Weniger Ball, mehr Punkte: Der FCK gewinnt auf seine Art

Weniger Ballbesitz, weniger Abschlüsse, trotzdem drei Punkte: Der FCK gewinnt 1:0 in Nürnberg. Dabei sah es auf dem Platz zunächst gar nicht danach aus. Nürnberg hatte deutlich mehr Ballbesitz, kam häufiger zum Abschluss und lag auch beim xG Wert vorne. Am Ende standen trotzdem die Roten Teufel als Sieger da. Weil die Defensive immer stabiler wirkt, Julian Krahl wieder stark gehalten hat und der FCK seine wenigen guten Offensiv Momente genutzt hat. Der FCK muss das Spiel nicht bestimmen 67 Prozent Ballbesitz für Nürnberg, gerade einmal 33 Prozent für den FCK. Auch der xG-Wert von 2,36 zu 1,30 spricht erst einmal für die Gastgeber. Die Franken hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, während der FCK vor allem über einzelne gute Phasen und Konter gefährlich wurde. Eine dominante Auswärtsleistung war das also nicht. Trotzdem wäre es zu einfach, den Sieg nur auf Glück zu schieben. Nürnberg hatte zwar viele Abschlüsse, die ganz großen Chancen waren aber nicht ständig dabei. Der hohe xG-Wert kam auch durch die Menge der Versuche zustande. Richtig gefährlich wurde es vor allem dann, wenn der FCK einmal nicht sauber verteidigte. Und wenn es doch brenzlig wurde, war Julian Krahl da. Genau das ist die Entwicklung der vergangenen Wochen. Der FCK spielt inzwischen buchstäblich immer zu null und braucht offensiv nicht viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Die Mannschaft muss nicht jedes Spiel kontrollieren. Sie muss ihre Möglichkeiten nur konsequent nutzen. Das gelingt aktuell immer besser. Krahl hält, die Mannschaft liefert Dass es in Nürnberg für drei Punkte gereicht hat, lag auch an Julian Krahl. Der Torwart ist momentan in einer bestechenden Form und hat der Mannschaft erneut den Rücken freigehalten. Gerade bei den vielen Standardsituationen der Nürnberger war sein sicherer Rückhalt elementar. Trotzdem sollte man die Leistung nicht nur an Krahl festmachen. Die Defensive wirkt insgesamt gefestigter als noch vor einigen Wochen. Nürnberg durfte zwar oft abschließen, kam aber nicht ständig zu klaren Eins-gegen-eins-Situationen oder freien Schüssen aus kurzer Distanz. Ganz weg war die Gefahr allerdings nicht. Ein xG-Wert von 2,36 zeigt auch, dass der FCK die Franken zu Chancen kommen ließ, was bei einem Offensivstarken Gegner nie komplett zu verhindern ist. Lieberknecht setzt die richtigen Impulse Auch Torsten Lieberknecht hatte seinen Anteil am Sieg. Der Doppelwechsel zur Halbzeit kam früh und war durchaus überraschend für die Philosophie des Trainers. Mit Erencan Yardımcı und Tazemeta brachte er aber zwei Spieler, die der Offensive neue Energie gegeben haben. Offensichtlich war der Trainer mit dem Auftritt bis dahin nicht zufrieden und wollte direkt etwas verändern und wechselt so den Siegtreffer ein. Thierry Tazemeta hätte sich beinahe auch noch in den Spielbericht geschossen, leider Aluminium Pech. Auch Mario Sauer wird immer mehr zu einer interessanten Option dauerhaft in die Startelf zu rutschen. Er bringt Bewegung ins Spiel und kann gerade Semih Sahin guttun, der von einem agilen Mitspieler neben sich profitiert. Dadurch ergeben sich vorne neue Möglichkeiten, ohne dass gleich die komplette Spielweise verändert werden muss. Der Sieg in Nürnberg bedeutet nicht, dass beim FCK schon alles funktioniert. Dafür hatte Nürnberg zu viel Ballbesitz und kam zu oft zum Abschluss. Aber die Mannschaft gewinnt inzwischen auch Spiele, in denen sie nicht die bessere Mannschaft mit dem Ball ist. Weniger Ballbesitz, weniger Abschlüsse, am Ende trotzdem drei Punkte. Der FCK findet gerade seinen eigenen Weg, solche Spiele zu gewinnen. Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.
