Spätes Siegtor bringt Erlösung – Ereignisreiches Südwestderby

In der ersten Runde des Pokals traf der FCK auf den Erzfeind SV Waldhof Mannheim. Seit 30 Jahren hatte man gegen diesen Gegner nicht mehr verloren – Fans und Mannschaft waren sich einig: Daran sollte sich auch diesmal nichts ändern. Die sportlichen Vorzeichen waren schwer zu bewerten: Der FCK startete zwar ohne Gegentor in die Saison der 2. Liga, konnte selbst aber noch nicht erfolgreich vor dem Tor werden. Der SV Waldhof hingegen durfte nach zwei stabilen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock durchaus von einem guten Saisonstart sprechen. Nervöse Spieler – heiße Ränge Wie für ein Derby typisch, war beiden Teams von Anfang an eine gewisse Grundnervosität anzumerken. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was den offensiven Drang etwas bremste. Gegen Ende der regulären Spielzeit hatte der FCK dann eine gute Phase mit Tazemeta und Berisha und konnte direkt zwei hochwertige Chancen hintereinander erspielen. Die zweite Halbzeit plätscherte mit vereinzelten Möglichkeiten auf beiden Seiten vor sich hin und war wie bereits die erste durch zahlreiche Unterbrechungen geprägt. Rauchbildungen und Verzögerungen durch auf den Platz geworfene Gegenstände brachten das Spielgeschehen immer wieder ins Stocken, was den Mannschaften sichtlich anzusehen war.Kanates Treffer in der 120. Minute war dann natürlich der krönende Abschluss für jeden FCK-Fan: eine gute Einzelaktion, gepaart mit einem absoluten Sonntagsschuss, der den Kurpfälzern das Herz brach. Spielerische Sorgen bleiben Bei aller Freude muss jedoch auch festgehalten werden, dass sich dieselben Probleme, die schon in den ersten Ligaspielen zu beobachten waren, auch gestern durch die gesamte Partie zogen.Immer wieder war der FCK im Mittelfeld nicht kompakt genug, was vor allem bei höheren Ballverlusten schnell zu guten Umschaltsituationen für den SV Waldhof Mannheim führte.Auch offensiv fehlt dem FCK teilweise ein klares Konzept, um kompakte Defensiven aufzubrechen und zu Torchancen zu kommen. Die Elf von Thorsten Lieberknecht ist hier noch zu stark von Umschaltsituationen abhängig. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze
Pokalkracher in Mannheim: “Nicht weiterkommen, Derbysieg!”

Am Freitag steht der Pokalkracher schlechthin an. Nach viereinhalb Jahren trifft der FCK im Carl Benz Stadion in Mannheim endlich wieder auf den Erzrivalen vom Rheinufer. Zwei Stammkräfte könnten ausfallen. Das zweite Südwestderby in Folge ist nicht nur für die Beteiligten ein echtes Highlight: Ganz Fußballdeutschland dürfte in dieser ersten Pokalrunde auf diese Partie blicken. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin, Owen Gibs und Naatan Skyttä verzichten. Zudem sind Julian Krahl und Simon Asta fraglich. Torflaute: „Irgendwer in Rot wird den Ball über die Linie drücken“ Die Torflaute der letzten Spiele bereitet Torsten Lieberknecht keine Sorgen. „Wir wissen, was wir können, und wir wissen, in welchen Phasen wir Zugriff wollen und wann wir uns zurückziehen. Das können wir bestimmen.“ Besonders die defensive Stabilität lobt der Bad Dürkheimer: „Diese Stabilität gegen Wolfsburg und den KSC wollen wir beibehalten und das Spiel nicht chaotisch werden lassen.“ Derbystimmung in Lautern: “Der Sieg zählt” „Seit dem Tag der Auslosung ist das Derby ein Thema. Das hat uns in der Vorbereitung betroffen, das spürt man in der Stadt“, fasst der Cheftrainer die Derbystimmung rund um den Verein zusammen. „Hier geht es nicht um den Pokal oder ums Weiterkommen, einzig der Derbysieg zählt.“ Gleichzeitig appelliert Lieberknecht an „Balance, um nicht am Druck zu zerbrechen”. Man muss das Fußballspiel betrachten.“ Torwartfrage in Mannheim: “Wettrennen mit der Zeit” Neben den sicheren Ausfällen droht vor allem der Ausfall von Julian Krahl, der zuletzt zum Matchwinner avancierte. „Julian hat unter der Woche im Training Probleme mit den Adduktoren gemeldet. Wir können nicht sicher sein, ob er bis Freitag fit ist. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit.“ Bei der Auswahl eines möglichen Vertreters schwankt der 53-Jährige zwischen Yannick Onohiol und Enis Kamga. Hier spricht Lieberknecht von einer „Bauchentscheidung”. Auch Simon Asta könnte nicht rechtzeitig zum Pokalduell fit werden. 3416 Gästefans werden mit nach Mannheim reisen. Quelle: Treffpunkt Betze
Next Generation Betze 3.0: Die nächste Reihe rückt nach

Zum dritten Mal richten wir den Blick auf die Talente aus dem Nachwuchs des FCK. Welche Spieler sollte man im Auge behalten und wer könnte perspektivisch den Sprung zu den Profis schaffen? Der FCK hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass der Weg vom Fröhnerhof zu den Profis wieder kürzer werden kann. Gleichzeitig rücken im Nachwuchs weitere Talente nach, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Im dritten Teil unserer Talent-Rundschau stellen wir fünf Spieler vor, die aktuell ganz unterschiedliche Schritte in ihrer Entwicklung gehen. Vom 16-jährigen Spielgestalter auf der Sechs bis zum U19-Kapitän, der inzwischen im Regionalliga-Kader angekommen ist, richtet sich der Blick diesmal vor allem auf die Defensive. David Schnoor (16) : Defensives Mittelfeld U17 Mit Dion Hofmeister und David Schramm hat der FCK auf der Sechs bereits zwei Talente hervorgebracht, die wir zuvor in diesem Format vorgestellt haben und die mittlerweile den Sprung in den Profikader geschafft haben. David Schnoor könnte der Nächste sein. Der 16-jährige Deutsch-Vietnamese spielt seit der Rückrunde der