Derby gegen den KSC: „Kein Fußballspiel, sondern eben ein Derby“

Am 2. Spieltag wartet auf den 1. FC Kaiserslautern das erste Derby der Saison – natürlich vor ausverkauftem Haus im Fritz-Walter-Stadions. Aufgrund des hohen Zuschaueraufkommens öffnen die Stadiontore diesmal zweieinhalb Stunden vor Anpfiff. Die Partie wird zudem live bei RTL und Sky übertragen. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin und Owen Gibs verzichten. Paul Joly, der zum Saisonauftakt noch gesperrt gefehlt hat, wird dagegen aller Voraussicht nach wieder zum Kader gehören. Zu den zuletzt aufgekommenen Gerüchten um den Außenverteidiger wollte sich der Cheftrainer nicht äußern. Murphy „passt auf den Betzenberg“ Mit Alex Murphy hat der FCK unter der Woche noch einmal in der Defensive nachgelegt. Der 22-jährige Innenverteidiger kommt auf Leihbasis von Newcastle United und soll vor allem die linke Position in der Dreierkette verstärken, wobei Lieberknecht betonte, dass er ebenso auf der linken Schiene agieren kann. Grundsätzlich zeigte sich Lieberknecht angetan von seinem neuen Schützling und unterstrich, dass „Murphy mit seiner Art gut nach Kaiserslautern und auf den Betzenberg passe“. Der junge Ire komme mit einer gewissen Bodenständigkeit und vor allem mit großer Lust auf den FCK an. Mit dieser Verpflichtung ist die Defensive für Lieberknecht nun komplett. „Jetzt haben wir in der Dreierkette jede Position doppelt besetzt“, erklärte der FCK-Coach. Besonders wichtig war ihm dabei gewesen, neben Jacob Rasmussen einen weiteren Linksfuß im Defensivverbund zu haben. Ob Murphy bereits im Spiel gegen Karlsruhe im Kader steht, soll erst kurzfristig entschieden werden. „Müssen emotionale Spiele werden“ Die besondere Bedeutung des Duells mit dem KSC und auch des darauffolgenden Pokal-Derbys in Mannheim hob Lieberknecht bereits auf der Pressekonferenz deutlich hervor: „Die Bedeutung ist für beide Seiten enorm hoch.“ Ein Derby unterscheidet sich damit auch von einem gewöhnlichen Ligaspiel: „Es ist irgendwo auch kein Fußballspiel, sondern eben ein Derby.“ Auch innerhalb der Mannschaft ist die Bedeutung der Partien angekommen. Marlon Ritter scherzte mit Blick auf den Neuzugang Alex Murphy, dieser sei bereits „eingenordet“ und damit mit den Besonderheiten des Duells vertraut. Wanitzek nicht einziger Faktor Sportlich ist der KSC noch schwierig einzuschätzen, erst ein Pflichtspiel hat man unter dem neuen Coach Maximilian Senft absolviert. Der FCK-Coach hob zudem hervor, dass sich der KSC in der Vorbereitung oft etwas an den Gegner angepasst hat – das erleichtert die Vorbereitung nicht. Gleichzeitig warnt Lieberknecht davor, die Karlsruher ausschließlich auf ihren „technisch hoch versierten“ Kapitän Marvin Wanitzek zu reduzieren. Der FCK will sich derweil nicht zu stark nach dem Gegner richten. Lieberknecht sieht seine Mannschaft vor allem in der Pflicht, die eigene Spielidee weiter auf den Platz zu bringen: „Das haben wir in Wolfsburg nicht immer perfekt gezeigt, aber wir haben dort an die stetige Weiterentwicklung aus der Vorbereitung angeknüpft“. Gegen den KSC soll dieser Weg nun vor heimischem Publikum fortgesetzt werden. Quelle: Treffpunkt Betze
Ein stiller Held verlässt endgültig die Bühne – Danke, Zucki!

Es gibt Spieler, deren Karriere beim FCK von großen Schlagzeilen, Millionenablösen oder spektakulären Toren geprägt ist. Und dann gibt es Hendrick Zuck. Einer, der selten im Mittelpunkt stand und trotzdem über viele Jahre ein fester Bestandteil des Betzenbergs war. Nun endet die aktive Karriere des mittlerweile 36-Jährigen endgültig. Nach mehreren Jahren bei den Profis und zuletzt einer weiteren Saison bei der U21 bleibt vor allem eines hängen: Zuck war vielleicht nie der größte Star, aber einer dieser Spieler, deren Wert für einen Verein sich nur schwer in Statistiken ausdrücken lässt Vom Nachwuchsspieler zum Profi Dabei begann Zucks Geschichte beim FCK nicht mit einem direkten Sprung in den Profifußball. Der gebürtige Püttlinger durchlief zunächst die Jugend von Borussia Neunkirchen und machte dort seine ersten Schritte im Herrenbereich. Im Sommer 2010 führte ihn sein Weg dann zum 1. FC Kaiserslautern, zunächst zur zweiten Mannschaft. Dort konnte sich der damals 19-Jährige für höhere Aufgaben empfehlen, ehe er 2012 den Sprung zu den Profis schaffte. Sein Zweitligadebüt hätte dabei kaum besser laufen können. Gegen Union Berlin stand Zuck direkt in der Startelf und erzielte beim 3:3 sogar sein erstes Tor im Profifußball. Insgesamt kam er in der Hinrunde der Saison 2012/13 auf zahlreiche Einsätze und konnte dabei viermal treffen. Nach nur einem halben Jahr im Profikader verließ er den Betzenberg allerdings bereits wieder und wechselte zum SC Freiburg. Dort sammelte der Saarländer erstmals Bundesligaerfahrung. Nach seinem Wechsel im Januar 2013 kam er nicht nur für die erste Mannschaft, sondern auch für Freiburg II zum Einsatz. Nach rund eineinhalb Jahren im Breisgau folgte schließlich der Wechsel zu Eintracht Braunschweig. Dort verbrachte Zuck vier Jahre, etablierte sich als Zweitligaspieler und erlebte mit den Niedersachsen unter anderem den Aufstieg in die Bundesliga sowie die anschließende Relegation. Zurück zu den Wurzeln 2018 sollte sich der Kreis schließlich schließen. Zuck kehrte zum FCK zurück und sollte dort deutlich länger bleiben als bei seiner ersten Station. Aus dem jungen Flügelspieler war inzwischen ein gestandener Profi geworden. Und aus dem Spieler, der einst über die zweite Mannschaft in den Profikader gerückt war, wurde in den folgenden Jahren ein fester Bestandteil der Lautrer Mannschaft. Besonders prägend war dabei seine Entwicklung auf dem Platz. Zuck wurde im Laufe seiner zweiten FCK-Zeit vom offensiveren Mittelfeld- und Flügelspieler immer mehr zum Linksverteidiger beziehungsweise Schienenspieler. Eine Umstellung, die seiner Karriere noch einmal einen neuen Schub gab. Statt ausschließlich für offensive Momente verantwortlich zu sein, wurde der Saarländer zu einem Spieler, auf den sich seine Trainer auch defensiv verlassen konnten. Der wohl größte Moment seiner zweiten FCK-Zeit folgte 2022. Gemeinsam mit der Mannschaft gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach Jahren in der Drittklassigkeit kehrten die Roten Teufel endlich zurück in den Profifußball. Zuck war dabei einer der Spieler, die den schwierigen Weg zuvor mitgegangen waren und nun die Belohnung dafür erhielten. Auch nach dem Aufstieg blieb er zunächst eine wichtige Größe. Doch mit zunehmendem Alter veränderte sich auch seine Rolle. Aus dem Stammspieler wurde langsam ein Ergänzungsspieler, aus dem jungen Profi endgültig ein erfahrener Führungsspieler. Genau hier lag vermutlich auch Zucks größte Bedeutung für den FCK. Mehr als Einsatzminuten Denn Zuck war längst nicht mehr nur über seine Leistungen auf dem Platz zu bewerten. Er kannte den Verein aus den unterschiedlichsten Zeiten. Er hatte die schwierigen Jahre in der 3. Liga erlebt, den Aufstieg gefeiert und anschließend auch die Rückkehr in die 2. Bundesliga miterlebt. Für junge Spieler war er damit automatisch jemand, der ihnen erzählen konnte, wie schnell sich die Stimmung auf dem Betzenberg verändern kann. Dass der FCK trotz seiner zunehmenden Verletzungsprobleme weiter auf ihn setzte, zeigt ebenfalls, welchen Stellenwert Zuck innerhalb des Vereins hatte. Nach einer hartnäckigen Knieverletzung verlängerte der FCK seinen Vertrag 2024 und unterstützte ihn auf dem Weg zurück. Ein Jahr später wurde der Vertrag erneut verlängert, mit der Perspektive, Zuck in der U21 einzusetzen und dort seine Erfahrung an die jüngeren Spieler weiterzugeben. Doch genau dieses Comeback sollte nicht mehr gelingen. Zwei Kreuzbandrisse in kurzer Zeit machten den Weg zurück auf den Platz immer schwieriger. Zuletzt stand Zuck zwar noch eine Saison bei der U21 unter Vertrag und konnte dort gemeinsam mit den jungen Spielern den Aufstieg in die Regionalliga feiern, ein eigenes Comeback blieb ihm allerdings verwehrt. Nun zieht der 36-Jährige endgültig einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere. Danke, Zucki! Und vielleicht ist genau das der einzige wirklich bittere Punkt an seinem Abschied. Nach all den Jahren hätte man Hendrick Zuck einen letzten Auftritt auf dem Betzenberg gegönnt. Einen letzten Einsatz, ein letztes Mal das Trikot überstreifen und vielleicht noch einmal vor der Westkurve stehen. Stattdessen endet seine Karriere nach zwei schweren Verletzungen bei der zweiten Mannschaft. Trotzdem bleibt eine Karriere, die für den FCK bemerkenswert ist. Vom Jugendspieler in Neunkirchen über die zweite Mannschaft auf den Betzenberg, weiter nach Freiburg und Braunschweig und schließlich zurück nach Kaiserslautern. Vom jungen Flügelspieler zum Aufsteiger und später zum erfahrenen Führungsspieler. Zuck war nie der Spieler, um den sich beim FCK alles gedreht hat. Er war kein großer Star und auch keiner, der ständig Schlagzeilen produzierte. Dafür war er über viele Jahre da, ging den Weg des Vereins mit und übernahm auch dann Verantwortung, als seine eigene sportliche Rolle immer kleiner wurde. Und vielleicht ist genau das die passende Art, sich von ihm zu verabschieden: ohne große Worte, aber mit ehrlicher Anerkennung. Danke, Zucki. Quelle: Treffpunkt Betze
Ein Punkt beim Topfavoriten – doch wie kam es dazu?

Mit dem 0:0 am Samstagabend kann Kaiserslautern daher sicherlich gut leben. Doch welche taktischen Mittel machten diesen Punktgewinn möglich und woran muss der FCK im Saisonverlauf noch arbeiten? Treffpunkt Betze Taucht tief in den Matchplan der Roten Teufel ein. Die taktische Grundordnung des FCK Torsten Lieberknecht setzte auf eine 3-4-2-1-Grundordnung, die sich im Spielaufbau teilweise veränderte. Meist formierte sich der FCK in einem 3+1-Aufbau: Maxwell Gyamfi bildete den tiefsten Punkt, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi positionierten sich etwas breiter davor. Fabian Kunze rückte als zusätzliche Anspielstation im Mittelfeld auf und wurde häufig von Robert Glatzel oder Muhammed Mehmet Damar zugestellt. Breite und hohe Außenbahnspieler Mika Haas und Simon Asta rückten sehr weit auf und standen teilweise auf der Höhe der offensiven Spieler. Durch ihre Positionierung an der Außenlinie wurde Wolfsburgs Defensive in die Breite gezogen. Gleichzeitig zwangen Marlon Ritter, Mërgim Berisha und Naatan Skyttä die Wolfsburger zu einer tieferen Mittelfeldpositionierung. Aus dem 4-2-2 gegen den Ball wurde so teilweise ein 5-3-2. Die Szene zum möglichen Führungstreffer In der 13. Minute nutzte der FCK diese Struktur besonders effektiv. Semih Sahin ließ sich mit Ball in die Abwehrkette zurückfallen und ermöglichte Jacob Rasmussen dadurch, sich breiter zu positionieren. Kaiserslautern überlud die linke Seite und zwang einen weiteren Wolfsburger Mittelfeldspieler nach außen. Dadurch entstand im Zentrum eine Überzahlsituation für den FCK. Auch auf der rechten Seite ergab sich durch Fabian Reeses fehlende Defensivarbeit eine Überzahl für Simon Asta und Naatan Skyttä gegen Saël Kumbedi. Rasmussen und Mika Haas spielten ihr 2-gegen-2 auf dem Flügel gut aus, sodass Rasmussen bis zur Strafraumgrenze vorrücken konnte. Kumbedi konnte nur einen der einlaufenden FCK-Spieler aufnehmen, Simon Asta blieb frei und vergab Rasmussens perfekte Flanke zur Führung. Die 55. Minute: Dasselbe Prinzip in einer neuen Variante Auch in der 55. Minute brachte der FCK Wolfsburgs Defensive durch hohe Außenbahnspieler und die offensive Positionierung von Marlon Ritter aus der Ordnung. Die Wolfsburger formierten sich erneut in einem unkompakten 5-3-2, wodurch große Räume zwischen den Verteidigern