Betze Bollwerk – Warum kassiert der FCK keine Gegentore mehr

Mit nur vier Gegentoren aus den ersten acht Ligaspielen und sechs Zu-Null-Spielen ist die Defensive des FCK die beste der Liga – mit Abstand. Doch woher kommt dieser plötzliche Qualitätszuwachs? In der letzten Saison kassierte man noch 47 Gegentore und damit die meisten in der oberen Tabellenhälfte. Was hat sich also in der Sommerpause geändert? Das Personal: Leistungssprung bei allen Beteiligten Im Tor ist seit mehreren Jahren eine Konstante zu verzeichnen, doch in dieser Saisonphase ist er vielleicht so stark wie noch nie. Julian Krahl strahlt absolute Ruhe aus und ist beim Spiel gegen den Ball Ligaspitze. Er kommt auf 37 Paraden in der aktuellen Saison (Platz 3 ligaweit) und hält 90,2 % (Platz 1) der Torschüsse. Um das in Relation zu setzen: Der Zweitplatzierte Weinkauf hält 80 % der Torschüsse, die restliche Liga pendelt sich zwischen 60 und 70 % ein. Für die meiste Verwunderung bei den FCK-Fans dürfte wohl die Qualität der Stammbesetzung der Dreierkette gesorgt haben. Denn hier überzeugen nicht externe Sommerneuzugänge oder absolute Top-Leute, sondern drei Spieler, denen viele diesen Leistungssprung nicht mehr zugetraut hätten. Angefangen mit dem Vize-Kapitän und Organisator des Defensivverbundes. Jacob Rasmussen. Der Däne wurde im Winter mit großen Vorschusslorbeeren vom Europa-League-Teilnehmer RB Salzburg verpflichtet, konnte diesen in der Rückrunde jedoch nicht ansatzweise gerecht werden. Doch in dieser Saison spielt er seine Qualitäten voll und ganz aus. Mit dem Ball strahlt er Ruhe aus, und gegen den Ball ist er vor allem in der Luft ein Zweikampfmonster. Über 77 Prozent seiner Kopfballduelle gewinnt der Däne und gibt dem FCK damit unter anderem bei Defensivstandards viel Sicherheit. Maxwell Gyamfi räumt im Zentrum auf. Er ist der zweitbeste Balleroberer des FCK nach Semih Sahin und überzeugt vor allem am Boden durch seine Physis und Dynamik. Er gewinnt 67 Prozent seiner Bodenzweikämpfe, häufig in der undankbaren Rolle gegen den Wandstürmer des Gegners. In dieser Saison wurde Gyamfi außerdem schon mit 33,8 km/h geblitzt. Dass Maxwell Gyamfi über diese Anlagen verfügt, dürfte niemandem neu sein. Der Unterschied zur vergangenen Saison ist, dass er seine individuellen Fehler abgestellt hat. Der Innenverteidiger strotzt nur so vor Selbstvertrauen und spielt so abgeklärt wie ein 33-Jähriger, der schon alles im Weltfußball gesehen hat. Die Dreierkette wird vom Phönix aus der Asche vervollständigt. Jan Elvedi, der in diesem Sommer zurückgekehrte Leihspieler, hat in Fürth jede Menge Selbstvertrauen getankt. Der Allrounder sichert auf der rechten Seite häufig für den aufgerückten Paul Joly ab, gewinnt knapp 60 Prozent seiner Zweikämpfe und hat die Wackler aus den vergangenen Saisons bisher vollständig abgestellt. Dass diese guten Werte nicht nur für die drei, sondern auch für weitere Teile des Teams gelten, zeigt die Team-Statistik. Der FCK führt die drittmeisten Zweikämpfe und gewinnt die zweitmeisten. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag man in diesen beiden Kategorien auf dem 12. bzw. 15. Rang im Ligavergleich. Doch allein individuelle Klasse reicht hier als Erklärung nicht aus. Das System: Mit Sicherheit erfolgreich Auf den ersten Blick hat sich an der Grundformation nicht viel geändert. Torsten Lieberknecht bleibt zwar dem 5-2-2-1 treu, die Grundausrichtung ist jedoch eine andere. Der FCK steht im Vergleich zur letzten Saison tiefer und agiert etwas abwartender. Dadurch hält man die Räume enger. So schafft man häufiger Überzahlsituationen in Zweikämpfen und erobert mehr Bälle. Gleichzeitig wurde das taktische Konzept angepasst. Anstatt durchgehend Druck auf den Gegner im Spielaufbau auszuüben, presst der FCK nun situativ, dafür aber schärfer. Das wird durch die Laufdistanz gegen den Ball belegt. In dieser Statistik landet der FCK lediglich auf Platz 10 in der Liga. Bei den Sprints gegen den Ball hingegen ist der FCK Ligaspitze. Diese neue Ausrichtung erweist sich vor allem beim Verteidigen des Strafraums als sehr effektiv. Der FCK lässt die wenigsten Torschüsse im Strafraum zu und hat bisher nur fünf gegnerische Großchancen zugelassen. Zum Vergleich: Cottbus steht bereits bei 19, auch das war letztes Jahr noch anders. Damals hat der FCK die zweitmeisten Großchancen zugelassen. Torsten Lieberknecht und sein Team haben in der Sommerpause also an den richtigen Stellschrauben gedreht. Diese auf Sicherheit bedachte Spielweise tut den Defensivspielern offenbar sehr gut und sorgt für zusätzliches Selbstbewusstsein. Dass die Offensive darunter leidet, ist offensichtlich, aktuell aber verschmerzbar. Denn wer kein Tor kassiert, muss nur irgendwie eins schießen.
