Im vierten Heimspiel der neuen Saison gelingt den Roten Teufeln der dritte Sieg, kassieren wieder kein Gegentor und setzt sich früh in der Spitzengruppe fest. Doch: der Winter naht.
Wenn der FCK seine aktuelle zu-Null-Quote halten würde, stünden die Roten Teufel bei knapp sechsundzwanzig (!) weißen Westen am Ende der Saison und siebzehn (!!) Gegentoren. Zugegeben, das Traumbild ist tatsächlich mehr Traum als Realität, dennoch lässt sich die beeindruckende Form der Lautrer Defensive nicht verleugnen. Auch beim Sieg gegen Bochum lassen Gyamfi, Krahl & Co. nichts anbrennen, vorne trifft der FCK aus seiner Lieblingsposition – aus dem Nichts – und setzt mit einem Strafstoß den Deckel drauf. Wäre es nun März, dürften die gängigen Gazetten vom „Stile einer Spitzenmannschaft“ schreiben und Torsten Lieberknecht für seinen pragmatischen Stil viel Lob einheimsen. Im Oktober allerdings stellt sich die Frage: War das wirklich der Matchplan eines Top-Teams?
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Alte Bekannte in der Krise
Die vermutlich einfachste Partie des „roten Oktobers“ ist gespielt. Mit dem VfL kamen Simon Zoller, Phillip Hofmann, Daniel Hanslik, Andi Luthe und Uwe Rösler als alte Bekannte auf den Betze, ließen die Torgefahr jedoch daheim. Die Blau-Weißen sind die schwächste Offensive der Liga und mittlerweile fünf Partien in Folge ohne Sieg, somit alles andere als ein Härtetest für den FCK. Aus dem Spiel kamen die Gäste auf 0,3 xG und zu ihren besten Chancen in den letzten fünf Minuten, als die Partie schon entschieden war. Dabei bestätigte der VfL in der Art, wie er vorne seine Chancen versiebte und hinten dusselig verteidigte die alte Wahrheit: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“ Dennoch: den Schnitt von 1,4 erwarteten Toren pro Spiel drückte die Lautrer Abwehr enorm.
Spiel, Satz und Sieg Lieberknecht
Wenn stark in der Startelf rotiert wird, ist immer der Trainer schuld. So musste der Lautrer Chefcoach Kritik an seinen Wechseln vor Begegnung in Magdeburg einstecken, darf sich gleichzeitig aber nun auch Lorbeeren für diese Partie abholen. In seinem 500. Ligajubiläum wechselte der Bad Dürkheimer gleich viermal in der Startelf und stellte so spielstark wie möglich in der bekannten Grundordnung auf. Besonders die Synergie zwischen Semih Sahin und Ibrahima Kanaté fiel auf, 41% des Spielgeschehens liefen über die linke Seite der Lautrer, wo auch Alex Murphy einen sehr starken Rasmussen-Ersatz gab. Auch die anderen Neulinge in der Startelf lieferten, weshalb an dieser Stelle ein „Chapeau“ fällig sein dürfte. Auch wenn der Gegner in der Krise steckt, ist ein Sieg gegen individuell gut besetzte Bochumer nicht selbstverständlich.
Wochen der Wahrheit
Es wurde oft beschworen, muss aber an dieser Stelle nochmals wiederholt werden: Harte Wochen stehen dem FCK bevor. Auswärts beim Tabellenzweiten, dann zum (vielleicht) wachgeküssten Hannover, bevor die fast perfekten Herthaner auf dem Betzenberg gastieren. Das Wort „Gradmesser“ ist für diese Zeit erfunden worden. Mit einem fitter werdenden Ivan Prtajin und einer Breite im Kader, die sich andere Zweitligisten wünschen, können sich die Lautrer nun mit den Top-Teams der Liga messen, und herausfinden, ob der FCK dazugehört.
Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.
Julian Krahl: 3+
Bekam wenig auf den Kasten, hielt diesen aber zum sechsten Mal sauber.
Mika Haas: 3
Fiel in einer spielstarken linken Seite etwas ab, dennoch solide.
Alex Murphy: 1-
Meiste Defensivaktionen, meiste Ballkontakte, 92% Zweikampfquote: Ein bärenstarker Rasmussen-Ersatz.
Maxwell Gyamfi: 2-
Wie immer eine Bank in Sachen Zweikampf, nur im Luftduell mit leichten Schwächen (1/5 gewonnen).
Jan Elvedi: 2+
Holte den Elfer heraus, hatte Holtmann in der Tasche.
Paul Joly: 3
Leitete die Skyttä-Chance (66.) gut ein und bereitete die Gelegenheit von Lukovic vor (29.). Dennoch teilweise zu ungenau in Punkto Flanken. Lief einen Konter sehr gut ab.
Semih Sahin: 1-
Toller Drang nach vorne, starker Elfmeter: wächst zum Leader heran.
Mario Sauer: 3
Verpasste das 3:0 (84.) Ansonsten frisch mit etwas mangelnder Zielstrebigkeit.
Ibrahim Kanaté: 2-
Stetiger Unruheherd, traf dennoch oft die falschen Entscheidungen.
Naatan Skyttä: 4
Blieb über weite Strecken blass.
Miloš Luković: 2
Traf beim Debüt, gab die meisten Schüsse ab.
Quelle: Treffpunkt Betze





