Aus der Ligue 1 auf den Betze – Sauer wird ein Roter Teufel

Der FCK ist gegen Ende der Transferphase nochmals auf dem Transfermarkt aktiv geworden und leiht Mario Sauer inklusive Kaufoption für ein Jahr vom FC Toulouse. Der 22-Jährige Slowakische Nationalspieler wechselt erst vergangenen Sommer für eine ablöse von knapp unter 2 Millionen aus der Slowakei nach Frankreich. Dort gehörte der Offensive Achter zum Stammpersonal verlor diesen aber direkt zu beginn der noch jungen Saison. Nun der Wechsel in die Pfalz. Die Pressemeldung des 1. FC Kaiserslautern: Kurz vor Ende der Transferphase darf der 1. FC Kaiserslautern einen weiteren Neuzugang auf dem Betze begrüßen: Mittelfeldspieler Mario Sauer wechselt auf Leihbasis vom französischen Erstligisten FC Toulouse zu den Roten Teufeln. Der 22-jährige Slowake absolvierte seine fußballerische Ausbildung in seinem Heimatland beim slowakischen Erstligisten MŠK Žilina. Im Sommer des vergangenen Jahres wechselte Sauer zum französischen Ligue 1 Klub FC Toulouse, für die er in der vergangenen Spielzeit insgesamt 29 Spiele absolvierte. Für die slowakische Nationalmannschaft läuft der Mittelfeldspieler seit der U15 auf und nahm mit der U21 im vergangenen Jahr an der U21-Europameisterschaft teil, bei der er in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz kam. Für die A-Nationalmannschaft debütierte er im März 2026 und absolvierte bisher drei Einsätze. Klos: “Klassischer Box-to-box-Spieler mit Tiefgang” „Mit Mario gewinnen wir einen weiteren jungen und talentierten Spieler für uns, der mit seinem flexiblen Profil zu unserer aktuellen Transferstrategie passt. Er komplettiert unser Mittelfeld als klassischer Box-to-box-Spieler, wobei er uns durch seinen Tiefgang und seine Abschlussqualitäten mehr Möglichkeiten im Offensivspiel schafft. Außerdem fügt er sich mit seiner hohen Laufbereitschaft optimal in unsere intensive Spielweise ein“, so FCK-Sportdirektor Marcel Klos zum Neuzugang. Sauer: “Ein Spieler, der viel läuft und sein Herz auf dem Platz lässt” „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein und ein Teil dieses traditionsreichen Vereins zu sein. Ich möchte mich hier persönlich und sportlich weiterentwickeln, und ich bin sehr dankbar, dass mir die Verantwortlichen des FCK die Möglichkeit dafür geben. Von den Fans und der Atmosphäre hier im Stadion habe ich schon viel gehört und ich freue mich darauf, es selbst zu erleben. Ich bin ein Spieler, der viel läuft und sein Herz auf dem Platz lässt. Das möchte ich hier zeigen und gemeinsam mit der Mannschaft und den Fans eine erfolgreiche Saison spielen“, kommentierte Mario Sauer seinen Transfer Quelle: Treffpunkt Betze / 1. FC Kaiserslautern

