„Nur“ zwei A-Junioren – oder doch der Beginn einer neuen Transferstrategie?

Foto: Andreas Leiner

Der FCK hat innerhalb einer Woche zwei Transfers getätigt, die den einen oder anderen Betze-Fan verwundern. Sie brechen mit den altbekannten Transfermustern. Doch warum ist dieser Strategiewechsel wichtig und sogar bitter nötig? Wer sich an die letzten Transferperioden auf dem Betzenberg erinnert, hat viele Gedanken zu verschiedenen Personalien und Ideen. Dass man aber U20-Spieler ohne nennenswerte Profierfahrung verpflichtet, dürfte niemandem in den Sinn gekommen sein. Abstand von solchen Spielern zu halten, war auch lange der richtige Weg. Mit der zweiten Mannschaft konnte man keine Spielpraxis auf hohem Niveau bieten und in der ersten Mannschaft war selten Zeit für Experimente, zu wichtig war das Sportliche Abschneiden und zu wacklig war der Verein auf und neben dem Feld aufgestellt. Aber jetzt geht man ins fünfte 2. