Vom Abstiegskampf in der 3. Liga über den Aufstieg bis ins DFB-Pokalfinale: Kenny Prince Redondo hat den 1. FC Kaiserslautern in einer prägenden Phase begleitet. Nach fünfeinhalb Jahren endet nun seine Zeit auf dem Betzenberg.
Nachdem Offensivspieler Kenny Prince Redondo in den vergangenen beiden Spielzeiten immer wieder von Verletzungen geplagt worden war, dürften viele Fans damit gerechnet haben, dass die Zeit des Publikumslieblings im Trikot des 1. FC Kaiserslautern mit Saisonende zu Ende gehen würde. Dennoch wirkt es – ähnlich wie bei seinen langjährigen Mitspielern Avdo Spahic und Daniel Hanslik – noch immer surreal, sich den Verein künftig ohne den 31-Jährigen vorzustellen. Und auch wenn die zunehmende Verletzungsanfälligkeit des Linksfußes aus sportlicher Sicht Argumente für eine Trennung liefert, steht fest: Der Abschied der Nummer 11 schmerzt vor allem menschlich enorm.
Wichtige Säule in Krisenzeiten
Als Kenny Prince Redondo im Oktober 2020 von Greuther Fürth nach Kaiserslautern wechselte, befand sich der FCK in einer seiner schwierigsten Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte. In seiner Premierensaison 2020/21, die lange Zeit vom Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga geprägt war, ging der gebürtige Münchner mit Leistung voran. In 31 Spielen gelangen ihm fünf Tore und fünf Vorlagen – zehn Torbeteiligungen, die für den Klassenverbleib von großer Bedeutung waren.
Auch in der darauffolgenden Saison, an deren Ende sich der FCK über die Relegation die Rückkehr in die 2. Bundesliga sicherte, spielte der pfeilschnelle Offensivspieler eine wichtige Rolle. Ob als Startelfspieler oder Joker – Redondo brachte stets Tempo, Energie und Leidenschaft auf den Platz. Seine sechs Scorerpunkte dieser Spielzeit (2 Tore & 4 Assists) mögen auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheinen. Es wäre jedoch vermessen, den Linksfuß allein an seinen Toren und Vorlagen zu messen. Denn die Intensität, mit der er für den Verein kämpfte, und die Bereitschaft, sich immer wieder in den Dienst der Mannschaft zu stellen, machten ihn zu einem Spieler, dessen Wert weit über Statistiken hinausging.
Leistungsträger in Liga zwei
Seine wohl beste Saison im Trikot der Roten Teufel absolvierte Redondo nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch 2022/23 pendelte er zwischen Startelf und Jokerrolle, entwickelte sich aber zu einer echten Waffe. Sein enormes Tempo stellte die gegnerischen Abwehrreihen auch eine Spielklasse höher immer wieder vor Probleme, insbesondere gegen müde Gegner sorgte er regelmäßig für gefährliche Offensivaktionen.
Am Ende einer Spielzeit, in der der FCK überraschend nichts mit dem Abstiegskampf zu tun hatte und zeitweise sogar an den Aufstiegsrängen schnupperte, standen erneut fünf Tore und fünf Vorlagen zu Buche. Insgesamt kam Redondo auf 28 Einsätze. Nur einmal blieb er ohne Einwechslung auf der Bank, fünf Partien verpasste er aufgrund muskulärer Probleme. Rückblickend könnte genau dieser Zeitraum bereits ein erster Hinweis auf die Verletzungsprobleme gewesen sein, die seine letzten Jahre beim FCK prägen sollten.
