Wechsel fruchten nicht – Dämpfer in Magdeburg

Mit drei neuen Spielern in der Startelf verschliefen die Roten Teufel die Startphase beider Halbzeiten und verloren zurecht in Magdeburg. Die Pleite ist der erste Rückschlag dieser jungen Saison. Auswärts in Magdeburg ist für die Lautrer wie der jährliche Zahnarztbesuch: unangenehm, unvermeidbar – und man hofft nur, irgendwie glimpflich davonzukommen. Dieses Mal verpassten Dr. Iyoha und seine Kollegen den Roten Teufeln eine dreifache Wurzelbehandlung ohne Betäubung. Besonders ärgerlich ist die Leichtsinnigkeit, mit der sich die Pfälzer den Zahn ziehen ließen. Dreifach Wechsel – Anfang verschlafen „Never change a winning team?” – Denkste! Torsten Lieberknecht veränderte die zuletzt erfolgreiche Startelf der Roten Teufel an drei Positionen: Alex Murphy, Simon Asta und Erencan Yardımcı rotierten für Mika Haas, Paul Joly und Mario Sauer in die Mannschaft. Ob diese Wechsel wirkten, ließ sich nur schwer herausfinden, da der Ball bereits kurz nach Anpfiff im Lautrer Netz lag. Magdeburg agierte griffiger und setzte die sonst so starke FCK-Defensive durch eine direkte Spielweise unter Druck, wobei sich letztere selbst aushebelte. Der frühe Treffer spielte den spielstarken Gastgebern in die Karten, die sich als eiskalt zeigten und direkt den zweiten Treffer nachlegten. Für den FCK, dessen Stärke nicht im Spiel gegen den tiefen Block liegt, war dies eine äußerst undankbare Situation. Auch den zweiten Spielabschnitt begannen die Pfälzer im Halbschlaf und schenkten das Spiel ab. Eine weitere Kombination kleinerer Nachlässigkeiten führte zum nächsten Gegentreffer und sorgte schließlich für den K. o. Deutlicher als nötig – Dämpfer zur richtigen Zeit? Nach dem starken Start wirkte die Partie im Osten wie eine Zeitreise zu den Auswärtsspielen der letzten Rückrunde. Zahnlos, schwerfällig und ohne den entscheidenden Willen. Ob diese Leistung auf die halbstündige Verspätung der Lautrer, die Wechsel in der Startelf, die starken Magdeburger oder – am wahrscheinlichsten – auf ein Wechselspiel aller Faktoren zurückzuführen ist, bleibt offen. Unterm Strich hat der FCK die Partie verdient, aber ein bisschen zu hoch, verloren. Den Roten Teufeln fehlte, wenn sie dann einmal gefährlich wurden, auch das nötige Glück, das auf Seiten des FCM vorhanden war. Besonders die Leichtigkeit, mit der die Gastgeber trafen, muss jedoch deutlich kritisiert werden. Für die Pfälzer kommt die Niederlage zur Unzeit. Oder etwa nicht? Die Ungeschlagen-Serie der Lautrer ist auf jeden Fall gerissen. Dennoch könnte dieser Dämpfer die überhöhten Erwartungen vieler Außenstehender zügeln. Ein komplettes Fazit zum Saisonstart der Lautrer lässt sich ohnehin erst nach der Partie gegen Eintracht Braunschweig ziehen, bevor es in die XXL-Länderspielpause geht. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze

Auswärts in Magdeburg: „Du wirst mental immer gefordert“

Die Stimmung beim FCK ist gut. Vor dem Auswärtsspiel in Magdeburg herrscht gute Laune auf der Pressekonferenz. Trainer Torsten Lieberknecht spricht über das kommende Spiel und die vergangene Transferphase. Zudem darf er einen Rückkehrer in seinen Reihen begrüßen. Magdeburg bleibt sich treu Das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem FCK und dem FC Magdeburg liegt noch gar nicht so lange zurück. Im Saisonfinale der vergangenen Saison konnte der FCK mit einem 1:0-Sieg die drei Punkte aus Magdeburg entführen. Einen großen Umbruch hat es seitdem nicht gegeben, wie Torsten Lieberknecht berichtet: „Beide Mannschaften sind ein Stück weit bei der in der vergangenen Saison aufgebauten Spielphilosophie geblieben und haben in der ein oder anderen Situation Nuancen angepasst, um sich sukzessive zu verbessern.“ Ein Selbstläufer wird das dennoch nicht: „Du wirst mental immer gefordert sein. Du wirst mit Sicherheit auch prozentual weniger Ballbesitz haben.“ Prtajins Comeback rückt näher Neben den Ausfällen von Owen Gibs und Natan Skyttä ist auch Ivan Prtajin weiterhin keine Option für den Kader. Er befindet sich allerdings auf dem besten Weg dorthin. Nachdem der Torjäger bereits teilweise ins Mannschaftstraining integriert worden ist, ist er nun seit Anfang der Woche wieder fester Bestandteil der Trainingsgruppe. „Die Sehne ist ausgeheilt.“ Eine Rückkehr vor der Länderspielpause kommt für Prtajin aber noch zu früh. Am Samstag begleiten mindestens 2 635 FCK-Fans die Roten Teufel nach Magdeburg. Anstoß ist um 13 Uhr.

Vom Abtrünnigen zum Leistungsträger – Jan Elvedis Weg zurück

Eine Erfolgsgeschichte des Lautrer Saisonstarts ist die Renaissance des Innenverteidigers. Wie dem 29-Jährigen der Turnaround gelang, zeigt die Analyse. Es war ein längst verdientes Lob, das Torsten Lieberknecht auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen den SV Darmstadt äußerte. „Über Jan Elvedi redet man viel zu wenig.“ Dabei gab sich der Cheftrainer selbstkritisch: „Da muss ich mich selbst auch ein Stück weit hinterfragen, was ich in der vergangenen Saison nicht in ihm gesehen habe.“ In der vergangenen Spielzeit wurde der Schweizer quasi aussortiert und wählte den Notausgang per Leihe nach Fürth. “Jack of all trades, master of none“ Nach seinem ablösefreien Wechsel im Jahr 2023 in die Pfalz schien der Transfer des Schweizers perfekt. Elvedi verpasste nur ein Pflichtspiel für den FCK und spielte ansonsten jede Partie über 90 Minuten, inklusive des Pokalfinals gegen Leverkusen. Auch im darauffolgenden Jahr blieb der 29-jährige Dauerbrenner, bis im Sommer 2025 Maxwell Gyamfi verpflichtet wurde. Der Neuzugang übernahm die Rolle des zentralen Innenverteidigers, Luca Sirch blieb rechts daneben gesetzt und Elvedi saß auf der Bank. Vor allem die mangelnde Spezialisierung dürfte dem Schweizer zum Verhängnis geworden sein. Maxwell Gyamfi ist mit seiner Stärke gegen den Ball wie geschaffen für die zentrale Rolle in einer Dreierkette und Luca Sirch hatte dank seiner Markenzeichen-Quarterback-Pässe ebenfalls die Nase vorn. Der Mix aus fehlender Spielpraxis und dem damit verbundenen höheren Druck wurde zum Teufelskreis: Besonders Leistungen wie in Braunschweig und bei der 1:6-Niederlage in Berlin trugen zur Unsicherheit und dem daraus resultierenden Platz auf der Bank bei. Ausweg Fürth für das Schweizer Taschenmesser Elvedi traf das Dilemma des Flexiblen: Seine Fähigkeit, beide Starter gut ersetzen zu können, brachte ihm einen Platz auf der Bank ein. Für einen Spieler, der zuvor seine gesamte Profikarriere als Stammspieler verbracht hatte, war dies ein hartes Los. Thomas Hengen bestätigte später, dass Elvedi um einen Wechsel bat und sich an das Tabellenschlusslicht aus Fürth ausleihen ließ. Dort nahm er die gewohnte Rolle des Dauerbrenners ein und trug zum Klassenerhalt des Kleeblatts bei. Bei den Mittelfranken überzeugte der fünf Minuten ältere Bruder von Nico Elvedi durch Zweikampfstärke, Zuverlässigkeit und Erfahrung. Diese Qualitäten waren in Lautern zwar bekannt, ob der Schweizer jedoch eine langfristige Zukunft in der Pfalz hatte, blieb zweifelhaft. In der Vorbereitung betonte der Verteidiger zwar, um einen Stammplatz kämpfen zu wollen, schloss einen Wechsel jedoch nicht aus. Das gewonnene Selbstvertrauen zeigte Wirkung: In der Saison 2026/27 ist Jan Elvedi wieder Stammspieler beim FCK. Ein waschechter „Betze“-Spieler Es wäre falsch, von einer Neuentdeckung, taktischer Genialität oder einem großen Entwicklungsschritt zu sprechen, um die gelungene Rückkehr von Jan Elvedi zu erklären. Auch statistisch ist das zu erkennen. SO weißt die lautrer 33 bereits ähnliche Zweikampfwerte wie in der vergangenen Spielzeit auf (5,69 in 25/26, 5,5 in 26/27 bei 67% bzw. 62%), wobei einzig die häufigen Dribblings in der aktuellen Saison leicht auffällig sind. Unterm Strich steht keine Weiterentwicklung im herkömmlichen Sinne, trotzdem machen sich das Selbstvertrauen und die Spielpraxis, die der Schweizer erhält, bemerkbar. Die Entwicklung Jan Elvedis steht stellvertretend für den Weg, den der FCK in der noch jungen Saison eingeschlagen hat. Keine großen Gesten, keine schillernden Transfers: Die Grundlage des Starterfolges sind harte Arbeit auf dem Trainingsplatz sowie Selbstvertrauen in die bekannten Abläufe, was auch beim Züricher eine Formhoch auslöste. Dass diese Veranlagungen nicht nach Betze-Tugenden schreien, muss keinem Fan erklärt werden. Quelle: Treffpunkt Betze

