Derbysieg im Rücken, Baustellen im Gepäck – FCK auf St. Pauli

Der FCK hat den ersten Sieg im Rücken, St. Pauli den Druck auf den Schultern. Am kommenden Sonntag trifft der 1. FC Kaiserslautern um 13:30 Uhr am Millerntor auf den nächsten und gleichzeitig letzten Bundesligaabsteiger. Nach dem Abstieg des VfL Wolfsburg wartet mit dem FC St. Pauli der zweite Absteiger aus der vergangenen Saison auf die Roten Teufel. Dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nach zwei Spieltagen jeweils noch auf ihren ersten Ligasieg warten und aktuell direkte Tabellennachbarn sind. Während der FCK zuletzt immerhin das Südwestderby in Mannheim für sich entscheiden konnte, steht St. Pauli nach zwei Unentschieden und dem überraschenden Pokalaus gegen Rot-Weiss Essen bereits etwas mehr unter Druck. Historisch klar vorne, zuletzt klar hinten Insgesamt trafen beide Vereine bereits 42-mal aufeinander. Dabei konnten die Lautrer 22 Partien für sich entscheiden, achtmal wurden die Punkte geteilt und zwölf Begegnungen gingen an den FC St. Pauli. Die Gesamtbilanz spricht damit deutlich für den FCK, ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeichnet allerdings ein anderes Bild. Die letzten drei Duelle gingen allesamt an die Kiezkicker. Zuletzt trafen beide Mannschaften am 20. Januar 2024 am Millerntor aufeinander. Damals mussten sich die Lautrer unter Dimitrios Grammozis mit 0:2 geschlagen geben. Für den FCK war es gleichzeitig die siebte Niederlage in Folge. Der letzte Sieg gegen die Hamburger gelang im September 2022 auf dem Betzenberg, als sich die Roten Teufel mit 2:1 durchsetzen konnten. Noch länger zurück liegt der letzte Auswärtssieg: Am 30. November 2014 gewann der FCK mit 3:1 am Millerntor. Gerade die Spiele aus der jüngeren Vergangenheit gingen also vermehrt an St. Pauli. Am Sonntag gilt es für die Lautrer, diese Serie zu beenden. Enttäuschende Kiez Kicker Der Saisonstart der Hamburger verlief bisher ebenfalls nicht nach Wunsch. Nach zwei Spieltagen stehen lediglich zwei Punkte auf dem Konto. Sowohl gegen Greuther Fürth als auch gegen Holstein Kiel konnten die Kiezkicker in Führung gehen, schafften es allerdings nicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Gegen Fürth reichte es nach einer zwischenzeitlichen Führung nur zu einem 1:1, gegen Kiel verspielte St. Pauli sogar eine Zwei-Tore-Führung und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Auch im DFB-Pokal gab es am vergangenen Wochenende den nächsten Rückschlag. Beim Drittligisten Rot-Weiss Essen schied der Bundesligaabsteiger überraschend mit 0:2 aus. Während vor allem die Defensive in den ersten drei Pflichtspielen anfällig wirkte, fehlte gegen RWE zusätzlich die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Unter dem neuen Trainer Marcel Rapp bleibt St. Pauli seiner grundsätzlichen Spielidee treu. Der ehemalige Trainer des Karlsruher SC lässt mit einer Dreierkette und einer Doppelspitze spielen. Auf der Zehnerposition agiert mit Branimir Hrgota ein Spieler, der bereits reichlich Zweitligaerfahrung mitbringt. Generell konnten die Hamburger einen großen Teil ihres Bundesliga-Kaders zusammenhalten und diesen punktuell mit erfahrenen Zweitligaspielern verstärken. Das vorhandene Spielermaterial macht St. Pauli damit trotz des bisher enttäuschenden Saisonstarts zu einem Gegner, den der FCK keinesfalls unterschätzen darf. Spielt den gleichen Song nochmal… Hier könnte fast der gleiche Text stehen wie in der vergangenen Woche. Der FCK konnte zwar das hitzige Südwestderby mit 0:1 für sich entscheiden und damit den ersten Saisonsieg feiern, gleichzeitig zeichnet sich vor allem ohne Naatan Skyttä ein noch drastischerer Trend zur offensiven Ideenlosigkeit ab. Zu wenigen wirklich gefährlichen Situationen gesellt sich weiterhin eine fehlende Treffsicherheit. Noch auffälliger ist allerdings ein anderer Trend: In zwei Spielen hintereinander waren die Lautrer in der zweiten Halbzeit das klar schwächere Team. Auch in Mannheim musste der FCK über weite Strecken der Schlussphase tief verteidigen. Dass am Ende trotzdem die Null stand, lag nicht zuletzt an Julian Krahl, der kleinere und größere Patzer seiner Vorderleute konsequent ausbügelte. Hier muss sich das Trainerteam um Torsten Lieberknecht dringend eine Lösung überlegen. Frühere Wechsel, eine veränderte Startelf oder auch taktische Anpassungen könnten Möglichkeiten sein, um der Mannschaft in der zweiten Halbzeit wieder mehr Kontrolle und offensive Entlastung zu geben. Mit nach Hamburg – ohne Krahl? Trotz der offensiven Probleme sollte der FCK allerdings mit Mut und Selbstvertrauen nach Hamburg reisen. Die Defensive funktioniert bislang deutlich besser als noch in der vergangenen Saison und gibt den Roten Teufeln eine Grundlage, auf der man aufbauen kann. Zudem dürfte der Druck am Sonntag eher auf Seiten der Gastgeber liegen. St. Pauli wartet noch auf den ersten Sieg, musste bereits das Pokalaus hinnehmen und möchte vor heimischem Publikum entsprechend schnell für ein Erfolgserlebnis sorgen. Der FCK kann dagegen auf dem Derbysieg aufbauen. Gelingt es den Lautrern, trotz des drohenden Ausfalls von Julian Krahl, die defensive Stabilität auch am Millerntor auf den Platz zu bringen und gleichzeitig offensiv wieder etwas mehr Gefahr zu entwickeln, ist auch gegen den Bundesligaabsteiger etwas zu holen. Voraussichtliche Aufstellung: Onohiol – Elvedi, Gyamfi, Rasmussen – Haas, Sahin, Kunze, Joly – Ritter – Berisha, Kanate