vergangenen Saison für die U17 der Roten Teufel. Er hat gerne den Ball am Fuß, ist beidfüßig, passsicher und übernimmt im Mittelfeld immer wieder die Rolle des Spielgestalters. Dabei sucht er gerne den Weg nach vorne und schreckt auch vor dem einen oder anderen Fernschuss nicht zurück. Dass sein Spiel aber nicht nur vom Ballbesitz lebt, zeigen auch die Daten von Eyeball. Mit 11,74 Ballgewinnen pro 90 Minuten arbeitet er viel gegen den Ball, während 9,56 Vorwärtspässe seinen Drang unterstreichen, das Lautrer Spiel nach vorne zu bringen. Der 16-Jährige steht noch am Anfang seiner Entwicklung, bringt aber ein interessantes Profil für die Sechserposition mit. Er könnte sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt durch die höheren Nachwuchsmannschaften am Fröhnerhof spielen. Nikita Gendelmann (17) : Innenverteidigung U19 Von außen betrachtet hatte Nikita Gendelmann ein fast perfektes Jahr hinter sich. Der in Trier geborene Spieler war in der abgelaufenen Saison absoluter Stammspieler und eine feste Säule der U17-Mannschaft, die sich für die A-Liga qualifizieren konnte. Laut Wyscout gehört der 1,86 Meter große Verteidiger mit 1,1 geblockten Schüssen pro Spiel zu den besten Spielern Deutschlands in dieser Statistik. Auch seine übrigen Defensivwerte bewegen sich im durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Bereich. Besonders bei den Statistiken, die für Aggressivität stehen, weiß Gendelmann zu überzeugen: Geblockte Schüsse, Tacklings und gewonnene Defensivduelle zählen zu seinen Stärken. Im April mündete seine Entwicklung schließlich in einer Vertragsverlängerung, die im Stadion gemeinsam mit Sportdirektor Marcel Klos präsentiert wurde. Im Mai folgte der nächste Höhepunkt: Gendelmann wurde zum DFB-U17-Perspektivlehrgang eingeladen und durfte sich beim Spiel gegen die Westfalenauswahl erstmals das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen. Yannis Sahib (17) : Innenverteidigung U19 Zu Beginn der vergangenen Saison bildete Yannis Sahib gemeinsam mit Nikita Gendelmann noch die Innenverteidigung der U17. In der Rückrunde folgte für den damals 16-jährigen Deutsch-Marokkaner bereits der Sprung in die U19, in der er sich schnell zu einer festen Säule in der A-Liga entwickelte. Als Linksfuß übernimmt Sahib bevorzugt den linken Part in der Innenverteidigung, kann bei Bedarf aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt werden. Seine Stärken liegen vor allem in der Zweikampfführung und im aggressiven Verteidigen nach vorne. Entwicklungspotenzial gibt es dagegen noch in der Spieleröffnung: Sahib könnte mit dem Ball am Fuß häufiger selbst dribbeln und so das Spiel nach vorne antreiben. In seiner Spielweise erinnert er dabei ein wenig an Maxwell Gyamfi: Er zeigt viele Defensivaktionen, bringt viel Dynamik ins Spiel und hat die Fähigkeit, in direkten Duellen immer wieder Fouls für die eigene Mannschaft herauszuholen. Mit dem Ball besteht hingegen noch Luft nach oben. Der 17-jährige Jungprofi dürfte auch in dieser Saison eine feste Säule der U19 des 1. FC Kaiserslautern sein und dort die nächsten Schritte in seiner Entwicklung machen. Samet Acar (18) : Rechtsverteidiger, U19 Durch seine Spielweise gehört Samet Acar sicherlich zu den auffälligeren Akteuren der U19 des 1. FC Kaiserslautern. Der türkische U18-Nationalspieler zeichnet sich vor allem durch eine hohe Intensität gegen den Ball aus, was sich auch in seinen individuellen Statistiken widerspiegelt. Im Vergleich mit anderen Spielern der U19-Nachwuchsliga lagen Acars Defensivwerte in der vergangenen Saison in vielen Bereichen über dem Durchschnitt. Laut Wyscout fing er 7,62 Bälle pro 90 Minuten ab und gewann 61,9 Prozent seiner Defensivduelle. Gerade für das von Eimen Baffoun geforderte Pressing und das aktive Verteidigen nach vorne bringt Acar damit das passende Profil mit. Seine aggressive Spielweise hat allerdings auch eine Kehrseite: Er geht manchmal mit hohem Risiko in Zweikämpfe, was zu unnötigen Fouls und Karten führt. Mit 7,67 progressiven Pässen pro 90 Minuten zeigt er zudem ordentliche Ansätze im Spiel mit dem Ball, ohne dort bislang ähnlich hervorzustechen wie bei der Verteidigung. Nachdem Acar in der Vorrunde der vergangenen Saison noch überwiegend Ergänzungsspieler war, entwickelte er sich in der A-Liga-Hauptrunde zum Stammspieler. Setzt er diese Entwicklung fort, könnte er perspektivisch auch für höhere Aufgaben interessant werden. Mit seiner intensiven und bisweilen leicht provokanten Spielweise bringt er jedenfalls ein Profil mit, das auf dem Betzenberg durchaus Anklang finden könnte. Linus Tautenhahn (18): Innenverteidigung/Rechtsverteidigung U21 Linus Tautenhahn ist auf dem Fröhnerhof längst kein Unbekannter mehr. Der gebürtige Mainzer trägt seit 2017 das Trikot der Roten Teufel und führte die U19 in der vergangenen Saison als Kapitän aufs Feld. Der 18-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Abwehrseite spielen und bringt sich mit seinen Dribblings immer wieder ins Spiel nach vorne ein. Wie stark seine vergangene Saison war, zeigen auch die Daten von Wyscout. Mit 74,3 Prozent gewonnenen Defensivduellen erreichte er einen Elitewert und gehörte deutschlandweit zu den besten zehn Prozent auf seiner Position. Auch bei seinen Defensivaktionen und geblockten Schüssen bewegte er sich deutlich über dem Durchschnitt. Entwicklungspotenzial besteht dagegen noch in puncto Disziplin sowie im kontrollierten Spielaufbau und Passspiel. Dass man ihm beim FCK den nächsten Schritt zutraut, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison. Neben Einsätzen für die U21 durfte er auch schon bei der Profimannschaft mittrainieren. Mittlerweile gehört er fest zum Regionalliga-Kader und bekommt dort die Chance, sich dauerhaft im Herrenfußball zu beweisen. Wer Schafft es? Wie schnell es im