Wegweisende Partie unter Flutlicht

Im Max-Morlock-Stadion wissen die Roten Teufel einfach nicht zu überzeugen. In der 2. Liga konnte der FCK bei seinen Gastspielen dort noch nie gewinnen. Am Samstag soll sich das ändern. Samstagabend, Flutlicht, Traditionsduell in Nürnberg. Wenn der FCK zum 78. mal auf den neunmaligen deutschen Meister trifft, hat das Spiel auch auf dem Platz, statt wie gewohnt nur abseits dessen, einiges zu bieten. Es handelt es sich um ein Match zwischen zwei Top-Mannschaften der Liga, der Tabellenvierte zu Gast beim Tabellenzweiten. Doch ein Ausfall bei den Franken trübt die Vorfreude. Die Gastgeber: Kontinuität zahlt sich endlich aus Nach mehreren Jahren guter Arbeit neben dem Platz, begleitet von sportlichem Mittelmaß, geht Nürnbergs Strategie diese Saison vollkommen auf. Der ‘Jamestown Analytics’-Partnerverein erzielt einen Transferüberschuss im Sommer, auch weil sie Leistungsträger abgeben – und startet dennoch durch. Die sportliche Situation der Franken sollte keinem mehr fremd sein – Platz 2 mit 18 Punkten und 21 Toren. Die zweitbeste Offensive der Liga, hinter Wolfsburg. Der Club ist bisher ungeschlagen und wirkt trotz seines jungen Durchschnittsalters ungemein stark. Trainer Miroslav Klose scheint die richtige Balance in der dritten Saison im Amt endlich gefunden zu haben. Der ex-Lautrer und Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft wird völlig zu Recht von Philipp Lahm in seiner “Zeit”-Kolumne geadelt. Der FCN ist längst zu einer Top-Adresse für junge Spieler geworden und hat sich im Vergleich zu letzter Saison beachtlich weiterentwickelt. Vor allem offensiv geht einiges mehr, Mohamed Ali Zoma ist das Paradebeispiel. Der Italiener hat an Spieltag 8 bereits 7 Tore erzielt, ein Drittel aller Nürnberger Tore fällt durch ihn. Vergangene Saison waren es über 34 Partien 14 Treffer. Umso bitterer ist sein Ausfall. Doch auch Julian Justvan und Piet Scobel spielen einen starken Saisonstart. Gemeinsam bringen sie es auf 8 Tore und 2 Assists, Adam Markhiev steuert weitere 3 Tore und 2 Assists bei. Auch spielerisch zeigt sich eine Entwicklung. Letzte Saison spielte der Club mit knapp 49% durchschnittlichem Ballbesitz 329 genaue Pässe pro Spiel (Quote 81.4%), diese Saison sind es bislang bei 56% Ballbesitz 412 genaue Pässe pro Spiel (Quote 85.4%) [Sofascore]. Die Mannschaft wirkt eingespielter und reif trotz ihres jungen Alters. Angstgegner Nürnberg: Wie kann der FCK den Club schlagen? Diese nicht gerade einfache Frage stellen sich Torsten Lieberknecht und sein Trainerteam vermutlich schon seit dem Abpfiff im Heimspiel gegen Bochum, wenn nicht länger. Etwas Zählbares aus Nürnberg mitzunehmen wäre ein Signal an die Liga, dass der FCK es ernst meint, oben mitzuspielen. Leichter gesagt als getan für die Roten Teufel, die in der 2. Liga noch nie in Nürnberg gewinnen konnten (3:0, 3:2, 2:1, 2:1, 3:0, 3:3, 1:1, 0:0, 3:0, in chronologischer Reihenfolge seit 2009) und auch in den letzten zwei Heimduellen gegen den Club ohne Sieg blieben. Auch wenn Nürnberg eine Art Angstgegner für die Männer in Rot geworden ist, gilt es am Samstag, diese Negativserie zu beenden. Sowohl für Nürnberg als auch die Jungs aus Lautern ist dieses Duell der erste echte “Six Pointer” der laufenden Saison. Während der Club seinen Abstand zum FCK auf 6 Punkte ausbauen könnte, kann Lautern gleichziehen. Nürnberg geriet zuletzt ins Straucheln gegen das individuell starke Wolfsburg und Pele Wollitz’ Energie Cottbus. Beide Spiele verlor Nürnberg zwar nicht, konnte sie allerdings auch nicht für sich entscheiden. Gerade das hohe Pressing und die Intensität, die die Lautrer auf den Platz bringen, könnten ein Faustpfand werden. Der FCN kommt auf zwölf Kilometer pro Spiel weniger Laufleistung und 36 Sprints weniger als die Pfälzer. Das allein belegt nicht, dass Nürnberg weniger intensiv spielt, könnte dem FCK aber entgegenkommen. Gelingt es, den Spielaufbau früh zu stören und die im Sommer neu aufgestellte Viererkette unter Druck zu setzen, bieten sich Chancen auf schnelle Ballgewinne und Umschaltmomente. Dabei spielt auch die enorme Kaderbreite eine Rolle: Gerade in der Offensive kann Lieberknecht nachlegen ohne auf neue Impulse verzichten zu müssen. Unterschiedliche Spielertypen erlauben es ihm, die offensive variabel und die Intensität hoch zu halten. Auch eine Rückkehr von Ivan Prtajin, zumindest für einen Kurzeinsatz, scheint denkbar. Dass dem Kroaten schon wenig Zeit für einen Treffer reichen kann, wissen alle, die ihn letzte Saison auf Schalke gesehen haben. Voraussichtliche Aufstellung Krahl – Elvedi, Gyamfi, Murphy – Joly, Sahin, Sauer, Haas – Kanaté, Skyttä – Lukovic
Zuhause gegen Bochum: “Darauf kann man sich freuen!”

Am Samstagmittag empfängt der FCK den auf dem Papier schwächsten Gegner in diesem Oktober. Torsten Lieberknecht muss derweil in der Innenverteidigung umbauen, verrät aber gleichzeitig, dass Ivan Prtajin so gut wie sicher im Kader stehen wird. Minimalismus-Duell gegen Bochum Mit dem FCK und dem VfL Bochum treffen die beiden Mannschaften mit den wenigsten geschossenen und kassierten Toren aufeinander. Laut Torsten Lieberknecht gibt es trotzdem Grund zur Vorfreude: „Da steckt so viel Tradition drin, dass man sich als Fan erstmal drauf freuen sollte.“ Außerdem mahnt der Cheftrainer, den VfL nicht zu unterschätzen. “Mit Miyoshi, Holtmann, Philipp Hofmann, Rasmussen und Berkan Taz haben sie eine außergewöhnlich gut besetzte Offensive.“ Um offensiv gefährlicher zu werden, müsse der FCK Situationen schneller erkennen und sich dann belohnen. Dafür agieren seine Jungs laut Lieberknecht noch zu oft zu hektisch. Der Coach sprach auch die Ungefährlichkeit des FCK nach Standards an und forderte die Verteidiger dazu auf, mehr Gefahr auszustrahlen. Personalengpass in der Innenverteidigung – Ivan is back? Die hochgelobte Defensive des FCK wird auch gegen die schwächste Offensive der Liga auf die Probe gestellt. Denn nicht nur Jakob Rasmussen, der gegen Heidenheim ausgewechselt werden musste, sondern auch Kelvin Frees wird aufgrund einer muskulären Verletzung das Heimspiel verpassen. Dafür sind Owen Gibs und Erik Müller nach längerer Verletzungspause wieder einsatzbereit. Prtajins Chancen stehen „maximal gut“. Nachdem der Topstürmer des FCK am vergangenen Spieltag noch zuschauen musste, dürfte er dieses Mal mit größter Wahrscheinlichkeit wieder in den Spieltagskader zurückkehren. Auf die Frage, wie hoch seine Chancen auf den Spieltagskader seien, antwortete Lieberknecht: „Die Chancen stehen gut.“ Auf Nachfrage hieß es: „Maximal gut.“ Aufgrund des vollen Spielplans im Oktober mit einigen namhaften Gegnern werde jeder Spieler in den Fokus rücken, so der FCK-Coach. Anpfiff ist um 13 Uhr auf dem Betzenberg vor mindestens 45.296 Zuschauern.