Spätes Siegtor bringt Erlösung – Ereignisreiches Südwestderby

In der ersten Runde des Pokals traf der FCK auf den Erzfeind SV Waldhof Mannheim. Seit 30 Jahren hatte man gegen diesen Gegner nicht mehr verloren – Fans und Mannschaft waren sich einig: Daran sollte sich auch diesmal nichts ändern. Die sportlichen Vorzeichen waren schwer zu bewerten: Der FCK startete zwar ohne Gegentor in die Saison der 2. Liga, konnte selbst aber noch nicht erfolgreich vor dem Tor werden. Der SV Waldhof hingegen durfte nach zwei stabilen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock durchaus von einem guten Saisonstart sprechen. Nervöse Spieler – heiße Ränge Wie für ein Derby typisch, war beiden Teams von Anfang an eine gewisse Grundnervosität anzumerken. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was den offensiven Drang etwas bremste. Gegen Ende der regulären Spielzeit hatte der FCK dann eine gute Phase mit Tazemeta und Berisha und konnte direkt zwei hochwertige Chancen hintereinander erspielen. Die zweite Halbzeit plätscherte mit vereinzelten Möglichkeiten auf beiden Seiten vor sich hin und war wie bereits die erste durch zahlreiche Unterbrechungen geprägt. Rauchbildungen und Verzögerungen durch auf den Platz geworfene Gegenstände brachten das Spielgeschehen immer wieder ins Stocken, was den Mannschaften sichtlich anzusehen war.Kanates Treffer in der 120. Minute war dann natürlich der krönende Abschluss für jeden FCK-Fan: eine gute Einzelaktion, gepaart mit einem absoluten Sonntagsschuss, der den Kurpfälzern das Herz brach. Spielerische Sorgen bleiben Bei aller Freude muss jedoch auch festgehalten werden, dass sich dieselben Probleme, die schon in den ersten Ligaspielen zu beobachten waren, auch gestern durch die gesamte Partie zogen.Immer wieder war der FCK im Mittelfeld nicht kompakt genug, was vor allem bei höheren Ballverlusten schnell zu guten Umschaltsituationen für den SV Waldhof Mannheim führte.Auch offensiv fehlt dem FCK teilweise ein klares Konzept, um kompakte Defensiven aufzubrechen und zu Torchancen zu kommen. Die Elf von Thorsten Lieberknecht ist hier noch zu stark von Umschaltsituationen abhängig. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze

Pokalkracher in Mannheim: “Nicht weiterkommen, Derbysieg!”