Derbysieg im Rücken, Baustellen im Gepäck – FCK auf St. Pauli

Der FCK hat den ersten Sieg im Rücken, St. Pauli den Druck auf den Schultern. Am kommenden Sonntag trifft der 1. FC Kaiserslautern um 13:30 Uhr am Millerntor auf den nächsten und gleichzeitig letzten Bundesligaabsteiger. Nach dem Abstieg des VfL Wolfsburg wartet mit dem FC St. Pauli der zweite Absteiger aus der vergangenen Saison auf die Roten Teufel. Dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nach zwei Spieltagen jeweils noch auf ihren ersten Ligasieg warten und aktuell direkte Tabellennachbarn sind. Während der FCK zuletzt immerhin das Südwestderby in Mannheim für sich entscheiden konnte, steht St. Pauli nach zwei Unentschieden und dem überraschenden Pokalaus gegen Rot-Weiss Essen bereits etwas mehr unter Druck. Historisch klar vorne, zuletzt klar hinten Insgesamt trafen beide Vereine bereits 42-mal aufeinander. Dabei konnten die Lautrer 22 Partien für sich entscheiden, achtmal wurden die Punkte geteilt und zwölf Begegnungen gingen an den FC St. Pauli. Die Gesamtbilanz spricht damit deutlich für den FCK, ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeichnet allerdings ein anderes Bild. Die letzten drei Duelle gingen allesamt an die Kiezkicker. Zuletzt trafen beide Mannschaften am 20. Januar 2024 am Millerntor aufeinander. Damals mussten sich die Lautrer unter Dimitrios Grammozis mit 0:2 geschlagen geben. Für den FCK war es gleichzeitig die siebte Niederlage in Folge. Der letzte Sieg gegen die Hamburger gelang im September 2022 auf dem Betzenberg, als sich die Roten Teufel mit 2:1 durchsetzen konnten. Noch länger zurück liegt der letzte Auswärtssieg: Am 30. November 2014 gewann der FCK mit 3:1 am Millerntor. Gerade die Spiele aus der jüngeren Vergangenheit gingen also vermehrt an St. Pauli. Am Sonntag gilt es für die Lautrer, diese Serie zu beenden. Enttäuschende Kiez Kicker Der Saisonstart der Hamburger verlief bisher ebenfalls nicht nach Wunsch. Nach zwei Spieltagen stehen lediglich zwei Punkte auf dem Konto. Sowohl gegen Greuther Fürth als auch gegen Holstein Kiel konnten die Kiezkicker in Führung gehen, schafften es allerdings nicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Gegen Fürth reichte es nach einer zwischenzeitlichen Führung nur zu einem 1:1, gegen Kiel verspielte St. Pauli sogar eine Zwei-Tore-Führung und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Auch im DFB-Pokal gab es am vergangenen Wochenende den nächsten Rückschlag. Beim Drittligisten Rot-Weiss Essen schied der Bundesligaabsteiger überraschend mit 0:2 aus. Während vor allem die Defensive in den ersten drei Pflichtspielen anfällig wirkte, fehlte gegen RWE zusätzlich die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Unter dem neuen Trainer Marcel Rapp bleibt St. Pauli seiner grundsätzlichen Spielidee treu. Der ehemalige Trainer des Karlsruher SC lässt mit einer Dreierkette und einer Doppelspitze spielen. Auf der Zehnerposition agiert mit Branimir Hrgota ein Spieler, der bereits reichlich Zweitligaerfahrung mitbringt. Generell konnten die Hamburger einen großen Teil ihres Bundesliga-Kaders zusammenhalten und diesen punktuell mit erfahrenen Zweitligaspielern verstärken. Das vorhandene Spielermaterial macht St. Pauli damit trotz des bisher enttäuschenden Saisonstarts zu einem Gegner, den der FCK keinesfalls unterschätzen darf. Spielt den gleichen Song nochmal… Hier könnte fast der gleiche Text stehen wie in der vergangenen Woche. Der FCK konnte zwar das hitzige Südwestderby mit 0:1 für sich entscheiden und damit den ersten Saisonsieg feiern, gleichzeitig zeichnet sich vor allem ohne Naatan Skyttä ein noch drastischerer Trend zur offensiven Ideenlosigkeit ab. Zu wenigen wirklich gefährlichen Situationen gesellt sich weiterhin eine fehlende Treffsicherheit. Noch auffälliger ist allerdings ein anderer Trend: In zwei Spielen hintereinander waren die Lautrer in der zweiten Halbzeit das klar schwächere Team. Auch in Mannheim musste der FCK über weite Strecken der Schlussphase tief verteidigen. Dass am Ende trotzdem die Null stand, lag nicht zuletzt an Julian Krahl, der kleinere und größere Patzer seiner Vorderleute konsequent ausbügelte. Hier muss sich das Trainerteam um Torsten Lieberknecht dringend eine Lösung überlegen. Frühere Wechsel, eine veränderte Startelf oder auch taktische Anpassungen könnten Möglichkeiten sein, um der Mannschaft in der zweiten Halbzeit wieder mehr Kontrolle und offensive Entlastung zu geben. Mit nach Hamburg – ohne Krahl? Trotz der offensiven Probleme sollte der FCK allerdings mit Mut und Selbstvertrauen nach Hamburg reisen. Die Defensive funktioniert bislang deutlich besser als noch in der vergangenen Saison und gibt den Roten Teufeln eine Grundlage, auf der man aufbauen kann. Zudem dürfte der Druck am Sonntag eher auf Seiten der Gastgeber liegen. St. Pauli wartet noch auf den ersten Sieg, musste bereits das Pokalaus hinnehmen und möchte vor heimischem Publikum entsprechend schnell für ein Erfolgserlebnis sorgen. Der FCK kann dagegen auf dem Derbysieg aufbauen. Gelingt es den Lautrern, trotz des drohenden Ausfalls von Julian Krahl, die defensive Stabilität auch am Millerntor auf den Platz zu bringen und gleichzeitig offensiv wieder etwas mehr Gefahr zu entwickeln, ist auch gegen den Bundesligaabsteiger etwas zu holen. Voraussichtliche Aufstellung: Onohiol – Elvedi, Gyamfi, Rasmussen – Haas, Sahin, Kunze, Joly – Ritter – Berisha, Kanate

Offiziell Bestätigt: Erik Wekesser wechselt zu Fortuna Düsseldorf

Beim FCK hat sich ein weiterer Abgang eines Reservisten ergeben. Neben Spielern wie Heuer, Alidou und Abiama wechselt der nächste beim FCK eher glücklose Spieler zu einem neuen Verein. Erik Wekesser wird von nun an bei der Fortuna aus Düsseldorf auflaufen. Glücklose Zeit auf dem Betze endet Seit dem Ende der letzten Saison häuften sich Medienberichte, dass der Verein dem Linksverteidiger einen Abgang nahe gelegt habe. Trotz der ausschließlich positiven Worte seitens Lieberknechts über seinen nun Ex-Schützling konnte Wekesser selten auf dem Platz überzeugen. 30 Einsätze und lediglich zwei Vorlagen stehen auf der Habenseite des 29-Jährigen. Zum Stammpersonal zählte das einstige Lautrer Eigengewächs nur zeitweise unter Markus Anfang zu Beginn seiner Zeit beim FCK. Neue Heimat Düsseldorf Nun wechselt der in Schwetzingen geborene Linksfuß in die Landeshauptstadt von NRW. Laut dem Transferforum “Transfermarkt” wechselt Wekesser ablösefrei zu den Fortunen. Quelle: Treffpunkt Betze

