Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 2)

Foto: Andreas Leiner

Im zweiten Teil von „Die Annere“ trifft der FCK vor allem auf Mannschaften aus dem vermutlichen Tabellenmittelfeld und darunter. Spieltag 9: 1. FC Nürnberg Beim Club aus Nürnberg bleibt es weitestgehend beständig. So geht man mit dem ehemaligen Lautrer Miro Klose in die nächste Saison und konnte die meisten Leistungsträger zusammenhalten. Lediglich in der Innenverteidigung gibt es bei den Franken einen Umbruch: Luka Lochoshvili und Fabian Gruber verlassen den Verein für stattliche Ablösen von insgesamt 8,5 Millionen Euro. Diesen Verlust will der FCN unter anderem mit dem ehemaligen Barca-Talent Faye auffangen. Sportlich wird der auf die Jugend setzende Club vermutlich wieder im Mittelfeld der Tabelle zu finden sein. Spieltag 10: Hertha BSC Der Hauptstadtclub verzeichnet wohl den größten Umbruch der Liga. Mit Transfereinnahmen von insgesamt über 25 Millionen Euro durch die Verkäufe von Kennet Eichhorn, Fabi Reese und Tjark Ernst konnte man die größten finanziellen Sorgen zwar abfangen, gleichzeitig dürfte es den Berlinern aber schwerfallen, diese individuelle Klasse auch nur annähernd aufzufangen. Bisher konnte man bis auf eine Leihe vom Ligakonkurrenten Energie Cottbus auch keinen Zugang willkommen heißen. Sportlich werden die Berliner so vermutlich nichts mit dem direkten Aufstiegskampf zu tun haben. Spieltag 11: VfL Osnabrück Mittlerweile ist der VfL fast schon eine Fahrstuhlmannschaft. Für die 3. Liga sind sie regelmäßig eine Nummer zu groß, in der 2. Bundesliga haben sie aber auch immer große Schwierigkeiten, die meist schnell mit dem Abstieg enden. So kommen die Osnabrücker mit einem typischen Drittliga-Kader, wenn auch etwas jünger, ins Unterhaus. Da die Weiß-Lilanen bei vielen Abgängen keine Einnahmen verzeichnen konnten, behelfen sie sich mit interessanten Leihen oder ablösefreien Transfers. Typischerweise geht es nur gegen den Abstieg. Spieltag 12: Dynamo Dresden Die Mannschaft aus der Elbstadt könnte für eine Überraschung sorgen. Nach dem mehr oder weniger ungefährdeten Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison konnten sich die Dresdner mit gestandenen Profis im besten Fußballeralter durchweg verstärken und den Abgang des Top-Talents Kofi Amoako gut kaschieren. Ein Platz im soliden Mittelfeld der Tabelle wäre alles andere als verwunderlich. Spieltag 13: Holstein Kiel Tim Walter geht in seine erste komplette Saison bei der KSV seit 2018; damals coachte er die Störche ebenfalls nur für ein Jahr. Der gebürtige Baden-Württemberger konnte die Kieler in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 1,55 in elf Spielen vor dem Abstieg retten. Gepaart mit Neuzugängen, die in sein anspruchsvolles System passen, werden die Kieler eine bessere Saison spielen als die letzte. Ob es zum großen Wurf reicht, ist aber mehr als fraglich. Spieltag 14: SpVgg Fürth Die Fürther sind eine Wundertüte, aber sie werden wohl kaum über das Tabellenmittelfeld hinauskommen. Es könnte sogar wieder Abstiegskampf für sie heißen. Neben Top-Torjäger Noel Futkeu und dem Verteidiger-Talent Reno Münz verlässt mit Julian Green auch eine Identifikationsfigur das Kleeblatt. Die Neuzugänge haben überwiegend „2.-Liga-Erfahrung“ und gerade im Sturmzentrum werden Futkeus Tore nur schwer aufzufangen sein. Spieltag 15: Arminia Bielefeld Die Mannschaft aus der Stadt, die es Gerüchten zufolge gar nicht gibt, war auf dem Transfermarkt noch eher zurückhaltend unterwegs. Größtenteils wurden Leihoptionen gezogen und bereits bekannte Spieler fest verpflichtet, wie Maxi Bauer, der auch schon auf den Betze geliehen wurde, und Jannik Rochelt. Leistungsträger mussten allerdings bisher auch nicht abgegeben werden. Insgesamt „riecht“ es in Bielefeld nach einer ruhigen Saison, in der man sich im (unteren) Mittelfeld verorten wird. Spieltag 16: Hannover 96 Christian Titz geht mit den Niedersachsen in seine zweite Saison – und das mit einem nicht weniger interessanten Kader als letzte Saison. Mit einem der jüngsten Kader der Liga wird es hier vermutlich auch wieder darum gehen, in der Spitzengruppe mitzumischen – wenn auch Identifikationsfiguren wie Enzo Leopold ersetzt werden müssen. Bekanntlich braucht das Spielsystem von Titz Zeit, um sich in den Köpfen der Spieler festzusetzen. Wenn dieser Prozess wie gewünscht weitergeht, sollten die 96er erneut realistische Chancen auf den Aufstieg haben. Spieltag 17: Energie Cottbus Der zweite Aufsteiger aus der 3. Liga kommt diese Saison aus Brandenburg. Nach jahrelanger Abstinenz sind die Cottbuser wieder in der 2. Liga angelangt. Im Jahr zuvor waren sie knapp am Aufstieg gescheitert. Der Kader wurde unter Pele Wollitz im Sommer mit 15 Abgängen und 15 Zugängen fast generalüberholt. Interessanterweise waren alle Transfers ablösefrei oder Leihgeschäfte. Trotz Starspielern wie Leo Bittencourt wird es das Team schwer haben, sich in der Liga zu etablieren. Wenn sich das Team schnell findet, kann es ein Abstiegskampf werden, ansonsten droht den Lausitzern, den Anschluss zu verlieren. Quelle: Treffpunkt Betze

