kommt um Timo Schulz nicht herum. Der Pfälzer rief 2013 mit seinem Freund Simon Bechthold den Youtube-Kanal „Tisi Schubech“ ins Leben. Was mit Shisha-Tests und Fußballvideos begann, wuchs schnell zu einer absoluten Instanz der deutschen YouTube-Szene heran. Mittlerweile decken die „TiSis“ eine komplette Bandbreite an Content ab: Streams mit Jean Zimmer, EA FC Videos oder Stadionvlogs, es ist für jeden etwas dabei.
„Mit dem Papa auf den Betze“
Treffpunkt Betze: Moin Timo, erstmal danke für deine Zeit. Erzähl doch mal, wie bist du zum FCK gekommen?
Timo Schulz: Der FCK wurde mir in die Wiege gelegt. Ich bin den „klassischen Weg“ gegangen: Als kleiner Junge, ich war vier, mit dem Vater auf den Betze, dann war es um mich geschehen. Besonders in Erinnerung bleibt meine erste Auswärtsfahrt auf Schalke, natürlich mit meinem Vater, der früher viel auswärts unterwegs war. Knapp 1,5 Jahre nach Eröffnung der Veltinsarena durfte ich dann – ausnahmsweise – mit. Damals hatte Harry Koch in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer markiert (Anmerkung d. Redaktion: Es handelte sich hierbei um das 2:2 in der Saison 2002/2003). Das war die Krönung. Geprägt hat mich aber auch das drumherum: mit dem Papa unterwegs, die Auswärtsfahrt, das neue Stadion – das war ein eine fantastische Erinnerung.
„Zocker, Knipser und Kampfmaschinen“
Treffpunkt Betze: Aktuell ist die Lage bei den Roten Teufeln sehr undurchsichtig, in welchem Lager verortest du dich: zufrieden mit der aktuellen Saison oder geht da mehr?
Timo Schulz: Aktuell bin ich selbst auch sehr zwiegespalten. Wir müssen natürlich schauen, wo wir hergekommen sind, da ist die aktuelle Gesamtsituation schwer in Ordnung. Dennoch muss man auch sehen: Der FCK hat den Anschluss nach oben verloren. Ich habe die Pfälzer Art von Torsten Lieberknecht echt lieb gewonnen, aber trotzdem vermisse ich ein bisschen die fußballerische Entwicklung, gerade mit diesem Kader. Da sind Zocker, Knipser und Kampfmaschinen dabei, damit sollte etwas mehr nach vorne möglich sein. In manchen Situationen merkt man, zu was diese Mannschaft in Topform in der Lage ist.
Insgesamt sieht ein Auge den vollen Betze alle zwei Wochen, die großartige Stimmung und den ordentlichen Tabellenplatz, das andere schielt aber automatisch immer ein bisschen nach oben, da ist doch noch Luft.
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„Kritik ist in Ordnung, Hass geht zu weit“
Treffpunkt Betze: Du bist hauptberuflich in sozialen Medien unterwegs: Zuletzt kam das Thema Norman Bassette als Opfer zahlreicher Hassnachrichten auf, wie nimmst du das Umfeld vom FCK, besonders in den sozialen Netzwerken wahr?
Timo Schulz: Wir Pfälzer sind emotionale Menschen, da will ich mich gar nicht ausklammern. Es ist das alte Lied: wir lassen uns schnell nach zwei, drei Siegen mitreißen, aber auch umgekehrt. Bei den vergebenen Chancen war ich auch mit Bluthochdruck auf der Couch und hab fast in die Fernbedienung gebissen, das ist legitim und macht uns ja auch aus. Aber böse Kommentare oder Anfeindungen gehen gar nicht. Dabei hat es mich besonders gefreut, wie viele positive Kommentar auch kamen und den Spieler in Schutz genommen haben. Wir ( Tisi Schubech, seit 2014 mit regelmäßigen Uploads auf Youtube) merken da insbesondere in den letzten Jahren eine Wandlung. Viele vergessen den Menschen dahinter und was ein Kommentar auslöst. Kritik ist in Ordnung, stumpfe Beleidigungen natürlich nicht. Das war in unseren Anfangszeiten anders. Mittlerweile gibt es beispielsweise zahlreiche KI-Videos, die Spieler ins Lächerliche ziehen, da sehe ich eine Grenze. Ziel sollte sein, sich gegenseitig weiterzubringen und nicht Hass zu verbreiten.
Quelle: Treffpunkt Betze