Halb, halb auf der Alb

Auch nach der Länderspielpause bleibt der FCK im Minimalismus-Modus und fährt auf der Ostalb das dritte 0:0 der Saison ein. In einem umkämpften Spiel bewies der FCK einmal mehr, dass er auf Augenhöhe mit einem der Topteams der Liga ist, und legte einen soliden Re-Start hin. Die Defensive bleibt sattelfest Insgesamt drei Veränderungen nahm Torsten Lieberknecht vor. Kunze rückte wieder auf die 6, Rasmussen stand nach überstandener Krankheit ebenfalls wieder in der Dreierkette und Berisha bekam im Sturmzentrum eine Chance. Die in dieser Saison schon oft hochgelobte Dreierkette wusste auch am Freitagabend zu überzeugen. Gyamfi und Elvedi traten mit jeder Menge Dynamik, Robustheit und resolutem Zweikampfverhalten auf, während Rasmussen die Fäden im Spielaufbau zog. Ob der FCK auch in den kommenden Wochen auf diese Konstellation setzen kann, bleibt fraglich, denn erst musste Gyamfi in der 59. Minute ausgewechselt werden und in der 80. verließ auch Rasmussen angeschlagen das Feld. Die Offensive bleibt weitestgehend harmlos Hinten steht die Null, vorne leider auch. Gegen die robuste Defensive des 1. FC Heidenheim tat sich der FCK lange schwer. In der ersten Halbzeit schaffte der FCK es gelegentlich über die rechte Seite im Zusammenspiel mit Joly und Skyttä in die gefährlichen Räume zu kommen und hatte Pech das Sahin nur die Latte traf (9.) Berisha agierte die meiste Zeit unglücklich, mit der Hereinnahme von Yardimci, sowie Kanaté und Tazemeta gewann das Lautrer Offensivspiel deutlich an Energie und Dynamik. Aus dem Spiel heraus wurde es allerdings nur einmal zwingend. Robinson legte nach einem schönen Solo-Lauf quer, doch Yardimci schoss den Ball aus zehn Metern über das Tor. Die Rückkehr von Ivan Prtajin wird weiterhin sehnsüchtig erwartet. Der Kroate musste am Freitagabend noch zu Hause bleiben und wird wohl erst am nächsten Spieltag in den Kader rücken. Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.
„Stabiler Punkt“ – FCK mit Abnutzungskampf in Heidenheim”

Mit einem 0:0 meldet sich der 1. FC Kaiserslautern aus der XXL-Länderspielpause zurück. Bei einen frösteligen, aber dennoch munteren Kick auf der Heidenheimer Ostalb dominieren vor allem beide Defensiven. Das Flutlichtspiel am Freitagabend eröffnete den 7. Spieltag der zweiten Bundesliga, wobei beide Teams zunächst alles andere als eingerostet starteten. Im weiteren Verlauf kühlten Temperatur und Partie merklich ab, es kam vereinzelt zu Chancen. Unterm Strich kann sich der FCK auswärts beim Absteiger über einen zufriedenen Punkt freuen und ein weiteres Mal die Null wahren. Julian Krahl, Naathan Skyttä, und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel. Julian Krahl: „Mehr drin gewesen“ Julian Krahl zeigte sich nach der Partie zufrieden: „Es ist schön, dass man sagen kann dass , es mehr drin gewesen wäre. Das ist nicht selbstverständlich. Wir wussten man, dass Heidenheim eine starke Mannschaft ist und uns alles abverlangen wird. Den Punkt nehmen wir auf jeden Fall mit.“ Die Offensiv-Flaute besorgt den Lautrer Schlussmann nicht: Vorne fehlt uns vor allem das Momentum, das wir vorne gerade haben. Und daran arbeiten wir. Offensiv, genauso wie defensiv.“ Für seinen Defensivverbund hatte Krahl lobende Worte übrig: „Natürlich freue ich mich selbst sehr darüber, zu Null zu spielen. Das ist immer der Anspruch. Aber, das geht nicht allein von mir aus. Das ist die komplette Mannschaft, besonders die Defensive, die sich in alles reinhauen. Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Jungs. Gegen alle drei Absteiger nicht zu verlieren ist eine absolute Qualität“ Naatan Skyttä: „Das Tor hat gefehlt“ „Wir hätten gewinnen können“, konstatierte der Finne, der die Länderspielpause in der Pfalz anstatt mit der Nationalelf verbrachte. „Wir verteidigen gut, der Punkt ist gegen eine so starke Mannschaft zufriedenstellend.“ Seine Verletzungspause hat der 24-Jährige gut weggesteckt: „Ich habe mich gut gefühlt und hatte keine Probleme.“ Torsten Lieberknecht: „Stablier Punkt, starke Leistung“ Cheftrainer Torsten Lieberknecht attestierte seinem Team eine gute Leistung: „Ich bin geprägt von Auswärtsspielen in Heidenheim, wenn du hier die Energie der Heimmannschaft nicht matchst, dann stehst du mit leeren Händen da.“ Die Länderspielpause war für den Bad Dürkheimer neu: „So eine lange Pause kennst du nicht, dafür hat jeder Trainer sein eigenes Rezept. Wir haben bewusst den Fokus auf Regeneration und Spielpraxis gelegt, aber auch keine einfache Situation mit den vielen Nationalspielern.“
Bevor es weitergeht: Das 2. Bundesliga Power-Ranking – Teil 2