Aufstieg am Horizont: Sechs steile Thesen zur Saison 26/27

Am 8. August beginnt die 2. Bundesliga und die Betze-Fans können es gar nicht erwarten. Doch wie jedes Jahr macht es sich unser Redakteur Mitti zur Aufgabe, durch kluge Vorausdeutungen, knallharte Berechnungen und einen Blick in die Zauberkugel, der kommenden Spielzeit jegliche Spannung zu nehmen. Der schwere Start tut gut Zum Start der Saison erwartet der VFL Wolfsburg die Pfälzer in der fast ausverkauften VW-Arena in der Autostadt. An einem sonnigen Sonntag-Mittag schaffen es fast 8.000 Fans aus der Pfalz nach Niedersachsen und stehen dort ganzen 7.000 VFL-Fans gegenüber. Ähnliche Verhältnisse gab es auch auf dem Platz, da sich der ambitionierteste aller Absteiger noch vor der ersten Minute selbst dezimiert. Zwei Rote Karten für Hauke Wahl und Bence Dardai kurz vor Anpfiff. So einen Fall gab es noch nie und das Sportgericht würde sich bis November damit beschäftigen. Aber was ist passiert? Der auf die Bank verbannte Marlon Ritter provozierte das gesamte VFL-Stadion und sorgte letztendlich dafür, dass das Spiel 9 gegen 11 angepfiffen wurde. Und es folgte der erste von vielen Siegen. Dem Terrence sein Boyd Gegen den Waldhof tut sich der FCK im DFB-Pokal zunächst schwer, denn Torsten Lieberknecht wechselt auf fünf Positionen durch. Neben Enis Kamga darf auch der einstige Kapitän Marlon Ritter ran. Wohl die einzige Chance für ihn, da er in der Bundesliga noch einige Zeit gesperrt sein wird. Zwei Vorlagen und zwei Freistoßtore waren nach Lieberknecht „auch bitter nötig“, nach dem lupenreinen Hatrick von Terrence Boyd in der ersten Halbzeit. Die Bild titelt nach dem Spiel: „Mehr Polizisten als Fans und mehr Schwerverletzte als Tore. Der FCK siegt in KRASSES SPIEL 4:3“. Mehr muss man nicht mehr sagen. Ende September geht es für den FCK in Runde 2 nach Braunschweig. Mehr muss man nicht mehr sagen. Wir boykottieren Niedersachsen 7:0 am 19.9. gegen Braunschweig. Die Eintracht wurde auf dem Betzenberg förmlich überrollt. Zwei Tore Schramm, zwei Tore Skyttä und drei Tore Tazemeta verweisen die Niedersachsen auf ihre Plätze und manifestieren den vorzeitigen ersten Platz in Bundeliga 2. Das darauf allerdings ein 0:0 am folgenden Dienstag im DFB-Pokal folgt konnte wohl jeder ahnen. In der Verlängerung dann vier Gegentore nach Kontern. Hurra, hurra, der FCK ist wieder da. Die Eintracht freut sich. Der FCK kann sich jetzt ganz in Ruhe auf die Liga konzentrieren. Und damit auch auf ganze fünf Monate ohne Auswärtsfahrt nach Braunschweig. Der FCK bildet wieder aus Schwerpunkt Jugend heißt es beim Team um Lieberknecht und Wunderlich. Regelmäßig spielt und siegt der 1. FC Kaiserslautern mit mehr als 4 Spielern unter 20 in der 2. Bundesliga. Das sorgt nicht nur dafür, dass der FCK Ende November auf Platz 2 steht, sondern auch für massive Abstellungen in den Länderspielpausen. Mika Haas, Dion Hofmeister, Enis Kamga , Thierry Tazemeta, David Schramm und Ben Jungfleisch werden für U-Nationalmannschaften nominiert. Darüber hinaus spielen sich auch Alea Cetecioglu und Lea Gruber in den Fokus der Frauen U-Nationalmannschaften. Erstere beim ersten FCK, letztere kürzlich mitsamt Stipendium in die USA gewechselt. Betze international im wahrsten Sinne. In der Regionalliga stehen derweil die Zeichen auf Abstieg. Die besten Spieler wurden in die erste Mannschaft gezogen und die Regionalliga Südwest ist ein hartes Pflaster. Es werden Neuzugänge für den Winter angekündigt. Transferieren und Transpirieren Im Winter geht es heiß her, denn noch ist unklar ob Marcel Klos und Thomas Hengen für den Aufstieg einkaufen. Der FCK steht zum Anfang der Rückrunde auf Platz 3, hat aber Hannover, Darmstadt und die wiedererstarkten Wölfe im Nacken. Nun heißt es Zugänge gut integrieren und Abgänge verkraften. Als erster ging Ivan Prtajin, der nach seiner auskurierten Verletzung vier Tore in zwei Dezemberspielen verbuchen konnte. Genug, um ihn nach Wolfsburg zu holen, wobei bei diesem Transfer wohl eher die Schwächung eines Konkurrenten im Vordergrund stehen sollte. Ansonsten können alle Leistungsträger gehalten werden. Zumindest vorerst. Denn die Bundesliga klopft an unser NLZ und ihre Klopfer werden jede Woche lauter. Rund geht es aber vor allem in der zweiten Mannschaft, die sich in der Regionalliga Südwest dringender Verstärkung erfreut. Von Waldhof Mannheim schließt sich ein Altbekannter an. Terrence Boyd ist nach dreijährigem Exil in der Kurpfalz zurück und soll nun seinen geliebten FCK II vor dem Abstieg retten. Natürlich war er bei der Tätowiererin seines Vertrauens, um „Makel zu beseitigen“. Auch mit am Start im Projekt Nichtabstieg ist Luca Sirch, dem der Ausflug in der Bundesliga nicht sonderlich gutgetan hat. Nach null Einsätzen in null Spielen will sich der gebürtige Augsburger über die Regionalliga für weitere ambitionierte Bundesligisten empfehlen. Vielleicht sogar für den FCK? Aufsteigen? Doch nicht etwa in die Bundesliga? In der Rückrunde legt der FCK eine Siegesserie sondergleichen hin. Am Ende gehen die Roten Teufel mit zehn Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage durch die Rückrunde. Einzig in Braunschweig geht die Mannschaft, die Torsten Lieberknecht jetzt schon seit über zwei Jahren trainiert, mit 11:0 unter. „Aber da kann man eben nichts machen“, sagt Thomas Hengen im interview mit Treffpunkt Betze: „Mal gewinnst du und mal spielst du in Braunschweig.“ Seinen Kaderwert hat der FCK in dieser Saison um 780% erhöht. Im Sommer werden mehrere Spieler in die Premier League wechseln und die Kaufpflicht für Erencan Yardimci ist nur noch Makulatur. Ein Tropfen auf den heißen Betze sozusagen. Und dank David Schramm wird sogar das Stadion zurückgekauft. Am Ende steigen Kaiserslautern und Wolfsburg auf, sowie Schalke und – völlig überraschend – Mönchengladbach ab. Auf die Pfälzer wartet also eine prall gespickte Tüte Bundesliga mit Top-Clubs wie Augsburg, Mainz, Hoffenheim, Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Da freut man sich doch auf die Auswärtsspiele. Torsten Lieberknecht sagt dazu: „Immerhin nicht nach Braunschweig“. Quelle: Treffpunkt Betze

Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 1)

Bald geht’s wieder los! Im Rahmen der Saisonvorbereitung blicken wir auch auf die anderen 17 Vereine, die in der kommenden Zweitliga-Saison antreten – und dabei ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Vor allem das Startprogramm des FCK hat es in sich.Hier ist Teil 1 von „Die Annere“, der 2. Teil erscheint in der kommenden Woche. Spieltag 1: VfL Wolfsburg Die Wölfe sind nach jahrelanger, fast durchgängiger Misswirtschaft in der 2. Liga angekommen. Angesichts des großen Etats, der sich enorm vom Rest der Liga abhebt, kann nur der direkte Wiederaufstieg in die Beletage das Saisonziel sein. Untermauert wurde dieser Anspruch unter anderem durch die Verpflichtungen von Fabian Reese, Robert Glatzel, Fraser Hornby oder Hauke Wahl. Dieter Hecking wurde trotz der verlorenen Relegation vom Trainer zum Geschäftsführer Sport befördert. Als neuen Mann an der Seitenlinie hat er den hoch gehandelten, aber eher unerfahrenen Tobias Strobl (38) verpflichtet, der den SC Verl in der vergangenen Saison mit einem aktiven und dominanten Spielstil auf Platz 6 der 3. Liga geführt hat. Mit der Qualität dieses neu zusammengestellten Kaders ist eine Platzierung auf einem der ersten beiden Ränge für die Wölfe Pflicht. Spieltag 2: Karlsruher SC Beim KSC endete im Mai eine Ära: Sechseinhalb Jahre lang wurde der Verein von Christian Eichner trainiert, dem es gelang, das Team zu einem stabilen Zweitligisten zu entwickeln. Sein Nachfolger ist mit Maximilian Senft ein eher unbeschriebenes Blatt, das vom SV Ried aus Österreich nach Baden wechselt. Nicht nur daher ist der KSC in dieser Saison eine ziemliche Wundertüte, denn auch bei den Spielertransfers ergab sich durch die Abgänge von David Herold, Nicolai Rapp, Fabian Schleusener, Marcel Beifus und Dzenis Burnic ein großer Umbruch. In der Spitzengruppe der Liga sind die Badener daher eher nicht zu erwarten. Spieltag 3: FC St. Pauli Der einstige Kieler Erfolgstrainer Marcel Rapp hat das Ruder von Alexander Blessin übernommen, der den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte. Da dieser allerdings nicht total überraschend kam, blieb der ganz große Umbruch auf St. Pauli aus, zudem konnten mit Marcus Mathisen (30) und Branimir Hrgota (33) bereits zwei sehr erfahrene Zweitliga-Spieler verpflichtet werden. In Summe sollten die Kiez-Kicker daher den Anspruch haben, direkt wieder oben mitzuspielen. Allerdings gibt es in der engen 2. Liga auch keine Garantie, dass dieser Stimmungsumschwung auch tatsächlich gelingt, denn in der Vergangenheit hatten bereits einige Absteiger Probleme mit der Akklimatisierung in dieser Spielklasse. Spieltag 4: SV Darmstadt Nicht zuletzt aufgrund großer Verletzungssorgen ging dem SV Darmstadt im Schlussspurt um die Aufstiegsränge in der letzten Saison die Puste aus. Nun konnte man sich mit vielversprechenden Spielern wie Ibrahim El Kadiri oder Noah Weißhaupt verstärken, außerdem wechselte Linksverteidiger Florian Kleinhansl vom FCK nach Südhessen. Das große Problem: Die Verkäufe von Fraser Hornby, Isac Lidberg, Killian Corredor und Paul Will bringen zwar über 10 Millionen Euro ein, bedeuten aber auch den Abgang von satten 48 (!) Torbeteiligungen. Daher wäre es eine große Leistung von Trainer Florian Kohfeldt, wenn er das Team wieder in die Top 6 der Liga führen könnte – selbst wenn noch der ein oder andere namhafte Offensivspieler zum Team stoßen sollte. Spieltag 5: 1. FC Magdeburg Wie so oft ist der FCM schwer auszurechnen. Die einst unter Christian Titz etablierte, mutige Ballbesitz-Spielweise wird von Kult-Trainer Petrik Sander weitergeführt. Dabei treten die Ostdeutschen phasenweise wie ein Top-Team auf, nur um dann wieder eklatante defensive Mängel zu offenbaren. In der vergangenen Saison gelang ein überlebenswichtiger Endspurt, der das Team von Platz 18 nach 25 Spieltagen noch auf Rang 14 hievte. Nun haben mit Laurin Ulrich, Dariusz Stalmach, Rayan Ghrieb und dem Innenverteidiger-Duo bestehend aus Magnus Mathisen und Jean Hugenot einige wichtige Akteure den Verein verlassen. Die Neuzugänge hingegen sind ein Mix aus Talenten und soliden Zweitliga-Spielern wie Paul Jaeckel oder Immanuel Iyoha. Da zudem noch ein Abgang von Top-Torjäger Mateusz Zukowski zu erwarten ist, wird auf dem Platz wieder viel an Vereinslegende Baris Atik hängen, der sich bestimmt auch wieder sehr auf die Duelle mit Marlon Ritter und dem FCK freuen wird. Unter dem Strich wären beim FCM mit einer Saison ohne große Abstiegssorgen wohl alle zufrieden. Spieltag 6: Eintracht Braunschweig Lars Kornetka geht in seine erste volle Saison als Löwen-Trainer. Im März verpflichtet, holte er 11 Punkte aus 9 Spielen, die der Eintracht zum Klassenverbleib genügten, allerdings denkbar knapp: Mit 37 Zählern und einer Tordifferenz von -18 landete man auf Platz 15, nur ein Tor vor Platz 16 und einen weiteren Treffer vor Platz 17 – knapper geht es kaum. Nun kommt mit einigen jungen Spielern frischer Wind ins Team, denn kaum ein Neuzugang ist älter als 22 Jahre. Wenn alles so läuft wie immer, werden die Braunschweiger bis zum Schluss gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen. Spieltag 7: 1. FC Heidenheim Der FCH hat drei Highlight-Jahre in der Bundesliga hinter sich, inklusive eines Ausflugs nach Europa. Nun verändert sich die Rolle der Mannschaft deutlich, da man kaum noch als klarer Außenseiter in die anstehenden Partien gehen wird, wie es in der 1. Liga der Fall war. Die Leihen der Stammspieler Arijon Ibrahimovic, Eren Dinkci, Hennes Behrens und Diant Ramaj sind ausgelaufen, Rechtsverteidiger Omar Traoré wechselte nach Italien und auch der Verbleib von Anführer Patrick Mainka ist noch nicht sicher. Daher ist – trotz der stabilen finanziellen Situation – nicht damit zu rechnen, dass dem Team von Frank Schmidt der direkte Wiederaufstieg gelingen wird. Spieltag 8: VfL Bochum Der VfL könnte eine klassische „Unter-dem-Radar“-Mannschaft der kommenden Spielzeit sein. Für das Top-Talent Cajetan Lenz hat die TSG Hoffenheim satte 10 Mio. Euro an die Castroper Straße überwiesen, auf der Zugangsseite stehen mit Berkan Taz, Karol Mets und Daniel Hanslik zudem ein paar interessante Namen. Trainer Uwe Rösler kennt die zweite Liga gut und konnte die Bochumer in 25/26 souverän aus dem Tabellenkeller auf Platz 9 führen. Gelingt es ihm nun, das Team sogar im oberen Tabellendrittel zu platzieren? Die fantastische Stimmung bei den Bochumer Heimspielen wird sicherlich kein Nachteil sein. Quelle: Treffpunkt Betze

