Mit dem Abschied von Avdo Spahic verliert der FCK nicht nur einen langjährigen Torhüter, sondern auch einen der loyalsten Profis der vergangenen Jahre. Ein Blick zurück auf sieben bewegte Jahre als Roter Teufel.
Wenn ein Spieler in sieben Jahren lediglich auf 51 Pflichtspieleinsätze kommt, würde man bei den meisten Akteuren wohl eher von einem Missverständnis sprechen. Verlässt dieser Spieler den Verein am Ende dennoch als Fanliebling, muss er vieles richtig gemacht haben. Avdo Spahic hat genau das getan.
Ein sicherer Rückhalt
Im Sommer 2019 wechselte Avdo Spahic vom Drittliga-Absteiger Energie Cottbus zum 1. FC Kaiserslautern. Zunächst war er als Ersatzmann für Eigengewächs Lennart Grill eingeplant, der als großes Torwarttalent galt und entsprechend gefördert werden sollte. Das Potenzial des jungen Keepers blieb nicht lange unentdeckt. Anfang April 2020 sicherte sich Bayer Leverkusen die Dienste von Grill. Nachdem der Klassenerhalt der Roten Teufel feststand, entschied sich FCK-Trainer Boris Schommers dazu, seiner Nummer zwei in den letzten vier Saisonspielen die Chance zu geben, sich für die Nachfolge im Lautrer Tor zu empfehlen.
Und der junge Deutsch-Bosnier, der bereits am 29. Spieltag beim 1:1-Heimspiel gegen 1860 das Tor für den gelbgesperrten Grill hütete, nutzte seine Chance eindrucksvoll. In den vier Spielen kassierte er zweimal ein Gegentor und hielt zweimal seinen Kasten sauber. Eine starke Bilanz und ein so guter erster Eindruck, dass die sportlichen Verantwortlichen sich dazu entschieden, Spahic für die kommende Spielzeit als Nummer eins einzuplanen. Dieses Vertrauen zahlte Spahic zurück. In der sportlich sehr schwierigen Spielzeit 20/21, in der der FCK bis zuletzt um seine Existenz und das Dasein im Profifußball bangen musste, ging der Torhüter mit starken Leistungen voran. Gerade im Saisonendspurt avancierte er mit überragenden Paraden zu einem Leistungsträger und einem Helden der Vereinsgeschichte. Was ohne diese guten Leistungen des Schlussmanns hätte passieren können, möchte man sich gar nicht ausmalen.
Loyaler Musterprofi
Nach seiner ersten Saison als Stammtorhüter schien Spahic endgültig auf dem Betzenberg angekommen zu sein. Als Leistungsträger und vermeintlich gesetzte Nummer eins ging er in die Sommerpause. Doch nach der Rückkehr musste er sich einem offenen Konkurrenzkampf mit Nachwuchstorwart Matheo Raab stellen. Bekanntlich setzte sich Raab durch und wurde zur neuen Nummer eins – eine Entscheidung, die sich rückblickend als richtig erwies.
Umso bemerkenswerter ist jedoch, wie Spahic mit dieser Situation umging. Trotz der Enttäuschung akzeptierte er seine neue Rolle ohne öffentliche Kritik. Kein böses Wort, kein Murren – weder in jener Saison noch in den darauffolgenden Jahren. Stattdessen stellte er sich weiterhin in den Dienst der Mannschaft. Die Nummer 30 des FCK arbeitete stets professionell, gab im Training Vollgas und war gleichzeitig ein Garant für gute Stimmung. Wer die „Kurze Frage“-Videos oder Interviews mit ihm verfolgte, konnte sich davon selbst überzeugen. Selbst als Nummer drei in der 2. Bundesliga strahlte Spahic stets Positivität aus und verkörperte die Eigenschaften eines Musterprofis wie kaum ein anderer.
Mach´s gut Avdo!
Dass sich die Wege von Avdo Spahic und dem 1. FC Kaiserslautern irgendwann trennen würden, war abzusehen. Bereits in den vergangenen Transferperioden hatten viele Fans mit seinem Abschied gerechnet. Dennoch schmerzt dieser Schritt der Fanseele.
Denn mit Avdo Spahic verliert der FCK nicht einfach nur seine Nummer drei. Der Verein verliert einen Spieler, wie man ihn sich in jedem Kader wünscht: zuverlässig, loyal und jederzeit bereit, alles für die Mannschaft zu geben. Einen Profi, der in der wohl dunkelsten Phase der Vereinsgeschichte maßgeblich dazu beitrug, den Absturz des FCK zu verhindern. Einen Spieler, der mit seinen sieben Jahren der dienstälteste Akteur im Kader war.
Sieben Jahre sind eine lange Zeit im Fußball – erst recht beim FCK, wo personelle Veränderungen traditionell zum Alltag gehören. Vom Abstiegskampf in der 3. Liga über die Rückkehr in die 2. Bundesliga bis hin zum DFB-Pokalfinale in Berlin: Spahic und der FCK haben gemeinsam nahezu alles erlebt. Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen und Danke zu sagen. Danke für die vielen lustigen Momente. Danke für das tadellose Verhalten. Danke für die Heldentaten, die den Lautrer Absturz in die Bedeutungslosigkeit verhindert haben. Mach’s gut, Avdo, und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg!
Quelle: Treffpunkt Betze