Kann Magdeburg das Momentum brechen?

In den letzten Jahren war die Auswärtsfahrt nach Magdeburg für den FCK meistens eine schmerzhafte Erfahrung. Leblose Auftritte, wehrloses Ergeben und teilweise auch noch Luca Schuler. Einzig letztes Jahr gewann man am letzten Spieltag mit 1:0 – ein Spiel, an das sich niemand so richtig erinnern kann, weil es vom Abstieg von Fortuna Düsseldorf überstrahlt wurde. Vorne hui, hinten pfui Nahezu alle Außenstehenden dürften mit einem Abgang von Torjäger Zukowski im Sommer gerechnet haben. Der Knipser schoss in der Rückrunde in 21 Spielen absurde 17 Tore. Zahlen, die normalerweise in Liga zwei zum automatischen Verkauf mit Transferplus führen. Doch Zukowski blieb – und mit ihm sein kongenialer Partner Baris Atik. Die Offensive des FCM bleibt also weiter stark besetzt. In der Defensive gab es im Sommer allerdings eine komplette Kernsanierung. Die Innenverteidiger Mathisen und Hugonet sind zu St. Pauli beziehungsweise Hannover gewechselt. Dieser Umbruch macht sich vor allem zum Saisonbeginn bemerkbar. Katastrophaler Start Gegen Braunschweig kann man schon mal verlieren. Wer weiß das besser als der FCK? Doch als der FCM zu Saisonbeginn mit einer 1:6-Niederlage wieder abreisen musste, wurden bereits die dunkelsten Wolken über der Landeshauptstadt beschworen. So schlimm war es allerdings nicht. Mit Siegen gegen Osnabrück und Kiel wurde der missglückte Saisonstart schnell wieder ausgebügelt und die Defensive hielt zweimal die Null. Am letzten Spieltag gab es dann die 1:2-Niederlage beim Ligaprimus aus Berlin. In einem umkämpften Spiel mit jeweils einer Gelb-Roten Karte auf beiden Seiten wäre ein Punkt durchaus verdient gewesen. Dennoch dürfte die Stimmung beim FCM nicht allzu schlecht sein. Mit 6 Punkten aus 4 Spielen steht man zumindest solide da und kann mit einem Sieg gegen den FCK an die Tabellenspitze springen. Never change a winning team? Dieses Motto scheint Torsten Lieberknecht nicht geläufig zu sein. Gegen Darmstadt gab es gleich mehrere Änderungen zur Siegermannschaft der Vorwoche gegen St. Pauli. Nichtsdestotrotz wird sich der FCK gegen die spielstarken Magdeburger einmal mehr auf hohe Ballgewinne und Umschaltsituationen konzentrieren. Tazemeta dürfte nach seiner starken Vorstellung kaum Argumente für die Bank gesammelt haben, und auch Sauer überzeugte bei seinem Debüt. Ob er wieder für Yardimci rausrotiert, dürfte auch von dessen Fitnesszustand abhängen. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Rasmussen – Haas, Sahin, Kunze, Joly – Ritter, Tazemeta, Sauer 