Mahir Emreli verlässt den FCK auf Leihbasis

Ziemlich genau 13 Monate nach Verpflichtung gibt der FCK Mahir Emreli vorerst wieder ab. Der Stürmer wechselt in die erste polnische Liga. Nach einem für beide Seiten enttäuschenden Jahr ist es den Roten Teufeln gelungen, dem wechselwilligen Offensivspieler einen Transfer zu ermöglichen. Der aserbaidschanische Nationalstürmer wechselt zu Raków Czestochowa. Emreli war ablösefrei in die Pfalz gewechselt, blieb nach einer Verletzung aber außen vor und fiel letzten Endes eher durch Nebenkriegsschauplätze auf. Die „Causa Emreli” verdeutlicht die Vielschichtigkeit von Transfers und macht deutlich, dass ein Fehlkauf zum Geschäft dazugehört und nicht zwangsläufig einen „Schuldigen“ hat. Viel Geld – wenig Erfolg Als der 1. FC Kaiserslautern am 28. Juni des vergangenen Jahres Vollzug meldete, waren die Hoffnungen groß. Als Leistungsträger wechselte Mahir Emreli vom Ligakonkurrenten aus Nürnberg in die Pfalz und sollte eine tragende Rolle in der Betze-Offensive einnehmen, weshalb der FCK angeblich tief in die Tasche in Sachen Gehalt griff. Es kam jedoch anders: Nach mehreren bemühten, aber unglücklichen Einsätzen blieb der Neuzugang außen vor. Besonders die Nationalmannschaft setzte das Verhältnis zusätzlich unter Druck, da der Aserbaidschaner Spielpraxis für eine Nominierung benötigte, die er wohl nicht im erwarteten Ausmaß erhielt. Daraufhin machten Medienberichte über eine schlechte Stimmung die Runde, woraufhin es zur Aussprache mit den Verantwortlichen und Emreli kam. Dieser verletzte sich jedoch bei seiner Rückkehr auf den Rasen an den Adduktoren und musste knapp drei Monate pausieren. So zerschlug sich wohl auch ein möglicher Winterwechsel, dessen Gerüchte dennoch einen Fingerzeig bedeuteten. Der 1. FC Kaiserslautern und Mahir Emreli passen nicht zusammen. Gute Lösung für alle Bei solchen Fehleinkäufen wird oft versucht, einer Partei den Schwarzen Peter zuzuschieben, denn wenn das Ansehen schwindet, verlieren Vereine, Spieler und Agenten Geld. Beim FCK endete die Personalsituation glücklicherweise vorerst ohne Schlammschlacht. Es schien ein offenes Geheimnis zu sein, dass Emreli den Verein verlassen würde, und auch Trainer Torsten Lieberknecht ließ sich diesbezüglich zu einer vielsagenden Aussage hinreißen. Die Zeit von Mahir Emreli beim FCK war von Fehleinschätzungen geprägt und ist nun erstmal pausiert. Dennoch ist es nicht undenkbar, dass mit etwas mehr Glück und anderen Umständen hier ein völlig anderes Resümee hätte stehen können. Quelle: Treffpunkt Betze

Nie mehr 1. Liga? – Saisonrückblick 2011/12 

Mit einer historisch schlechten Saison verabschiedete sich der FCK aus der Bundesliga – bis heute. Ein Rückblick auf den Anfang vom Ende. 

