Erwachsene Leistung gegen schwache Lilien

Foto: Andreas Leiner

Unser Programmtipp für heute Abend im Ersten: „FloKo Darmstadt: Drei Stiche ins Lilienherz“. Wer beim Titel denkt, es war bestimmt der Gärtner, der irrt sich. Torsten Lieberknecht und sein Team fertigten den SV Darmstadt mit beeindruckender Souveränität ab, bleiben ungeschlagen und sind das Abwehrbollwerk der Liga.

Duijvestijn zielt zu hoch

Die ersten 30 Minuten waren sehr turbulent. Beide Teams versuchten, schnell nach vorne zu spielen, wurden dabei aber häufig vom guten Gegenpressing oder ihren eigenen Fehlern gestoppt. In der 28. Minute verwechselte Kunze an der Strafraumkante dann das Sprunggelenk von Noah Weishaupt mit dem Ball. Folgerichtige Entscheidung: Elfmeter. Lance Duijvestijn, der das Erbe von Lidberg und Hornby antreten sollte, trat an und knallte den Ball an die Latte. Ab diesem Zeitpunkt übernahm der FCK immer mehr die Kontrolle und ging kurz vor der Pause nach einer schönen Kombination über die linke Außenbahn durch den Startelfdebütanten Mario Sauer in Führung.

SVD ohne Chance

In der zweiten Halbzeit verstärkten sich die Machtverhältnisse weiter. Zitat aus dem Kicker-Ticker: „Nach mehr als einer Viertelstunde in Halbzeit zwei stellt sich die Frage, was Darmstadt hier eigentlich anbieten möchte.“ Der FCK machte weiter Druck und belohnte sich nach einem Einwurf des starken Tazemeta. Spätestens damit war vielen klar, dass es heute nicht mehr schiefgeht. Mit dem Schlusspfiff erzwang Berisha noch ein Eigentor von Yannik Lührs zum 3:0-Endstand, nachdem er zuvor eine Großchance ausgelassen hatte.

Kollektiv auf das nächste Level gehoben

Der FCK fand im Spiel gegen Darmstadt die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagskraft. Etwas, das in den ersten Spielen noch nicht ganz gestimmt hat. Das liegt einerseits an der taktischen Ausrichtung unter Lieberknecht, bei der klar zu sehen ist, dass man sich über den Sommer in allen Bereichen weiterentwickelt hat. Andererseits liegt es an der individuellen Entwicklung einiger Spieler und dem guten Händchen auf dem Transfermarkt. Mit Sauer und Tazemeta trafen direkt zwei Neuzugänge, wie schon letzte Woche gegen St. Pauli. Ja die Saison ist noch jung und der FCK-Fan ist von Natur aus schnell euphorisch, wenn es nach oben geht. Und dennoch spricht vieles dafür, dass der FCK sich auf einem guten Weg befindet.

Die Spielernoten:

Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.

Julian Krahl: 2

Weitest gehend beschäftigungslos. Hält zum vierten Mal in der Saison die Null

Mika Haas: 2-

Machte viel Betrieb nach vorne, teilweise fehlte die Genauigkeit

Jacob Rasmussen: 2

Gewohnt stark am Ball, lies im Kollektiv wenig zu

Maxwell Gyamfi: 1-2

Bärenstarker Zweikämpfer, hatte Smit über die gesamte Zeit in der Tasche

Jan Elvedi: 1-2

Ebenfalls stark im Zweikampf, überragende Grätsche in der 56. minute

Paul Joly: 3+

Offensiv bemüht, defensiv ein paar mal wackelig gegen Weishaupt

Semih Sahin: 1-2

Taktgeber im Mittelfeld, starke Vorlage zum 1:0 und zum 3:0

Fabian Kunze: 3-4

Verursachte den Elfmeter, danach sehr bemüht den Fehler wieder gut zu machen

Marlon Ritter: 2-3

Offensiv immer wieder Gefahrenherd, meist ohne Belohnung

Mario Sauer: 2-3

Erzielte stark das 1:0, abseits davon gute Ansätze, mehr aber auch nicht

Thierry Tazemeta: 1

Überragende Dynamik, war meistens nicht zu halten, belohnte sich mit dem 2:0

Mergim Berisha: 3-4

Erzwang das 3:0, vergab davor eine Großchance

Simon Asta : 3-4

Wie gewohnt eine Bank mit Offensivtrieb

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