entstanden. Mërgim Berisha ließ sich zu Simon Asta entgegenfallen und zog Hauke Wahl aus der Kette. Dadurch öffnete sich ein großer Raum hinter der Wolfsburger Abwehr. Asta bespielte diesen Raum präzise, sodass Naatan Skyttä anschließend fast 30 Meter frei auf das Tor zulaufen konnte. Erst der starke Jakub Zielinski verhinderte den möglichen zweiten Treffer. Wolfsburgs Umschaltspiel stellt den FCK vor Probleme Diese sehr offensive Herangehensweise birgt natürlich auch ein gewisses Risiko. Gerade gegen diszipliniert hoch pressende Gegner wie Tobias Strobls VfL Wolfsburg können Ballverluste schnell problematisch werden. In einigen Situationen schaltete der VfL schnell um und konnte über seine Flügel Eins-gegen-Eins-Duelle mit den Lautrer Innenverteidigern erzeugen. Aufgrund des Temponachteils war es für den FCK schwierig, diese Duelle für sich zu entscheiden, wie das Beispiel Jan Elvedi gegen Fabian Reese zeigt. Fehlende Zuordnung öffnet Räume vor der Abwehr Besonders problematisch war dabei die defensive Zuordnung, ein Bereich, der sich beim FCK mittlerweile seit längerer Zeit als Baustelle erweist. Gegen ein Team wie den VfL, das schnell und kompakt nach vorne spielt, hatte das Lautrer Mittelfeld, insbesondere aber Fabian Kunze, häufig Schwierigkeiten, den jeweils einlaufenden Wolfsburger Mittelfeldspieler aufzunehmen und im direkten Duell zu verteidigen. Falsche Positionierungen führten oftmals zu großen Räumen vor der Abwehrkette, wodurch der VfL zu zahlreichen Abschlüssen von der Strafraumkante kam, wie auch die Shot Map zeigt. Quelle: Treffpunkt Betze
Ungeschlagene Meister und Kellerkinder – Die TB Saisonprognose

Der Saisonstart steht unmittelbar bevor, weshalb es für die Treffpunkt Betze-Redaktion an der Zeit ist, einen Blick in die Kristallkugel zu werfen und die beste 2. Liga Prognose aller Zeiten zu treffen. Wer steigt auf, wer ab, was macht der glorreiche FCK und welcher Hottake wird am Ende sogar Realität ?Die Treffpunkt Betze Saisonprognose: Wer steigt auf? Flo: Der VfL Wolfsburg steigt auf, weil die Wölfe qualitativ und quantitativ sehr gut aufgestellt sind und kaum zu stoppen sein werden. Mit St. Pauli steigt zudem ein weiterer Absteiger direkt wieder auf, da Pauli einen wichtigen Kern des Kaders der Vorsaison halten konnte und meiner Einschätzung nach eine gute und vor allem defensiv starke Mannschaft hat. Jeremy: Kiel! Ein Trainer, der mit seinen alten HSV-Jungs angreift und sich in dieser engen Saison endlich mal durchsetzen kann. Unser allerliebster FCK wird unter dem Radar fliegen und tatsächlich aufsteigen. Die jungen Spieler sind hungrig, Berisha will es allen beweisen und der Anführer spielt um einen Vertrag. Mit dem FCK rechnet keiner, aber die Saison ist so eng, da schleicht man sich rein. Tkay: Der VfL Wolfsburg geht als unangefochtener Topfavorit in die Runde. Top-Trainer und Top-Kader tun ihr Übriges. Darüber hinaus ist der VfL Bochum ein interessantes Eisen für den Aufstieg: Es gab interessante Transfers und keinen schwerwiegenden Abgang. Tim: Wolfsburg, weil Geld. St. Pauli, weil der Kader gut zusammengehalten wurde und Marcel Rapp ein verdammter Magier ist. In der Relegation schlägt Paderborn Hannover 96 – sorry, Bobo! Mitti: Bochum und Darmstadt steigen auf und Wolfsburg beweist mit Hilfe zweier Trainerentlassungen, dass Geld in der zweiten Liga keine Tore schießt. In der Relegation hat Hannover dann keine Chance. Leo: Untypisch für Hamburger Clubs braucht Sankt Pauli nur eine Saison um wieder aufzusteigen. Dahinter malocht und kultet sich der VfL Bochum auf Platz 2: Die Mischung aus Vereinshymne, Kurze-Hosen-Uwe und 26-Tore-Mann Philipp Hofmann beschert den Aufstieg. Die Relegation verliert der VfL Wolfsburg schon wieder gegen Paderborn. Thomas: Am VfL Wolfsburg führt kein Weg vorbei. Dieser enorme Qualitätsunterschied zum Rest der Liga ist für die anderen Teams auf Dauer nicht zu kompensieren. Als Tabellenzweiter steigt schließlich Hannover 96 auf, da es Christian Titz schaffen wird, der Defensive mehr Stabilität zu verleihen. Wer steigt ab? Flo: Der VfL Osnabrück steigt wieder ab, da sie nach dem Aufstieg keine überzeugenden Transfers getätigt haben. Außerdem erwischt es Energie Cottbus, die ebenfalls nur wenige wirklich gute Transfers tätigen konnten und es schwer haben werden. Tkay: Es wird beide Aufsteiger treffen. Sowohl Cottbus als auch Osnabrück werden von Anfang an im Tabellenkeller stecken und aufgrund ihres unerfahrenen Kaders in Krisensituationen am Ende den Kürzeren ziehen. Tim: Vier Jahre in Folge knapp entkommen – dieses Jahr ist Braunschweig fällig. Die Relegation bedeutet den Abstieg für Tempelmann, Opoku und Co., während es für Pele Wollitz mit Cottbus und Osnabrück direkt runter geht – da fehlt es an Qualität. Mitti: Dresden kann sich schon früh ins Tabellenmittelfeld absetzen, die anderen Aufsteiger haben es schwer. Osnabrück und Cottbus steigen direkt wieder ab und auch für Braunschweig sieht es in der Relegation gegen Düsseldorf schlecht aus. Leo: Osnabrück-Fans sollten ihr MagentaSport-Passwort schon mal wieder raussuchen. Gemeinsam mit Braunschweig geht es runter. In der Relegation schlägt Bielefeld Essen. Cottbus bleibt dank Bittencourt am letzten Spieltag drin. Thomas: „Es wird den Zweitliga-Dino aus Fürth erwischen. Die letzte Saison war eigentlich schon schlimm genug. Damals wurden sie noch durch die Qualität von Hrgota und Futkeu gerettet – die sind jetzt beide weg. Dazu ist endlich auch für Eintracht Braunschweig Feierabend. Wo landet der FCK? Flo: Der FCK landet auf Platz 5 der Liga und mischt lange im Aufstiegsrennen mit. Jeremy: Platz 2, Uffstieg. Man holt Punkte und fragt sich manchmal, wie das passiert ist, aber sie sind da. Der FCK schleicht sich vorne rein, genauso wie er sich auf Platz 5 geschlichen hat. Tkay: Platz 6. Man bleibt