 Die Ausgangslage Nachdem der FCK die Vorsaison durch einen überragenden Endspurt noch auf einem starken 7. Platz beendet hatte, war die Hoffnung groß, dass er sich auch in der kommenden Saison aus dem Abstiegskampf heraushalten könne. Doch im Sommer 2011 verlor der FCK zwei elementare Stützen. Ivo Iličević wechselte für vier Millionen zum HSV und Toptorjäger Srđan Lakić schloss sich ablösefrei den Wölfen aus der Autostadt an. Zudem verließen Adam Nemec und Jiří Bičák im Winter den Verein ablösefrei. Im Sommer war Itay Shechter der Königstransfer. Für 2,5 Millionen Euro wechselte er von Hapoel Tel Aviv zum FCK. Weitere Transfers in diesem Sommer sind unter anderem Sandro Wagner, der von Werder Bremen ausgeliehen wird, sowie Richard Sukuta-Pasu und Konstantinos Fortounis, der für 250.000 Euro von Asteras Tripolis kommt. Der Kader Im Tor startet der junge Kevin Trapp als Nummer eins in die Saison. Er hatte bereits zum Ende der Vorsaison Tobias Sippel aus dem Tor verdrängt. In der Viererkette herrschte selten die gewohnte Kontinuität. Einzig Florian Dick war gesetzt. In der Innenverteidigung war es ein Dreikampf zwischen Rodnei, Amedick und Abel. Auf der linken Seite duellierten sich Bugera und Jessen um den Stammplatz. Im Winter verließ Amedick den FCK und wechselte zu Eintracht Frankfurt. Für ihn kam Ariel Borysiuk für 2 Millionen Euro. Im zentralen Mittelfeld spielten meist Kirch und Tiffert, etwas offensiver oder auf dem Flügel Pierre de Wit. Auf der Außenbahn wurden ebenfalls Sahan, Sukuta-Pasu und Julian Derstroff eingesetzt. Meistens spielte der FCK mit einer Doppelspitze, bestehend aus Itay Shechter und wahlweise Dorge Kouemaha oder Sandro Wagner. Der Saisonverlauf Der FCK startete holprig in die Saison. Nach der Auftaktniederlage gegen Bremen folgten zwei Unentschieden gegen Augsburg und Köln. Als daraufhin noch zwei weitere Niederlagen gegen die Bayern und Gladbach folgen, wird die Luft am Betzenberg zum ersten Mal dünner. Am 6. Spieltag folgt endlich der erste Saisonsieg gegen Mainz. Nach einem frühen Rückstand durch Choupo-Moting dreht der FCK dank eines Eigentors von Bo Svensson und Treffern von Shechter und Tiffert die Partie. Doch die Freude währte nur kurz, denn der FCK verlor die nächsten beiden Spiele gegen Wolfsburg und Stuttgart. Schon am 8. Spieltag war klar: Es hakt in der Offensive. Lediglich fünf Tore in den ersten acht Spielen. Ein Trend, dem man kurzzeitig mit zwei Siegen gegen Schalke und Freiburg entgegenwirken kann – doch über die gesamte Saison gesehen wird die Offensive zum Hauptproblem der Roten Teufel. Die gute Nachricht: Von Spieltag 11 bis 19 verliert man nur zwei Spiele. Die schlechte: Man gewinnt kein einziges. Der FCK gewinnt zu selten und spielt zu oft unentschieden. Auch in den nächsten sieben Spielen schafft es das Team unter Marco Kurz nicht, ein Spiel zu gewinnen, sodass der FCK nach dem 26. Spieltag die Reißleine zieht. Nach der 1:4-Niederlage gegen Draxler, Raúl und Co. muss Marco Kurz gehen. Für ihn kommt Krassimir Balakov. Wirklich krass ist allerdings nur der Fehlstart, den Balakov hinlegt. Fünf Niederlagen am Stück bringen den FCK Stück für Stück an den Abgrund. Ausgerechnet am 32. Spieltag, als der FCK nach 22 Spielen mit einem 2:1-Sieg gegen Hertha wieder einen Sieg einfahren kann, ist der Abstieg des FCK auch rechnerisch besiegelt. Damit steigt der FCK mit 23 Punkten und lediglich 24 Toren ab und spielt die historisch schlechteste Bundesligasaison. Ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison:  Spieler der Saison: Florian DickTor der Saison: Julian Derstroff gegen LeverkusenTrikot: Heim: 7/10 | Auswärts: 6/10Lichtblick der Saison: FCK-Torwartschule Wahrscheinlichkeit, nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 0% Quelle: Treffpunkt Betze

Große Klasse! Kelven Frees wechselt per Leihe zum FCK

Der 21-jährige Innenverteidiger kommt von der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim und bringt mit 2,02 Metern jede Menge Größe und einen bereits gefüllten Trophäenschrank mit. In der Saison 2023/24 gewann er mit Hoffenheim den A-Junioren-Pokal und die A-Junioren-Liga und im Jahr darauf die Meisterschaft der Regionalliga Südwest. Ein weiterer junger Transfer, der die aktuelle Marschrichtung des FCK auf dem Transfermarkt bestätigt. Klos über Frees: “Hochtalentierter Spieler” Sportdirektor Marcel Klos bestätigte dies und fügte hinzu: „Wir konnten Kelven in vielen Gesprächen von unserem Weg überzeugen, hochtalentierten jungen Spielern eine Perspektive zu bieten.“ Neben seiner Größe und Kopfballstärke zähle auch seine Schnelligkeit zu seinen Stärken, so Klos über den Neuzugang. Frees über den Transfer: “Außergewöhnliche Atmosphäre” Kelven Frees selbst ist heiß auf die neue Herausforderung: „Ich freue mich riesig darauf, gemeinsam mit dem FCK in der 2. Bundesliga aufzulaufen und die außergewöhnliche Atmosphäre am Betzenberg zu erleben. Ich bin heiß, in dieser für mich neuen Spielklasse so schnell wie möglich anzukommen.” Quelle: 1. FC Kaiserslautern

FCK startet in Wolfsburg – Spielplan veröffentlicht

Der FCK tritt am ersten Spieltag der neuen Zweitliga-Saison in Wolfsburg an. Das Derby gegen den KSC steht früh auf dem Programm. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat am Freitag den neuen Spielplan für die Saison 2026/27 bekanntgegeben. Den Auftakt zur neuen Spielzeit bestreitet der VfL Bochum und Hertha BSC  – der 1. FC Kaiserslautern tritt gegen Absteiger Wolfsburg an. Das Derby gegen den KSC findet bereits am zweiten Spieltag statt. Der Startschuss für die zweite Liga fällt bereits am 7. August 2026  – final beendet wird der Spielbetrieb am 23. Mai 2027. Mit der Saison 26/27 gilt erstmals eine Neuerung: der Spielbetrieb wird nur von zwei Länderspielpausen unterbrochen (21. September bis 6. Oktober &  9. bis 17. November). Am 20. Dezember verabschiedet sich der Spielbetrieb dann in eine rund vierwöchige Pause. Die Ansetzungen der Roten Teufel: 1. Spieltag : VFL Wolfsburg– 1. FC Kaiserslautern 2. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – KSC 3. Spieltag : St. Pauli – 1. FC Kaiserslautern 4. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Darmstadt 98 5. Spieltag FC Magdeburg– 1. FC Kaiserslautern 6. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Eintracht Braunschweig 7. Spieltag 1. FC Heidenheim– 1. FC Kaiserslautern 8. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – VfL Bochum 9. Spieltag : 1. FC Nürnberg– 1. FC Kaiserslautern 10. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Hertha BSC 11. Spieltag : VfL Osnabrück– 1. FC Kaiserslautern 12. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Dynamo Dresden 13. Spieltag Holstein Kiel– 1. FC Kaiserslautern 14. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Spvgg. Fürth 15. Spieltag Arminia Bielefeld– 1. FC Kaiserslautern 16. Spieltag Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern 17. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – Energie Cottbus

Als Tiffert, Lakic und Co in der Bundesliga zauberten – Saisonrückblick 2010/2011 



