Das Südwest-Derby endet mit einem 0:0-Unentschieden, wobei die Roten Teufel zwei verschiedene Gesichter zeigten. Spieler und Trainer mit den Stimmen zum Spiel.
Von zartem Abtasten war im Derby von Beginn an keine Spur. Die Roten Teufel schnürten die Karlsruher in der eigenen Hälfte ein – einzig der Führungstreffer fehlte, um die fast perfekte erste Halbzeit zu krönen. Kurz vor der Halbzeit kamen die Gäste gefährlich vor das von Julian Krahl gehütete Tor. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste haushoch überlegen, doch Julian Krahl verhinderte mehrfach den Führungstreffer des KSC. Youngster Ibrahim Kanate hatte die gefährlichste Torchance, scheiterte aber am Außennetz. Marlon Ritter, Julian Krahl, Jan Elvedi, Mika Haas und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel.
Marlon Ritter: „Dass es hitzig wird, ist ganz normal”
„Die erste Halbzeit ging mehr an uns, die zweite mehr an den KSC. Wir konnten nicht mehr richtig Druck ausüben und haben uns zu sehr hinten reindrängen lassen. Bis auf die letzten fünf bis sechs Minuten vor Spielende hatten wir zu wenig Entlastung. Wir haben hinten wieder die Null gehalten, aber leider auch vorne. Bis ins letzte Drittel spielen wir ganz gut, doch am Ende fehlt uns der entscheidende Pass oder die Flanke. Die Leute wollen sehen, dass wir alles geben und dass wir dieses Spiel auf gar keinen Fall verlieren. Das ist uns heute auch wieder gelungen. Dass es dabei auch mal hitzig wird, ist ganz normal. Nächste Woche beim Derby gegen Waldhof Mannheim wird es einen Sieger geben, und ich hoffe, dass wir es sein werden.”
Julian Krahl: „Man muss die Jungs loben”
„Letzte Woche waren in Wolfsburg alle mit dem Unentschieden zufrieden. Wir hatten heute eine sehr gute Anfangsphase, in der wir das Stadion mitnehmen konnten. Ähnlich wie in Wolfsburg haben wir kurz vor der Halbzeitpause tief verteidigt, aber immer wieder die Momente verpasst, um ins Angriffspressing zu kommen. Wir haben es verpasst, rauszuschieben und für Entlastung zu sorgen. Trotzdem muss man die Jungs loben. Sie haben alles gegeben und zum zweiten Mal in Folge zu Null gespielt. Wir haben wenig zugelassen und füreinander gekämpft.”
Jan Elvedi: „Müssen mit dem Punkt leben”
„Das Spiel verlief ähnlich wie letzte Woche: Es gab zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wenn es gut läuft, gewinnen wir heute, wenn nicht, verlieren wir. Deswegen müssen wir mit dem Punkt leben. Es ist schade, dass wir so gut ins Spiel starten, dann aber den Faden verlieren und nicht mehr ins mannorientierte Pressing kommen. Aber wir haben jetzt etwas, an dem wir arbeiten können. Wir hätten für mehr Entlastung sorgen und vielleicht mal den Ball tief schlagen müssen, damit alle von hinten rausschieben können, um wieder ins hohe Pressing zu kommen. Das hat uns heute ein wenig gefehlt. Aktuell macht uns stark, dass wir viel kommunizieren und anhand von Videosequenzen viel analysieren.”
Mika Haas: „Drang zum Tor hat gefehlt.”
„Ich glaube, dass wir trotz des Unentschiedens zufrieden sein können. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind mit der Einstellung reingegangen, heute zu gewinnen. Deshalb hätte ich das 0:0 vor dem Anpfiff nicht unterschrieben. Trotzdem müssen wir die Köpfe nicht hängen lassen. Ich glaube, dass uns der Drang zum Tor gefehlt hat. Wir hätten gieriger sein und aggressiver in Richtung Tor spielen müssen.”
Torsten Lieberknecht: „Einem Derby würdig”
„Bis zur ersten Trinkpause fand ich uns extrem stark. Danach haben wir den Gegner durch einen eigenen Fehler stark gemacht. Bis dahin haben wir unglaublich viel gepresst und gestresst und hatten immer wieder Ballgewinne. Wir waren mental und physisch sehr intensiv unterwegs. Auch heute muss ich wieder die Defensive loben, die gerade in der zweiten Halbzeit viele Einwürfe und Ecken wegverteidigen musste. Wir sind aber zu selten in die Tiefe gegangen und Ibrahim Kanate hätte den Führungstreffer erzielen müssen. Ab einer gewissen Phase gehörte die zweite Hälfte dem KSC, weil wir den Ball zu schnell verloren haben und die Konter nicht sauber ausgespielt haben. Das Spiel war leidenschaftlich, intensiv und einem Derby würdig.”
Quelle: Treffpunkt Betze