Die Leichtigkeit geht verloren
An die starken Leistungen der Vorsaison konnte Redondo in der Spielzeit 2023/24 – wie die gesamte Mannschaft – nicht mehr vollständig anknüpfen. In der Hinrunde gelangen ihm lediglich zwei Vorlagen, was sicherlich auch hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb. Wie schon zu Drittligazeiten musste der FCK erneut lange um den Klassenerhalt bangen. Am Ende einerturbulenten Saison retteten sich die Roten Teufel unter Trainerlegende Friedhelm Funkel trotz zwischenzeitlich düsterer Aussichten auf Rang 15. Gleichzeitig gelang der Einzug ins DFB-Pokalfinale gegen die übermächtige Mannschaft von Bayer Leverkusen rund um Florian Wirtz.
Dass der FCK dieses Endspiel mit gesichertem Klassenerhalt bestreiten durfte, war auch ein Verdienst von Kenny Prince Redondo. Im Saisonendspurt wurde er noch einmal zu einem wichtigen Faktor und traf unter anderem beim wichtigen 4:1-Heimsieg gegen den 1. FC Magdeburg am 32. Spieltag. Geradein diesen schwierigen Wochen bewies der Linksaußen einmal mehr sein Herzblut für den Verein und ging gemeinsam mit anderen Identifikationsfiguren wie Daniel Hanslik voran. 29 Einsätze, zwei Tore und fünf Vorlagen lesen sich angesichts der schwierigen Saison letztlich durchaus respektabel.
Spätestens nach dem Pokalfinale in Berlin sollte sich Redondos Rolle beim FCK jedoch verändern. Bereits zu Beginn der Saison 2024/25 setzte ihn eine Zehenverletzung außer Gefecht. In der Folge wurde er immer wieder von körperlichen Rückschlägen ausgebremst. Insgesamt kam er nur noch auf 20 Einsätze und verpasste elf Spiele verletzungsbedingt. Auch in der nun abgelaufenen Spielzeit 25/26 hatte der Publikumsliebling mit Verletzungen zu kämpfen und fehlte in 17 Partien. Dieses anhaltende Verletzungspech dürfte letztlich maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.
Derbyheld für die Ewigkeit
9.080 Pflichtspielminuten bei 165 Einsätzen, 19 Tore und 22 Vorlagen – das sind die Zahlen, die am Ende von fünfeinhalb intensiven Jahren von Kenny Prince Redondo beim FCK stehen. Doch sie erzählen nur einen Teil seiner Geschichte. Besonders in Erinnerung bleiben werden seine großen Momente in den Derbys gegen Mannheim, Saarbrücken oder den Karlsruher SC, in denen Redondo regelmäßig über sich hinauswuchs und immer wieder traf. Hinzu kamen seine offene Art, seine Nahbarkeit und sein Engagement als Kapitän der Teufelsbande, die ihn bei großen und kleinen Fans besonders beliebt machten.
Danke Kenny!
Nicht jeder Spieler, der viele Jahre für einen Verein aufläuft, wird automatisch zur Identifikationsfigur. Kenny Prince Redondo ist genau das gelungen. Weil er in guten wie in schlechten Zeiten da war. Weil er immer alles investierte, unabhängig davon, ob er in der Startelf stand oder von der Bank kam. Und weil er den FCK gerade in den schwierigsten Jahren nach dem Absturz in die 3. Liga mitgeprägt hat.
Seine letzten beiden Spielzeiten waren von Verletzungen überschattet, weshalb die sportliche Entscheidung nachvollziehbar erscheint. Dennoch verlässt mit ihm ein Spieler den Betzenberg, der den FCK in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderer verkörpert hat. Die Roten Teufel verlieren einen Publikumsliebling, einen Derbyhelden und einen echten „Betze-Spieler“, um es in den Worten von Friedhelm Funkel auszudrücken. Einen Spieler, der vielleicht nie der größte Star seiner Mannschaft war, dessen Einsatz, Leidenschaft und Bedeutung für den Verein aber immer außer Frage standen.
Danke für fünfeinhalb Jahre voller Herzblut, Tempo und unvergesslicher Momente. Mach’s gut, Kenny und alles Gute für deinen weiteren Weg!





