Lukovic am Betzenberg: Profil, Potenzial und taktische Einordnung

Foto: 1. FC Kaiserslautern

Mit dem 20-jährigen Milos Lukovic hat sich der FCK kurz vor Ablauf des Sommertransferfensters noch einmal offensiv verstärkt.

Der junge Serbe wechselt auf Leihbasis von Racing Strasbourg, wo er seit seinem Wechsel 2024 bisher noch nicht Fuß fassen konnte und sich von Leihe zu Leihe bewegt. Die Analyse zeigt, was der Neuzugang mitbringt, woran es bisher hapert und was möglich sein kann.

Abschlussstärke vor dem Tor

Trotz seines jungen Alters hat Lukovic bereits verhältnismäßig viel Erfahrung gesammelt. Bei der Analyse seiner bisherigen Einsätze fällt auf, dass er insbesondere vor dem Tor Stärken zeigt. Seine Abschlüsse sind nicht nur kraftvoll, sondern meist auch sehr platziert, er bleibt vor dem Torwart ruhig und trifft gute Entscheidungen. Dies spiegelt sich auch in den Statistiken wider: So weist er in der letzten Saison 0,15 xG pro Schuss pro 90 Minuten auf, was für eine gute Qualität seiner Schüsse spricht.

Athletische Defizite: Grenzen im Spiel mit Ball

Eines seiner größten Probleme ist seine eher schwache Athletik. Lukovic ist nicht sonderlich schnell und hat einen hohen Körperschwerpunkt, wodurch seine Bewegung teils unmobil wirkt. Er hat teilweise Schwierigkeiten, sich eigenständig in gute Schusssituationen zu bringen, und ist hierbei vor allem von seiner Körperlichkeit sowie von der Qualität seiner Vorlagengeber abhängig.

Link-Up-Play als Trumpfkarte: Stärken mit Rücken zum Tor

Seine größte Stärke ist hingegen sein Link-Up-Play. Das bedeutet, dass er gut darin ist, sich mit dem Rücken zum gegnerischen Tor zu positionieren, den Ball zu empfangen, sich gegen Gegenspieler durchzusetzen und den Ball anschließend weiterzuleiten. Dabei nutzt er seinen Körper clever und kann sich auch gegen größere Verteidiger behaupten.

Wo passt Lukovic ins FCK-System?

Betrachtet man seine Limitationen und Stärken, bleibt für ihn im aktuellen System von Trainer Torsten Lieberknecht eigentlich nur eine Rolle. In der unten aufgezeigten Darstellung ist eine typische Angriffsformation von Lieberknechts FCK gegen einen 4-4-2-Block zu sehen. Der blau markierte Bereich zeigt dabei jenen Raum, in dem Lukovics Stärken am besten zur Geltung kommen würden.

In Anbetracht dessen müsste er eine der drei offensiven Positionen einnehmen. Für die Position von Ritter oder Skyttä fehlen ihm jedoch die nötige Athletik und die Qualitäten am Ball, während ihm für die Rolle als alleinige Nummer neun die Geschwindigkeit fehlt.

Ausblick: Chancen, Risiken und alternative Optionen

Dies macht es schwierig, ihn ohne systematische Anpassungen in das aktuelle Spielsystem einzugliedern. Denkbar wäre, dass er die „Zehner“-Rolle ausfüllt, dabei jedoch etwas zentraler agiert und die Außenbahn noch stärker von einem der beiden Außenverteidiger übernommen wird. Er würde dann eher als eine Art falsche Neun spielen und könnte seine Link-Up-Fähigkeiten optimal nutzen.

Sollte er auf der klassischen Neun spielen, wäre es wichtig, dass er zwei schnelle Zehner hinter sich hat, die den Raum hinter ihm gezielt hinterlaufen können. Dies wäre beispielsweise mit Kanaté gut vorstellbar. Lukovic würde den Ball empfangen und die Defensivreihe nach vorne ziehen, während Kanaté diese hinterläuft und dann seine Schnelligkeit ausspielen kann.

Alles in allem bleibt es spannend, welche Lösung Trainer Torsten Lieberknecht finden wird. Lukovic ist durchaus kein schlechter Spieler, jedoch sind Bedenken berechtigt, ob er eine Rolle finden wird, in der er wirklich gut ins Team passt. Zudem könnte man diskutieren, ob es für die einzelnen oder vorgeschlagenen Positionen nicht bessere Optionen gegeben hätte, die diese auch vollständig ausfüllen und die kreativen Hemmungen der FCK-Offensive besser hätten beheben können. Lukovic bleibt eine kleine Überraschung, wohlgemerkt allerdings mit relativ niedrigem Risiko.

Quelle: Treffpunkt Betze

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