Wo stehen die Roten Teufel? Wer sind aktuell die stärksten Teams der Liga? Das verrät euch vor dem Liga-Restart Teil 2 des 2. Bundesliga Power-Rankings. Was ist ein Power-Ranking? Power-Rankings sind eine Institution im US-Sport. Anhand der Formkurve versuchen Redaktionen im ganzen US-Sport die Mannschaft(en) der Stunde zu küren. Dabei bleiben aber auch das Potential des Kaders und die aktuelle Kadersituation nicht unberücksichtigt. Sie werden in der Regel im Laufe der Saison aktualisiert und bilden immer eine Momentaufnahme des Zustands der Liga ab, die über die bloße Tabelle hinausgeht. Sie sind also keine Vorhersage der Endplatzierung. Teil des Formats ist auch, dass die Expertise und die Meinung der jeweiligen Redakteure mit einfließen. Platz 9 – Hannover 96 Trainer: Sandro Wagner Kader-Marktwert: 31,23 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: U – N – S (4 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 10 Spiele gegen den FCK: Spieltage 16 & 33 Hannover hofft auf den Trainereffekt: Der Kader hat unbestrittene Qualität, unter Wagners Vorgänger Christian Titz schlug man sich eher bescheiden. Unter Interimstrainer Lars Barlemann punktete 96 gegen Bochum dreifach, so dass die Formkurve nach oben zeigt. Die Mannschaft aus der Niedersächsischen Hauptstadt ist zunächst eine Wundertüte, aber eine mit guten Chancen und Blick nach oben. Platz 8 – Energie Cottbus Trainer: Claus-Dieter Wollitz Kader-Marktwert: 14,83 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: U – S – U (5 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 7 Spiele gegen den FCK: Spieltage 17 & 34 In der Niederlausitz lässt sich von einem Traumstart sprechen. Der Aufsteiger hat den zweitniedrigsten Kader-Marktwert der Liga, spielt aber groß auf. Vor Allem das 4:4Unentschieden gegen den Topfavoriten aus Wolfsburg in einem spektakulären Spiel schießt einem hier in den Kopf. Dass Pele Wollitz fachlich ein Top-Trainer ist, hat er mehrfach nachgewiesen. Für die, die es mit Energie halten, bleibt zu hoffen, dass er weiterhin alles aus seiner Mannschaft rausholen kann. Platz 7 – FC St. Pauli Trainer: Marcel Rapp Kader-Marktwert: 41,08 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: U – S – U (5 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 8 Spiele gegen den FCK: Spieltage 3 (2:1) & 20 Noch vor ein paar Wochen hätte St. Pauli wahrscheinlich viel weiter unten in dieser Liste rangiert. Doch nach der Niederlage gegen den FCK berappelte sich die Mannschaft sichtlich. Der Heimsieg gegen Wolfsburg am Millerntor war ein Ausrufezeichen. Nominell ist der Kader stark. Es bleibt abzuwarten, ob die Hamburger sich weiter festigen und darauf aufbauen können. Platz 6 – 1. FC Magdeburg Trainer: Petrik Sander Kader-Marktwert: 27,55 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: N – S – U (4 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 6 Spiele gegen den FCK: Spieltage 5 (3:0) & 22 In Sachsen-Anhalt ist derweil der 1. FC Magdeburg stark in die Saison gestartet. Auf die Klatsche gegen Braunschweig hin haben die Blau-Weißen Moral bewiesen und ihr Glück selbst in die Hand genommen, verloren sogar gegen die bisher makellose Hertha nur knapp, und sind eine Kraft, mit der man dank Spielern wie Baris Atik und Emmanuel Iyoha immer rechnen muss. Platz 5 – 1. FC Kaiserslautern Trainer: Torsten Lieberknecht Kader-Marktwert: 35,15 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: S – N – S (6 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 5 Die Roten Teufel finden sich auf ihrem exakten Tabellenplatz wieder. Nach einem zähen Saisonstart finden die Männer in Rot allmählich ihren Rhythmus. Man hat Pflichtaufgaben erfüllt, 6 Punkte aus 3 Spielen können sich sehen lassen. Eine breite Brust nach der Länderspielpause wäre, auch angesichts der Rückkehr des letztjährigen Top-Duos Prtajin/Skyttä angebracht. Der FCK ist bereits stark und wird nur noch stärker. Platz 4 – 1. FC Heidenheim Trainer: Frank Schmidt Kader-Marktwert: 33,75 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: S – S – U (7 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 3 Spiele gegen den FCK: Spieltage 7 & 24 Genau vor dem FCK steht der nächste Pflichtspielgegner. Die Elf vom Schlossberg konnte den Großteil ihres Bundesliga-Kaders aus der letzten Saison halten, und es ist nicht so als wäre der FCH chancenlos gewesen, den Klassenerhalt zu schaffen. Mit einem starken Kader, der mittlerweile wahrscheinlich weltberühmten Kontinuität auf der Trainerbank und einem guten Start in die neue Runde will der FCH wieder oben mitspielen. Platz 3 – VfL Wolfsburg Trainer: Tobias Strobl Kader-Marktwert: 94,80 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: U – N – S (4 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 4 Spiele gegen den FCK: Spieltage 1 (0:0) & 18 Mit nur 4 Punkten aus den letzten 3 Spielen landen die Wölfe trotzdem auf Platz 3 des Gesamtrankings. Der Grund findet sich in der Zahl 94,80 Milionen Euro. So hoch ist der Kader-Marktwert des VfL Wolfsburg. Niemand