Das Spiel gegen Nürnberg hat gezeigt, wie einfallslos der FCK in der Offensive agiert und wie abhängig er von seinen Schlüsselspielern ist. Trotzdem stachen zwei Lautrer erneut heraus.
Nach drei Wochen ohne Heimspiel auf dem Betzenberg empfing der 1. FC Kaiserslautern, beflügelt vom Last-Minute-Derbysieg in Karlsruhe, die kriselnden Nürnberger um Trainer Miro Klose. Oder auch: Heimstärke trifft auf Auswärtsschwäche. Die Vorzeichen standen also durchaus gut für die Roten Teufel, wenngleich einige personelle Ausfälle die Stimmung trübten. Dem Publikum bot sich ein Spiel zweier harmloser Offensivreihen, in dem sich zwei Lautrer für mehr Einsatzzeiten und höhere Aufgaben empfahlen. Zudem wurde deutlich, dass der FCK zu abhängig von seinen Schlüsselspielern ist.
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Zähes Ringen auf schwerem Geläuf
Insgesamt wurde den 48.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion auf abermals schwierigem Geläuf alles andere als ein ansehnliches Fußballspiel geboten. Der FCK war bemüht, das Spiel zu kontrollieren, und hatte mit 55 Prozent Ballbesitz mehr Spielanteile als die Gäste (fotmob.com). Insgesamt fehlte jedoch beiden Mannschaften der Zug zum Tor sowie der saubere letzte Pass. Ein Blick auf die Statistik der erspielten Großchancen bestätigt diesen Eindruck. So brachte es der FCK auf gerade einmal zwei hochkarätige Chancen, während das Team von Miro Klose vier Großchancen verzeichnete, wozu auch die beiden Elfmeter zählen (fotmob.com).
Gerade aufgrund der wenigen vielversprechenden Abschlüsse war es umso wichtiger, die richtige Körpersprache und Einstellung an den Tag zu legen. In dieser Hinsicht kann man keiner der beiden Mannschaften einen Vorwurf machen. Gegen den „Glubb” lieferten die Männer in Rot einen leidenschaftlichen Kampf. Dabei hatte der FCK bei der Anzahl gewonnener Zweikämpfe (130 vs. 106, bundesliga.de) klar die Nase vorn, wohingegen die Gäste leichte Vorteile in der Laufleistung hatten (115,69 km vs. 116,07 km, bundesliga.de). Auch bei den xGoals von 1,16 und 2,43 (bundesliga.de) lagen die Nürnberger zunächst einmal deutlich vorne. Berechnet man den xG-Wert ohne die beiden Elfmeter, so lag der FCN nur noch bei einem Wert von 0,83 (fotmob.com). Insgesamt spricht also vieles dafür, dass sich die beiden Traditionsvereine am Ende der Begegnung die Punkte verdient teilten.
Robinson meldet Ansprüche an
Beim Heimspiel gegen die Franken wusste ein Lautrer ganz besonders zu überzeugen: Leon Robinson. Der 24-Jährige vertrat den verletzten Jisoo Kim auf der linken Innenverteidigerposition und schien im Zweikampf nahezu unüberwindbar. Dies verdeutlichen die insgesamt 18 gewonnenen Zweikämpfe (bundesliga.de). Damit war die Nummer 37 der erfolgreichste Zweikämpfer aller Akteure.
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Generell zeigte der gebürtige Wormser eine unglaublich engagierte Leistung. Auch seine wechselbedingte Umstellung von der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld brachte ihn nicht aus dem Konzept. Zweifellos gibt es technisch versiertere Spieler als Robinon, doch mit seiner leidenschaftlichen Spielweise und seinem großen Kampfgeist passt er aktuell perfekt zum FCK. Mit dieser Leistung hat er sich definitiv für weitere Einsätze in der Startelf empfohlen.
Sirch gewohnt souverän
Mit Luca Sirch konnte zudem ein weiterer Defensivspieler seine Qualität unter Beweis stellen. Der 26-jährige Senkrechtstarter der vergangenen Saison leitete einmal mehr äußerst unaufgeregt den Spielaufbau seiner Mannschaft. Mit 87 Ballkontakten hatte er die meisten aller Lautrer (fotmob.com) und schloss mit 59 Pässen zudem die meisten aller Akteure ab (fotmob.com). Gerade in der ersten Halbzeit konnte Sirch seine Klasse mit einigen perfekten diagonalen Flugbällen unter Beweis stellen und zeigen, warum dem einen oder anderen Bundesligisten Interesse an einer Verpflichtung seiner Person nachgesagt wird.
Weitere Statistiken:
Pässe: 343 vs. 267
Passquote: 80% vs. 77%
Torschüsse: 14 vs. 11
Flanken: 28 vs. 12
Ecken: 4 vs. 8
Zu abhängig von Einzelspielern
Insgesamt taten sich die Roten Teufel ohne das Trio Kim, Kunze und Prtajin über weite Strecken des Spiels schwer. Es wurde deutlich, dass der FCK zu abhängig von seinen Unterschiedsspielern ist. Ihre Vertreter machten ihre Sache allesamt ordentlich bis gut. Doch spätestens die Einwechselspieler erreichten nicht das Niveau der zu ersetzenden Profis. Dem Kader fehlt es demnach an Qualität in der Breite.
Noch frustrierender war der Eindruck, dass die Gastgeber spielerisch kaum wussten, wie sie das Spiel ohne ihren Zielspieler Prtajin gestalten sollten. Mit 26 Flanken schlugen sie unzählige Bälle in den Strafraum, einige davon jedoch ins Niemandsland oder zu Adressaten, die nicht in der Lage waren, hohe Zuspiele zu verarbeiten. Dementsprechend hatten es die Nürnberger leicht, die Offensivbemühungen der Lautrer zu verteidigen. Hier braucht die Mannschaft definitiv Impulse, um auch ohne stur geschlagene Flanken Torchancen zu erarbeiten. Denn wenn der FCK sein Offensivspiel weiterhin so einfallslos gestaltet, ist er leicht zu berechnen – selbst Prtajins Kopfballstärke dürfte mittlerweile bekannt sein. Es müssen also zwingend kreativere Spielzüge her.
Dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, spielerisch zum Abschluss zu kommen, hat sie unter anderem beim Führungstreffer gegen den FCN gezeigt. Nun gilt es, wieder mehr Spielwitz und Kreativität zu zeigen. Bereits am Mittwoch im DFB-Pokal bietet sich bei den formschwachen Fürthern die Möglichkeit dazu.
Quelle: Treffpunkt Betze