Erwachsene Leistung gegen schwache Lilien

Unser Programmtipp für heute Abend im Ersten: „FloKo Darmstadt: Drei Stiche ins Lilienherz“. Wer beim Titel denkt, es war bestimmt der Gärtner, der irrt sich. Torsten Lieberknecht und sein Team fertigten den SV Darmstadt mit beeindruckender Souveränität ab, bleiben ungeschlagen und sind das Abwehrbollwerk der Liga. Duijvestijn zielt zu hoch Die ersten 30 Minuten waren sehr turbulent. Beide Teams versuchten, schnell nach vorne zu spielen, wurden dabei aber häufig vom guten Gegenpressing oder ihren eigenen Fehlern gestoppt. In der 28. Minute verwechselte Kunze an der Strafraumkante dann das Sprunggelenk von Noah Weishaupt mit dem Ball. Folgerichtige Entscheidung: Elfmeter. Lance Duijvestijn, der das Erbe von Lidberg und Hornby antreten sollte, trat an und knallte den Ball an die Latte. Ab diesem Zeitpunkt übernahm der FCK immer mehr die Kontrolle und ging kurz vor der Pause nach einer schönen Kombination über die linke Außenbahn durch den Startelfdebütanten Mario Sauer in Führung. SVD ohne Chance In der zweiten Halbzeit verstärkten sich die Machtverhältnisse weiter. Zitat aus dem Kicker-Ticker: „Nach mehr als einer Viertelstunde in Halbzeit zwei stellt sich die Frage, was Darmstadt hier eigentlich anbieten möchte.“ Der FCK machte weiter Druck und belohnte sich nach einem Einwurf des starken Tazemeta. Spätestens damit war vielen klar, dass es heute nicht mehr schiefgeht. Mit dem Schlusspfiff erzwang Berisha noch ein Eigentor von Yannik Lührs zum 3:0-Endstand, nachdem er zuvor eine Großchance ausgelassen hatte. Kollektiv auf das nächste Level gehoben
Der FCK fand im Spiel gegen Darmstadt die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagskraft. Etwas, das in den ersten Spielen noch nicht ganz gestimmt hat. Das liegt einerseits an der taktischen Ausrichtung unter Lieberknecht, bei der klar zu sehen ist, dass man sich über den Sommer in allen Bereichen weiterentwickelt hat. Andererseits liegt es an der individuellen Entwicklung einiger Spieler und dem guten Händchen auf dem Transfermarkt. Mit Sauer und Tazemeta trafen direkt zwei Neuzugänge, wie schon letzte Woche gegen St. Pauli. Ja die Saison ist noch jung und der FCK-Fan ist von Natur aus schnell euphorisch, wenn es nach oben geht. Und dennoch spricht vieles dafür, dass der FCK sich auf einem guten Weg befindet. Die Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.

Spätes Siegtor bringt Erlösung – Ereignisreiches Südwestderby

In der ersten Runde des Pokals traf der FCK auf den Erzfeind SV Waldhof Mannheim. Seit 30 Jahren hatte man gegen diesen Gegner nicht mehr verloren – Fans und Mannschaft waren sich einig: Daran sollte sich auch diesmal nichts ändern. Die sportlichen Vorzeichen waren schwer zu bewerten: Der FCK startete zwar ohne Gegentor in die Saison der 2. Liga, konnte selbst aber noch nicht erfolgreich vor dem Tor werden. Der SV Waldhof hingegen durfte nach zwei stabilen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock durchaus von einem guten Saisonstart sprechen. Nervöse Spieler – heiße Ränge Wie für ein Derby typisch, war beiden Teams von Anfang an eine gewisse Grundnervosität anzumerken. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was den offensiven Drang etwas bremste. Gegen Ende der regulären Spielzeit hatte der FCK dann eine gute Phase mit Tazemeta und Berisha und konnte direkt zwei hochwertige Chancen hintereinander erspielen. Die zweite Halbzeit plätscherte mit vereinzelten Möglichkeiten auf beiden Seiten vor sich hin und war wie bereits die erste durch zahlreiche Unterbrechungen geprägt. Rauchbildungen und Verzögerungen durch auf den Platz geworfene Gegenstände brachten das Spielgeschehen immer wieder ins Stocken, was den Mannschaften sichtlich anzusehen war.Kanates Treffer in der 120. Minute war dann natürlich der krönende Abschluss für jeden FCK-Fan: eine gute Einzelaktion, gepaart mit einem absoluten Sonntagsschuss, der den Kurpfälzern das Herz brach. Spielerische Sorgen bleiben Bei aller Freude muss jedoch auch festgehalten werden, dass sich dieselben Probleme, die schon in den ersten Ligaspielen zu beobachten waren, auch gestern durch die gesamte Partie zogen.Immer wieder war der FCK im Mittelfeld nicht kompakt genug, was vor allem bei höheren Ballverlusten schnell zu guten Umschaltsituationen für den SV Waldhof Mannheim führte.Auch offensiv fehlt dem FCK teilweise ein klares Konzept, um kompakte Defensiven aufzubrechen und zu Torchancen zu kommen. Die Elf von Thorsten Lieberknecht ist hier noch zu stark von Umschaltsituationen abhängig. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze

Pokalkracher in Mannheim: “Nicht weiterkommen, Derbysieg!”