Der FCK zum letzten Mal erfolgreich auf Deutschlands größter Fußballbühne. Ein Rückblick auf die Saison 2010/2011. Die Ausgangslage: Als Aufsteiger stand das erfolgreiche Gerüst aus der Vorsaison bereits. Nun galt es, die geliehenen Leistungsträger auch fest zu verpflichten. So kamen Ivo Iličević und Rodnei für jeweils knapp 500.000 Euro fest von ihren Stammclubs. Der Top-Transfer mit einer Ablöse von 850.000 Euro ist in diesem Sommer Jan Simunek, der in dieser Saison lediglich acht Spielminuten im DFB-Pokal sammelt und danach für insgesamt über 400 Tage mit einer Adduktorenverletzung ausfällt. Des Weiteren kamen Stiven Rivic und Leon Jessen für jeweils 800.000 Euro. Die wahren Königstransfers tätigte der FCK jedoch ablösefrei. Christian Tiffert und Oliver Kirch sowie Jan Moravek, der vom FC Schalke ausgeliehen wurde, kommen zum Nulltarif. Ersterer bestritt mit Abstand die meisten Spielminuten in dieser Saison und wurde auf Anhieb zum Leistungsträger. Auf der Abgangsseite hatte der FCK lediglich Erik Jendrisek zu verzeichnen. Der Kader: 
 Zu Beginn der Saison hütete Tobias Sippel das Tor des 1. FC Kaiserslautern, doch bereits das nächste FCK-Talent scharrte mit den Hufen. Kevin Trapp rückte am 26. Spieltag aufgrund einer Grippeerkrankung von Sippel ins Tor und blieb bis zum Saisonende gesetzt. Die starke Abwehr der Vorsaison blieb weitestgehend unverändert, lediglich Neuzugang Leon Jessen verdrängte Alexander Bugera aus der Viererkette, die sonst aus Rodnei, Martin Amedick und Florian Dick bestand. Im zentralen Mittelfeld spielten meist Jan Moravek, Oliver Kirch und Christian Tiffert. Zudem startete der junge Grieche Thanos Petsos in einigen Spielen. Jan Moravek sammelte insgesamt sieben Scorerpunkte. Das ist keine schlechte Leistung, wirkt jedoch fast schon lächerlich, wenn man die Zahlen von Christian Tiffert sieht. In Liga und Pokal gab das „Gehirn” der FCK-Mannschaft insgesamt 19 Vorlagen. Quasi der Betzenberg de Bruyne. Star der Mannschaft war für viele dennoch ein anderer: Srdjan „Lucky“ Lakic. Der Mann, der schneller trifft als sein Schatten. Er erzielte 16 Tore in der Bundesliga und sieben weitere im Pokal. Neben ihm trugen sich auch Ivo Iličević und Erwin Hoffer mit zwölf bzw. neun Scorerpunkten in die Liste der offensiven Leistungsträger ein. Der Saisonverlauf: 
 Zurück in der Bundesliga, erster Spieltag auswärts in Köln. Alles ist angerichtet für eine erfolgreiche Rückkehr. Nach neunzig Sekunden fliegt der Kölner Mohamad mit Rot vom Platz. Doch nur wenige Minuten später trifft Milivoje Novaković zur Kölner Führung. Lange sieht es so aus, als könnten die Roten Teufel ihre Überzahl nicht nutzen. Doch ein Doppelpack von Lakic und ein Tor von Iličević in der Schlussphase lassen Kaiserlautern schließlich doch noch jubeln. Eine Woche später. Die Bundesliga ist zurück auf dem Betzenberg. Der Gegner ist der einzige Club der nicht willkommen und dessen Mannschaft nicht gern gesehen ist auf dem Betzenberg. Die Bayern. 50.000 Zuschauer, Flutlicht, Choreos, alles angerichtet für den Mythos Betzenberg. Und der Mythos schlägt zu. In der 33. Minute schießt Ilicevic den Ball aus 20 Metern in den Winkel. Keine sechzig Sekunden später steht Lakic frei vor Hans-Jörg Butt. Der FCK gewinnt 2:0, grüßt von ganz oben und ist im Fußballhimmel. Doch auf den Höhenflug folgt die Bruchlandung. Acht Spiele, kein Sieg, sieben Niederlagen. Daraufhin gelingt mit einem 3:0 gegen Gladbach der kurzfristige Befreiungsschlag. Es folgt eine bessere Phase der Saison, die mit dem 5:0 gegen den FC Schalke 04 auf dem Betzenberg gipfelt. Zur Winterpause liegt der FCK mit 21 Punkten auf Platz 12 und damit voll im Soll. Doch der FCK kommt träge aus der Winterpause. Acht Spiele ohne Sieg bedeuten den Absturz in den Tabellenkeller. Es braucht eine Trendwende. Und der FCK liefert diese. In den letzten neun Spielen der Saison gewinnt der FCK sieben Mal und beendet die Saison ungefährdet auf dem siebten Platz mit 46 Punkten. Damit ist dies die zweitbeste Saisonplatzierung des FCK in diesem Jahrtausend und bis heute das letzte Mal, dass der FCK den Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft hat. 
 Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison:  Spieler der Saison: Srdjan LakicTor der Saison: Ivo Iličević gegen die Bayern Trikot: Heim: 10/10 | Auswärts: 8/10Meiste Aura: Christian Tiffert im Langarm-TrikotWahrscheinlichkeit, nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 101 %

Fünf-Millionen-Strafe und Stadionüberwachung – wohin entwickelt sich der Fußball?