tabellarisch auf dem gleichen Platz wie in der Vorsaison, spielt aber länger nennenswert oben mit und sammelt mehr Punkte. Tim: Ohne Transfers hat der FCK keine Chance aufs Aufstiegsrennen. Er trennt sich nach der Saison auf Platz 6 von Torsten Lieberknecht. Mitti: Die Roten Teufel beenden die Saison auf Platz 5 mit etwas mehr Punkten als in der letzten Saison. Am Ende wird man sich die Frage stellen, ob es mit oder ohne Torsten Lieberknecht in die nächste Saison geht. Leo: Am Ende wird es der undankbare vierte Platz. Man wird einige gute Chancen im Aufstiegsrennen vergeben, aber der FCK ist auf dem richtigen Weg und die Mission Aufstieg wird auf die nächste Saison vertagt. Thomas: Torsten Lieberknecht erfüllt sich und den Fans den großen Traum: Der FCK landet auf Relegationsplatz 3 und setzt sich dort gegen die SV Elversberg durch. Wer wird MVP der Liga? Flo: Wenn der Kader des VfL Wolfsburg seine PS auf die Straße bekommt , wird auch ein Spieler des VfL zum MVP werden. Es wird jedoch kein Torjäger wie Robert Glatzel oder Fabian Reese sein, sondern der offensive Mittelfeldspieler Mo Damar, der sowohl als Torschütze als auch vor allem als Top-Vorlagengeber glänzt. Jeremy: Auch wenn Fabian Reese die meisten Scorerpunkte dieser Liga haben wird, wird David Zec der Spieler sein, der den meisten „Value“, also den größten Wert für sein Team bringt. Im offensiv ausgerichteten Fußball von Tim Walter wird es wichtig sein, einen Spieler zu haben, der hinten die Stellung hält. Zec wird dieser Spieler sein und damit erhebliche Anteile am Aufstieg der Kieler haben. Am einen oder anderen Tor wird er auch beteiligt sein. Tkay: Die beste Mannschaft stellt auch den MVP: Der ehemalige Lautrer Robert Glatzel wird mit Abstand Torschützenkönig. Tim: Ein letztes Mal – Marvin Wanitzek beendet seine Karriere als Ligatopscorer. Punkte holt er in beiden Derbys trotzdem keine. Mitti: Ivan Prtajin wird Torschützenkönig, obwohl er erst in der zweiten Saisonhälfte angreifen kann. Alle sind sich sicher: Ohne seine Verletzung würde der FCK schon längst an der Conference League anklopfen. Leo: Der Zweitliga-Zidane: Branimir Hrgota. 15 Tore, 15 Vorlagen. Thomas: Hate him or love him – Baris Atik wird wieder
Saisonauftakt in der Autostadt: „Streben alle nach mehr“

Am ersten Spieltag trifft der 1. FC Kaiserslautern auf den Ligakrösus VfL Wolfsburg. Dabei treffen zwei Extreme aufeinander. Während der FCK seinen Kader bisher nur punktuell – vor allem durch junge Spieler – verstärkte, befindet sich der Bundesliga-Absteiger in einem großen Umbruch. Zudem steht mit Tobias Strobl ein neuer Trainer bei den Wölfen an der Seitenlinie, während Torsten Lieberknecht weiterhin die Roten Teufel trainiert. „Haben auch einiges zu bieten“ Während der Pressekonferenz zollte der Cheftrainer dem Absteiger Respekt, ist sich aber auch der Stärken seiner Mannschaft bewusst: „Wir werden Situationen haben, in denen wir im oder um den Strafraum herum verteidigen müssen. Der VfL Wolfsburg hat sportlich einiges zu bieten. Aber auch wir haben einiges zu bieten, das den Gegner beschäftigen wird.“ „Ein überragender Klub” Torsten Lieberknecht zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung des 1. FC Kaiserslautern zufrieden, gibt sich mit den erreichten Zielen aber noch lange nicht zufrieden: „Ich habe den Verein im letzten Jahr durch und durch kennengelernt und lieben gelernt. Trotz der Emotionalität und der Kritik ist der Verein ein überragender Klub. Mein Trainerteam und ich haben bisher eine sehr ordentliche Arbeit abgeliefert und unsere Ziele erreicht. Dennoch streben wir alle nach mehr.“ Vier Ausfälle zum Saisonbeginn Neben Ivan Prtajin, der sich nach seinem Achillessehnenriss in der Reha befindet, muss Torsten Lieberknecht auch auf den gesperrten Paul Joly und die angeschlagenen Owen Gibs und David Schramm verzichten. Anstoß ist am Samstagabend um 20:30 Uhr, es werden mehr als 2.767 Gästefans erwartet.
Klos & Lieberknecht: „Haben unsere eigene DNA”

Nach dem alljährlichen Medientag, bei dem unter anderem das neue Mannschaftsfoto und Spielerporträts entstehen, nahmen sich Sportdirektor Marcel Klos und Cheftrainer Torsten Lieberknecht Zeit, um die Fragen der anwesenden Journalisten zu beantworten. Die wichtigsten Aussagen haben wir hier zusammengefasst. Marcel Klos über… … das Trainingslager und die Vorfreude auf die neue Saison: „Langsam kribbelt es, und die Vorfreude auf die neue Saison steigt. Am Wochenende steht noch ein Testspiel gegen den FC Metz an, danach sollten wir für das erste Spiel bereit sein. Im Trainingslager haben wir vor allem vom Umfang und der Intensität her sehr gut gearbeitet. In den nächsten Wochen geht es nun darum, diesen Zustand beizubehalten und den Feinschliff zu vollziehen. Wir haben auch die Werte aus der Vorbereitung des letzten Jahres verglichen und uns in diesem Sommer nochmals deutlich gesteigert.” … die Neuzugänge und weitere Transfers: „Man merkt, dass die Spieler sich zeigen wollen. Passend zu unserer Philosophie haben wir junge und hungrige Spieler geholt, die beim FCK etwas erreichen und sich weiterentwickeln wollen. Zudem steigt dadurch die Trainingsqualität, weshalb wir derzeit auf einem guten Weg sind. Mit dem aktuellen Kader haben wir eine schlagfertige Mannschaft. Falls sich ein passendes und finanzierbares Profil ergibt, sind wir selbstverständlich auch gesprächsbereit für weitere Neuzugänge. Meistens zeigt sich im Verlauf der Vorbereitung oder auch in den ersten Spielen, wo man sich punktuell noch verstärken muss. Wir haben unsere eigene DNA: Wir wollen eine hohe Intensität, Aggressivität, Leidenschaft und eine gewisse Mentalität an den Tag legen.” … den Saisonstart gegen den VfL Wolfsburg und die zweite Liga: „Ich habe gesehen, dass der Gästeblock in Wolfsburg bereits ausverkauft ist. Dementsprechend freue