Am Freitag steht der Pokalkracher schlechthin an. Nach viereinhalb Jahren trifft der FCK im Carl Benz Stadion in Mannheim endlich wieder auf den Erzrivalen vom Rheinufer. Zwei Stammkräfte könnten ausfallen. Das zweite Südwestderby in Folge ist nicht nur für die Beteiligten ein echtes Highlight: Ganz Fußballdeutschland dürfte in dieser ersten Pokalrunde auf diese Partie blicken. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin, Owen Gibs und Naatan Skyttä verzichten. Zudem sind Julian Krahl und Simon Asta fraglich. Torflaute: „Irgendwer in Rot wird den Ball über die Linie drücken“ Die Torflaute der letzten Spiele bereitet Torsten Lieberknecht keine Sorgen. „Wir wissen, was wir können, und wir wissen, in welchen Phasen wir Zugriff wollen und wann wir uns zurückziehen. Das können wir bestimmen.“ Besonders die defensive Stabilität lobt der Bad Dürkheimer: „Diese Stabilität gegen Wolfsburg und den KSC wollen wir beibehalten und das Spiel nicht chaotisch werden lassen.“ Derbystimmung in Lautern: “Der Sieg zählt” „Seit dem Tag der Auslosung ist das Derby ein Thema. Das hat uns in der Vorbereitung betroffen, das spürt man in der Stadt“, fasst der Cheftrainer die Derbystimmung rund um den Verein zusammen. „Hier geht es nicht um den Pokal oder ums Weiterkommen, einzig der Derbysieg zählt.“ Gleichzeitig appelliert Lieberknecht an „Balance, um nicht am Druck zu zerbrechen”. Man muss das Fußballspiel betrachten.“ Torwartfrage in Mannheim: “Wettrennen mit der Zeit” Neben den sicheren Ausfällen droht vor allem der Ausfall von Julian Krahl, der zuletzt zum Matchwinner avancierte. „Julian hat unter der Woche im Training Probleme mit den Adduktoren gemeldet. Wir können nicht sicher sein, ob er bis Freitag fit ist. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit.“ Bei der Auswahl eines möglichen Vertreters schwankt der 53-Jährige zwischen Yannick Onohiol und Enis Kamga. Hier spricht Lieberknecht von einer „Bauchentscheidung”. Auch Simon Asta könnte nicht rechtzeitig zum Pokalduell fit werden. 3416 Gästefans werden mit nach Mannheim reisen. Quelle: Treffpunkt Betze