Am Freitag steht der Pokalkracher schlechthin an. Nach viereinhalb Jahren trifft der FCK im Carl Benz Stadion in Mannheim endlich wieder auf den Erzrivalen vom Rheinufer. Zwei Stammkräfte könnten ausfallen. Das zweite Südwestderby in Folge ist nicht nur für die Beteiligten ein echtes Highlight: Ganz Fußballdeutschland dürfte in dieser ersten Pokalrunde auf diese Partie blicken. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin, Owen Gibs und Naatan Skyttä verzichten. Zudem sind Julian Krahl und Simon Asta fraglich. Torflaute: „Irgendwer in Rot wird den Ball über die Linie drücken“ Die Torflaute der letzten Spiele bereitet Torsten Lieberknecht keine Sorgen. „Wir wissen, was wir können, und wir wissen, in welchen Phasen wir Zugriff wollen und wann wir uns zurückziehen. Das können wir bestimmen.“ Besonders die defensive Stabilität lobt der Bad Dürkheimer: „Diese Stabilität gegen Wolfsburg und den KSC wollen wir beibehalten und das Spiel nicht chaotisch werden lassen.“ Derbystimmung in Lautern: “Der Sieg zählt” „Seit dem Tag der Auslosung ist das Derby ein Thema. Das hat uns in der Vorbereitung betroffen, das spürt man in der Stadt“, fasst der Cheftrainer die Derbystimmung rund um den Verein zusammen. „Hier geht es nicht um den Pokal oder ums Weiterkommen, einzig der Derbysieg zählt.“ Gleichzeitig appelliert Lieberknecht an „Balance, um nicht am Druck zu zerbrechen”. Man muss das Fußballspiel betrachten.“ Torwartfrage in Mannheim: “Wettrennen mit der Zeit” Neben den sicheren Ausfällen droht vor allem der Ausfall von Julian Krahl, der zuletzt zum Matchwinner avancierte. „Julian hat unter der Woche im Training Probleme mit den Adduktoren gemeldet. Wir können nicht sicher sein, ob er bis Freitag fit ist. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit.“ Bei der Auswahl eines möglichen Vertreters schwankt der 53-Jährige zwischen Yannick Onohiol und Enis Kamga. Hier spricht Lieberknecht von einer „Bauchentscheidung”. Auch Simon Asta könnte nicht rechtzeitig zum Pokalduell fit werden. 3416 Gästefans werden mit nach Mannheim reisen. Quelle: Treffpunkt Betze

