Am 15. Juni 2026 jährt sich die Planinsolvenz des 1. FC Kaiserslautern bereits zum sechsten Mal. An diesem Tag stellte der damalige Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt den Antrag für das Insolvenzverfahren. Obwohl dies eigentlich kein Grund zum Feiern ist, wäre der ruhmreiche FCK ohne das Insolvenzverfahren wahrscheinlich in der sportlichen Irrelevanz verschwunden. Denn damals befanden sich die Roten Teufel sowohl sportlich, als auch finanziell schon mit einem Bein im Abgrund.
Licht am Ende des Tunnels
Am 01. September 2020 wurde die Insolvenz über das Vermögen der 1. FC Kaiserslautern KGaA, der ausgelagerten Kapitalgesellschaft samt Profimannschaften, eröffnet. Damit erreichte der FCK den Tiefpunkt seiner bis dahin 120-jährigen Vereinsgeschichte. Normalerweise sieht der DFB in einem solchen Fall einen Abzug von neun Punkten bis hin zu einem Zwangsabstieg als Sanktion vor. Aufgrund der weltweit vorherrschenden Corona-Pandemie blieben derartige Folgen jedoch aus.
Dadurch wurden die Roten Teufel quasi auf einen Schlag von rund 24 Millionen Euro Schulden befreit, was bei anderen Vereinen für Unmut sorgte. Rückblickend kann das Insolvenzverfahren als positiver Wendepunkt in der Klubgeschichte bezeichnet werden. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wo der Verein ohne die Insolvenz stehen würde.
Investoren, Klassenerhalt, Aufstieg
Nur wenige Monate später stieg die sogenannte Saar-Pfalz-Invest GmbH (SPI) als Investor ein und sicherte sich mit 11 Millionen Euro rund 33 Prozent der Anteile an der Profi-Abteilung des FCK. Dies war auch im Hinblick auf die noch laufende Insolvenz von Bedeutung, da somit eine positive Zukunftsprognose und Wirtschaftlichkeit vorlag. Finanziell befand sich der 1. FC Kaiserslautern zwar auf dem Weg der Besserung, sportlich entgingen die Roten Teufel jedoch nur knapp dem Super-GAU, dem Abstieg in die Regionalliga.
Nach einem holprigen Saisonstart und einem denkwürdigen 0:0-Unentschieden im Südwest-Derby gegen den SV Waldhof Mannheim fanden die Roten Teufel zurück in die Erfolgsspur. Im Relegationsrückspiel gegen Dynamo Dresden machten sie die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt.
Beinahe Abstieg und Pokalfinale
Nach einem starken neunten Tabellenplatz zum Ende der ersten Zweitligasaison seit vier Jahren drohte dem 1. FC Kaiserslautern der erneute Abstieg in die Drittklassigkeit. Dieser konnte aber wenige Spieltage vor Schluss noch abgewendet werden. Zudem zogen die Roten Teufel trotz dreier Trainerwechsel ins DFB-Pokalfinale ein. In Berlin unterlagen sie der damaligen Übermannschaft von Bayer 04 Leverkusen und Xabi Alonso denkbar knapp mit 0:1.
In den folgenden Jahren hatte der FCK nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und schielte eher in Richtung Bundesliga-Aufstieg, der aber bisher ausblieb.
FCK ist wieder sexy und stellt Rekorde auf
Nach Jahren der Misswirtschaft und sportlichen Talfahrten begeistert der FCK die Massen wieder. Dies zeigt sich nicht nur in den Platzierungen in der zweiten Liga, sondern auch in den Zahlen:
Rund 39.200 Mitglieder (Vereinsrekord)
Zuschauerschnitt von 46.625 (Vereinsrekord)
Kaderwert seit der Insolvenz um 22,5 Millionen erhöht (laut transfermarkt.de)
Zudem stieg das Eigenkapital der Pfälzer in den letzten Jahren von 23,8 Millionen Euro (22/23) auf 28,1 Millionen Euro (24/25) an.
Schafft der Verein es, die aktuelle äußerst positive sportliche und finanzielle Entwicklung weiter voranzutreiben, ist die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga nur noch eine Frage der Zeit.
Quelle: Treffpunkt Betze