Next Generation Betze 3.0: Die nächste Reihe rückt nach

Zum dritten Mal richten wir den Blick auf die Talente aus dem Nachwuchs des FCK. Welche Spieler sollte man im Auge behalten und wer könnte perspektivisch den Sprung zu den Profis schaffen? Der FCK hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass der Weg vom Fröhnerhof zu den Profis wieder kürzer werden kann. Gleichzeitig rücken im Nachwuchs weitere Talente nach, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Im dritten Teil unserer Talent-Rundschau stellen wir fünf Spieler vor, die aktuell ganz unterschiedliche Schritte in ihrer Entwicklung gehen. Vom 16-jährigen Spielgestalter auf der Sechs bis zum U19-Kapitän, der inzwischen im Regionalliga-Kader angekommen ist, richtet sich der Blick diesmal vor allem auf die Defensive. David Schnoor (16) :  Defensives Mittelfeld U17 Mit Dion Hofmeister und David Schramm hat der FCK auf der Sechs bereits zwei Talente hervorgebracht, die wir zuvor in diesem Format vorgestellt haben und die mittlerweile den Sprung in den Profikader geschafft haben. David Schnoor könnte der Nächste sein. Der 16-jährige Deutsch-Vietnamese spielt seit der Rückrunde der vergangenen Saison für die U17 der Roten Teufel. Er hat gerne den Ball am Fuß, ist beidfüßig, passsicher und übernimmt im Mittelfeld immer wieder die Rolle des Spielgestalters. Dabei sucht er gerne den Weg nach vorne und schreckt auch vor dem einen oder anderen Fernschuss nicht zurück. Dass sein Spiel aber nicht nur vom Ballbesitz lebt, zeigen auch die Daten von Eyeball. Mit 11,74 Ballgewinnen pro 90 Minuten arbeitet er viel gegen den Ball, während 9,56 Vorwärtspässe seinen Drang unterstreichen, das Lautrer Spiel nach vorne zu bringen. Der 16-Jährige steht noch am Anfang seiner Entwicklung, bringt aber ein interessantes Profil für die Sechserposition mit. Er könnte sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt durch die höheren Nachwuchsmannschaften am Fröhnerhof spielen. Nikita Gendelmann (17) : Innenverteidigung U19 Von außen betrachtet hatte Nikita Gendelmann ein fast perfektes Jahr hinter sich. Der in Trier geborene Spieler war in der abgelaufenen Saison absoluter Stammspieler und eine feste Säule der U17-Mannschaft, die sich für die A-Liga qualifizieren konnte. Laut Wyscout gehört der 1,86 Meter große Verteidiger mit 1,1 geblockten Schüssen pro Spiel zu den besten Spielern Deutschlands in dieser Statistik. Auch seine übrigen Defensivwerte bewegen sich im durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Bereich. Besonders bei den Statistiken, die für Aggressivität stehen, weiß Gendelmann zu überzeugen: Geblockte Schüsse, Tacklings und gewonnene Defensivduelle zählen zu seinen Stärken. Im April mündete seine Entwicklung schließlich in einer Vertragsverlängerung, die im Stadion gemeinsam mit Sportdirektor Marcel Klos präsentiert wurde. Im Mai folgte der nächste Höhepunkt: Gendelmann wurde zum DFB-U17-Perspektivlehrgang eingeladen und durfte sich beim Spiel gegen die Westfalenauswahl erstmals das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen. Yannis Sahib (17) : Innenverteidigung U19 Zu Beginn der vergangenen Saison bildete Yannis Sahib gemeinsam mit Nikita Gendelmann noch die Innenverteidigung der U17. In der Rückrunde folgte für den damals 16-jährigen Deutsch-Marokkaner bereits der Sprung in die U19, in der er sich schnell zu einer festen Säule in der A-Liga entwickelte. Als Linksfuß übernimmt Sahib bevorzugt den linken Part in der Innenverteidigung, kann bei Bedarf aber auch als linker Außenverteidiger eingesetzt werden. Seine Stärken liegen vor allem in der Zweikampfführung und im aggressiven Verteidigen nach vorne. Entwicklungspotenzial gibt es dagegen noch in der Spieleröffnung: Sahib könnte mit dem Ball am Fuß häufiger selbst dribbeln und so das Spiel nach vorne antreiben. In seiner Spielweise erinnert er dabei ein wenig an Maxwell Gyamfi: Er zeigt viele Defensivaktionen, bringt viel Dynamik ins Spiel und hat die Fähigkeit, in direkten Duellen immer wieder Fouls für die eigene Mannschaft herauszuholen. Mit dem Ball besteht hingegen noch Luft nach oben. Der 17-jährige Jungprofi dürfte auch in dieser Saison eine feste Säule der U19 des 1. FC Kaiserslautern sein und dort die nächsten Schritte in seiner Entwicklung machen. Samet Acar (18) : Rechtsverteidiger, U19 Durch seine Spielweise gehört Samet Acar sicherlich zu den auffälligeren Akteuren der U19 des 1. FC Kaiserslautern. Der türkische U18-Nationalspieler zeichnet sich vor allem durch eine hohe Intensität gegen den Ball aus, was sich auch in seinen individuellen Statistiken widerspiegelt. Im Vergleich mit anderen Spielern der U19-Nachwuchsliga lagen Acars Defensivwerte in der vergangenen Saison in vielen Bereichen über dem Durchschnitt. Laut Wyscout fing er 7,62 Bälle pro 90 Minuten ab und gewann 61,9 Prozent seiner Defensivduelle. Gerade für das von Eimen Baffoun geforderte Pressing und das aktive Verteidigen nach vorne bringt Acar damit das passende Profil mit. Seine aggressive Spielweise hat allerdings auch eine Kehrseite: Er geht manchmal mit hohem Risiko in Zweikämpfe, was zu unnötigen Fouls und Karten führt. Mit 7,67 progressiven Pässen pro 90 Minuten zeigt er zudem ordentliche Ansätze im Spiel mit dem Ball, ohne dort bislang ähnlich hervorzustechen wie bei der Verteidigung. Nachdem Acar in der Vorrunde der vergangenen Saison noch überwiegend Ergänzungsspieler war, entwickelte er sich in der A-Liga-Hauptrunde zum Stammspieler. Setzt er diese Entwicklung fort, könnte er perspektivisch auch für höhere Aufgaben interessant werden. Mit seiner intensiven und bisweilen leicht provokanten Spielweise bringt er jedenfalls ein Profil mit, das auf dem Betzenberg durchaus Anklang finden könnte. Linus Tautenhahn (18): Innenverteidigung/Rechtsverteidigung U21 Linus Tautenhahn ist auf dem Fröhnerhof längst kein Unbekannter mehr. Der gebürtige Mainzer trägt seit 2017 das Trikot der Roten Teufel und führte die U19 in der vergangenen Saison als Kapitän aufs Feld. Der 18-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Abwehrseite spielen und bringt sich mit seinen Dribblings immer wieder ins Spiel nach vorne ein. Wie stark seine vergangene Saison war, zeigen auch die Daten von Wyscout. Mit 74,3 Prozent gewonnenen Defensivduellen erreichte er einen Elitewert und gehörte deutschlandweit zu den besten zehn Prozent auf seiner Position. Auch bei seinen Defensivaktionen und geblockten Schüssen bewegte er sich deutlich über dem Durchschnitt. Entwicklungspotenzial besteht dagegen noch in puncto Disziplin sowie im kontrollierten Spielaufbau und Passspiel. Dass man ihm beim FCK den nächsten Schritt zutraut, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison. Neben Einsätzen für die U21 durfte er auch schon bei der Profimannschaft mittrainieren. Mittlerweile gehört er fest zum Regionalliga-Kader und bekommt dort die Chance, sich dauerhaft im Herrenfußball zu beweisen. Wer Schafft es? Wie schnell es im