Derbyklappe die Zweite – Südwestduell beim SVW

Andreas Leiner

Südwestderby und DFB-Pokal – viel mehr Zutaten für einen spannenden Fußballabend braucht es wohl nicht. Am Freitagabend um 18 Uhr trifft der 1. FC Kaiserslautern in der ersten Pokalrunde auf den SV Waldhof Mannheim. Dabei geht der FCK erstmals seit längerer Zeit als Favorit in das Duell mit dem ungeliebten Nachbarn. Während die Roten Teufel sich in der 2. Bundesliga im Dunstkreis der Aufstiegsfavoriten bewegen, gehört der SVW mittlerweile zu den Stammgesichtern der 3. Liga. Die letzten Aufeinandertreffen fanden dagegen noch unter vermeintlich deutlich ausgeglicheneren Voraussetzungen statt. Alte Rivalität, neue Vorzeichen Wenn Mannheim und Kaiserslautern aufeinandertreffen, geht es selten ausschließlich um Fußball. Die Duelle der vergangenen Jahre waren auf und neben dem Platz immer wieder von Kampf, Schmähungen und aufgeheizter Stimmung geprägt. Fußballerische Qualität stand dabei nicht unbedingt immer im Mittelpunkt, dafür sorgten Eskapaden und Platzverweise regelmäßig für zusätzliche Schlagzeilen. Das letzte Aufeinandertreffen liegt inzwischen allerdings mehr als vier Jahre zurück. Am 20. Februar 2022 trennten sich beide Mannschaften im Carl-Benz-Stadion 0:0. Den letzten Sieg konnte der FCK sogar an gleicher Stelle feiern: Am 6. Februar 2021 gewannen die Lautrer durch Tore von Hendrick Zuck und Marius Kleinsorge mit 2:0. Die letzte Niederlage gegen den Waldhof datiert dagegen aus dem November 1996. Insgesamt spricht die Statistik mit zehn Siegen, zehn Unentschieden und sechs Niederlagen leicht für die Roten Teufel. Auch im DFB-Pokal konnte der Waldhof bislang noch keinen Sieg gegen den FCK feiern. Beide bisherigen Pokalduelle gingen an die Pfälzer. Zuletzt trafen die Vereine im November 2001 in der zweiten Pokalrunde aufeinander. Damals setzte sich der FCK in Mannheim mit 3:2 durch. Waldhof mit neuem Trainer und gutem Saisonstart Für den SV Waldhof ist das Derby gleichzeitig das erste große Highlight der noch jungen Saison. Nach einer durchwachsenen vergangenen Spielzeit und Platz zehn soll unter dem neuen Trainer Rui Mota wieder mehr Konstanz und eine klare Spielidee einkehren. Der Portugiese wurde im Sommer als Nachfolger von Luc Holtz verpflichtet und steht für intensiven, taktisch flexiblen Fußball mit schnellen Umschaltmomenten. Der Saisonstart macht dabei durchaus Mut. Zum Auftakt bezwang Mannheim Fortuna Düsseldorf mit 2:1, ehe man am zweiten Spieltag bei Hansa Rostock trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung noch den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen musste. Vor allem die Chancenverwertung hätte dabei besser sein können. Von den bisher fünf erzielten Treffern fielen drei nach Standardsituationen. Besonders gut gestartet ist Neuzugang Julian Ulbricht. Der vom SV Meppen gekommene Angreifer konnte bereits zwei Treffer und eine Vorlage beisteuern und dürfte damit auch gegen die Lautrer im Fokus stehen. Ebenfalls eine wichtige Rolle nimmt Rechtsverteidiger Jid Okeke ein, der bereits zwei Torvorlagen sammeln konnte. Der Waldhof dürfte dabei versuchen, den FCK nicht über lange Ballbesitzphasen zu dominieren, sondern nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne zu suchen. Genau dieses Umschaltspiel könnte gegen die favorisierten Lautrer zur größten Waffe der Mannheimer werden. Defensiv stabil, offensiv noch ohne Glanz Während der SVW offensiv bereits einige Akzente setzen konnte, zeigte sich der FCK zum Saisonstart vor allem defensiv stabil. Saisonübergreifend blieben die Roten Teufel in vier Pflichtspielen ohne Gegentor. Für eine Mannschaft, deren Defensive in der Vergangenheit häufig und zurecht kritisiert wurde, liest sich diese Serie durchaus gut. Daran gilt es festzuhalten. Offensiv fehlt dagegen bislang noch etwas der Glanz. In den vergangenen sieben Pflichtspielen konnten die Lautrer lediglich einen Treffer aus dem Spiel heraus erzielen. Die beiden weiteren Tore fielen jeweils nach Elfmetern durch Kapitän Marlon Ritter. Trotzdem wird und sollte man mit breiter Brust nach Mannheim fahren. Der FCK geht als Favorit in die Partie und dürfte entsprechend auch mehr Ballbesitz haben. Gerade deshalb wird es darauf ankommen, geduldig zu bleiben und nicht durch einen unnötigen Fehler die Mannheimer in ihre gewünschte Umschaltrolle zu bringen. Denn so sehr die Rollenverteilung vor dem Spiel auch für den FCK spricht: Ein Derby bleibt ein Derby. Und spätestens wenn am Freitagabend der Ball im Carl-Benz-Stadion rollt, dürften die Tabellenstände und Ligaunterschiede nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Im Pokal gelten schließlich die eigenen Gesetze – auch wenn man beim FCK vermutlich nichts dagegen hätte, wenn es dieses Mal etwas weniger dramatisch als bei den vergangenen Derbyduellen zugeht. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Rasmussen, Gyamfi, Elvedi – Haas, Sahin, Kunze, Asta – Kanate, Ritter – Berisha Quelle: Treffpunkt Betze