ich mich riesig, dass wieder so viele Auswärtsfans mitfahren. Anschließend steht auch schon das Heimspiel gegen den KSC an. Man muss sich Woche für Woche reinknien und alles geben, um einen guten Saisonstart hinzulegen. Die zweite Liga ist sehr ausgeglichen, daher müssen wir auf uns schauen und immer 100 bis 110 Prozent geben. Das ist unsere DNA. Wenn wir das nicht tun, werden wir auch keine Spiele gewinnen. Wir wollen uns zerreißen und intensiv spielen.” Torsten Lieberknecht über… … den aktuellen Zustand der Mannschaft: „Bereits in der letzten Saison haben wir damit begonnen, die Mannschaft resistenter und widerstandsfähiger zu machen. Zudem haben wir uns im athletischen Bereich, beispielsweise in der Sprintwiederholungsfähigkeit, verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Mannschaft fitter geworden, aber noch nicht dort, wo wir hin möchten. In der Vorbereitung haben wir mit hoher Intensität gearbeitet, um die Spieler in einen besseren Zustand zu bringen. Wenn man sich die Daten anschaut, sieht man, dass wir uns in einigen Bereichen deutlich verbessert haben. Zudem fordern wir die Mannschaft dazu auf, die Kommunikation auf dem Platz zu verbessern und einen Schritt nach vorne zu machen. Wer die Spiele oder Trainingseinheiten beobachtet, stellt fest, dass die Mannschaft deutlich aktiver und kommunikativer ist.” … die Probleme bei Auswärtsspielen: „Selbstverständlich haben wir diese Thematik angesprochen. Nun beginnt eine neue Saison mit neuen Chancen und Herangehensweisen. Das mit den Auswärtsspielen ist tatsächlich ein Thema, das sich im Kopf abspielt. Wir müssen auch auswärts die Intensität, die Aggressivität und den Zusammenhalt zeigen, die wir aus den Heimspielen vor ausverkauftem Haus kennen.” … die erneute Ernennung von Marlon Ritter zum Kapitän: „Das habe ich selbst bestimmt. Marlon ist FCKler durch und durch. Er kennt den Verein mit all seinen Höhen und Tiefen sowie den verschiedenen Typen. Natürlich muss ein Kapitän auch mit guten Leistungen vorangehen, aber er kann auch mal ein Leistungsloch haben. Nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern auch bei Fantreffen oder im Trainingslager merkt man, welche Bedeutung und Verantwortung Marlon Ritter hat. Deshalb war es mir wichtig, die Kapitänsfrage offen zu lassen, um zu sehen, wie er damit umgeht. Auch bei der Integration neuer Spieler packt er schnell mit an und unterstützt die Jungs.” … seine eigene Entwicklung als Trainer: „Natürlich analysiert und reflektiert man nach einer Saison auch das eigene Tun. Das mache ich schon immer so, seitdem ich Trainer bin. Gerade wenn man länger bei einem Verein bleiben möchte, ist es wichtig, auch mal ein anderes Gesicht zu zeigen. Denn oftmals stumpft man ab und findet vielleicht nicht mehr die richtige Ansprache. Ich weiß, dass ich im letzten Jahr einen sehr ordentlichen Job gemacht habe. Am wichtigsten ist mir, dass ich nach einer Saison in den Spiegel schauen und zu allen Entscheidungen, die ich getroffen habe, stehen kann.”
Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 2)

Im zweiten Teil von „Die Annere“ trifft der FCK vor allem auf Mannschaften aus dem vermutlichen Tabellenmittelfeld und darunter. Spieltag 9: 1. FC Nürnberg Beim Club aus Nürnberg bleibt es weitestgehend beständig. So geht man mit dem ehemaligen Lautrer Miro Klose in die nächste Saison und konnte die meisten Leistungsträger zusammenhalten. Lediglich in der Innenverteidigung gibt es bei den Franken einen Umbruch: Luka Lochoshvili und Fabian Gruber verlassen den Verein für stattliche Ablösen von insgesamt 8,5 Millionen Euro. Diesen Verlust will der FCN unter anderem mit dem ehemaligen Barca-Talent Faye auffangen. Sportlich wird der auf die Jugend setzende Club vermutlich wieder im Mittelfeld der Tabelle zu finden sein. Spieltag 10: Hertha BSC Der Hauptstadtclub verzeichnet wohl den größten Umbruch der Liga. Mit Transfereinnahmen von insgesamt über 25 Millionen Euro durch die Verkäufe von Kennet Eichhorn, Fabi Reese und Tjark Ernst konnte man die größten finanziellen Sorgen zwar abfangen, gleichzeitig dürfte es den Berlinern aber schwerfallen, diese individuelle Klasse auch nur annähernd aufzufangen. Bisher konnte man bis auf eine Leihe vom Ligakonkurrenten Energie Cottbus auch keinen Zugang willkommen heißen. Sportlich werden die Berliner so vermutlich nichts mit dem direkten Aufstiegskampf zu tun haben. Spieltag 11: VfL Osnabrück Mittlerweile ist der VfL fast schon eine Fahrstuhlmannschaft. Für die 3. Liga sind sie regelmäßig eine Nummer zu groß, in der 2. Bundesliga haben sie aber auch immer große Schwierigkeiten, die meist schnell mit dem Abstieg enden. So kommen die Osnabrücker mit einem typischen Drittliga-Kader, wenn auch etwas jünger, ins Unterhaus. Da die Weiß-Lilanen bei vielen Abgängen keine Einnahmen verzeichnen konnten, behelfen sie sich mit interessanten Leihen oder ablösefreien Transfers. Typischerweise geht es nur gegen den Abstieg. Spieltag 12: Dynamo Dresden Die Mannschaft aus der Elbstadt könnte für eine Überraschung sorgen. Nach dem mehr oder weniger ungefährdeten Klassenerhalt in der abgelaufenen Saison konnten sich die Dresdner mit gestandenen Profis im besten Fußballeralter durchweg verstärken und den Abgang des Top-Talents Kofi Amoako gut kaschieren. Ein Platz im soliden Mittelfeld der Tabelle wäre alles andere als verwunderlich. Spieltag 13: Holstein Kiel Tim Walter geht in seine erste komplette Saison bei der KSV seit 2018; damals coachte er die Störche ebenfalls nur für ein Jahr. Der gebürtige Baden-Württemberger konnte die Kieler in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 1,55 in elf Spielen vor dem Abstieg retten. Gepaart mit Neuzugängen, die in sein anspruchsvolles System passen, werden die Kieler eine bessere Saison spielen als die letzte. Ob es zum großen Wurf reicht, ist aber mehr als fraglich. Spieltag 14: SpVgg Fürth Die Fürther sind eine Wundertüte, aber sie werden wohl kaum über das Tabellenmittelfeld hinauskommen. Es könnte sogar wieder Abstiegskampf für sie heißen. Neben Top-Torjäger Noel Futkeu und dem Verteidiger-Talent Reno Münz verlässt mit Julian Green auch eine Identifikationsfigur das Kleeblatt. Die Neuzugänge haben überwiegend „2.