Von der Champions League in die Pfalz – FCK leiht Murphy

Großer Name für den FCK: Alex Murphy wechselt für ein Jahr vom Woltemade-Club Newcastle United in die Pfalz. Der Linke Außenverteidiger spielte zuletzt für die U21 der “Magpies”, kam aber dennoch auf einen Champions League Startelfeinsatz gegen Qarabağ Ağdam. Spannend: nach Ji-Soo Kim ist es die zweite Leihe aus der Premier League, die Marcel Klos eintüten kann. Der Ire kann zudem sowohl als Links- als auch Innenverteidiger auflaufen. Die Pressemeldung des 1. FC Kaiserslautern: Der im Jahr 2004 geborene Murphy wechselte im Alter von 18 Jahren zu Newcastle United in die englische Premier League. Dort trainierte er von Beginn an mit der Profimannschaft, absolvierte aber auch einige Spiele für die U21 von Newcastle, in denen er mehrfach die Kapitänsbinde trug. Der ausgebildete Defensivspieler ist im Defensivverbund flexibel einsetzbar und kann sowohl auf der linken Außenverteidigerposition als auch auf der Innenverteidigerposition eingesetzt werden. Alex Murphy debütierte in der U18 für die Nationalmannschaft der Republik Irland und spielte seitdem sowohl für die U19- als auch die U21-Auswahl seines Heimatlandes. Vor der Sommerpause wurde der 22-Jährige zudem erstmals in den Kader der irischen A-Nationalmannschaft berufen. Klos: “hohe Qualität“ „Alex hat bei seinen bisherigen Stationen bereits unter Beweis gestellt, dass er trotz seines jungen Alters über eine hohe Qualität verfügt und dadurch auch Verantwortung auf dem Platz übernehmen kann. Zu seinen Stärken zählen seine Positionsflexibilität sowie seine Spielkontrolle und passt zudem zu unserer aggressiven Spielweise gegen den Ball. Wir freuen uns, mit ihm einen weiteren talentierten Spieler für uns zu gewinnen, der vom Anforderungsprofil in unsere Kaderplanung passt“, so FCK-Sportdirektor Marcel Klos zum Neuzugang. Murphy: “Der 1. FC Kaiserslautern ist ein großer Verein” „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Der 1. FC Kaiserslautern ist ein großer Verein und ich kann es kaum erwarten, mein erstes Spiel in diesem unglaublichen Stadion zu spielen. Ich möchte hier die nächsten Schritte in meiner Entwicklung machen und mit dem Team in dieser Saison so erfolgreich wie möglich sein“, blickt Alex Murphy seiner Spielzeit auf dem Betze entgegen. Quelle: Treffpunkt Betze / 1. FC Kaiserslautern

Ein Punkt beim Topfavoriten – doch wie kam es dazu?

Mit dem 0:0 am Samstagabend kann Kaiserslautern daher sicherlich gut leben. Doch welche taktischen Mittel machten diesen Punktgewinn möglich und woran muss der FCK im Saisonverlauf noch arbeiten? Treffpunkt Betze Taucht tief in den Matchplan der Roten Teufel ein. Die taktische Grundordnung des FCK Torsten Lieberknecht setzte auf eine 3-4-2-1-Grundordnung, die sich im Spielaufbau teilweise veränderte. Meist formierte sich der FCK in einem 3+1-Aufbau: Maxwell Gyamfi bildete den tiefsten Punkt, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi positionierten sich etwas breiter davor. Fabian Kunze rückte als zusätzliche Anspielstation im Mittelfeld auf und wurde häufig von Robert Glatzel oder Muhammed Mehmet Damar zugestellt. Breite und hohe Außenbahnspieler Mika Haas und Simon Asta rückten sehr weit auf und standen teilweise auf der Höhe der offensiven Spieler. Durch ihre Positionierung an der Außenlinie wurde Wolfsburgs Defensive in die Breite gezogen. Gleichzeitig zwangen Marlon Ritter, Mërgim Berisha und Naatan Skyttä die Wolfsburger zu einer tieferen Mittelfeldpositionierung. Aus dem 4-2-2 gegen den Ball wurde so teilweise ein 5-3-2. Die Szene zum möglichen Führungstreffer In der 13. Minute nutzte der FCK diese Struktur besonders effektiv. Semih Sahin ließ sich mit Ball in die Abwehrkette zurückfallen und ermöglichte Jacob Rasmussen dadurch, sich breiter zu positionieren. Kaiserslautern überlud die linke Seite und zwang einen weiteren Wolfsburger Mittelfeldspieler nach außen. Dadurch entstand im Zentrum eine Überzahlsituation für den FCK. Auch auf der rechten Seite ergab sich durch Fabian Reeses fehlende Defensivarbeit eine Überzahl für Simon Asta und Naatan Skyttä gegen Saël Kumbedi. Rasmussen und Mika Haas spielten ihr 2-gegen-2 auf dem Flügel gut aus, sodass Rasmussen bis zur Strafraumgrenze vorrücken konnte. Kumbedi konnte nur einen der einlaufenden FCK-Spieler aufnehmen, Simon Asta blieb frei und vergab Rasmussens perfekte Flanke zur Führung. Die 55. Minute: Dasselbe Prinzip in einer neuen Variante Auch in der 55. Minute brachte der FCK Wolfsburgs Defensive durch hohe Außenbahnspieler und die offensive Positionierung von Marlon Ritter aus der Ordnung. Die Wolfsburger formierten sich erneut in einem unkompakten 5-3-2, wodurch große Räume zwischen den Verteidigern entstanden. Mërgim Berisha ließ sich zu Simon Asta entgegenfallen und zog Hauke Wahl aus der Kette. Dadurch öffnete sich ein großer Raum hinter der Wolfsburger Abwehr. Asta bespielte diesen Raum präzise, sodass Naatan Skyttä anschließend fast 30 Meter frei auf das Tor zulaufen konnte. Erst der starke Jakub Zielinski verhinderte den möglichen zweiten Treffer. Wolfsburgs Umschaltspiel stellt den FCK vor Probleme Diese sehr offensive Herangehensweise birgt natürlich auch ein gewisses Risiko. Gerade gegen diszipliniert hoch pressende Gegner wie Tobias Strobls VfL Wolfsburg können Ballverluste schnell problematisch werden. In einigen Situationen schaltete der VfL schnell um und konnte über seine Flügel Eins-gegen-Eins-Duelle mit den Lautrer Innenverteidigern erzeugen. Aufgrund des Temponachteils war es für den FCK schwierig, diese Duelle für sich zu entscheiden, wie das Beispiel Jan Elvedi gegen Fabian Reese zeigt. Fehlende Zuordnung öffnet Räume vor der Abwehr  Besonders problematisch war dabei die defensive Zuordnung, ein Bereich, der sich beim FCK mittlerweile seit längerer Zeit als Baustelle erweist. Gegen ein Team wie den VfL, das schnell und kompakt nach vorne spielt, hatte das Lautrer Mittelfeld, insbesondere aber  Fabian Kunze, häufig Schwierigkeiten, den jeweils einlaufenden Wolfsburger Mittelfeldspieler aufzunehmen und im direkten Duell zu verteidigen. Falsche Positionierungen führten oftmals zu großen Räumen vor der Abwehrkette, wodurch der VfL zu zahlreichen Abschlüssen von der Strafraumkante kam, wie auch die Shot Map zeigt. Quelle: Treffpunkt Betze