Südwest-Nullnummer : FCK mit Mangelnder Durchschlagskraft

Das 21. Südwestderby zwischen den Roten Teufeln und dem KSC erinnerte an einen sehr taktisch geprägten Boxkampf, in dem der FCK dank Julian Krahl nicht K.O. ging. Zwei Spiele, keine Tore – das ist die bisherige Bilanz der Roten Teufel in dieser Saison. Der Kämpfer in der roten Ecke dominierte die ersten Runden, konnte aber keinen Achtungstreffer landen. Gegen Ende rächten sich die anfänglichen Bemühungen und der KSC übernahm die Kontrolle. Schließlich entging der FCK mit etwas Glück dem K.-o. Unter dem Strich steht ein Punkt. Für mehr – so ehrlich muss man sein – hat es nicht gereicht. Eine weitere Erkenntnis, die schon zuvor bestand, sich durch die Verletzung von Naatan Skyttä aber zunehmend aufdrängt, ist die folgende: Mindestens ein Offensivspieler muss noch eingekauft werden. Würdiger Rahmen – Heiße Atmosphäre Spätestens als KSC-Coach Senft über die Lautrer Standards meckerte, war klar: Das erste Derby dieser Saison würde ein heißer Ritt werden. Die organisierte Fanszene der Roten Teufel präsentierte eine herausragende „Nur der FCK/ Scheiß KSC“-Wechselchoreografie, und auch der Gästeblock brannte. Die Partie war früh von Gelben Karten und Emotionen geprägt und auch die Muster aus dem Spiel gegen Wolfsburg zeigten sich beim FCK wieder: hohes Pressing, Lösungen mit Ball – und leider auch mangelnde Abschlussqualität. Wenn die Roten Teufel in gefährliche Situationen kamen, scheiterte es oft an falschen Entscheidungen und mangelnder Zielstrebigkeit. Das zeigt auch die Statistik: In den letzten sieben Spielen erzielte der FCK nur einen Treffer aus dem Spiel heraus: Simon Astas 2:0 gegen Arminia Bielefeld. Dem Team fehlt die Durchschlagskraft. Karlsruh‘ obenauf – Krahl rettet Julian Krahl avancierte im zweiten Abschnitt zum Matchwinner, zuerst musste der Hintermann gegen Pinto Pedrosas Knie den Kopf hinhalten, konnte dennoch weiterspielen. Mit Beginn der zweiten Stunde wirkte die Heimmannschaft erschöpft, konnte immer weniger Akzente setzen und ließ sich schließlich vom KSC hinten einschnüren. Am Schlussmann der Roten Teufel sollten die badischen Gäste schließlich verzweifeln: Zahlreiche Rettungsaktionen hielten einen Punkt auf dem Betze. Unterm Strich gewinnt der FCK einen weiteren Punkt, bleibt erneut ohne Gegentor und kann sich weiterhin auf eine stabile Defensive verlassen. Der drohende Ausfall von Naatan Skyttä und die Zahnlosigkeit im Angriff sollten jedoch erste Alarmglocken schrillen lassen. Der FCK muss personell noch nachlegen. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze

Nullnummer im Derby: „Wenig zugelassen und füreinander gekämpft”