Es sind zwei Entwicklungen, die aktuell getrennt voneinander diskutiert werden – und die trotzdem am Ende dasselbe Thema betreffen: den Umgang mit Fans im deutschen Fußball. Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen Strafenkatalog deutlich verschärft, stellt die Politik die Frage nach mehr Kontrolle und Überwachung in und rund um Stadien erneut in den Raum. Beides betrifft nicht nur abstrakte Regelwerke. Es beeinflusst das, was Wochenenden in deutschen Stadien ausmacht – auch auf dem Betzenberg. Millionenstrafen als neue Realität Heimlich, still und leise hat der DFB Anfang des Jahres Anpassungen in seinem Sanktionskatalog vorgenommen. Diese sind mehr als eine formale, technische Überarbeitung, sondern verschieben die Höchststrafen für Fanvergehen deutlich nach oben – und vergrößern zudem den Ermessensspielraum, welche Handlungen sanktionswürdig sind. Bislang bewegten sich Strafen für Fanverhalten meist im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Dadurch kamen regelmäßig schon absurd hohe Summen zustande, die ein Verein beispielsweise für eine einzige Pyro-Show seiner Anhänger blechen musste. Künftig ist in bestimmten Fällen sogar eine Dimension von bis zu 5 Millionen Euro (!) möglich. Insbesondere dann, wenn sich Vorfälle – so der Verband – gegen Spieler, Schiedsrichter, Trainer oder andere offiziell eingesetzte Personen richten. Das Problem ist offensichtlich: Wenn einzelne Vorfälle solche Summen auslösen können, dann betrifft das den Verein als Ganzes – und damit auch die breite Masse der Stadionbesucher, die oft zu großen Teilen Mitglieder des Vereins sind und mit dem konkreten Regelverstoß gar nichts zu tun haben. Ganz davon abgesehen, dass Strafen in Millionenhöhe bei vielen Vereinen nicht mehr kalkulierbar sind und existenzielle finanzielle Nöte verursachen können. Zwischen Vergehen und Bestrafung geht dadurch jegliche Relation verloren, sofern diese bei den aktuell schon sehr hohen Strafen überhaupt noch vorhanden ist. Wenn Regeln Spielraum lassen Gleichzeitig bleibt bei den neuen Regelungen für Vorkommnisse auf den Tribünen ein Gefühl zurück, das bereits aus vielen Diskussionen um Schiedsrichter-Entscheidungen auf dem Spielfeld bekannt ist: die Frage nach der Auslegung. Der DFB hat sein Regelwerk im Zuge der oben erwähnten Anpassung um Begriffe wie „Personen mit offizieller Funktion während des Spiels“ oder „politische oder sonstige Anschauung“ erweitert. Man muss kein Jurist sein, um zu erkennen, dass beispielsweise man unter dem Deckmantel der „sonstigen Anschauung“ quasi alles sanktionieren kann. Dieser Spielraum sorgt dafür, dass unklar ist, wo die Grenze tatsächlich verläuft, und öffnet Tür und Tor für vollkommene Willkür des Verbandes. Zudem entsteht dadurch ein System, in dem permanente Unsicherheit mitschwingt – nicht unbedingt bei klaren Fällen, sondern in den Grauzonen, die den Stadionalltag prägen und denen sich organisierte Fanszenen gerne clever annähern und dabei kritisch den Finger in die Wunde legen. Parallel dazu: Der Blick der Innenpolitik auf die Stadien Während der DFB seine Disziplinarordnung intern nachschärft, wird auf politischer Ebene ein anderer Fokus gesetzt: die generelle Sicherheit in Fußballstadien. Im Rahmen der Innenministerkonferenz, die vom 17. bis 19. Juni stattfand, ging es wieder einmal um Maßnahmen, die tief in die gewachsenen Strukturen des Fan-Daseins eingreifen könnten. Diskutiert wurden unter anderem: Zudem forderte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul sogar, dass Spiele bei größerem Pyrotechnik-Einsatz, wie beispielsweise beim Pokalfinale des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern, schlicht abgebrochen werden sollen. Auch aus den Vereinen selbst kommt dabei eine zunehmend kritische Einordnung. So positioniert sich der 1. FC Kaiserslautern in einer Stellungnahme zu den neuen Stadionverbotsrichtlinien des DFB deutlich gegen eine weitere Zentralisierung der Verfahren und betont die Bedeutung von Einzelfallentscheidungen sowie rechtsstaatlichen Standards im Umgang mit Stadionverboten. Zwar wird die Notwendigkeit konsequenter Maßnahmen gegen Gewalt und diskriminierendes Verhalten ausdrücklich anerkannt, gleichzeitig warnt der Klub jedoch davor, dass durch zu starre oder zentralisierte Strukturen der Eindruck eines pauschalen Verdachts gegenüber großen Teilen der Stadionbesucher entstehen kann. Konkret beschlossen wurden letztlich lediglich strengere Kontrollen und eine konsequentere Durchsetzung bereits bestehender Maßnahmen, darunter Stadionverbote, personalisierte Tickets für einzelne als Risikospiele eingestufte Partien sowie die Unterstützung der – vom FCK deutlich kritisierten – neuen zentralen Kontrollstelle für Stadionverbote beim DFB. Das heißt allerdings nicht, dass die oben genannten Maßnahmen für die kommenden Jahre dauerhaft vom Tisch sind. Natürlich muss gegen Gewalt und gezielte Eskalationen vorgegangen werden, auch präventiv. Der Großteil aller Menschen im Stadion ist jedoch Teil einer friedlichen, organisierten und emotionalen Fankultur, die nicht unter Generalverdacht geraten dürfen. Kontrollen dürfen nicht dazu führen, dass das, was den Fußball atmosphärisch und in all seiner Emotion, Lautstärke und Kreativität ausmacht, Stück für Stück verschwindet. Die Stadien sind sicher Das Absurdeste an der ganzen Debatte: De facto sind die Kennzahlen, welche die Sicherheitsrisiken beim Stadionbesuch darstellen, sogar rückläufig: In den drei deutschen Profiligen gab es im Vergleich der Saisons 2023/2024 und 2024/2025 insgesamt 17% weniger Verletzte und 24% weniger Strafverfahren gegen Fans. Zudem konnten im selben Zeitraum die Polizei-Einsatzstunden rund um Fußballspiele um 9% reduziert werden.Und das alles, obwohl immer mehr Menschen in die deutschen Stadien strömen: Mit 25,26 Millionen Besucher:innen in den Profiligen wurde der Vorjahreswert um 4% übertroffen und somit ein neuer Rekord aufgestellt. Es gibt also schlicht kein wachsendes Problem, auf das die Politik mit harten Maßnahmen reagieren müsste. Vielmehr sind die trotz allem wieder aufgekommenen Ideen nach mehr Kontrolle ein Akt der Stigmatisierung von Fußballfans mit daraus abgeleiteter Repression der Fans und ihrer Perspektiven. Kaum jemand ist grundsätzlich gegen Sicherheit, klare Regeln oder konsequentes Vorgehen bei echten Grenzüberschreitungen. Die Spannung entsteht dort, wo Regulierung nicht mehr nur punktuell nachvollziehbare Wirkung zeigt, sondern zur Willkür wird und Fußballfans unter einen Generalverdacht stellt.Deshalb werden beide Entwicklungen – sowohl die neuen DFB-Strafen als auch die politische Debatte um Stadionkontrolle – in den kommenden Monaten eher an Bedeutung gewinnen als verlieren. Proteste der Ultra-Gruppierungen vieler deutscher Vereine wären angesichts der Geschehnisse keine große Überraschung. Viel mehr noch, sie wären völlig nachvollziehbar. Denn am Ende geht es nicht nur um Paragrafen oder abstrakte Maßnahmen. Es geht um die Frage, wie Fußball in Deutschland künftig erlebt werden soll – und wie wir als Fans unsere Kultur schützen können. Quelle: Treffpunkt Betze