Von der Champions League in die Pfalz – FCK leiht Murphy

Großer Name für den FCK: Alex Murphy wechselt für ein Jahr vom Woltemade-Club Newcastle United in die Pfalz. Der Linke Außenverteidiger spielte zuletzt für die U21 der “Magpies”, kam aber dennoch auf einen Champions League Startelfeinsatz gegen Qarabağ Ağdam. Spannend: nach Ji-Soo Kim ist es die zweite Leihe aus der Premier League, die Marcel Klos eintüten kann. Der Ire kann zudem sowohl als Links- als auch Innenverteidiger auflaufen. Die Pressemeldung des 1. FC Kaiserslautern: Der im Jahr 2004 geborene Murphy wechselte im Alter von 18 Jahren zu Newcastle United in die englische Premier League. Dort trainierte er von Beginn an mit der Profimannschaft, absolvierte aber auch einige Spiele für die U21 von Newcastle, in denen er mehrfach die Kapitänsbinde trug. Der ausgebildete Defensivspieler ist im Defensivverbund flexibel einsetzbar und kann sowohl auf der linken Außenverteidigerposition als auch auf der Innenverteidigerposition eingesetzt werden. Alex Murphy debütierte in der U18 für die Nationalmannschaft der Republik Irland und spielte seitdem sowohl für die U19- als auch die U21-Auswahl seines Heimatlandes. Vor der Sommerpause wurde der 22-Jährige zudem erstmals in den Kader der irischen A-Nationalmannschaft berufen. Klos: “hohe Qualität“ „Alex hat bei seinen bisherigen Stationen bereits unter Beweis gestellt, dass er trotz seines jungen Alters über eine hohe Qualität verfügt und dadurch auch Verantwortung auf dem Platz übernehmen kann. Zu seinen Stärken zählen seine Positionsflexibilität sowie seine Spielkontrolle und passt zudem zu unserer aggressiven Spielweise gegen den Ball. Wir freuen uns, mit ihm einen weiteren talentierten Spieler für uns zu gewinnen, der vom Anforderungsprofil in unsere Kaderplanung passt“, so FCK-Sportdirektor Marcel Klos zum Neuzugang. Murphy: “Der 1. FC Kaiserslautern ist ein großer Verein” „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Der 1. FC Kaiserslautern ist ein großer Verein und ich kann es kaum erwarten, mein erstes Spiel in diesem unglaublichen Stadion zu spielen. Ich möchte hier die nächsten Schritte in meiner Entwicklung machen und mit dem Team in dieser Saison so erfolgreich wie möglich sein“, blickt Alex Murphy seiner Spielzeit auf dem Betze entgegen. Quelle: Treffpunkt Betze / 1. FC Kaiserslautern
Ein Punkt beim Topfavoriten – doch wie kam es dazu?

Mit dem 0:0 am Samstagabend kann Kaiserslautern daher sicherlich gut leben. Doch welche taktischen Mittel machten diesen Punktgewinn möglich und woran muss der FCK im Saisonverlauf noch arbeiten? Treffpunkt Betze Taucht tief in den Matchplan der Roten Teufel ein. Die taktische Grundordnung des FCK Torsten Lieberknecht setzte auf eine 3-4-2-1-Grundordnung, die sich im Spielaufbau teilweise veränderte. Meist formierte sich der FCK in einem 3+1-Aufbau: Maxwell Gyamfi bildete den tiefsten Punkt, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi positionierten sich etwas breiter davor. Fabian Kunze rückte als zusätzliche Anspielstation im Mittelfeld auf und wurde häufig von Robert Glatzel oder Muhammed Mehmet Damar zugestellt. Breite und hohe Außenbahnspieler Mika Haas und Simon Asta rückten sehr weit auf und standen teilweise auf der Höhe der offensiven Spieler. Durch ihre Positionierung an der Außenlinie wurde Wolfsburgs Defensive in die Breite gezogen. Gleichzeitig zwangen Marlon Ritter, Mërgim Berisha und Naatan Skyttä die Wolfsburger zu einer tieferen Mittelfeldpositionierung. Aus dem 4-2-2 gegen den Ball wurde so teilweise ein 5-3-2. Die Szene zum möglichen Führungstreffer In der 13. Minute nutzte der FCK diese Struktur besonders effektiv. Semih Sahin ließ sich mit Ball in die Abwehrkette zurückfallen und ermöglichte Jacob Rasmussen dadurch, sich breiter zu positionieren. Kaiserslautern überlud die linke Seite und zwang einen weiteren Wolfsburger Mittelfeldspieler nach außen. Dadurch entstand im Zentrum eine Überzahlsituation für den FCK. Auch auf der rechten Seite ergab sich durch Fabian Reeses fehlende Defensivarbeit eine Überzahl für Simon Asta und Naatan Skyttä gegen Saël Kumbedi. Rasmussen und Mika Haas spielten ihr 2-gegen-2 auf dem Flügel gut aus, sodass Rasmussen bis zur Strafraumgrenze vorrücken konnte. Kumbedi konnte nur einen der einlaufenden FCK-Spieler aufnehmen, Simon Asta blieb frei und vergab Rasmussens perfekte Flanke zur Führung. Die 55. Minute: Dasselbe Prinzip in einer neuen Variante Auch in der 55. Minute brachte der FCK Wolfsburgs Defensive durch hohe Außenbahnspieler und die offensive Positionierung von Marlon Ritter aus der Ordnung. Die Wolfsburger formierten sich erneut in einem unkompakten 5-3-2, wodurch große Räume zwischen den Verteidigern entstanden. Mërgim Berisha ließ sich zu Simon Asta entgegenfallen und zog Hauke Wahl aus der Kette. Dadurch öffnete sich ein großer Raum hinter der Wolfsburger Abwehr. Asta bespielte diesen Raum präzise, sodass Naatan Skyttä anschließend fast 30 Meter frei auf das Tor zulaufen konnte. Erst der starke Jakub Zielinski verhinderte den möglichen zweiten Treffer. Wolfsburgs Umschaltspiel stellt den FCK vor Probleme Diese sehr offensive Herangehensweise birgt natürlich auch ein gewisses Risiko. Gerade gegen diszipliniert hoch pressende Gegner wie Tobias Strobls VfL