Das Südwest-Derby endet mit einem 0:0-Unentschieden, wobei die Roten Teufel zwei verschiedene Gesichter zeigten. Spieler und Trainer mit den Stimmen zum Spiel. Von zartem Abtasten war im Derby von Beginn an keine Spur. Die Roten Teufel schnürten die Karlsruher in der eigenen Hälfte ein – einzig der Führungstreffer fehlte, um die fast perfekte erste Halbzeit zu krönen. Kurz vor der Halbzeit kamen die Gäste gefährlich vor das von Julian Krahl gehütete Tor. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste haushoch überlegen, doch Julian Krahl verhinderte mehrfach den Führungstreffer des KSC. Youngster Ibrahim Kanate hatte die gefährlichste Torchance, scheiterte aber am Außennetz. Marlon Ritter, Julian Krahl, Jan Elvedi, Mika Haas und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel. Marlon Ritter: „Dass es hitzig wird, ist ganz normal” „Die erste Halbzeit ging mehr an uns, die zweite mehr an den KSC. Wir konnten nicht mehr richtig Druck ausüben und haben uns zu sehr hinten reindrängen lassen. Bis auf die letzten fünf bis sechs Minuten vor Spielende hatten wir zu wenig Entlastung. Wir haben hinten wieder die Null gehalten, aber leider auch vorne. Bis ins letzte Drittel spielen wir ganz gut, doch am Ende fehlt uns der entscheidende Pass oder die Flanke. Die Leute wollen sehen, dass wir alles geben und dass wir dieses Spiel auf gar keinen Fall verlieren. Das ist uns heute auch wieder gelungen. Dass es dabei auch mal hitzig wird, ist ganz normal. Nächste Woche beim Derby gegen Waldhof Mannheim wird es einen Sieger geben, und ich hoffe, dass wir es sein werden.” Julian Krahl: „Man muss die Jungs loben” „Letzte Woche waren in Wolfsburg alle mit dem Unentschieden zufrieden. Wir hatten heute eine sehr gute Anfangsphase, in der wir das Stadion mitnehmen konnten. Ähnlich wie in Wolfsburg haben wir kurz vor der Halbzeitpause tief verteidigt, aber immer wieder die Momente verpasst, um ins Angriffspressing zu kommen. Wir haben es verpasst, rauszuschieben und für Entlastung zu sorgen. Trotzdem muss man die Jungs loben. Sie haben alles gegeben und zum zweiten Mal in Folge zu Null gespielt. Wir haben wenig zugelassen und füreinander gekämpft.” Jan Elvedi: „Müssen mit dem Punkt leben” „Das Spiel verlief ähnlich wie letzte Woche: Es gab zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wenn es gut läuft, gewinnen wir heute, wenn nicht, verlieren wir. Deswegen müssen wir mit dem Punkt leben. Es ist schade, dass wir so gut ins Spiel starten, dann aber den Faden verlieren und nicht mehr ins mannorientierte Pressing kommen. Aber wir haben jetzt etwas, an dem wir arbeiten können. Wir hätten für mehr Entlastung sorgen und vielleicht mal den Ball tief schlagen müssen, damit alle von hinten rausschieben können, um wieder ins hohe Pressing zu kommen. Das hat uns heute ein wenig gefehlt. Aktuell macht uns stark, dass wir viel kommunizieren und anhand von Videosequenzen viel analysieren.” Mika Haas: „Drang zum Tor hat gefehlt.” „Ich glaube, dass wir trotz des Unentschiedens zufrieden sein können. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind mit der Einstellung reingegangen, heute zu gewinnen. Deshalb hätte ich das 0:0 vor dem Anpfiff nicht unterschrieben. Trotzdem müssen wir die Köpfe nicht hängen lassen. Ich glaube, dass uns der Drang zum Tor gefehlt hat. Wir hätten gieriger sein und aggressiver in Richtung Tor spielen müssen.” Torsten Lieberknecht: „Einem Derby würdig” „Bis zur ersten Trinkpause fand ich uns extrem stark. Danach haben wir den Gegner durch einen eigenen Fehler stark gemacht. Bis dahin haben wir unglaublich viel gepresst und gestresst und hatten immer wieder Ballgewinne. Wir waren mental und physisch sehr intensiv unterwegs. Auch heute muss ich wieder die Defensive loben, die gerade in der zweiten Halbzeit viele Einwürfe und Ecken wegverteidigen musste. Wir sind aber zu selten in die Tiefe gegangen und Ibrahim Kanate hätte den Führungstreffer erzielen müssen. Ab einer gewissen Phase gehörte die zweite Hälfte dem KSC, weil wir den Ball zu schnell verloren haben und die Konter nicht sauber ausgespielt haben. Das Spiel war leidenschaftlich, intensiv und einem Derby würdig.” Quelle: Treffpunkt Betze

