Tradition, volle Stadien und alte Bekannte – Was die Regionalliga Südwest den Betze-Fans bietet

Foto: 1. FC Kaiserslautern
Foto: 1. FC Kaiserslautern

Dass der Aufstieg der FCK-U21 sportlich enorm wichtig ist, dürfte in den vergangenen Jahren jedem klar geworden sein. Die Regionalliga bietet jungen Talenten die Möglichkeit, sich auf hohem Niveau zu entwickeln, und macht das Lautrer Nachwuchsleistungszentrum gleichzeitig attraktiver. Doch nicht nur aus sportlicher Sicht verspricht die kommende Saison interessant zu werden. Auch für die Fans hält die Regionalliga Südwest einige reizvolle Duelle, traditionsreiche Vereine und spannende Auswärtsziele bereit. Ein Blick auf die Liga zeigt, warum sich der Aufstieg der jungen Teufel für die Fans lohnen könnte – auch abseits der sportlichen Entwicklung.

Ehemalige Profiklubs auf der Suche nach alten Zeiten

Mit dem SSV Ulm wartet direkt ein prominenter Absteiger auf die Lautrer U21. Vor gerade einmal zwei Jahren spielten die „Spatzen“ noch in der 2. Bundesliga und gastierten unter anderem vor ausverkauftem Haus auf dem Betzenberg. Mittlerweile befindet sich der Verein jedoch im sportlichen Sinkflug und muss sich in der starken Regionalliga Südwest neu sortieren. Dennoch dürfte Ulm auf Anhieb zu den Aufstiegsfavoriten gehören und auch fantechnisch zu den attraktiveren Gegnern der Liga zählen.

Ähnliches gilt für den FSV Frankfurt. Der ehemalige Zweitligist gehört seit Jahren zum festen Inventar der Regionalliga Südwest und spielt seine Heimspiele weiterhin in der aus Zweitliga Begegnungen bekannten PSD-Bank-Arena. Auch wenn die großen Zeiten inzwischen einige Jahre zurückliegen, dürfte der FSV erneut zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten zählen.

Mit dem SV Sandhausen trifft die Lautrer U21 zudem auf einen weiteren ehemaligen Zweitligisten. Die Kurpfälzer zeigen eindrucksvoll, dass selbst hohe Investitionen keine Garantie für den schnellen Wiederaufstieg sind. Dennoch locken die Heimspiele am Hardtwald weiterhin mehrere tausend Zuschauer an und die Ambitionen auf die Rückkehr in den Profifußball sind unverändert vorhanden.

Tradition schlägt Tabellenplatz

Besonders reizvoll wird die Regionalliga dort, wo die aktuelle Ligazugehörigkeit nicht zur Größe der Vereine passt. Ein Paradebeispiel dafür sind die Kickers Offenbach. Trotz einer sportlich enttäuschenden Saison kamen im Schnitt rund 6.000 Zuschauer auf den Bieberer Berg. Damit hat der OFC den höchsten Zuschauerschnitt der Liga. Angesichts der Vergangenheit als Bundesligist und langjähriger Zweitligist träumen viele Fans ohnehin von höheren Aufgaben.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Stuttgarter Kickers. Nachdem man vor zwei Jahren nur knapp den Durchmarsch in die 3. Liga verpasst hatte, verlief die vergangene Saison eher durchwachsen. Dennoch besuchen regelmäßig rund 4.000 Zuschauer die Heimspiele auf der Waldau. Gerade für Stadionliebhaber dürfte die traditionsreiche Spielstätte ein interessantes Ziel darstellen.

Auch Eintracht Trier darf in dieser Kategorie nicht fehlen. Die Moselstädter pendeln zwar seit Jahren zwischen der Oberliga und der Regionalliga, verfügen jedoch weiterhin über eine beeindruckende Fanbasis. Regelmäßig strömen mehr als 2.500 Zuschauer ins Moselstadion. Bereits während der Oberliga-Duelle gegen die U21 des FCK zeigte sich, dass Begegnungen zwischen beiden Vereinen durchaus ihren Reiz besitzen..

Nahe und ferne Ziele mit Brisanz

Für die Betze Fans dürfte die kurze Auswärtsfahrt nach Homburg besonders interessant sein. Der FC Homburg zählt seit Jahren zu den ambitionierten Vereinen der Regionalliga Südwest und verfügt mit dem Waldstadion über eine Spielstätte, die noch immer den Charme vergangener, erfolgreicher Zeiten versprüht. Hier sorgen vor allem die regionale Nähe und Historie für den besonderen Reiz.

Mit Hessen Kassel wartet zudem ein Verein, der zwar nicht die ganz große Historie einiger Konkurrenten besitzt, aber dennoch regelmäßig mehrere tausend Zuschauer ins Auestadion lockt. Aufgrund der Entfernung ist das Auswärtsspiel für viele Lautrer Fans weniger attraktiv, gleichzeitig können die Roten Teufel aber auf eine ordentliche Anzahl Gästefans in Kaiserslautern hoffen.

Zweitvertretungen und neue Gesichter

Wie in jeder Regionalliga werden auch einige Zweitmannschaften vertreten sein. Besonders interessant dürfte dabei Mainz 05 II werden, das seine Heimspiele weiterhin im traditionsreichen Bruchwegstadion austrägt. Auch die zweite Mannschaft des SC Freiburg empfängt ihre Gegner im bekannten Dreisamstadion.

Darüber hinaus stößt mit dem VfR Aalen ein weiterer Traditionsverein zur Liga. Viele Fußballfans werden den Verein noch aus Zweitliga-Zeiten kennen. Ein weiterer Aufsteiger steht aktuell noch aus. Sollte sich der VfR Mannheim durchsetzen, würde ein zusätzliches attraktives Auswärtsspiel in unmittelbarer Nähe zur Pfalz auf die jungen Teufel warten.

Mehr als nur eine Ausbildungsliga

Auf den ersten Blick wirkt die Regionalliga häufig wie eine reine Ausbildungsklasse für Talente und Zweitvertretungen. Ein genauerer Blick auf das Teilnehmerfeld zeigt jedoch ein deutlich anderes Bild. Mit Vereinen wie Offenbach, Trier, Ulm, Sandhausen oder den Stuttgarter Kickers treffen die jungen Teufel auf zahlreiche Klubs, die fantechnisch, historisch oder infrastrukturell eigentlich eine Liga höher zu Hause wären. Natürlich wird die U21 nicht jede Woche vor mehreren tausend Zuschauern spielen. Dennoch verspricht die Regionalliga Südwest eine Mischung aus Traditionsvereinen, interessanten Stadien und sportlich ambitionierten Gegnern. Dies dürfte sowohl für die Entwicklung der Spieler als auch für die Fans deutlich reizvoller sein, als es der Begriff „Regionalliga“ zunächst vermuten lässt.

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