Wolfsburg können Ballverluste schnell problematisch werden. In einigen Situationen schaltete der VfL schnell um und konnte über seine Flügel Eins-gegen-Eins-Duelle mit den Lautrer Innenverteidigern erzeugen. Aufgrund des Temponachteils war es für den FCK schwierig, diese Duelle für sich zu entscheiden, wie das Beispiel Jan Elvedi gegen Fabian Reese zeigt. Fehlende Zuordnung öffnet Räume vor der Abwehr Besonders problematisch war dabei die defensive Zuordnung, ein Bereich, der sich beim FCK mittlerweile seit längerer Zeit als Baustelle erweist. Gegen ein Team wie den VfL, das schnell und kompakt nach vorne spielt, hatte das Lautrer Mittelfeld, insbesondere aber Fabian Kunze, häufig Schwierigkeiten, den jeweils einlaufenden Wolfsburger Mittelfeldspieler aufzunehmen und im direkten Duell zu verteidigen. Falsche Positionierungen führten oftmals zu großen Räumen vor der Abwehrkette, wodurch der VfL zu zahlreichen Abschlüssen von der Strafraumkante kam, wie auch die Shot Map zeigt. Quelle: Treffpunkt Betze
Ungeschlagene Meister und Kellerkinder – Die TB Saisonprognose

Der Saisonstart steht unmittelbar bevor, weshalb es für die Treffpunkt Betze-Redaktion an der Zeit ist, einen Blick in die Kristallkugel zu werfen und die beste 2. Liga Prognose aller Zeiten zu treffen. Wer steigt auf, wer ab, was macht der glorreiche FCK und welcher Hottake wird am Ende sogar Realität ?Die Treffpunkt Betze Saisonprognose: Wer steigt auf? Flo: Der VfL Wolfsburg steigt auf, weil die Wölfe qualitativ und quantitativ sehr gut aufgestellt sind und kaum zu stoppen sein werden. Mit St. Pauli steigt zudem ein weiterer Absteiger direkt wieder auf, da Pauli einen wichtigen Kern des Kaders der Vorsaison halten konnte und meiner Einschätzung nach eine gute und vor allem defensiv starke Mannschaft hat. Jeremy: Kiel! Ein Trainer, der mit seinen alten HSV-Jungs angreift und sich in dieser engen Saison endlich mal durchsetzen kann. Unser allerliebster FCK wird unter dem Radar fliegen und tatsächlich aufsteigen. Die jungen Spieler sind hungrig, Berisha will es allen beweisen und der Anführer spielt um einen Vertrag. Mit dem FCK rechnet keiner, aber die Saison ist so eng, da schleicht man sich rein. Tkay: Der VfL Wolfsburg geht als unangefochtener Topfavorit in die Runde. Top-Trainer und Top-Kader tun ihr Übriges. Darüber hinaus ist der VfL Bochum ein interessantes Eisen für den Aufstieg: Es gab interessante Transfers und keinen schwerwiegenden Abgang. Tim: Wolfsburg, weil Geld. St. Pauli, weil der Kader gut zusammengehalten wurde und Marcel Rapp ein verdammter Magier ist. In der Relegation schlägt Paderborn Hannover 96 – sorry, Bobo! Mitti: Bochum und Darmstadt steigen auf und Wolfsburg beweist mit Hilfe zweier Trainerentlassungen, dass Geld in der zweiten Liga keine Tore schießt. In der Relegation hat Hannover dann keine Chance. Leo: Untypisch für Hamburger Clubs braucht Sankt Pauli nur eine Saison um wieder aufzusteigen. Dahinter malocht und kultet sich der VfL Bochum auf Platz 2: Die Mischung aus Vereinshymne, Kurze-Hosen-Uwe und 26-Tore-Mann Philipp Hofmann beschert den Aufstieg. Die Relegation verliert der VfL Wolfsburg schon wieder gegen Paderborn. Thomas: Am VfL Wolfsburg führt kein Weg vorbei. Dieser enorme Qualitätsunterschied zum Rest der Liga ist für die anderen Teams auf Dauer nicht zu kompensieren. Als Tabellenzweiter steigt schließlich Hannover 96 auf, da es Christian Titz schaffen wird, der Defensive mehr Stabilität zu verleihen. Wer steigt ab? Flo: Der VfL Osnabrück steigt wieder ab, da sie nach dem Aufstieg keine überzeugenden Transfers getätigt haben. Außerdem erwischt es Energie Cottbus, die ebenfalls nur wenige wirklich gute Transfers tätigen konnten und es schwer haben werden. Tkay: Es wird beide Aufsteiger treffen. Sowohl Cottbus als auch Osnabrück werden von Anfang an im Tabellenkeller stecken und aufgrund ihres unerfahrenen Kaders in Krisensituationen am Ende den Kürzeren ziehen. Tim: Vier Jahre in Folge knapp entkommen – dieses Jahr ist Braunschweig fällig. Die Relegation bedeutet den Abstieg für Tempelmann, Opoku und Co., während es für Pele Wollitz mit Cottbus und Osnabrück direkt runter geht – da fehlt es an Qualität. Mitti: Dresden kann sich schon früh ins Tabellenmittelfeld absetzen, die anderen Aufsteiger haben es schwer. Osnabrück und Cottbus steigen direkt wieder ab und auch für Braunschweig sieht es in der Relegation gegen Düsseldorf schlecht aus. Leo: Osnabrück-Fans sollten ihr MagentaSport-Passwort schon mal wieder raussuchen. Gemeinsam mit Braunschweig geht es runter. In der Relegation schlägt Bielefeld Essen. Cottbus bleibt dank Bittencourt am letzten Spieltag drin. Thomas: „Es wird den Zweitliga-Dino aus Fürth erwischen. Die letzte Saison war eigentlich schon schlimm genug. Damals wurden sie noch durch die Qualität von Hrgota und Futkeu gerettet – die sind jetzt beide weg. Dazu ist endlich auch für Eintracht Braunschweig Feierabend. Wo landet der FCK? Flo: Der FCK landet auf Platz 5 der Liga und mischt lange im Aufstiegsrennen mit. Jeremy: Platz 2, Uffstieg. Man holt Punkte und fragt sich manchmal, wie das passiert ist, aber sie sind da. Der FCK schleicht sich vorne rein, genauso wie er sich auf Platz 5 geschlichen hat. Tkay: Platz 6. Man bleibt tabellarisch auf dem gleichen Platz wie in der Vorsaison, spielt aber länger nennenswert oben mit und sammelt mehr Punkte. Tim: Ohne Transfers hat der FCK keine Chance aufs Aufstiegsrennen. Er trennt sich nach der Saison auf Platz 6 von Torsten Lieberknecht. Mitti: Die Roten Teufel beenden die