Auftakt in die Derbywochen – die Luft knistert

Nach der respektablen Leistung gegen die Wölfe steht für den FCK das erste zweier Südwestderbys an. Flutlicht, Derby, Topspiel – Was gibt es Besseres? Knapp 100 Tage, nachdem sich die Roten Teufel aus dem Fritz-Walter-Stadion in die Saisonpause verabschiedet haben, geht es am Samstag endlich wieder „nuff”. Dabei schürt die noch junge Spielzeit Spannung. Sowohl der FCK als auch die Gäste aus Baden zeigten in ihrer ersten Partie eine gute Leistung. Das macht die traditionell ausgeglichene Partie noch interessanter. Dennoch haben die Pfälzer einen kleinen Vorteil: Seit der Jahrtausendwende haben die Roten Teufel erst einmal gegen die Blau-Weißen auf dem heimischen Rasen verloren. Debakel, Budu-Jubel, Randale – Die letzten Duelle Wenn die zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga aufeinandertreffen, ist Spektakel garantiert – auf und neben dem Platz. In den letzten fünf Duellen fielen im Schnitt vier Tore. Beispielsweise crashte der KSC in der Saison 23/24 die Heimpremiere von Friedhelm Funkel und schoss die Lautrer mit 0:4 in den Tabellenkeller. In der darauffolgenden Saison nahmen die Roten Teufel Revanche, als KSC-Stürmer Zivzivadze nach seinem vermeintlichen Ausgleichstreffer mit der „Psst-Geste“ vor die West trat, nur um kurz darauf diesen Treffer aberkannt zu bekommen und anschließend mit 3:1 nach Hause geschickt zu werden. Richtig Feuer war allerdings in der letzten Begegnung drin: Im Wildpark ging der FCK mit 2:0 in Führung, gab diese wieder aus der Hand, ehe Marlon Ritter eine hochemotionale Partie in der 93. Minute für die Pfälzer entschied. Im Anschluss an die Begegnung stürmten Anhänger der Gastgeber das Stadion und versuchten, in den Gästeblock einzudringen. Diese Ausschreitungen überschatteten die Partie. Bericht aus Baden: Startschuss einer neuen Ära Der KSC befindet sich im ersten Jahr nach Eichner. Sechs Jahre lang stand „Eiche“ an der Seitenlinie der Blau-Weißen. Der Sinsheimer war lange der dienstälteste Zweitligatrainer, doch die schwache vergangene Saison setzte dem ein Ende. Zur neuen Spielzeit sitzt mit Maximilian Senft ein Newcomer auf der Trainerbank. Der Österreicher setzt auf aggressives Pressing, direktes Spiel nach vorne und hohe Intensität in allen Aktionen. Das war bereits beim Heimdebüt des 36-Jährigen ersichtlich: Gegen Bielefeld resultierte das 1:0 aus hohem Pressing, allerdings lud das direkte Karlsruher Spiel die Bielefelder auch zu zahlreichen Chancen ein. Besonders auf KSC-Legende Wanitzek, Doppeltorschütze Broschinski und ein echtes Top-Talent müssen die Lautrer ein Auge haben. Danyal Zor, der kleine Bruder des ehemaligen FCK-Spielers Yasin, spielte sich durch eine starke Vorbereitung in die Startelf der Badener. Mit 19 Jahren legte Zor ein blitzsauberes Profi-Debüt hin und glänzte insbesondere als Taktgeber im defensiven Mittelfeld. Startelf steht – Erste Chance für Schramm? Nach dem guten Auftritt in Wolfsburg dürfte Chefcoach Lieberknecht wohl kaum Personaländerungen vornehmen. Mit Alex Murphy steht den Pfälzern eine weitere Option für die zuletzt starke Defensive zur Verfügung und auch David Schramm dürfte wieder bei 100 % sein. Schramm könnte die starre Doppelsechs, die in Wolfsburg ein Schwachpunkt war, beleben. Allerdings bleibt das bisherige Duo Sahin/Kunze die wahrscheinlichste Option. Paul Joly ist nach abgesessener Sperre zwar einsatzbereit, wird aber – auch aufgrund der Wechselgerüchte – wohl auf der Bank Platz nehmen. Voraussichtliche Aufstellung:Krahl – Rasmussen, Gyamfi, Elvedi – Haas, Sahin, Kunze, Asta – Skyttä, Ritter – Berisha Quelle: Treffpunkt Betze