FCK-Insights: Im letzten Drittel hapert´s

Foto: Andreas Leiner

Auch das Spiel gegen den KSC hat offengelegt, dass es den Roten Teufeln im letzten Drittel an Überzeugung und Ideen mangelt. Auch die Statistiken bestätigen diesen Eindruck.

Endlich wieder Heimspiel, und dann gleich ein Derby gegen die Badenser aus Karlsruhe! Im Grunde war alles angerichtet für einen dieser besonderen Fußballabende auf dem Betzenberg. Und stimmungstechnisch war es wie erwartet auch einer dieser Abende. Ergebnistechnisch leider nicht, denn wie schon gegen Wolfsburg stand am Ende sowohl vorne als auch hinten die Null, was zu sowohl positiven als auch negativen Erkenntnissen führt.

Ausgeglichenes Spiel mit zwei Gesichtern

Ein Blick auf die Statistiken des Spiels erklärt, warum am Ende des intensiven Derbys keine der beiden Mannschaften als Sieger vom Platz ging. Denn diese zeugen von einer sehr ausgeglichenen Partie. So hatte der FCK mit 51 Prozent Ballbesitz (bundesliga.de) in dieser Hinsicht hauchzart die Nase vorne, wohingegen die Gäste bei der Anzahl gewonnener Zweikämpfe mit 89 zu 88 (bundesliga.de) knapp vorne lagen. In der ersten Hälfte waren die Lautrer das etwas bessere Team, in der zweiten Hälfte dann der Karlsruher SC. Auch bei der Passquote verzeichneten beide Mannschaften mit 79 Prozent denselben Wert (bundesliga.de). Ein Wert, der einerseits zeigt, dass beide Teams in der Passqualität noch Luft nach oben haben, und der andererseits erklärt, warum auf beiden Seiten richtig gute Torchancen Mangelware waren. 

Auch über die Zweikampfquote hinaus kann hinsichtlich der Intensität keine Kritik geübt werden. Beide Mannschaften lieferten sich einen intensiven Kampf. Der KSC lief am Ende knapp drei Kilometer mehr (110,03 km vs. 113,08 km, kicker.de). Dies bestätigt den Eindruck, dass die Gäste in der zweiten Hälfte zielstrebiger und aktiver waren. Die xG-Werte von 1,06 vs. 1,19 (bundesliga.de) verfestigen den Eindruck, dass letztlich eine gerechte Punkteteilung zweier eher ungefährlicher Mannschaften stand.

Ein überzeugender Kunze 

Während Abräumer Fabi Kunze in Wolfsburg wenig überzeugen konnte, erwischte die Nummer 6 der Roten Teufel im Derby gegen den KSC einen richtig guten Tag. Auch wenn dem 28-Jährigen gerade im Spiel mit dem Ball am Fuß nicht immer alles gelang, zeigte er kämpferisch eine bärenstarke Leistung. Kunze nahm das Derby von Beginn an an, kämpfte unermüdlich, gewann 12 Zweikämpfe und damit die meisten aller eingesetzten Spieler (bundesliga.de). Zudem legte der Rechtsfuß mit 10,7 km Laufleistung (bundesliga.de) die größte Distanz seines Teams zurück. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen und in Mannheim anknüpfen.

Krahl als sicherer Rückhalt

Wie schon im Gastspiel in der Volkswagen Arena konnte Schlussmann Julian Krahl überzeugen und sich mit einer weißen Weste belohnen. Diese hat sich der 26-Jährige mit acht starken Paraden (fotmob.com) hart erarbeitet. Dabei bügelte der Torhüter der Roten Teufel auch mehrfach Patzer seiner Vorderleute aus und bewies große Konzentration. Für seinen starken Auftritt wurde „Kralle“ von der Plattform fotmob.com mit einer Wertung von 8,4 zum Spieler des Spiels gekürt.

Einziger Kritikpunkt an der Leistung des Fanlieblings war wie so oft sein Spiel mit dem Ball am Fuß. Die Statistiken von 67 Prozent allgemeiner Passgenauigkeit sowie gerade einmal sieben von 18 genauen langen Bällen (beides fotmob.com) offenbaren deutliches Verbesserungspotenzial. Bei seiner ansonsten starken Leistung ist dies jedoch nur das berühmt-berüchtigte Haar in der Suppe.

Weitere Statistiken:

Pässe: 379 vs. 363

Torschüsse: 11 vs. 13

Flanken: 14 vs. 10

Flankenquote: 21% vs. 30%

Ecken: 4 vs. 11

Hinten stark, vorne zu blass

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass der FCK in beiden Spielen gegen gute Zweitligisten mit seiner defensiven Stabilität überzeugen konnte. Karlsruhe fand zwar zu Chancen, richtig hochkarätig waren diese aber fast nie. Dies ist insbesondere das Ergebnis der mutigen und in der Anfangsphase sehr gut funktionierenden hohen und aggressiven Manndeckung, die die Roten Teufel spielten. 

Im Offensivspiel blieben die Pfälzer jedoch ein zweites Mal in Folge blass. Bis zum letzten Drittel lief der Ball, gerade im ersten Durchgang, immer wieder richtig gut. Doch in der letzten Aktion, im letzten Pass, fehlte den Männern in Rot die Überzeugung und Konsequenz. Hier müssen sich die Roten Teufel dringend steigern, um sich in den kommenden Begegnungen für ihre gute Defensivleistung mit mehr als nur einem Punkt belohnen zu können.

Quelle: Treffpunkt Betze

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