Saison auf Platz 5 mit etwas mehr Punkten als in der letzten Saison. Am Ende wird man sich die Frage stellen, ob es mit oder ohne Torsten Lieberknecht in die nächste Saison geht. Leo: Am Ende wird es der undankbare vierte Platz. Man wird einige gute Chancen im Aufstiegsrennen vergeben, aber der FCK ist auf dem richtigen Weg und die Mission Aufstieg wird auf die nächste Saison vertagt. Thomas: Torsten Lieberknecht erfüllt sich und den Fans den großen Traum: Der FCK landet auf Relegationsplatz 3 und setzt sich dort gegen die SV Elversberg durch. Wer wird MVP der Liga? Flo: Wenn der Kader des VfL Wolfsburg seine PS auf die Straße bekommt , wird auch ein Spieler des VfL zum MVP werden. Es wird jedoch kein Torjäger wie Robert Glatzel oder Fabian Reese sein, sondern der offensive Mittelfeldspieler Mo Damar, der sowohl als Torschütze als auch vor allem als Top-Vorlagengeber glänzt. Jeremy: Auch wenn Fabian Reese die meisten Scorerpunkte dieser Liga haben wird, wird David Zec der Spieler sein, der den meisten „Value“, also den größten Wert für sein Team bringt. Im offensiv ausgerichteten Fußball von Tim Walter wird es wichtig sein, einen Spieler zu haben, der hinten die Stellung hält. Zec wird dieser Spieler sein und damit erhebliche Anteile am Aufstieg der Kieler haben. Am einen oder anderen Tor wird er auch beteiligt sein. Tkay: Die beste Mannschaft stellt auch den MVP: Der ehemalige Lautrer Robert Glatzel wird mit Abstand Torschützenkönig. Tim: Ein letztes Mal – Marvin Wanitzek beendet seine Karriere als Ligatopscorer. Punkte holt er in beiden Derbys trotzdem keine. Mitti: Ivan Prtajin wird Torschützenkönig, obwohl er erst in der zweiten Saisonhälfte angreifen kann. Alle sind sich sicher: Ohne seine Verletzung würde der FCK schon längst an der Conference League anklopfen. Leo: Der Zweitliga-Zidane: Branimir Hrgota. 15 Tore, 15 Vorlagen. Thomas: Hate him or love him – Baris Atik wird wieder
Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 2)

Im zweiten Teil von „Die Annere“ trifft der FCK vor allem auf Mannschaften aus dem vermutlichen Tabellenmittelfeld und darunter. Spieltag 9: 1. FC Nürnberg Beim Club aus Nürnberg bleibt es weitestgehend beständig. So geht man mit dem ehemaligen Lautrer Miro Klose in die nächste Saison und konnte die meisten Leistungsträger zusammenhalten. Lediglich in der Innenverteidigung gibt es bei den Franken einen Umbruch: Luka Lochoshvili und Fabian Gruber verlassen den Verein für stattliche Ablösen von insgesamt 8,5 Millionen Euro. Diesen Verlust will der FCN unter anderem mit dem ehemaligen Barca-Talent Faye auffangen. Sportlich wird der auf die Jugend setzende Club vermutlich wieder im Mittelfeld der Tabelle zu finden sein. Spieltag 10: Hertha BSC Der Hauptstadtclub verzeichnet wohl den größten Umbruch der Liga. Mit Transfereinnahmen von insgesamt über 25 Millionen Euro durch die Verkäufe von Kennet Eichhorn, Fabi Reese und Tjark Ernst konnte man die größten finanziellen Sorgen zwar abfangen, gleichzeitig dürfte es den Berlinern aber schwerfallen, diese individuelle Klasse auch nur annähernd aufzufangen. Bisher konnte man bis auf eine Leihe vom Ligakonkurrenten Energie Cottbus auch keinen Zugang willkommen heißen. Sportlich werden die Berliner so vermutlich nichts mit dem direkten Aufstiegskampf zu tun haben. Spieltag 11: VfL Osnabrück Mittlerweile ist der VfL fast schon eine Fahrstuhlmannschaft. Für die 3. Liga sind sie regelmäßig eine Nummer zu groß, in der 2. Bundesliga haben sie aber auch immer große Schwierigkeiten, die meist schnell mit dem Abstieg enden. So kommen die Osnabrücker mit einem typischen Drittliga-Kader, wenn auch etwas jünger, ins Unterhaus. Da die Weiß-Lilanen bei vielen Abgängen keine Einnahmen verzeichnen konnten, behelfen sie sich mit interessanten Leihen oder ablösefreien Transfers. Typischerweise geht es nur gegen den Abstieg. Spieltag 12: Dynamo Dresden Die Mannschaft aus der Elbstadt könnte für eine Überraschung sorgen. Nach dem mehr oder weniger ungefährdeten Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison konnten sich die Dresdner mit gestandenen Profis im besten Fußballeralter durchweg verstärken und den Abgang des Top-Talents Kofi Amoako gut kaschieren. Ein Platz im soliden Mittelfeld der Tabelle wäre alles andere als verwunderlich. Spieltag 13: Holstein Kiel Tim Walter geht in seine erste komplette Saison bei der KSV seit 2018; damals coachte er die Störche ebenfalls nur für ein Jahr. Der gebürtige Baden-Württemberger konnte die Kieler in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 1,55 in elf Spielen vor dem Abstieg retten. Gepaart mit Neuzugängen, die in sein anspruchsvolles System passen, werden die Kieler eine bessere Saison spielen als die letzte. Ob es zum großen Wurf reicht, ist aber mehr als fraglich. Spieltag 14: SpVgg Fürth Die Fürther sind eine Wundertüte, aber sie werden wohl kaum über das Tabellenmittelfeld hinauskommen. Es könnte sogar wieder Abstiegskampf für sie heißen. Neben Top-Torjäger Noel Futkeu und dem Verteidiger-Talent Reno Münz verlässt mit Julian Green auch eine Identifikationsfigur das Kleeblatt. Die Neuzugänge haben überwiegend „2.