Spätes Siegtor bringt Erlösung – Ereignisreiches Südwestderby

In der ersten Runde des Pokals traf der FCK auf den Erzfeind SV Waldhof Mannheim. Seit 30 Jahren hatte man gegen diesen Gegner nicht mehr verloren – Fans und Mannschaft waren sich einig: Daran sollte sich auch diesmal nichts ändern. Die sportlichen Vorzeichen waren schwer zu bewerten: Der FCK startete zwar ohne Gegentor in die Saison der 2. Liga, konnte selbst aber noch nicht erfolgreich vor dem Tor werden. Der SV Waldhof hingegen durfte nach zwei stabilen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock durchaus von einem guten Saisonstart sprechen. Nervöse Spieler – heiße Ränge Wie für ein Derby typisch, war beiden Teams von Anfang an eine gewisse Grundnervosität anzumerken. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was den offensiven Drang etwas bremste. Gegen Ende der regulären Spielzeit hatte der FCK dann eine gute Phase mit Tazemeta und Berisha und konnte direkt zwei hochwertige Chancen hintereinander erspielen. Die zweite Halbzeit plätscherte mit vereinzelten Möglichkeiten auf beiden Seiten vor sich hin und war wie bereits die erste durch zahlreiche Unterbrechungen geprägt. Rauchbildungen und Verzögerungen durch auf den Platz geworfene Gegenstände brachten das Spielgeschehen immer wieder ins Stocken, was den Mannschaften sichtlich anzusehen war.Kanates Treffer in der 120. Minute war dann natürlich der krönende Abschluss für jeden FCK-Fan: eine gute Einzelaktion, gepaart mit einem absoluten Sonntagsschuss, der den Kurpfälzern das Herz brach. Spielerische Sorgen bleiben Bei aller Freude muss jedoch auch festgehalten werden, dass sich dieselben Probleme, die schon in den ersten Ligaspielen zu beobachten waren, auch gestern durch die gesamte Partie zogen.Immer wieder war der FCK im Mittelfeld nicht kompakt genug, was vor allem bei höheren Ballverlusten schnell zu guten Umschaltsituationen für den SV Waldhof Mannheim führte.Auch offensiv fehlt dem FCK teilweise ein klares Konzept, um kompakte Defensiven aufzubrechen und zu Torchancen zu kommen. Die Elf von Thorsten Lieberknecht ist hier noch zu stark von Umschaltsituationen abhängig. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze

Next Generation Betze 3.0: Die nächste Reihe rückt nach

Zum dritten Mal richten wir den Blick auf die Talente aus dem Nachwuchs des FCK. Welche Spieler sollte man im Auge behalten und wer könnte perspektivisch den Sprung zu den Profis schaffen? Der FCK hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass der Weg vom Fröhnerhof zu den Profis wieder kürzer werden kann. Gleichzeitig rücken im Nachwuchs weitere Talente nach, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Im dritten Teil unserer Talent-Rundschau stellen wir fünf Spieler vor, die aktuell ganz unterschiedliche Schritte in ihrer Entwicklung gehen. Vom 16-jährigen Spielgestalter auf der Sechs bis zum U19-Kapitän, der inzwischen im Regionalliga-Kader angekommen ist, richtet sich der Blick diesmal vor allem auf die Defensive. David Schnoor (16) :  Defensives Mittelfeld U17 Mit Dion Hofmeister und David Schramm hat der FCK auf der Sechs bereits zwei Talente hervorgebracht, die wir zuvor in diesem Format vorgestellt haben und die mittlerweile den Sprung in den Profikader geschafft haben. David Schnoor könnte der Nächste sein. Der 16-jährige Deutsch-Vietnamese spielt seit der Rückrunde der vergangenen Saison für die U17 der Roten Teufel. Er hat gerne den Ball am Fuß, ist beidfüßig, passsicher und übernimmt im Mittelfeld immer wieder die Rolle des Spielgestalters. Dabei sucht er gerne den Weg nach vorne und schreckt auch vor dem einen oder anderen Fernschuss nicht zurück. Dass sein Spiel aber nicht nur vom Ballbesitz lebt, zeigen auch die Daten von Eyeball. Mit 11,74 Ballgewinnen pro 90 Minuten arbeitet er viel gegen den Ball, während 9,56 Vorwärtspässe seinen Drang unterstreichen, das Lautrer Spiel nach vorne zu bringen. Der 16-Jährige steht noch am Anfang seiner Entwicklung, bringt aber ein interessantes Profil für die Sechserposition mit. Er könnte sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt durch die höheren Nachwuchsmannschaften am Fröhnerhof spielen. Nikita Gendelmann (17) : Innenverteidigung U19 Von außen betrachtet hatte Nikita Gendelmann ein fast perfektes Jahr hinter sich. Der in Trier geborene Spieler war in der abgelaufenen Saison absoluter Stammspieler und eine feste Säule der U17-Mannschaft, die sich für die A-Liga qualifizieren konnte. Laut Wyscout gehört der 1,86 Meter große Verteidiger mit 1,1 geblockten Schüssen pro Spiel zu den besten Spielern Deutschlands in dieser Statistik. Auch seine übrigen Defensivwerte bewegen sich im durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Bereich. Besonders bei den Statistiken, die für Aggressivität stehen, weiß Gendelmann zu überzeugen: Geblockte Schüsse, Tacklings und gewonnene Defensivduelle zählen zu seinen Stärken. Im April mündete seine Entwicklung schließlich in einer Vertragsverlängerung, die im Stadion gemeinsam mit Sportdirektor Marcel Klos präsentiert wurde. Im Mai folgte der nächste Höhepunkt: Gendelmann wurde zum DFB-U17-Perspektivlehrgang eingeladen und durfte sich beim Spiel gegen die Westfalenauswahl erstmals das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen. Yannis Sahib (17) : Innenverteidigung U19 Zu Beginn der vergangenen Saison bildete Yannis Sahib gemeinsam mit Nikita Gendelmann noch die Innenverteidigung der U17. In der Rückrunde folgte für den damals 16-jährigen Deutsch-Marokkaner bereits der Sprung in die U19, in der er sich schnell zu einer festen Säule in der A-Liga entwickelte. Als Linksfuß übernimmt Sahib bevorzugt den linken Part in der Innenverteidigung, kann bei Bedarf aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt werden. Seine Stärken liegen vor allem in der Zweikampfführung und im aggressiven Verteidigen nach vorne. Entwicklungspotenzial gibt es dagegen noch in der Spieleröffnung: Sahib könnte mit dem Ball am Fuß häufiger selbst dribbeln und so das Spiel nach vorne antreiben. In seiner Spielweise erinnert er dabei ein wenig an Maxwell Gyamfi: Er zeigt viele Defensivaktionen, bringt viel Dynamik ins Spiel und hat die Fähigkeit, in direkten Duellen immer wieder Fouls für die eigene Mannschaft herauszuholen. Mit dem Ball besteht hingegen noch Luft nach oben. Der 17-jährige Jungprofi dürfte auch in dieser Saison eine feste Säule der U19 des 1. FC Kaiserslautern sein und dort die nächsten Schritte in seiner Entwicklung machen. Samet Acar (18) : Rechtsverteidiger, U19 Durch seine Spielweise gehört Samet Acar sicherlich zu den auffälligeren Akteuren der U19 des 1. FC Kaiserslautern. Der türkische U18-Nationalspieler zeichnet sich vor allem durch eine hohe Intensität gegen den Ball aus, was sich auch in seinen individuellen Statistiken widerspiegelt. Im Vergleich mit anderen Spielern der U19-Nachwuchsliga lagen Acars Defensivwerte in der vergangenen Saison in vielen Bereichen über dem Durchschnitt. Laut Wyscout fing er 7,62 Bälle pro 90 Minuten ab und gewann 61,9 Prozent seiner Defensivduelle. Gerade für das von Eimen Baffoun geforderte Pressing und das aktive Verteidigen nach vorne bringt Acar damit das passende Profil mit. Seine aggressive Spielweise hat allerdings auch eine Kehrseite: Er geht manchmal mit hohem Risiko in Zweikämpfe, was zu unnötigen Fouls und Karten führt. Mit 7,67 progressiven Pässen pro 90 Minuten zeigt er zudem ordentliche Ansätze im Spiel mit dem Ball, ohne dort bislang ähnlich hervorzustechen wie bei der Verteidigung. Nachdem Acar in der Vorrunde der vergangenen Saison noch überwiegend Ergänzungsspieler war, entwickelte er sich in der A-Liga-Hauptrunde zum Stammspieler. Setzt er diese Entwicklung fort, könnte er perspektivisch auch für höhere Aufgaben interessant werden. Mit seiner intensiven und bisweilen leicht provokanten Spielweise bringt er jedenfalls ein Profil mit, das auf dem Betzenberg durchaus Anklang finden könnte. Linus Tautenhahn (18): Innenverteidigung/Rechtsverteidigung U21 Linus Tautenhahn ist auf dem Fröhnerhof längst kein Unbekannter mehr. Der gebürtige Mainzer trägt seit 2017 das Trikot der Roten Teufel und führte die U19 in der vergangenen Saison als Kapitän aufs Feld. Der 18-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Abwehrseite spielen und bringt sich mit seinen Dribblings immer wieder ins Spiel nach vorne ein. Wie stark seine vergangene Saison war, zeigen auch die Daten von Wyscout. Mit 74,3 Prozent gewonnenen Defensivduellen erreichte er einen Elitewert und gehörte deutschlandweit zu den besten zehn Prozent auf seiner Position. Auch bei seinen Defensivaktionen und geblockten Schüssen bewegte er sich deutlich über dem Durchschnitt. Entwicklungspotenzial besteht dagegen noch in puncto Disziplin sowie im kontrollierten Spielaufbau und Passspiel. Dass man ihm beim FCK den nächsten Schritt zutraut, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison. Neben Einsätzen für die U21 durfte er auch schon bei der Profimannschaft mittrainieren. Mittlerweile gehört er fest zum Regionalliga-Kader und bekommt dort die Chance, sich dauerhaft im Herrenfußball zu beweisen. Wer Schafft es? Wie schnell es im

