Südwestderby und DFB-Pokal – viel mehr Zutaten für einen spannenden Fußballabend braucht es wohl nicht.
Am Freitagabend um 18 Uhr trifft der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Pokalrunde auf den SV Waldhof Mannheim. Dabei geht der FCK erstmals seit längerer Zeit als Favorit in das Duell mit dem ungeliebten Nachbarn. Während die Roten Teufel sich in der 2. Bundesliga im Dunstkreis der Aufstiegsfavoriten bewegen, gehört der SVW mittlerweile zu den Stammgesichtern der 3. Liga. Die letzten Aufeinandertreffen fanden dagegen noch unter vermeintlich deutlich ausgeglicheneren Voraussetzungen statt.
Treffpunkt Betze bei Google bevorzugen
Alte Rivalität, neue Vorzeichen
Wenn Mannheim und Kaiserslautern aufeinandertreffen, geht es selten ausschließlich um Fußball. Die Duelle der vergangenen Jahre waren auf und neben dem Platz immer wieder von Kampf, Schmähungen und aufgeheizter Stimmung geprägt. Fußballerische Qualität stand dabei nicht unbedingt immer im Mittelpunkt, dafür sorgten Eskapaden und Platzverweise regelmäßig für zusätzliche Schlagzeilen.
Das letzte Aufeinandertreffen liegt inzwischen allerdings mehr als vier Jahre zurück. Am 20. Februar 2022 trennten sich beide Mannschaften im Carl-Benz-Stadion 0:0. Den letzten Sieg konnte der FCK sogar an gleicher Stelle feiern: Am 6. Februar 2021 gewannen die Lautrer durch Tore von Hendrick Zuck und Marius Kleinsorge mit 2:0. Die letzte Niederlage gegen den Waldhof datiert dagegen aus dem November 1996. Insgesamt spricht die Statistik mit zehn Siegen, zehn Unentschieden und sechs Niederlagen leicht für die Roten Teufel.
Auch im DFB-Pokal konnte der Waldhof bislang noch keinen Sieg gegen den FCK feiern. Beide bisherigen Pokalduelle gingen an die Pfälzer. Zuletzt trafen die Vereine im November 2001 in der zweiten Pokalrunde aufeinander. Damals setzte sich der FCK in Mannheim mit 3:2 durch.
Waldhof mit neuem Trainer und gutem Saisonstart
Für den SV Waldhof ist das Derby gleichzeitig das erste große Highlight der noch jungen Saison. Nach einer durchwachsenen vergangenen Spielzeit und Platz zehn soll unter dem neuen Trainer Rui Mota wieder mehr Konstanz und eine klare Spielidee einkehren. Der Portugiese wurde im Sommer als Nachfolger von Luc Holtz verpflichtet und steht für intensiven, taktisch flexiblen Fußball mit schnellen Umschaltmomenten.
Der Saisonstart macht dabei durchaus Mut. Zum Auftakt bezwang Mannheim Fortuna Düsseldorf mit 2:1, ehe man am zweiten Spieltag bei Hansa Rostock trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung noch den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen musste. Vor allem die Chancenverwertung hätte dabei besser sein können. Von den bisher fünf erzielten Treffern fielen drei nach Standardsituationen.
Besonders gut gestartet ist Neuzugang Julian Ulbricht. Der vom SV Meppen gekommene Angreifer konnte bereits zwei Treffer und eine Vorlage beisteuern und dürfte damit auch gegen die Lautrer im Fokus stehen. Ebenfalls eine wichtige Rolle nimmt Rechtsverteidiger Jid Okeke ein, der bereits zwei Torvorlagen sammeln konnte.
Der Waldhof dürfte dabei versuchen, den FCK nicht über lange Ballbesitzphasen zu dominieren, sondern nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne zu suchen. Genau dieses Umschaltspiel könnte gegen die favorisierten Lautrer zur größten Waffe der Mannheimer werden.
Defensiv stabil, offensiv noch ohne Glanz
Während der SVW offensiv bereits einige Akzente setzen konnte, zeigte sich der FCK zum Saisonstart vor allem defensiv stabil. Saisonübergreifend blieben die Roten Teufel in vier Pflichtspielen ohne Gegentor. Für eine Mannschaft, deren Defensive in der Vergangenheit häufig und zurecht kritisiert wurde, liest sich diese Serie durchaus gut. Daran gilt es festzuhalten.
Offensiv fehlt dagegen bislang noch etwas der Glanz. In den vergangenen sieben Pflichtspielen konnten die Lautrer lediglich einen Treffer aus dem Spiel heraus erzielen. Die beiden weiteren Tore fielen jeweils nach Elfmetern durch Kapitän Marlon Ritter.
Trotzdem wird und sollte man mit breiter Brust nach Mannheim fahren. Der FCK geht als Favorit in die Partie und dürfte entsprechend auch mehr Ballbesitz haben. Gerade deshalb wird es darauf ankommen, geduldig zu bleiben und nicht durch einen unnötigen Fehler die Mannheimer in ihre gewünschte Umschaltrolle zu bringen.
Denn so sehr die Rollenverteilung vor dem Spiel auch für den FCK spricht: Ein Derby bleibt ein Derby. Und spätestens wenn am Freitagabend der Ball im Carl-Benz-Stadion rollt, dürften die Tabellenstände und Ligaunterschiede nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Im Pokal gelten schließlich die eigenen Gesetze – auch wenn man beim FCK vermutlich nichts dagegen hätte, wenn es dieses Mal etwas weniger dramatisch als bei den vergangenen Derbyduellen zugeht.
Voraussichtliche Aufstellung:
Krahl – Rasmussen, Gyamfi, Elvedi – Haas, Sahin, Kunze, Asta – Kanate, Ritter – Berisha
Quelle: Treffpunkt Betze