-Liga-Erfahrung“ und gerade im Sturmzentrum werden Futkeus Tore nur schwer aufzufangen sein. Spieltag 15: Arminia Bielefeld Die Mannschaft aus der Stadt, die es Gerüchten zufolge gar nicht gibt, war auf dem Transfermarkt noch eher zurückhaltend unterwegs. Größtenteils wurden Leihoptionen gezogen und bereits bekannte Spieler fest verpflichtet, wie Maxi Bauer, der auch schon auf den Betze geliehen wurde, und Jannik Rochelt. Leistungsträger mussten allerdings bisher auch nicht abgegeben werden. Insgesamt „riecht“ es in Bielefeld nach einer ruhigen Saison, in der man sich im (unteren) Mittelfeld verorten wird. Spieltag 16: Hannover 96 Christian Titz geht mit den Niedersachsen in seine zweite Saison – und das mit einem nicht weniger interessanten Kader als letzte Saison. Mit einem der jüngsten Kader der Liga wird es hier vermutlich auch wieder darum gehen, in der Spitzengruppe mitzumischen – wenn auch Identifikationsfiguren wie Enzo Leopold ersetzt werden müssen. Bekanntlich braucht das Spielsystem von Titz Zeit, um sich in den Köpfen der Spieler festzusetzen. Wenn dieser Prozess wie gewünscht weitergeht, sollten die 96er erneut realistische Chancen auf den Aufstieg haben. Spieltag 17: Energie Cottbus Der zweite Aufsteiger aus der 3. Liga kommt diese Saison aus Brandenburg. Nach jahrelanger Abstinenz sind die Cottbuser wieder in der 2. Liga angelangt. Im Jahr zuvor waren sie knapp am Aufstieg gescheitert. Der Kader wurde unter Pele Wollitz im Sommer mit 15 Abgängen und 15 Zugängen fast generalüberholt. Interessanterweise waren alle Transfers ablösefrei oder Leihgeschäfte. Trotz Starspielern wie Leo Bittencourt wird es das Team schwer haben, sich in der Liga zu etablieren. Wenn sich das Team schnell findet, kann es ein Abstiegskampf werden, ansonsten droht den Lausitzern, den Anschluss zu verlieren. Quelle: Treffpunkt Betze
Aufstieg am Horizont: Sechs steile Thesen zur Saison 26/27

Am 8. August beginnt die 2. Bundesliga und die Betze-Fans können es gar nicht erwarten. Doch wie jedes Jahr macht es sich unser Redakteur Mitti zur Aufgabe, durch kluge Vorausdeutungen, knallharte Berechnungen und einen Blick in die Zauberkugel, der kommenden Spielzeit jegliche Spannung zu nehmen. Der schwere Start tut gut Zum Start der Saison erwartet der VFL Wolfsburg die Pfälzer in der fast ausverkauften VW-Arena in der Autostadt. An einem sonnigen Sonntag-Mittag schaffen es fast 8.000 Fans aus der Pfalz nach Niedersachsen und stehen dort ganzen 7.000 VFL-Fans gegenüber. Ähnliche Verhältnisse gab es auch auf dem Platz, da sich der ambitionierteste aller Absteiger noch vor der ersten Minute selbst dezimiert. Zwei Rote Karten für Hauke Wahl und Bence Dardai kurz vor Anpfiff. So einen Fall gab es noch nie und das Sportgericht würde sich bis November damit beschäftigen. Aber was ist passiert? Der auf die Bank verbannte Marlon Ritter provozierte das gesamte VFL-Stadion und sorgte letztendlich dafür, dass das Spiel 9 gegen 11 angepfiffen wurde. Und es folgte der erste von vielen Siegen. Dem Terrence sein Boyd Gegen den Waldhof tut sich der FCK im DFB-Pokal zunächst schwer, denn Torsten Lieberknecht wechselt auf fünf Positionen durch. Neben Enis Kamga darf auch der einstige Kapitän Marlon Ritter ran. Wohl die einzige Chance für ihn, da er in der Bundesliga noch einige Zeit gesperrt sein wird. Zwei Vorlagen und zwei Freistoßtore waren nach Lieberknecht „auch bitter nötig“, nach dem lupenreinen Hatrick von Terrence Boyd in der ersten Halbzeit. Die Bild titelt nach dem Spiel: „Mehr Polizisten als Fans und mehr Schwerverletzte als Tore. Der FCK siegt in KRASSES SPIEL 4:3“. Mehr muss man nicht mehr sagen. Ende September geht es für den FCK in Runde 2 nach Braunschweig. Mehr muss man nicht mehr sagen. Wir boykottieren Niedersachsen 7:0 am 19.9. gegen Braunschweig. Die Eintracht wurde auf dem Betzenberg förmlich überrollt. Zwei Tore Schramm, zwei Tore Skyttä und drei Tore Tazemeta verweisen die Niedersachsen auf ihre Plätze und manifestieren den vorzeitigen ersten Platz in Bundeliga 2. Das darauf allerdings ein 0:0 am folgenden Dienstag im DFB-Pokal folgt konnte wohl jeder ahnen. In der Verlängerung dann vier Gegentore nach Kontern. Hurra, hurra, der FCK ist wieder da. Die Eintracht freut sich. Der FCK kann sich jetzt ganz in Ruhe auf die Liga konzentrieren. Und damit auch auf ganze fünf Monate ohne Auswärtsfahrt nach Braunschweig. Der FCK bildet wieder aus Schwerpunkt Jugend heißt es beim Team um Lieberknecht und Wunderlich. Regelmäßig spielt und siegt der 1. FC Kaiserslautern mit mehr als 4 Spielern unter 20 in der 2. Bundesliga. Das sorgt nicht nur dafür, dass der FCK Ende November auf Platz 2 steht, sondern auch für massive Abstellungen in den Länderspielpausen. Mika Haas, Dion Hofmeister, Enis Kamga , Thierry Tazemeta, David Schramm und Ben Jungfleisch werden für U-Nationalmannschaften nominiert. Darüber hinaus spielen sich auch Alea Cetecioglu und Lea Gruber in den Fokus der Frauen U-Nationalmannschaften. Erstere beim ersten FCK, letztere kürzlich mitsamt Stipendium in die USA gewechselt. Betze international im wahrsten Sinne. In der Regionalliga stehen derweil die Zeichen auf Abstieg. Die besten Spieler wurden in die erste Mannschaft gezogen und die Regionalliga Südwest ist ein hartes Pflaster. Es werden Neuzugänge für den Winter angekündigt. Transferieren und Transpirieren Im Winter geht es heiß her, denn noch ist unklar ob Marcel Klos