Die Letzten ihrer Art – Saisonrückblick 2009/2010

Der letzte offizielle Titel – abgesehen vom Südwest-Pokal und dem SunExpress Cup in Belek – liegt nun schon mehr als 16 Jahre zurück. Höchste Zeit, auf die letzte Meistersaison zurückzublicken! Die Ausgangslage In der Vorsaison 2008/2009 landet der FCK auf dem 7. Platz. Nach dem Beinahe-Abstieg in der Saison davor ein Schritt in die richtige Richtung. Bereits im Sommer davor wurde der Grundstein für die Erfolgsmannschaft gelegt. Mit Amedick, Lakic, Sydney Sam und Florian Dick landete man auf dem Transfermarkt direkt mehrere Volltreffer, sodass Stefan Kuntz im Sommer 2009 keine großen Investitionen mehr tätigen musste und den Kader punktuell mit Leihspielern verstärkte. Ivo Iličević und Rodnei sind die beiden wohl wichtigsten Neuzugänge, die in diesem Sommer beim FCK unterschreiben. Zudem steht mit Marco Kurz ein neuer Trainer an der Seitenlinie, nachdem Milan Sasic vor Ende der letzten Saison entlassen wurde. Kurz war wenige Monate zuvor bei 1860 entlassen worden und sollte nun den FCK kurz- oder langfristig wieder in die Bundesliga führen. Der Kader Nur drei Dinge sind im Leben sicher: der Tod, die Steuern und dass der FCK einen guten Torhüter hat. In der Saison 09/10 war Tobi Sippel die unumstrittene Nummer 1 im Tor. Der Schlussmann spielte 13-mal zu Null und stellte mit nur 28 Gegentoren die beste Defensive der Liga. Das war natürlich nicht allein sein Verdienst. Die vier Spieler vor ihm – Bugera, Amedick, Rodnei und Dick – bildeten eine Abwehr aus Granit. Doch sie waren nicht nur in der Defensive unersetzlich. Amedick und Rodnei schossen zusammen neun Tore, allein Bugera bereitete elf weitere vor und auch Flo Dick steuerte vier Vorlagen dazu. Damit waren sie an 24 von 56 Toren direkt beteiligt. Im Mittelfeld bestand die Doppelsechs in der Regel aus Jiri Bilek und Georges Mandjeck. Letzterer kam bereits in der Saison zuvor per Leihe zum FCK und steigerte durch seine guten Leistungen in den zwei Jahren seinen Marktwert von 100 Tausend auf 2 Millionen. Leider sah der FCK durch das Leihgeschäft nichts von diesem Geldregen. Im 4-4-2 von Marco Kurz bildeten Sidney Sam und Ivo Iličević die Flügelzange. Wie die jungen Kids von heute sagen würden: Aura! Sidney Sam erzielte überragende 10 Tore und gab 7 Vorlagen als Flügelspieler, Ivo Ilicevic steuerte weitere 9 Scorerpunkte bei. Im Sturm musste der FCK zu Beginn der Saison verletzungsbedingt auf Srdjan Lakić verzichten. Für ihn sollten Erik Jendrisek und Adam Nemec die Tore schießen. Vor allem ersterer übernahm diese Aufgabe voll und ganz: 15 Tore und drei Vorlagen schoss Jendrisek in der Saison. Adam Nemec und der genesene Srđan Lakić steuerten noch fünf bzw. sieben weitere Tore bei. Der Saisonverlauf
 Nach der miserablen Vorbereitung war die Stimmung beim FC Kaiserslautern vor dem Auftaktspiel im DFB-Pokal gegen Eintracht Braunschweig alles andere als euphorisch. Als dann Iličević nach 36 Minuten mit einer roten Karte vom Platz flog, war die Aussicht auf die kommenden Monate für den einen oder anderen Fan deutlich getrübt. In der zweiten Hälfte köpfte Nemec die Roten Teufel dann aber eine Runde weiter, sodass vor dem Zweitliga-Auftakt die Pflichtaufgabe erfüllt war. 
 Dieser gelang dem FCK dann aber voll und ganz. Es gab zwei Siege zum Start gegen Fürth und Ahlen sowie zwei Unentschieden gegen Aachen und Paderborn. Der Knoten platzte dann endgültig im Heimspiel gegen Peter Neururer und den MSV Duisburg. 4:1 unter Flutlicht am Betzenberg. Amedick erzielte nach einem Standard das 1:0, Sam, Jendrisek und Nemec legten nach der Pause innerhalb von einer Viertelstunde nach. In den Schlussminuten trug sich noch ein weiterer Lautrer in die Torschützenliste ein – leider auf der falschen Seite. Rodnei schenkte den Zebras den Ehrentreffer. Nun folgte eine englische Woche, von der jeder FCK-Fan nur träumen kann. Zunächst besiegte man St. Pauli im Topspiel mit 2:1, dann schaltete man Bayer Leverkusen im Pokal aus und zum krönenden Abschluss gab es noch einen Derbysieg gegen den KSC, wodurch man die Tabellenführung übernahm. Doch bekanntlich folgt auf ein Hoch ein Tief: Im Oktober holte der FCK lediglich einen Sieg und flog gegen Werder Bremen im Pokal raus. Doch weil auf ein Tief bekanntlich ein Hoch folgt, startete der FCK nach dem Pokalaus eine Serie von sechs Siegen am Stück und übernahm wieder die Tabellenführung, die er bis zum Ende der Saison nicht mehr hergab. Auch in der Rückrunde blieb der FCK, insbesondere dank seiner hervorragenden Defensive, nahezu unschlagbar. Zwischenzeitlich fuhr man zehn Spiele ohne Niederlage ein. Am 31. Spieltag machte der FCK mit einem 2:1-Sieg gegen Bielefeld den Aufstieg fast perfekt. Mit acht Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten Augsburg hatte man am nächsten Spieltag im eigenen Stadion gegen den Tabellen-16., Hansa Rostock, die Chance, den Aufstieg perfekt zu machen. Doch wie man den FCK kennt, scheiterte man mit Bravour daran. Sam verschoss einen Elfmeter und Bugera flog vom Platz. Am Ende verlor der FCK 0:1 gegen Rostock und die Aufstiegsparty musste verschoben werden. Allerdings nur um zwei Tage, denn der FSV Frankfurt erkämpft ein Unentschieden gegen den FC Augsburg und schießt damit den FCK zurück in die Bundesliga. Am Ende steigt man mit 67 Punkten als Meister auf und krönt damit eine mitreißende Saison. 


 Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison Spieler der Saison: Martin AmedickTor der Saison: Alexander Bugera gegen Fürth (1. Spieltag)Trikot: Heim 8/10, Auswärts 7,5/10Jubel der Saison: Ivo Iličević gegen AhlenFrisur der Saison: Martin AmedickWahrscheinlichkeit, nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 100 % Quelle: Treffpunkt Betze