-Liga-Erfahrung“ und gerade im Sturmzentrum werden Futkeus Tore nur schwer aufzufangen sein. Spieltag 15: Arminia Bielefeld Die Mannschaft aus der Stadt, die es Gerüchten zufolge gar nicht gibt, war auf dem Transfermarkt noch eher zurückhaltend unterwegs. Größtenteils wurden Leihoptionen gezogen und bereits bekannte Spieler fest verpflichtet, wie Maxi Bauer, der auch schon auf den Betze geliehen wurde, und Jannik Rochelt. Leistungsträger mussten allerdings bisher auch nicht abgegeben werden. Insgesamt „riecht“ es in Bielefeld nach einer ruhigen Saison, in der man sich im (unteren) Mittelfeld verorten wird. Spieltag 16: Hannover 96 Christian Titz geht mit den Niedersachsen in seine zweite Saison – und das mit einem nicht weniger interessanten Kader als letzte Saison. Mit einem der jüngsten Kader der Liga wird es hier vermutlich auch wieder darum gehen, in der Spitzengruppe mitzumischen – wenn auch Identifikationsfiguren wie Enzo Leopold ersetzt werden müssen. Bekanntlich braucht das Spielsystem von Titz Zeit, um sich in den Köpfen der Spieler festzusetzen. Wenn dieser Prozess wie gewünscht weitergeht, sollten die 96er erneut realistische Chancen auf den Aufstieg haben. Spieltag 17: Energie Cottbus Der zweite Aufsteiger aus der 3. Liga kommt diese Saison aus Brandenburg. Nach jahrelanger Abstinenz sind die Cottbuser wieder in der 2. Liga angelangt. Im Jahr zuvor waren sie knapp am Aufstieg gescheitert. Der Kader wurde unter Pele Wollitz im Sommer mit 15 Abgängen und 15 Zugängen fast generalüberholt. Interessanterweise waren alle Transfers ablösefrei oder Leihgeschäfte. Trotz Starspielern wie Leo Bittencourt wird es das Team schwer haben, sich in der Liga zu etablieren. Wenn sich das Team schnell findet, kann es ein Abstiegskampf werden, ansonsten droht den Lausitzern, den Anschluss zu verlieren. Quelle: Treffpunkt Betze
Aufstieg am Horizont: Sechs steile Thesen zur Saison 26/27

Am 8. August beginnt die 2. Bundesliga und die Betze-Fans können es gar nicht erwarten. Doch wie jedes Jahr macht es sich unser Redakteur Mitti zur Aufgabe, durch kluge Vorausdeutungen, knallharte Berechnungen und einen Blick in die Zauberkugel, der kommenden Spielzeit jegliche Spannung zu nehmen. Der schwere Start tut gut Zum Start der Saison erwartet der VFL Wolfsburg die Pfälzer in der fast ausverkauften VW-Arena in der Autostadt. An einem sonnigen Sonntag-Mittag schaffen es fast 8.000 Fans aus der Pfalz nach Niedersachsen und stehen dort ganzen 7.000 VFL-Fans gegenüber. Ähnliche Verhältnisse gab es auch auf dem Platz, da sich der ambitionierteste aller Absteiger noch vor der ersten Minute selbst dezimiert. Zwei Rote Karten für Hauke Wahl und Bence Dardai kurz vor Anpfiff. So einen Fall gab es noch nie und das Sportgericht würde sich bis November damit beschäftigen. Aber was ist passiert? Der auf die Bank verbannte Marlon Ritter provozierte das gesamte VFL-Stadion und sorgte letztendlich dafür, dass das Spiel 9 gegen 11 angepfiffen wurde. Und es folgte der erste von vielen Siegen. Dem Terrence sein Boyd Gegen den Waldhof tut sich der FCK im DFB-Pokal zunächst schwer, denn Torsten Lieberknecht wechselt auf fünf Positionen durch. Neben Enis Kamga darf auch der einstige Kapitän Marlon Ritter ran. Wohl die einzige Chance für ihn, da er in der Bundesliga noch einige Zeit gesperrt sein wird. Zwei Vorlagen und zwei Freistoßtore waren nach Lieberknecht „auch bitter nötig“, nach dem lupenreinen Hatrick von Terrence Boyd in der ersten Halbzeit. Die Bild titelt nach dem Spiel: „Mehr Polizisten als Fans und mehr Schwerverletzte als Tore. Der FCK siegt in KRASSES SPIEL 4:3“. Mehr muss man nicht mehr sagen. Ende September geht es für den FCK in Runde 2 nach Braunschweig. Mehr muss man nicht mehr sagen. Wir boykottieren Niedersachsen 7:0 am 19.9. gegen Braunschweig. Die Eintracht wurde auf dem Betzenberg förmlich überrollt. Zwei Tore Schramm, zwei Tore Skyttä und drei Tore Tazemeta verweisen die Niedersachsen auf ihre Plätze und manifestieren den vorzeitigen ersten Platz in Bundeliga 2. Das darauf allerdings ein 0:0 am folgenden Dienstag im DFB-Pokal folgt konnte wohl jeder ahnen. In der Verlängerung dann vier Gegentore nach Kontern. Hurra, hurra, der FCK ist wieder da. Die Eintracht freut sich. Der FCK kann sich jetzt ganz in Ruhe auf die Liga konzentrieren. Und damit auch auf ganze fünf Monate ohne Auswärtsfahrt nach Braunschweig. Der FCK bildet wieder aus Schwerpunkt Jugend heißt es beim Team um Lieberknecht und Wunderlich. Regelmäßig spielt und siegt der 1. FC Kaiserslautern mit mehr als 4 Spielern unter 20 in der 2. Bundesliga. Das sorgt nicht nur dafür, dass der FCK Ende November auf Platz 2 steht, sondern auch für massive Abstellungen in den Länderspielpausen. Mika Haas, Dion Hofmeister, Enis Kamga , Thierry Tazemeta, David Schramm und Ben Jungfleisch werden für U-Nationalmannschaften nominiert. Darüber hinaus spielen sich auch Alea Cetecioglu und Lea Gruber in den Fokus der Frauen U-Nationalmannschaften. Erstere beim ersten FCK, letztere kürzlich mitsamt Stipendium in die USA gewechselt. Betze international im wahrsten Sinne. In der Regionalliga stehen derweil die Zeichen auf Abstieg. Die besten Spieler wurden in die erste Mannschaft gezogen und die Regionalliga Südwest ist ein hartes Pflaster. Es werden Neuzugänge für den Winter angekündigt. Transferieren und Transpirieren Im Winter geht es heiß her, denn noch ist unklar ob Marcel Klos und Thomas Hengen für den Aufstieg einkaufen. Der FCK steht zum Anfang der Rückrunde auf Platz 3, hat aber Hannover, Darmstadt und die wiedererstarkten Wölfe im Nacken. Nun heißt es Zugänge gut integrieren und Abgänge verkraften. Als erster ging Ivan Prtajin, der nach seiner auskurierten Verletzung vier Tore in zwei Dezemberspielen verbuchen konnte. Genug, um ihn nach Wolfsburg zu holen, wobei bei diesem Transfer wohl eher die Schwächung eines Konkurrenten im Vordergrund stehen sollte. Ansonsten können alle Leistungsträger