und Thomas Hengen für den Aufstieg einkaufen. Der FCK steht zum Anfang der Rückrunde auf Platz 3, hat aber Hannover, Darmstadt und die wiedererstarkten Wölfe im Nacken. Nun heißt es Zugänge gut integrieren und Abgänge verkraften. Als erster ging Ivan Prtajin, der nach seiner auskurierten Verletzung vier Tore in zwei Dezemberspielen verbuchen konnte. Genug, um ihn nach Wolfsburg zu holen, wobei bei diesem Transfer wohl eher die Schwächung eines Konkurrenten im Vordergrund stehen sollte. Ansonsten können alle Leistungsträger gehalten werden. Zumindest vorerst. Denn die Bundesliga klopft an unser NLZ und ihre Klopfer werden jede Woche lauter. Rund geht es aber vor allem in der zweiten Mannschaft, die sich in der Regionalliga Südwest dringender Verstärkung erfreut. Von Waldhof Mannheim schließt sich ein Altbekannter an. Terrence Boyd ist nach dreijährigem Exil in der Kurpfalz zurück und soll nun seinen geliebten FCK II vor dem Abstieg retten. Natürlich war er bei der Tätowiererin seines Vertrauens, um „Makel zu beseitigen“. Auch mit am Start im Projekt Nichtabstieg ist Luca Sirch, dem der Ausflug in der Bundesliga nicht sonderlich gutgetan hat. Nach null Einsätzen in null Spielen will sich der gebürtige Augsburger über die Regionalliga für weitere ambitionierte Bundesligisten empfehlen. Vielleicht sogar für den FCK? Aufsteigen? Doch nicht etwa in die Bundesliga? In der Rückrunde legt der FCK eine Siegesserie sondergleichen hin. Am Ende gehen die Roten Teufel mit zehn Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage durch die Rückrunde. Einzig in Braunschweig geht die Mannschaft, die Torsten Lieberknecht jetzt schon seit über zwei Jahren trainiert, mit 11:0 unter. „Aber da kann man eben nichts machen“, sagt Thomas Hengen im interview mit Treffpunkt Betze: „Mal gewinnst du und mal spielst du in Braunschweig.“ Seinen Kaderwert hat der FCK in dieser Saison um 780% erhöht. Im Sommer werden mehrere Spieler in die Premier League wechseln und die Kaufpflicht für Erencan Yardimci ist nur noch Makulatur. Ein Tropfen auf den heißen Betze sozusagen. Und dank David Schramm wird sogar das Stadion zurückgekauft. Am Ende steigen Kaiserslautern und Wolfsburg auf, sowie Schalke und – völlig überraschend – Mönchengladbach ab. Auf die Pfälzer wartet also eine prall gespickte Tüte Bundesliga mit Top-Clubs wie Augsburg, Mainz, Hoffenheim, Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Da freut man sich doch auf die Auswärtsspiele. Torsten Lieberknecht sagt dazu: „Immerhin nicht nach Braunschweig“. Quelle: Treffpunkt Betze
Die Annere – Der Blick auf die Konkurrenz (Teil 1)

Bald geht’s wieder los! Im Rahmen der Saisonvorbereitung blicken wir auch auf die anderen 17 Vereine, die in der kommenden Zweitliga-Saison antreten – und dabei ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Vor allem das Startprogramm des FCK hat es in sich.Hier ist Teil 1 von „Die Annere“, der 2. Teil erscheint in der kommenden Woche. Spieltag 1: VfL Wolfsburg Die Wölfe sind nach jahrelanger, fast durchgängiger Misswirtschaft in der 2. Liga angekommen. Angesichts des großen Etats, der sich enorm vom Rest der Liga abhebt, kann nur der direkte Wiederaufstieg in die Beletage das Saisonziel sein. Untermauert wurde dieser Anspruch unter anderem durch die Verpflichtungen von Fabian Reese, Robert Glatzel, Fraser Hornby oder Hauke Wahl. Dieter Hecking wurde trotz der verlorenen Relegation vom Trainer zum Geschäftsführer Sport befördert. Als neuen Mann an der Seitenlinie hat er den hoch gehandelten, aber eher unerfahrenen Tobias Strobl (38) verpflichtet, der den SC Verl in der vergangenen Saison mit einem aktiven und dominanten Spielstil auf Platz 6 der 3. Liga geführt hat. Mit der Qualität dieses neu zusammengestellten Kaders ist eine Platzierung auf einem der ersten beiden Ränge für die Wölfe Pflicht. Spieltag 2: Karlsruher SC Beim KSC endete im Mai eine Ära: Sechseinhalb Jahre lang wurde der Verein von Christian Eichner trainiert, dem es gelang, das Team zu einem stabilen Zweitligisten zu entwickeln. Sein Nachfolger ist mit Maximilian Senft ein eher unbeschriebenes Blatt, das vom SV Ried aus Österreich nach Baden wechselt. Nicht nur daher ist der KSC in dieser Saison eine ziemliche Wundertüte, denn auch bei den Spielertransfers ergab sich durch die Abgänge von David Herold, Nicolai Rapp, Fabian Schleusener, Marcel Beifus und Dzenis Burnic ein großer Umbruch. In der Spitzengruppe der Liga sind die Badener daher eher nicht zu erwarten. Spieltag 3: FC St. Pauli Der einstige Kieler Erfolgstrainer Marcel Rapp hat das Ruder von Alexander Blessin übernommen, der den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern konnte. Da dieser allerdings nicht total überraschend kam, blieb der ganz große Umbruch auf St. Pauli aus, zudem konnten mit Marcus Mathisen (30) und Branimir Hrgota (33) bereits zwei sehr erfahrene Zweitliga-Spieler verpflichtet werden. In Summe sollten die Kiez-Kicker daher den Anspruch haben, direkt wieder oben mitzuspielen. Allerdings gibt es in der engen 2. Liga auch keine Garantie, dass dieser Stimmungsumschwung auch tatsächlich gelingt, denn in der Vergangenheit hatten bereits einige Absteiger Probleme mit der Akklimatisierung in dieser Spielklasse. Spieltag 4: SV Darmstadt Nicht zuletzt aufgrund großer Verletzungssorgen ging dem SV Darmstadt im Schlussspurt um die Aufstiegsränge in der letzten Saison die Puste aus. Nun konnte man sich mit vielversprechenden Spielern wie Ibrahim El Kadiri oder Noah Weißhaupt verstärken, außerdem wechselte Linksverteidiger Florian Kleinhansl vom FCK nach Südhessen. Das große Problem: Die Verkäufe von Fraser Hornby, Isac Lidberg, Killian Corredor und Paul Will bringen zwar über 10 Millionen Euro ein, bedeuten aber auch den Abgang von satten 48 (!) Torbeteiligungen. Daher wäre es eine große