in der Liga kann ihnen hier das Wasser reichen. Aber es ist nicht nur eine leere Zahl: Vor allem offensiv ist unglaubliche Qualität vorhanden, und alleine auf Basis der individuellen Klasse kann Wolfsburg wahrscheinlich jeden schlagen. Ergebnistechnisch läuft es noch nicht ganz rund in der Autostadt, aber es spricht sportlich dennoch enorm viel für den VfL. Platz 2 – 1. FC Nürnberg Trainer: Miroslav Klose Kader-Marktwert: 63,88 Mio. € Form aus den letzten 3 Spielen: U – S – S (7 Punkte) Aktueller Tabellenplatz: 2 Spiele gegen den FCK: Spieltage 9 & 26 Der Erfolg des FCN hat ein Gesicht: Das von Mohamed Ali Zoma. Der frisch gebackene italienische Nationalspieler trifft im Schnitt einmal pro Spiel und führt die zweitbeste Offensive der Liga an. In Nürnbergs Kader findet sich wahnsinnig viel Talent, und der Club scheint stets mit offenem Visier zu spielen. Noch sind die Franken ungeschlagen und haben nur einen Punktverlust zu verbuchen [2:2 gegen Holstein Kiel]. Es macht Spaß, dem FCN beim Spielen zuzusehen, daher steht Nürnberg verdient weit oben in der Tabelle und im Power-Ranking. Platz 1 – Hertha
Stabilität statt Systemwechsel: Die Startbilanz des FCK

Der Saisonstart des 1. FC Kaiserslautern verlief insgesamt ordentlich. Mit 11 Punkten nach 6 Spielen stehen die Roten Teufel auf Platz 5 und nur 2 Punkte trennen sie vom FC Heidenheim auf dem Relegationsplatz. Zwar stand der FCK in der Vorsaison an Spieltag 6 tabellarisch besser da, doch es gibt gute Gründe, eine dennoch positive Startbilanz zu ziehen. Der neugefundene Fokus Gegen den großen Favoriten aus Wolfsburg trat die Mannschaft von Torsten Lieberknecht couragiert an, fokussierte sich auf die Verteidigung und hatte gleich mehrere Chancen auf einen eigenen Treffer. Auch in frustrierenden, fahrigen Spielen gegen den KSC und Eintracht Braunschweig verlor die Mannschaft augenscheinlich nicht die Ruhe. Selbst der Anschlusstreffer des FC St. Pauli brachte die Mannschaft nicht ins Schwimmen. In vergangenen Saisons wäre es gefühlt fast jederzeit denkbar gewesen, dass sich der FCK in diesen Spielen trotz guter Ausgangslage unnötige Gegentore einfängt, diese Saison nicht. Defensive als Trumpf Die Defensive steht in der Dreierkette, auch dank des auf der Linie außergewöhnlich starken Julian Krahl, der Renaissance eines Jan Elvedi und der gewachsenen Abgeklärtheit von Maxwell Gyamfi gut da. 4 Gegentore nach 6 Spielen sind schon ein guter Wert, dazu hat die Lautrer Hintermannschaft bereits 4-mal die Null gehalten. Einen Grund, hier die Ordnung aufzubrechen und auf eine Viererkette umzustellen oder größere personelle Veränderungen vorzunehmen, gibt es trotz der mehr als adäquaten Vertretung von Jacob Rasmussen durch Alex Murphy nicht wirklich. Die Ausnahme: Magdeburg Auswärts Das Gastspiel beim 1.FCM ist der große Ausreißer im ansonsten gelungenen Saisonstart. Dort wurden die Männer in Rot nicht nur von Petrik Sanders stark aufspielender Elf, sondern auch von ihrer eigenen Nachlässigkeit besiegt. Zusätzlich zur ungewohnten Schläfrigkeit der Pfälzer Defensive erwischten speziell Torhüter Dominik Riemann und Innenverteidiger Anselmo Garcia McNulty auf der Seite der Blau-Weißen einen guten Tag. So kam der FCM aus 1,55 Expected Goals auf 3 Treffer, der FCK blieb aus 1,05 Expected Goals derweil torlos, obwohl die Mannschaft den Anschlusstreffer durchaus jagte. Neue Stärken im alten System Die Betzebuben finden auch ohne den Systemwechsel, den einige Kritiker vor der Saison forderten, mehr und vor allem sauberere Lösungen durch das Zentrum, wo Semih Şahin allmählich in seine Rolle als Taktgeber hineingefunden hat. Die Offensive findet sich trotz Anlaufproblemen langsam. Sie besitzt bereits Qualität und wird voraussichtlich nur noch stärker. Nachdem der Knoten endlich platzte, waren die Roten Teufel auch ohne den bald zurückkehrenden Ivan Prtajin in der Lage, Tore zu erzielen. Neuzugänge und Rückkehrer als Schlüssel? Thierry Tazemeta hat sich in den letzten Spielen als Stammspieler etabliert. Erencan Yardimci beeindruckte mit zwei technisch anspruchsvollen Toren, seiner Physis und seiner Geschwindigkeit, die ihn vor allem gegen Braunschweig immer wieder vor die gegnerischen Verteidiger kommen ließen. Ibrahim Kanaté bereitet gegnerischen Defensiven Probleme, die er bisher in der Liga noch nicht in Torerfolge ummünzen konnte, hat aber enormes Potential, in Form von Scorerpunkten zum Erfolg der Mannschaft beizutragen. Wenn der kroatische Torjäger Prtajin und der quirlige Naatan Skyttä von ihren Verletzungen zurückkehren, ist der FCK offensiv nicht nur breit, sondern auch qualitativ hochwertig aufgestellt. Die Neuzugänge intensivieren den Konkurrenzkampf für die letztjährigen Leistungsträger und bringen neue Profile mit, die die Mannschaft deutlich variabler machen. Sorgenkind Berisha