gehalten werden. Zumindest vorerst. Denn die Bundesliga klopft an unser NLZ und ihre Klopfer werden jede Woche lauter. Rund geht es aber vor allem in der zweiten Mannschaft, die sich in der Regionalliga Südwest dringender Verstärkung erfreut. Von Waldhof Mannheim schließt sich ein Altbekannter an. Terrence Boyd ist nach dreijährigem Exil in der Kurpfalz zurück und soll nun seinen geliebten FCK II vor dem Abstieg retten. Natürlich war er bei der Tätowiererin seines Vertrauens, um „Makel zu beseitigen“. Auch mit am Start im Projekt Nichtabstieg ist Luca Sirch, dem der Ausflug in der Bundesliga nicht sonderlich gutgetan hat. Nach null Einsätzen in null Spielen will sich der gebürtige Augsburger über die Regionalliga für weitere ambitionierte Bundesligisten empfehlen. Vielleicht sogar für den FCK? Aufsteigen? Doch nicht etwa in die Bundesliga? In der Rückrunde legt der FCK eine Siegesserie sondergleichen hin. Am Ende gehen die Roten Teufel mit zehn Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage durch die Rückrunde. Einzig in Braunschweig geht die Mannschaft, die Torsten Lieberknecht jetzt schon seit über zwei Jahren trainiert, mit 11:0 unter. „Aber da kann man eben nichts machen“, sagt Thomas Hengen im interview mit Treffpunkt Betze: „Mal gewinnst du und mal spielst du in Braunschweig.“ Seinen Kaderwert hat der FCK in dieser Saison um 780% erhöht. Im Sommer werden mehrere Spieler in die Premier League wechseln und die Kaufpflicht für Erencan Yardimci ist nur noch Makulatur. Ein Tropfen auf den heißen Betze sozusagen. Und dank David Schramm wird sogar das Stadion zurückgekauft. Am Ende steigen Kaiserslautern und Wolfsburg auf, sowie Schalke und – völlig überraschend – Mönchengladbach ab. Auf die Pfälzer wartet also eine prall gespickte Tüte Bundesliga mit Top-Clubs wie Augsburg, Mainz, Hoffenheim, Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Da freut man sich doch auf die Auswärtsspiele. Torsten Lieberknecht sagt dazu: „Immerhin nicht nach Braunschweig“. Quelle: Treffpunkt Betze
Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 1)

Bald geht’s wieder los! Im Rahmen der Saisonvorbereitung blicken wir auch auf die anderen 17 Vereine, die in der kommenden Zweitliga-Saison antreten – und dabei ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Vor allem das Startprogramm des FCK hat es in sich.Hier ist Teil 1 von „Die Annere“, der 2. Teil erscheint in der kommenden Woche. Spieltag 1: VfL Wolfsburg Die Wölfe sind nach jahrelanger, fast durchgängiger Misswirtschaft in der 2. Liga angekommen. Angesichts des großen Etats, der sich enorm vom Rest der Liga abhebt, kann nur der direkte Wiederaufstieg in die Beletage das Saisonziel sein. Untermauert wurde dieser Anspruch unter anderem durch die Verpflichtungen von Fabian Reese, Robert Glatzel, Fraser Hornby oder Hauke Wahl. Dieter Hecking wurde trotz der verlorenen Relegation vom Trainer zum Geschäftsführer Sport befördert. Als neuen Mann an der Seitenlinie hat er den hoch gehandelten, aber eher unerfahrenen Tobias Strobl (38) verpflichtet, der den SC Verl in der vergangenen Saison mit einem aktiven und dominanten Spielstil auf Platz 6 der 3. Liga geführt hat. Mit der Qualität dieses neu zusammengestellten Kaders ist eine Platzierung auf einem der ersten beiden Ränge für die Wölfe Pflicht. Spieltag 2: Karlsruher SC Beim KSC endete im Mai eine Ära: Sechseinhalb Jahre lang wurde der Verein von Christian Eichner trainiert, dem es gelang, das Team zu einem stabilen Zweitligisten zu entwickeln. Sein Nachfolger ist mit Maximilian Senft ein eher unbeschriebenes Blatt, das vom SV Ried aus Österreich nach Baden wechselt. Nicht nur daher ist der KSC in dieser Saison eine ziemliche Wundertüte, denn auch bei den Spielertransfers ergab sich durch die Abgänge von David Herold, Nicolai Rapp, Fabian Schleusener, Marcel Beifus und Dzenis Burnic ein großer Umbruch. In der Spitzengruppe der Liga sind die Badener daher eher nicht zu erwarten. Spieltag 3: FC St. Pauli Der einstige Kieler Erfolgstrainer Marcel Rapp hat das Ruder von Alexander Blessin übernommen, der den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte. Da dieser allerdings nicht total überraschend kam, blieb der ganz große Umbruch auf St. Pauli aus, zudem konnten mit Marcus Mathisen (30) und Branimir Hrgota (33) bereits zwei sehr erfahrene Zweitliga-Spieler verpflichtet werden. In Summe sollten die Kiez-Kicker daher den Anspruch haben, direkt wieder oben mitzuspielen. Allerdings gibt es in der engen 2. Liga auch keine Garantie, dass dieser Stimmungsumschwung auch tatsächlich gelingt, denn in der Vergangenheit hatten bereits einige Absteiger Probleme mit der Akklimatisierung in dieser Spielklasse. Spieltag 4: SV Darmstadt Nicht zuletzt aufgrund großer Verletzungssorgen ging dem SV Darmstadt im Schlussspurt um die Aufstiegsränge in der letzten Saison die Puste aus. Nun konnte man sich mit vielversprechenden Spielern wie Ibrahim El Kadiri oder Noah Weißhaupt verstärken, außerdem wechselte Linksverteidiger Florian Kleinhansl vom FCK nach Südhessen. Das große Problem: Die Verkäufe von Fraser Hornby, Isac Lidberg, Killian Corredor und Paul Will bringen zwar über 10 Millionen Euro ein, bedeuten aber auch den Abgang von satten 48 (!) Torbeteiligungen. Daher wäre es eine große Leistung von Trainer Florian Kohfeldt, wenn er das Team wieder in die Top 6 der Liga führen könnte – selbst wenn noch der ein oder andere namhafte Offensivspieler zum Team stoßen sollte. Spieltag 5: 1. FC Magdeburg Wie so oft ist der FCM schwer auszurechnen. Die