Leistung von Trainer Florian Kohfeldt, wenn er das Team wieder in die Top 6 der Liga führen könnte – selbst wenn noch der ein oder andere namhafte Offensivspieler zum Team stoßen sollte. Spieltag 5: 1. FC Magdeburg Wie so oft ist der FCM schwer auszurechnen. Die einst unter Christian Titz etablierte, mutige Ballbesitz-Spielweise wird von Kult-Trainer Petrik Sander weitergeführt. Dabei treten die Ostdeutschen phasenweise wie ein Top-Team auf, nur um dann wieder eklatante defensive Mängel zu offenbaren. In der vergangenen Saison gelang ein überlebenswichtiger Endspurt, der das Team von Platz 18 nach 25 Spieltagen noch auf Rang 14 hievte. Nun haben mit Laurin Ulrich, Dariusz Stalmach, Rayan Ghrieb und dem Innenverteidiger-Duo bestehend aus Magnus Mathisen und Jean Hugenot einige wichtige Akteure den Verein verlassen. Die Neuzugänge hingegen sind ein Mix aus Talenten und soliden Zweitliga-Spielern wie Paul Jaeckel oder Immanuel Iyoha. Da zudem noch ein Abgang von Top-Torjäger Mateusz Zukowski zu erwarten ist, wird auf dem Platz wieder viel an Vereinslegende Baris Atik hängen, der sich bestimmt auch wieder sehr auf die Duelle mit Marlon Ritter und dem FCK freuen wird. Unter dem Strich wären beim FCM mit einer Saison ohne große Abstiegssorgen wohl alle zufrieden. Spieltag 6: Eintracht Braunschweig Lars Kornetka geht in seine erste volle Saison als Löwen-Trainer. Im März verpflichtet, holte er 11 Punkte aus 9 Spielen, die der Eintracht zum Klassenverbleib genügten, allerdings denkbar knapp: Mit 37 Zählern und einer Tordifferenz von -18 landete man auf Platz 15, nur ein Tor vor Platz 16 und einen weiteren Treffer vor Platz 17 – knapper geht es kaum. Nun kommt mit einigen jungen Spielern frischer Wind ins Team, denn kaum ein Neuzugang ist älter als 22 Jahre. Wenn alles so läuft wie immer, werden die Braunschweiger bis zum Schluss gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit kämpfen. Spieltag 7: 1. FC Heidenheim Der FCH hat drei Highlight-Jahre in der Bundesliga hinter sich, inklusive eines Ausflugs nach Europa. Nun verändert sich die Rolle der Mannschaft deutlich, da man kaum noch als klarer Außenseiter in die anstehenden Partien gehen wird, wie es in der 1. Liga der Fall war. Die Leihen der Stammspieler Arijon Ibrahimovic, Eren Dinkci, Hennes Behrens und Diant Ramaj sind ausgelaufen, Rechtsverteidiger Omar Traoré wechselte nach Italien und auch der Verbleib von Anführer Patrick Mainka ist noch nicht sicher. Daher ist – trotz der stabilen finanziellen Situation – nicht damit zu rechnen, dass dem Team von Frank Schmidt der direkte Wiederaufstieg gelingen wird. Spieltag 8: VfL Bochum Der VfL könnte eine klassische „Unter-dem-Radar“-Mannschaft der kommenden Spielzeit sein. Für das Top-Talent Cajetan Lenz hat die TSG Hoffenheim satte 10 Mio. Euro an die Castroper Straße überwiesen, auf der Zugangsseite stehen mit Berkan Taz, Karol Mets und Daniel Hanslik zudem ein paar interessante Namen. Trainer Uwe Rösler kennt die zweite Liga gut und konnte die Bochumer in 25/26 souverän aus dem Tabellenkeller auf Platz 9 führen. Gelingt es ihm nun, das Team sogar im oberen Tabellendrittel zu platzieren? Die fantastische Stimmung bei den Bochumer Heimspielen wird sicherlich kein Nachteil sein. Quelle: Treffpunkt Betze
Mahir Emreli verlässt den FCK auf Leihbasis

Ziemlich genau 13 Monate nach Verpflichtung gibt der FCK Mahir Emreli vorerst wieder ab. Der Stürmer wechselt in die erste polnische Liga. Nach einem für beide Seiten enttäuschenden Jahr ist es den Roten Teufeln gelungen, dem wechselwilligen Offensivspieler einen Transfer zu ermöglichen. Der aserbaidschanische Nationalstürmer wechselt zu Raków Czestochowa. Emreli war ablösefrei in die Pfalz gewechselt, blieb nach einer Verletzung aber außen vor und fiel letzten Endes eher durch Nebenkriegsschauplätze auf. Die „Causa Emreli” verdeutlicht die Vielschichtigkeit von Transfers und macht deutlich, dass ein Fehlkauf zum Geschäft dazugehört und nicht zwangsläufig einen „Schuldigen“ hat. Viel Geld – wenig Erfolg Als der 1. FC Kaiserslautern am 28. Juni des vergangenen Jahres Vollzug meldete, waren die Hoffnungen groß. Als Leistungsträger wechselte Mahir Emreli vom Ligakonkurrenten aus Nürnberg in die Pfalz und sollte eine tragende Rolle in der Betze-Offensive einnehmen, weshalb der FCK angeblich tief in die Tasche in Sachen Gehalt griff. Es kam jedoch anders: Nach mehreren bemühten, aber unglücklichen Einsätzen blieb der Neuzugang außen vor. Besonders die Nationalmannschaft setzte das Verhältnis zusätzlich unter Druck, da der Aserbaidschaner Spielpraxis für eine Nominierung benötigte, die er wohl nicht im erwarteten Ausmaß erhielt. Daraufhin machten Medienberichte über eine schlechte Stimmung die Runde, woraufhin es zur Aussprache mit den Verantwortlichen und Emreli kam. Dieser verletzte sich jedoch bei seiner Rückkehr auf den Rasen an den Adduktoren und musste knapp drei Monate pausieren. So zerschlug sich wohl auch ein möglicher Winterwechsel, dessen Gerüchte dennoch einen Fingerzeig bedeuteten. Der 1. FC Kaiserslautern und Mahir Emreli passen nicht zusammen. Gute Lösung für alle Bei solchen Fehleinkäufen wird oft versucht, einer Partei den Schwarzen Peter zuzuschieben, denn wenn das Ansehen schwindet, verlieren Vereine, Spieler und Agenten Geld. Beim FCK endete die Personalsituation glücklicherweise vorerst ohne Schlammschlacht. Es schien ein offenes Geheimnis zu sein, dass Emreli den Verein verlassen würde, und auch Trainer Torsten Lieberknecht ließ sich diesbezüglich zu einer vielsagenden Aussage hinreißen. Die Zeit von Mahir Emreli beim FCK war von Fehleinschätzungen geprägt und ist nun erstmal pausiert. Dennoch ist es nicht undenkbar, dass mit etwas mehr Glück und anderen Umständen hier ein völlig anderes Resümee hätte stehen können. Quelle: Treffpunkt Betze