Offensiv scheint es einzig bei Stürmer-Sorgenkind Mergim Berisha weiterhin nicht zu laufen. Trotz unbestrittener fußballerischer Qualität ist seine Zeit auf dem Betze bislang nicht von Erfolg gekrönt. In saisonübergreifenden 17 Ligaspielen stehen ihm gerade einmal 2 Tore zu Buche. Die Rückkehr von Prtajin könnte ihm die Möglichkeit einer neuen Rolle eröffnen. Ob weiterhin als Joker oder in Form einer Variante mit zwei Stürmern bleibt hier zu sehen. Der Sechser: Schramm oder Kunze? Torsten Lieberknecht sieht auch Eigengewächs David Schramm als Kandidaten für die Startelf. Bei “der Betze Brennt” lobte er seine „unglaubliche Vorbereitung“ und räumte ein, dass er nach Problemen zu Beginn der Saison „[…] bald auch wieder zu denjenigen gehören kann, die von Anfang an spielen.“ Mit Schramm im Nacken gerät Fabian Kunze zunehmend unter Druck. Dass sein fahrlässiges Foul im Spiel gegen Darmstadt nicht mit einem Gegentor bestraft wurde, ist allein Lance Duijvestijns Nerven zu verdanken. Beim Gegentor im Spiel auf St. Pauli wurde sein Fehler bestraft; auch in Magdeburg machte er, wie zugegebenermaßen der Rest der Lautrer Defensive, keine gute Figur und wirkte gehemmt. Im Heimspiel gegen die Eintracht saß er sogar zugunsten von Leon Robinson auf der Bank und fand nach seiner Einwechslung nicht mehr ins Spiel.Ergänzungsspieler war Kunze zuletzt bei Arminia Bielefeld in der Saison 2019/20; damals feierte er gegen Ende der Saison seinen 22. Geburtstag. Es bliebe abzuwarten, wie er darauf reagieren würde, dauerhaft aus der Startelf zu rutschen. Wie geht es weiter? Der Ausblick auf die nächsten Spiele Die Spiele nach der XXL-Länderspielpause werden wegweisend. Der FCK täte vor allem so früh in der Saison gut daran, sich auf sich selbst zu fokussieren. So gut die alte Dame aus Berlin und der 1. FC Nürnberg auch in die Saison gestartet sind, sollte klar sein, dass auch diese beiden Vereine über die nächsten 28 Spieltage patzen können und werden. Es warten Heidenheim, Bochum und im Anschluss der FCN, ausgerechnet auswärts. Durchaus anspruchsvolle Aufgaben. Nach diesen Spielen gegen sehr verschiedene Gegner wird sich herauskristallisieren, wozu diese Mannschaft imstande ist. Zwischen der Rückkehr von Hoffnungsträgern, dem allmählichen Ankommen von Neuzugängen und der bislang besten Defensive der Liga gibt es gute Gründe für die Hoffnung, dass der FCK dazu fähig ist, diese Saison einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Autor: Chris
“Die dümmste Mannschaft der Liga” – Saisonrückblick 2012/13

Danke für gar nichts, Jannik Vestergaard! Nach dem Abstieg war die Mission klar: Wiederaufstieg! Doch diese endete auf dramatische Weise tränenreich. Ein Rückblick auf die Saison 2012/13. Die Ausgangslage Abstiege sind häufig mit großen Umbrüchen verbunden. Beim FCK lief es im Sommer 2012 nicht viel anders. Zehn Neuzugänge im Sommer (im Winter kamen noch einmal sechs weitere dazu), darunter namhafte Spieler wie Mo Idrissou, Albert Bunjaku oder Alexander Baumjohann, sollten die Mission Wiederaufstieg anführen. Auf der Abgangsseite verlor der FCK einige echte Stützen der vergangenen Jahre. Neben Christian Tiffert und Olcay Sahan verließ auch Kevin Trapp für 1,5 Millionen Euro den FCK, um zur benachbarten Eintracht aus Frankfurt zu wechseln. Zudem nahm auf der Trainerbank ein altbekanntes Gesicht Platz. Auf Krasimir Balakov folgte Franco Foda. Als Spieler hatte er schon das Trikot des FCK getragen und nun also auch den Trainingsanzug. Zusammen mit den beiden Mitabsteigern Hertha BSC und dem 1. FC Köln ging der FCK als klarer Aufstiegsaspirant in die Saison. Der Kader Im Tor rückte nach dem Abgang des Top-Talents Kevin Trapp Tobi Sippel wieder zwischen die Pfosten. In der Innenverteidigung spielte zumeist der erfahrene Marc Torrejon zusammen mit dem jungen Dominique Heintz. Zudem kam auch Willi Orban auf einige Einsätze. Auf der rechten Seite war Florian Dick gesetzt, links wechselten sich Bugera, Jessen und der Winterneuzugang Chris Löwe ab. Im defensiven Mittelfeld war nur Ariel Borysiuk gesetzt. Daneben spielten wahlweise Orban, Alushi oder Zellner. Der FCK agierte entweder in einem 4-2-3-1 oder in einem 4-4-2, auf der Zehn durfte Alexander Baumjohann schalten und walten. Die Außen wurden von Albert Bunjaku und Hendrick Zuck besetzt. Letzterer verließ den FCK nach einer starken Hinrunde im Winter in Richtung Freiburg. Im Sturm war Mo Idrissou die klare Nummer 9: Mit 18 Toren in 36 Spielen war er der Erfolgsgarant und fiel ausnahmsweise nicht nur neben dem Platz auf. Der Saisonverlauf Zum Saisonauftakt empfing der FCK Union Berlin an einem Montagabend. Immerhin bekamen die Zuschauer als Entschädigung für die unchristliche Anstoßzeit ein echtes Spektakel zu sehen. Erst ging Berlin mit 2:0 in Führung, dann glich der FCK durch einen Doppelpack von