einst unter Christian Titz etablierte, mutige Ballbesitz-Spielweise wird von Kult-Trainer Petrik Sander weitergeführt. Dabei treten die Ostdeutschen phasenweise wie ein Top-Team auf, nur um dann wieder eklatante defensive Mängel zu offenbaren. In der vergangenen Saison gelang ein überlebenswichtiger Endspurt, der das Team von Platz 18 nach 25 Spieltagen noch auf Rang 14 hievte. Nun haben mit Laurin Ulrich, Dariusz Stalmach, Rayan Ghrieb und dem Innenverteidiger-Duo bestehend aus Magnus Mathisen und Jean Hugenot einige wichtige Akteure den Verein verlassen. Die Neuzugänge hingegen sind ein Mix aus Talenten und soliden Zweitliga-Spielern wie Paul Jaeckel oder Immanuel Iyoha. Da zudem noch ein Abgang von Top-Torjäger Mateusz Zukowski zu erwarten ist, wird auf dem Platz wieder viel an Vereinslegende Baris Atik hängen, der sich bestimmt auch wieder sehr auf die Duelle mit Marlon Ritter und dem FCK freuen wird. Unter dem Strich wären beim FCM mit einer Saison ohne große Abstiegssorgen wohl alle zufrieden. Spieltag 6: Eintracht Braunschweig Lars Kornetka geht in seine erste volle Saison als Löwen-Trainer. Im März verpflichtet, holte er 11 Punkte aus 9 Spielen, die der Eintracht zum Klassenverbleib genügten, allerdings denkbar knapp: Mit 37 Zählern und einer Tordifferenz von -18 landete man auf Platz 15, nur ein Tor vor Platz 16 und einen weiteren Treffer vor Platz 17 – knapper geht es kaum. Nun kommt mit einigen jungen Spielern frischer Wind ins Team, denn kaum ein Neuzugang ist älter als 22 Jahre. Wenn alles so läuft wie immer, werden die Braunschweiger bis zum Schluss gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen. Spieltag 7: 1. FC Heidenheim Der FCH hat drei Highlight-Jahre in der Bundesliga hinter sich, inklusive eines Ausflugs nach Europa. Nun verändert sich die Rolle der Mannschaft deutlich, da man kaum noch als klarer Außenseiter in die anstehenden Partien gehen wird, wie es in der 1. Liga der Fall war. Die Leihen der Stammspieler Arijon Ibrahimovic, Eren Dinkci, Hennes Behrens und Diant Ramaj sind ausgelaufen, Rechtsverteidiger Omar Traoré wechselte nach Italien und auch der Verbleib von Anführer Patrick Mainka ist noch nicht sicher. Daher ist – trotz der stabilen finanziellen Situation – nicht damit zu rechnen, dass dem Team von Frank Schmidt der direkte Wiederaufstieg gelingen wird. Spieltag 8: VfL Bochum Der VfL könnte eine klassische „Unter-dem-Radar“-Mannschaft der kommenden Spielzeit sein. Für das Top-Talent Cajetan Lenz hat die TSG Hoffenheim satte 10 Mio. Euro an die Castroper Straße überwiesen, auf der Zugangsseite stehen mit Berkan Taz, Karol Mets und Daniel Hanslik zudem ein paar interessante Namen. Trainer Uwe Rösler kennt die zweite Liga gut und konnte die Bochumer in 25/26 souverän aus dem Tabellenkeller auf Platz 9 führen. Gelingt es ihm nun, das Team sogar im oberen Tabellendrittel zu platzieren? Die fantastische Stimmung bei den Bochumer Heimspielen wird sicherlich kein Nachteil sein. Quelle: Treffpunkt Betze
Mahir Emreli verlässt den FCK auf Leihbasis

Ziemlich genau 13 Monate nach Verpflichtung gibt der FCK Mahir Emreli vorerst wieder ab. Der Stürmer wechselt in die erste polnische Liga. Nach einem für beide Seiten enttäuschenden Jahr ist es den Roten Teufeln gelungen, dem wechselwilligen Offensivspieler einen Transfer zu ermöglichen. Der aserbaidschanische Nationalstürmer wechselt zu Raków Czestochowa. Emreli war ablösefrei in die Pfalz gewechselt, blieb nach einer Verletzung aber außen vor und fiel letzten Endes eher durch Nebenkriegsschauplätze auf. Die „Causa Emreli” verdeutlicht die Vielschichtigkeit von Transfers und macht deutlich, dass ein Fehlkauf zum Geschäft dazugehört und nicht zwangsläufig einen „Schuldigen“ hat. Viel Geld – wenig Erfolg Als der 1. FC Kaiserslautern am 28. Juni des vergangenen Jahres Vollzug meldete, waren die Hoffnungen groß. Als Leistungsträger wechselte Mahir Emreli vom Ligakonkurrenten aus Nürnberg in die Pfalz und sollte eine tragende Rolle in der Betze-Offensive einnehmen, weshalb der FCK angeblich tief in die Tasche in Sachen Gehalt griff. Es kam jedoch anders: Nach mehreren bemühten, aber unglücklichen Einsätzen blieb der Neuzugang außen vor. Besonders die Nationalmannschaft setzte das Verhältnis zusätzlich unter Druck, da der Aserbaidschaner Spielpraxis für eine Nominierung benötigte, die er wohl nicht im erwarteten Ausmaß erhielt. Daraufhin machten Medienberichte über eine schlechte Stimmung die Runde, woraufhin es zur Aussprache mit den Verantwortlichen und Emreli kam. Dieser verletzte sich jedoch bei seiner Rückkehr auf den Rasen an den Adduktoren und musste knapp drei Monate pausieren. So zerschlug sich wohl auch ein möglicher Winterwechsel, dessen Gerüchte dennoch einen Fingerzeig bedeuteten. Der 1. FC Kaiserslautern und Mahir Emreli passen nicht zusammen. Gute Lösung für alle Bei solchen Fehleinkäufen wird oft versucht, einer Partei den Schwarzen Peter zuzuschieben, denn wenn das Ansehen schwindet, verlieren Vereine, Spieler und Agenten Geld. Beim FCK endete die Personalsituation glücklicherweise vorerst ohne Schlammschlacht. Es schien ein offenes Geheimnis zu sein, dass Emreli den Verein verlassen würde, und auch Trainer Torsten Lieberknecht ließ sich diesbezüglich zu einer vielsagenden Aussage hinreißen. Die Zeit von Mahir Emreli beim FCK war von Fehleinschätzungen geprägt und ist nun erstmal pausiert. Dennoch ist es nicht undenkbar, dass mit etwas mehr Glück und anderen Umständen hier ein völlig anderes Resümee hätte stehen können. Quelle: Treffpunkt Betze