Derbyklappe die Zweite – Südwestduell beim SVW

Andreas Leiner

Südwestderby und DFB-Pokal – viel mehr Zutaten für einen spannenden Fußballabend braucht es wohl nicht. Am Freitagabend um 18 Uhr trifft der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Pokalrunde auf den SV Waldhof Mannheim. Dabei geht der FCK erstmals seit längerer Zeit als Favorit in das Duell mit dem ungeliebten Nachbarn. Während die Roten Teufel sich in der 2. Bundesliga im Dunstkreis der Aufstiegsfavoriten bewegen, gehört der SVW mittlerweile zu den Stammgesichtern der 3. Liga. Die letzten Aufeinandertreffen fanden dagegen noch unter vermeintlich deutlich ausgeglicheneren Voraussetzungen statt. Alte Rivalität, neue Vorzeichen Wenn Mannheim und Kaiserslautern aufeinandertreffen, geht es selten ausschließlich um Fußball. Die Duelle der vergangenen Jahre waren auf und neben dem Platz immer wieder von Kampf, Schmähungen und aufgeheizter Stimmung geprägt. Fußballerische Qualität stand dabei nicht unbedingt immer im Mittelpunkt, dafür sorgten Eskapaden und Platzverweise regelmäßig für zusätzliche Schlagzeilen. Das letzte Aufeinandertreffen liegt inzwischen allerdings mehr als vier Jahre zurück. Am 20. Februar 2022 trennten sich beide Mannschaften im Carl-Benz-Stadion 0:0. Den letzten Sieg konnte der FCK sogar an gleicher Stelle feiern: Am 6. Februar 2021 gewannen die Lautrer durch Tore von Hendrick Zuck und Marius Kleinsorge mit 2:0. Die letzte Niederlage gegen den Waldhof datiert dagegen aus dem November 1996. Insgesamt spricht die Statistik mit zehn Siegen, zehn Unentschieden und sechs Niederlagen leicht für die Roten Teufel. Auch im DFB-Pokal konnte der Waldhof bislang noch keinen Sieg gegen den FCK feiern. Beide bisherigen Pokalduelle gingen an die Pfälzer. Zuletzt trafen die Vereine im November 2001 in der zweiten Pokalrunde aufeinander. Damals setzte sich der FCK in Mannheim mit 3:2 durch. Waldhof mit neuem Trainer und gutem Saisonstart Für den SV Waldhof ist das Derby gleichzeitig das erste große Highlight der noch jungen Saison. Nach einer durchwachsenen vergangenen Spielzeit und Platz zehn soll unter dem neuen Trainer Rui Mota wieder mehr Konstanz und eine klare Spielidee einkehren. Der Portugiese wurde im Sommer als Nachfolger von Luc Holtz verpflichtet und steht für intensiven, taktisch flexiblen Fußball mit schnellen Umschaltmomenten. Der Saisonstart macht dabei durchaus Mut. Zum Auftakt bezwang Mannheim Fortuna Düsseldorf mit 2:1, ehe man am zweiten Spieltag bei Hansa Rostock trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung noch den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen musste. Vor allem die Chancenverwertung hätte dabei besser sein können. Von den bisher fünf erzielten Treffern fielen drei nach Standardsituationen. Besonders gut gestartet ist Neuzugang Julian Ulbricht. Der vom SV Meppen gekommene Angreifer konnte bereits zwei Treffer und eine Vorlage beisteuern und dürfte damit auch gegen die Lautrer im Fokus stehen. Ebenfalls eine wichtige Rolle nimmt Rechtsverteidiger Jid Okeke ein, der bereits zwei Torvorlagen sammeln konnte. Der Waldhof dürfte dabei versuchen, den FCK nicht über lange Ballbesitzphasen zu dominieren, sondern nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne zu suchen. Genau dieses Umschaltspiel könnte gegen die favorisierten Lautrer zur größten Waffe der Mannheimer werden. Defensiv stabil, offensiv noch ohne Glanz Während der SVW offensiv bereits einige Akzente setzen konnte, zeigte sich der FCK zum Saisonstart vor allem defensiv stabil. Saisonübergreifend blieben die Roten Teufel in vier Pflichtspielen ohne Gegentor. Für eine Mannschaft, deren Defensive in der Vergangenheit häufig und zurecht kritisiert wurde, liest sich diese Serie durchaus gut. Daran gilt es festzuhalten. Offensiv fehlt dagegen bislang noch etwas der Glanz. In den vergangenen sieben Pflichtspielen konnten die Lautrer lediglich einen Treffer aus dem Spiel heraus erzielen. Die beiden weiteren Tore fielen jeweils nach Elfmetern durch Kapitän Marlon Ritter. Trotzdem wird und sollte man mit breiter Brust nach Mannheim fahren. Der FCK geht als Favorit in die Partie und dürfte entsprechend auch mehr Ballbesitz haben. Gerade deshalb wird es darauf ankommen, geduldig zu bleiben und nicht durch einen unnötigen Fehler die Mannheimer in ihre gewünschte Umschaltrolle zu bringen. Denn so sehr die Rollenverteilung vor dem Spiel auch für den FCK spricht: Ein Derby bleibt ein Derby. Und spätestens wenn am Freitagabend der Ball im Carl-Benz-Stadion rollt, dürften die Tabellenstände und Ligaunterschiede nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Im Pokal gelten schließlich die eigenen Gesetze – auch wenn man beim FCK vermutlich nichts dagegen hätte, wenn es dieses Mal etwas weniger dramatisch als bei den vergangenen Derbyduellen zugeht. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Rasmussen, Gyamfi, Elvedi – Haas, Sahin, Kunze, Asta – Kanate, Ritter – Berisha Quelle: Treffpunkt Betze