Mo Idrissou aus. In der 86. Minute schoss Hendrick Zuck das 3:2 und brachte den Betzenberg zum Beben. Der FCK wäre aber nicht der FCK, wenn es dabei geblieben wäre. Also kam es, wie es kommen musste, und der FCK fing sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Nach diesem Saisonauftakt bewies der FCK allerdings, dass er eine Mannschaft ist, die man einfach nicht schlagen kann. Erst am 17. Spieltag verlor der FCK sein erstes Saisonspiel gegen den FC St. Pauli. Das große Problem waren die vielen Unentschieden. Auf acht Siege kamen acht Unentschieden. Das genügte jedoch, um auf Platz 3 zu überwintern. Den Restart verschlief der FCK dann allerdings komplett. Die ersten beiden Spiele gegen Union Berlin und Aalen wurden verloren. Damit rückten die direkten Aufstiegsplätze schon in weite Ferne. Mit zehn Punkten Rückstand auf Platz zwei und zwölf auf Platz eins musste der FCK schon eine echte Serie hinlegen, um da noch rankommen. Es kam aber keine. Zwar gewann der FCK die nächsten zwei Spiele, dann musste er aber fünf Spiele auf den nächsten Sieg warten. Während die vorderen Plätze weiterhin außer Reichweite waren, erhöhte sich der Druck von hinten stetig. Der 1. FC Köln hatte nach einer mäßigen Hinrunde zu seiner Qualität gefunden und verkürzte den Abstand zum 1. FCK immer weiter. Am 29. Spieltag zog der FC schließlich gleich. Am kommenden Spieltag legte der FCK mit einem 3:0 in Braunschweig vor, und dieses Mal zeigte der FC Schwächen. Nach einem 1:1 in Duisburg hatte der FCK wieder alles in der eigenen Hand. Am 31. Spieltag legte wiederum der FC Köln vor, kam aber erneut nicht über ein 1:1 hinaus. Mit einem Sieg würde der FCK den Abstand auf vier Punkte plus deutlich besseres Torverhältnis ausbauen. Man musste lediglich bei Energie Cottbus gewinnen. „Wir sind die dümmste Mannschaft der Liga“, echauffierte sich Mo Idrissou nach der 4:2-Niederlage gegen Cottbus. Ein Satz, der in den kommenden Jahren noch so oft wahr werden sollte. Der FCK verspielte diese Chance zwar, konnte aber die nächsten nutzen. Der FC verlor die nächsten beiden Spiele und der FCK beendete die Ligaphase auf Platz 3. Die Relegation gegen Hoffenheim ist so umfangreich, dass sie einen eigenen Artikel verdient. Hier an dieser Stelle nur so viel: Der FCK hatte am Ende keine echte Chance und verlor beide Spiele. Damit ist die Mission Wiederaufstieg offiziell gescheitert. Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison Spieler der Saison: Mo Idrissou Tor der Saison: Baumjohann gegen Aue Trikot: Heim: 7/10 Auswärts: 6/10 Interview der Saison: Mo Idrissou Wahrscheinlichkeit nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 30%
Magdeburg auswärts – Braunschweig daheim: Fußballherz, was willst du mehr?

Nach der verkorksten Auswärtspartie in Magdeburg galt es für den FCK vor allem, defensiv wieder an die gute Form der vergangenen Spiele anzuknüpfen und zumindest auf dem Betzenberg weiterhin ungeschlagen zu bleiben. Allerdings mussten die Lautrer hierfür mit Eintracht Braunschweig einen weiteren “Angstgegner” bezwingen. Murphy überzeugt als Rasmussen Ersatz Das unerwartete Ausscheiden von Rasmussen zwang Torsten Lieberknecht erstmals dazu, seine eigentlich etablierte Abwehrreihe zu verändern. So bekam Alex Murphy, der im Sommer auf Leihbasis vom Premier-League-Klub Newcastle United kam, seinen ersten Startelfeinsatz auf dem Betzenberg – allerdings nicht als Linksverteidiger, sondern in der Dreierkette als linker Innenverteidiger. Dort wusste der 20-Jährige durchaus zu gefallen. Murphy übernahm die Absicherung hinter dem häufig weit aufrückenden Haas und erledigte diese Aufgabe ordentlich. Dadurch konnte der FCK offensiv mit mehr Geschwindigkeit und Risiko agieren, ohne ständig Gefahr zu laufen, durch einen Ballverlust die defensive Ordnung aufzugeben. Im Vergleich zum Auftritt in Magdeburg war das bereits eine deutliche Verbesserung. Alte Baustellen bleiben bestehen Grundlegend anders als in den vergangenen Spielen trat die Mannschaft allerdings nicht auf. Offensiv tat sich der FCK phasenweise schwer, sich wirklich zwingende Chancen herauszuspielen. Und wenn es hinten einmal brenzlig wurde, lag das häufig am löchrigen Mittelfeld, das den Braunschweigern zu viel Raum überließ. Alles in allem war es kein überragender Auftritt, doch gerade die defensive Anpassung mit Murphy macht Mut. Die Baustellen bleiben zwar bestehen, gleichzeitig hat Lieberknecht eine weitere Option gefunden, die der Mannschaft mehr Stabilität geben kann. Gerade gegen konterstarke Offensiven wie beispielsweise Magdeburg könnte der FCK damit künftig besser gewappnet sein. Vielleicht sorgt die Erfahrung aus solchen Spielen am Ende also tatsächlich dafür, dass man beim nächsten Mal nicht mehr ganz so leicht unter die Räder kommt. Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze