FCK erkämpft drei Punkte auf St. Pauli

Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Seit 2014 hatte der FCK am Millerntor nicht mehr gewonnen, diese Serie ist nun beendet. Gute Defensivarbeit, Kampf und etwas Glück ebneten den ersten Lautrer Saisonsieg.

Vor dem Spiel sprachen jedoch einige Faktoren für die Roten Teufel: Der FC St. Pauli konnte bislang nicht von einem gelungenen Start in die neue 2. Liga-Saison sprechen. Nach zwei Unentschieden zum Auftakt folgte das frühe Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Rot-Weiss Essen.

Trotz Siegeswille zu passiv

Insbesondere in der ersten Halbzeit erinnerte die Partie an typische Auswärtsspiele unter Torsten Lieberknecht. Der FCK agierte sehr zurückhaltend und ließ St. Pauli teilweise bis ins letzte Drittel marschieren. Offensiv setzte man vor allem auf lange Bälle, die jedoch meist nicht konsequent genug ausgespielt wurden.

Kompakte Defensive bleibt größte Stärke

Die passive Herangehensweise darf durchaus kritisiert werden. Dennoch muss man fairerweise sagen, dass sie über weite Strecken ihren Zweck erfüllte. Gegen die tief stehende Fünferkette der Lautrer tat sich St. Pauli extrem schwer. Wie bereits in den Spielen zuvor war der Weg über die zentrale Mittelfeldachse die einzige verlässliche Möglichkeit, zu Chancen gegen den FCK zu kommen. Genau hier zeigt sich aber auch die größte Schwäche der Roten Teufel: Sobald der Gegner geduldig bleibt und die Räume eng macht, fehlt es an Alternativen.

Endlich Tore in der regulären Spielzeit

Mit dem 1:0 durch Erencan Yardimci und dem 2:0 durch den für ihn eingewechselten Thierry Fidjeu-Tazemeta erzielte der FCK nicht nur seine ersten Tore in der neuen 2. Liga-Saison, sondern auch die ersten in der regulären Spielzeit. Nichtsdestotrotz muss festgehalten werden: Das erste Tor war eher Glück als Absicht und beruhte auf einer sehr starken Einzelaktion von Erencan Yardimci. Auch das zweite Tor entstand primär durch eine individuell starke Leistung. Die offensiven Probleme sind damit keineswegs gelöst, aber zumindest ist der Knoten vor dem Tor geplatzt.

Spielernoten:

Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.

Julian Krahl: 3

Oft schwach mit dem Ball am Fuß, dazu Unsicherheiten in der Strafraumbeherrschung wie beim Gegentor.

Mika Haas: 3

Sehr gut nach vorne gearbeitet, defensiv aber nicht immer zu 100% in den Duellen.

Jacob Rasmussen: 2-

Der beste ballspielende Innenverteidiger des FCK. Ruhe und Sicherheit in seinen Aktionen.

Maxwell Gyamfi: 2

Zeigte eine sehr gute Leistung. Das Positionsspiel könnte teilweise noch besser sein, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Jan Elvedi: 2+

Heute der stärkste Innenverteidiger: sehr sicher, kontrolliert und kaum anfällig für Fehler.

Paul Joly: 3

Viele gute Läufe nach vorne, mit dem Ball am Fuß aber teilweise zu fehleranfällig.

Semih Sahin: 3-

Vor allem in der zweiten Halbzeit besser geworden. Seine Entscheidungsfindung war über 90 Minuten jedoch häufig unpassend.

Fabian Kunze: 5

Von Beginn an unsicher, viele unnötige und gefährliche Ballverluste. Verschuldete das 1:2.

Marlon Ritter: 4+

Bis auf seinen einen Abschluss wenige erfolgreiche Aktionen, vor allem in den Duellen ziemlich schwach.

Ibrahima Kanaté: 4+

Hat viel versucht, war aber zu oft auf sich allein gestellt und dann ohne die passenden Antworten.

Erencan Yardımcı: 3+

Sehr gute Aktion beim Tor, darüber hinaus aber kein wirklicher Mehrwert für die Offensive.

Thiery Tazemeta: 2-3

Ähnlich wie Yardimci: Abgesehen von seiner herausragenden Toraktion kaum offensiver Output, leitete dennoch stark Berishas Großchance ein.

Mario Sauer: 3

Undankbarer erster Einsatz, dennoch gute Ansätze gezeigt.

Mergim Berisha: 5

Vergab das 3:1, steckt zudem seit einiger Zeit in einem Formtief.

Leon Robinson: 3

Sicherer als Kunze, aber man merkte die fehlende Praxis in der letzten Zeit.

Quelle: Treffpunkt Betze

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