Nullnummer im Derby: „Wenig zugelassen und füreinander gekämpft”

Das Südwest-Derby endet mit einem 0:0-Unentschieden, wobei die Roten Teufel zwei verschiedene Gesichter zeigten. Spieler und Trainer mit den Stimmen zum Spiel. Von zartem Abtasten war im Derby von Beginn an keine Spur. Die Roten Teufel schnürten die Karlsruher in der eigenen Hälfte ein – einzig der Führungstreffer fehlte, um die fast perfekte erste Halbzeit zu krönen. Kurz vor der Halbzeit kamen die Gäste gefährlich vor das von Julian Krahl gehütete Tor. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste haushoch überlegen, doch Julian Krahl verhinderte mehrfach den Führungstreffer des KSC. Youngster Ibrahim Kanate hatte die gefährlichste Torchance, scheiterte aber am Außennetz. Marlon Ritter, Julian Krahl, Jan Elvedi, Mika Haas und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel. Marlon Ritter: „Dass es hitzig wird, ist ganz normal” „Die erste Halbzeit ging mehr an uns, die zweite mehr an den KSC. Wir konnten nicht mehr richtig Druck ausüben und haben uns zu sehr hinten reindrängen lassen. Bis auf die letzten fünf bis sechs Minuten vor Spielende hatten wir zu wenig Entlastung. Wir haben hinten wieder die Null gehalten, aber leider auch vorne. Bis ins letzte Drittel spielen wir ganz gut, doch am Ende fehlt uns der entscheidende Pass oder die Flanke. Die Leute wollen sehen, dass wir alles geben und dass wir dieses Spiel auf gar keinen Fall verlieren. Das ist uns heute auch wieder gelungen. Dass es dabei auch mal hitzig wird, ist ganz normal. Nächste Woche beim Derby gegen Waldhof Mannheim wird es einen Sieger geben, und ich hoffe, dass wir es sein werden.” Julian Krahl: „Man muss die Jungs loben” „Letzte Woche waren in Wolfsburg alle mit dem Unentschieden zufrieden. Wir hatten heute eine sehr gute Anfangsphase, in der wir das Stadion mitnehmen konnten. Ähnlich wie in Wolfsburg haben wir kurz vor der Halbzeitpause tief verteidigt, aber immer wieder die Momente verpasst, um ins Angriffspressing zu kommen. Wir haben es verpasst, rauszuschieben und für Entlastung zu sorgen. Trotzdem muss man die Jungs loben. Sie haben alles gegeben und zum zweiten Mal in Folge zu Null gespielt. Wir haben wenig zugelassen und füreinander gekämpft.” Jan Elvedi: „Müssen mit dem Punkt leben” „Das Spiel verlief ähnlich wie letzte Woche: Es gab zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wenn es gut läuft, gewinnen wir heute, wenn nicht, verlieren wir. Deswegen müssen wir mit dem Punkt leben. Es ist schade, dass wir so gut ins Spiel starten, dann aber den Faden verlieren und nicht mehr ins mannorientierte Pressing kommen. Aber wir haben jetzt etwas, an dem wir arbeiten können. Wir hätten für mehr Entlastung sorgen und vielleicht mal den Ball tief schlagen müssen, damit alle von hinten rausschieben können, um wieder ins hohe Pressing zu kommen. Das hat uns heute ein wenig gefehlt. Aktuell macht uns stark, dass wir viel kommunizieren und anhand von Videosequenzen viel analysieren.” Mika Haas: „Drang zum Tor hat gefehlt.” „Ich glaube, dass wir trotz des Unentschiedens zufrieden sein können. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind mit der Einstellung reingegangen, heute zu gewinnen. Deshalb hätte ich das 0:0 vor dem Anpfiff nicht unterschrieben. Trotzdem müssen wir die Köpfe nicht hängen lassen. Ich glaube, dass uns der Drang zum Tor gefehlt hat. Wir hätten gieriger sein und aggressiver in Richtung Tor spielen müssen.” Torsten Lieberknecht: „Einem Derby würdig” „Bis zur ersten Trinkpause fand ich uns extrem stark. Danach haben wir den Gegner durch einen eigenen Fehler stark gemacht. Bis dahin haben wir unglaublich viel gepresst und gestresst und hatten immer wieder Ballgewinne. Wir waren mental und physisch sehr intensiv unterwegs. Auch heute muss ich wieder die Defensive loben, die gerade in der zweiten Halbzeit viele Einwürfe und Ecken wegverteidigen musste. Wir sind aber zu selten in die Tiefe gegangen und Ibrahim Kanate hätte den Führungstreffer erzielen müssen. Ab einer gewissen Phase gehörte die zweite Hälfte dem KSC, weil wir den Ball zu schnell verloren haben und die Konter nicht sauber ausgespielt haben. Das Spiel war leidenschaftlich, intensiv und einem Derby würdig.” Quelle: Treffpunkt Betze

Derby gegen den KSC: „Kein Fußballspiel, sondern eben ein Derby“

Foto: Andreas Leiner

Am 2. Spieltag wartet auf den 1. FC Kaiserslautern das erste Derby der Saison – natürlich vor ausverkauftem Haus im Fritz-Walter-Stadions. Aufgrund des hohen Zuschaueraufkommens öffnen die Stadiontore diesmal zweieinhalb Stunden vor Anpfiff. Die Partie wird zudem live bei RTL und Sky übertragen. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin und Owen Gibs verzichten. Paul Joly, der zum Saisonauftakt noch gesperrt gefehlt hat, wird dagegen aller Voraussicht nach wieder zum Kader gehören. Zu den zuletzt aufgekommenen Gerüchten um den Außenverteidiger wollte sich der Cheftrainer nicht äußern. Murphy „passt auf den Betzenberg“ Mit Alex Murphy hat der FCK unter der Woche noch einmal in der Defensive nachgelegt. Der 22-jährige Innenverteidiger kommt auf Leihbasis von Newcastle United und soll vor allem die linke Position in der Dreierkette verstärken, wobei Lieberknecht betonte, dass er ebenso auf der linken Schiene agieren kann. Grundsätzlich zeigte sich Lieberknecht angetan von seinem neuen Schützling und unterstrich, dass „Murphy mit seiner Art gut nach Kaiserslautern und auf den Betzenberg passe“. Der junge Ire komme mit einer gewissen Bodenständigkeit und vor allem mit großer Lust auf den FCK an. Mit dieser Verpflichtung ist die Defensive für Lieberknecht nun komplett. „Jetzt haben wir in der Dreierkette jede Position doppelt besetzt“, erklärte der FCK-Coach. Besonders wichtig war ihm dabei gewesen, neben Jacob Rasmussen einen weiteren Linksfuß im Defensivverbund zu haben. Ob Murphy bereits im Spiel gegen Karlsruhe im Kader steht, soll erst kurzfristig entschieden werden. „Müssen emotionale Spiele werden“ Die besondere Bedeutung des Duells mit dem KSC und auch des darauffolgenden Pokal-Derbys in Mannheim hob Lieberknecht bereits auf der Pressekonferenz deutlich hervor: „Die Bedeutung ist für beide Seiten enorm hoch.“ Ein Derby unterscheidet sich damit auch von einem gewöhnlichen Ligaspiel: „Es ist irgendwo auch kein Fußballspiel, sondern eben ein Derby.“ Auch innerhalb der Mannschaft ist die Bedeutung der Partien angekommen. Marlon Ritter scherzte mit Blick auf den Neuzugang Alex Murphy, dieser sei bereits „eingenordet“ und damit mit den Besonderheiten des Duells vertraut. Wanitzek nicht einziger Faktor Sportlich ist der KSC noch schwierig einzuschätzen, erst ein Pflichtspiel hat man unter dem neuen Coach Maximilian Senft absolviert. Der FCK-Coach hob zudem hervor, dass sich der KSC in der Vorbereitung oft etwas an den Gegner angepasst hat – das erleichtert die Vorbereitung nicht. Gleichzeitig warnt Lieberknecht davor, die Karlsruher ausschließlich auf ihren „technisch hoch versierten“ Kapitän Marvin Wanitzek zu reduzieren. Der FCK will sich derweil nicht zu stark nach dem Gegner richten. Lieberknecht sieht seine Mannschaft vor allem in der Pflicht, die eigene Spielidee weiter auf den Platz zu bringen: „Das haben wir in Wolfsburg nicht immer perfekt gezeigt, aber wir haben dort an die stetige Weiterentwicklung aus der Vorbereitung angeknüpft“. Gegen den KSC soll dieser Weg nun vor heimischem Publikum fortgesetzt werden. Quelle: Treffpunkt Betze

Ein stiller Held verlässt endgültig die Bühne – Danke, Zucki!

Es gibt Spieler, deren Karriere beim FCK von großen Schlagzeilen, Millionenablösen oder spektakulären Toren geprägt ist. Und dann gibt es Hendrick Zuck. Einer, der selten im Mittelpunkt stand und trotzdem über viele Jahre ein fester Bestandteil des Betzenbergs war. Nun endet die aktive Karriere des mittlerweile 36-Jährigen endgültig. Nach mehreren Jahren bei den Profis und zuletzt einer weiteren Saison bei der U21 bleibt vor allem eines hängen: Zuck war vielleicht nie der größte Star, aber einer dieser Spieler, deren Wert für einen Verein sich nur schwer in Statistiken ausdrücken lässt Vom Nachwuchsspieler zum Profi Dabei begann Zucks Geschichte beim FCK nicht mit einem direkten Sprung in den Profifußball. Der gebürtige Püttlinger durchlief zunächst die Jugend von Borussia Neunkirchen und machte dort seine ersten Schritte im Herrenbereich. Im Sommer 2010 führte ihn sein Weg dann zum 1. FC Kaiserslautern, zunächst zur zweiten Mannschaft. Dort konnte sich der damals 19-Jährige für höhere Aufgaben empfehlen, ehe er 2012 den Sprung zu den Profis schaffte. Sein Zweitligadebüt hätte dabei kaum besser laufen können. Gegen Union Berlin stand Zuck direkt in der Startelf und erzielte beim 3:3 sogar sein erstes Tor im Profifußball. Insgesamt kam er in der Hinrunde der Saison 2012/13 auf zahlreiche Einsätze und konnte dabei viermal treffen. Nach nur einem halben Jahr im Profikader verließ er den Betzenberg allerdings bereits wieder und wechselte zum SC Freiburg. Dort sammelte der Saarländer erstmals Bundesligaerfahrung. Nach seinem Wechsel im Januar 2013 kam er nicht nur für die erste Mannschaft, sondern auch für Freiburg II zum Einsatz. Nach rund eineinhalb Jahren im Breisgau folgte schließlich der Wechsel zu Eintracht Braunschweig. Dort verbrachte Zuck vier Jahre, etablierte sich als Zweitligaspieler und erlebte mit den Niedersachsen unter anderem den Aufstieg in die Bundesliga sowie die anschließende Relegation. Zurück zu den Wurzeln 2018 sollte sich der Kreis schließlich schließen. Zuck kehrte zum FCK zurück und sollte dort deutlich länger bleiben als bei seiner ersten Station. Aus dem jungen Flügelspieler war inzwischen ein gestandener Profi geworden. Und aus dem Spieler, der einst über die zweite Mannschaft in den Profikader gerückt war, wurde in den folgenden Jahren ein fester Bestandteil der Lautrer Mannschaft. Besonders prägend war dabei seine Entwicklung auf dem Platz. Zuck wurde im Laufe seiner zweiten FCK-Zeit vom offensiveren Mittelfeld- und Flügelspieler immer mehr zum Linksverteidiger beziehungsweise Schienenspieler. Eine Umstellung, die seiner Karriere noch einmal einen neuen Schub gab. Statt ausschließlich für offensive Momente verantwortlich zu sein, wurde der Saarländer zu einem Spieler, auf den sich seine Trainer auch defensiv verlassen konnten. Der wohl größte Moment seiner zweiten FCK-Zeit folgte 2022. Gemeinsam mit der Mannschaft gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach Jahren in der Drittklassigkeit kehrten die Roten Teufel endlich zurück in den Profifußball. Zuck war dabei einer der Spieler, die den schwierigen Weg zuvor mitgegangen waren und nun die Belohnung dafür erhielten. Auch nach dem Aufstieg blieb er zunächst eine wichtige Größe. Doch mit zunehmendem Alter veränderte sich auch seine Rolle. Aus dem Stammspieler wurde langsam ein Ergänzungsspieler, aus dem jungen Profi endgültig ein erfahrener Führungsspieler. Genau hier lag vermutlich auch Zucks größte Bedeutung für den FCK. Mehr als Einsatzminuten Denn Zuck war längst nicht mehr nur über seine Leistungen auf dem Platz zu bewerten. Er kannte den Verein aus den unterschiedlichsten Zeiten. Er hatte die schwierigen Jahre in der 3. Liga erlebt, den Aufstieg gefeiert und anschließend auch die Rückkehr in die 2. Bundesliga miterlebt. Für junge Spieler war er damit automatisch jemand, der ihnen erzählen konnte, wie schnell sich die Stimmung auf dem Betzenberg verändern kann. Dass der FCK trotz seiner zunehmenden Verletzungsprobleme weiter auf ihn setzte, zeigt ebenfalls, welchen Stellenwert Zuck innerhalb des Vereins hatte. Nach einer hartnäckigen Knieverletzung verlängerte der FCK seinen Vertrag 2024 und unterstützte ihn auf dem Weg zurück. Ein Jahr später wurde der Vertrag erneut verlängert, mit der Perspektive, Zuck in der U21 einzusetzen und dort seine Erfahrung an die jüngeren Spieler weiterzugeben. Doch genau dieses Comeback sollte nicht mehr gelingen. Zwei Kreuzbandrisse in kurzer Zeit machten den Weg zurück auf den Platz immer schwieriger. Zuletzt stand Zuck zwar noch eine Saison bei der U21 unter Vertrag und konnte dort gemeinsam mit den jungen Spielern den Aufstieg in die Regionalliga feiern, ein eigenes Comeback blieb ihm allerdings verwehrt. Nun zieht der 36-Jährige endgültig einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere. Danke, Zucki! Und vielleicht ist genau das der einzige wirklich bittere Punkt an seinem Abschied. Nach all den Jahren hätte man Hendrick Zuck einen letzten Auftritt auf dem Betzenberg gegönnt. Einen letzten Einsatz, ein letztes Mal das Trikot überstreifen und vielleicht noch einmal vor der Westkurve stehen. Stattdessen endet seine Karriere nach zwei schweren Verletzungen bei der zweiten Mannschaft. Trotzdem bleibt eine Karriere, die für den FCK bemerkenswert ist. Vom Jugendspieler in Neunkirchen über die zweite Mannschaft auf den Betzenberg, weiter nach Freiburg und Braunschweig und schließlich zurück nach Kaiserslautern. Vom jungen Flügelspieler zum Aufsteiger und später zum erfahrenen Führungsspieler. Zuck war nie der Spieler, um den sich beim FCK alles gedreht hat. Er war kein großer Star und auch keiner, der ständig Schlagzeilen produzierte. Dafür war er über viele Jahre da, ging den Weg des Vereins mit und übernahm auch dann Verantwortung, als seine eigene sportliche Rolle immer kleiner wurde. Und vielleicht ist genau das die passende Art, sich von ihm zu verabschieden: ohne große Worte, aber mit ehrlicher Anerkennung. Danke, Zucki. Quelle: Treffpunkt Betze

Ein Punkt beim Topfavoriten – doch wie kam es dazu?

Mit dem 0:0 am Samstagabend kann Kaiserslautern daher sicherlich gut leben. Doch welche taktischen Mittel machten diesen Punktgewinn möglich und woran muss der FCK im Saisonverlauf noch arbeiten? Treffpunkt Betze Taucht tief in den Matchplan der Roten Teufel ein. Die taktische Grundordnung des FCK Torsten Lieberknecht setzte auf eine 3-4-2-1-Grundordnung, die sich im Spielaufbau teilweise veränderte. Meist formierte sich der FCK in einem 3+1-Aufbau: Maxwell Gyamfi bildete den tiefsten Punkt, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi positionierten sich etwas breiter davor. Fabian Kunze rückte als zusätzliche Anspielstation im Mittelfeld auf und wurde häufig von Robert Glatzel oder Muhammed Mehmet Damar zugestellt. Breite und hohe Außenbahnspieler Mika Haas und Simon Asta rückten sehr weit auf und standen teilweise auf der Höhe der offensiven Spieler. Durch ihre Positionierung an der Außenlinie wurde Wolfsburgs Defensive in die Breite gezogen. Gleichzeitig zwangen Marlon Ritter, Mërgim Berisha und Naatan Skyttä die Wolfsburger zu einer tieferen Mittelfeldpositionierung. Aus dem 4-2-2 gegen den Ball wurde so teilweise ein 5-3-2. Die Szene zum möglichen Führungstreffer In der 13. Minute nutzte der FCK diese Struktur besonders effektiv. Semih Sahin ließ sich mit Ball in die Abwehrkette zurückfallen und ermöglichte Jacob Rasmussen dadurch, sich breiter zu positionieren. Kaiserslautern überlud die linke Seite und zwang einen weiteren Wolfsburger Mittelfeldspieler nach außen. Dadurch entstand im Zentrum eine Überzahlsituation für den FCK. Auch auf der rechten Seite ergab sich durch Fabian Reeses fehlende Defensivarbeit eine Überzahl für Simon Asta und Naatan Skyttä gegen Saël Kumbedi. Rasmussen und Mika Haas spielten ihr 2-gegen-2 auf dem Flügel gut aus, sodass Rasmussen bis zur Strafraumgrenze vorrücken konnte. Kumbedi konnte nur einen der einlaufenden FCK-Spieler aufnehmen, Simon Asta blieb frei und vergab Rasmussens perfekte Flanke zur Führung. Die 55. Minute: Dasselbe Prinzip in einer neuen Variante Auch in der 55. Minute brachte der FCK Wolfsburgs Defensive durch hohe Außenbahnspieler und die offensive Positionierung von Marlon Ritter aus der Ordnung. Die Wolfsburger formierten sich erneut in einem unkompakten 5-3-2, wodurch große Räume zwischen den Verteidigern entstanden. Mërgim Berisha ließ sich zu Simon Asta entgegenfallen und zog Hauke Wahl aus der Kette. Dadurch öffnete sich ein großer Raum hinter der Wolfsburger Abwehr. Asta bespielte diesen Raum präzise, sodass Naatan Skyttä anschließend fast 30 Meter frei auf das Tor zulaufen konnte. Erst der starke Jakub Zielinski verhinderte den möglichen zweiten Treffer. Wolfsburgs Umschaltspiel stellt den FCK vor Probleme Diese sehr offensive Herangehensweise birgt natürlich auch ein gewisses Risiko. Gerade gegen diszipliniert hoch pressende Gegner wie Tobias Strobls VfL Wolfsburg können Ballverluste schnell problematisch werden. In einigen Situationen schaltete der VfL schnell um und konnte über seine Flügel Eins-gegen-Eins-Duelle mit den Lautrer Innenverteidigern erzeugen. Aufgrund des Temponachteils war es für den FCK schwierig, diese Duelle für sich zu entscheiden, wie das Beispiel Jan Elvedi gegen Fabian Reese zeigt. Fehlende Zuordnung öffnet Räume vor der Abwehr  Besonders problematisch war dabei die defensive Zuordnung, ein Bereich, der sich beim FCK mittlerweile seit längerer Zeit als Baustelle erweist. Gegen ein Team wie den VfL, das schnell und kompakt nach vorne spielt, hatte das Lautrer Mittelfeld, insbesondere aber  Fabian Kunze, häufig Schwierigkeiten, den jeweils einlaufenden Wolfsburger Mittelfeldspieler aufzunehmen und im direkten Duell zu verteidigen. Falsche Positionierungen führten oftmals zu großen Räumen vor der Abwehrkette, wodurch der VfL zu zahlreichen Abschlüssen von der Strafraumkante kam, wie auch die Shot Map zeigt. Quelle: Treffpunkt Betze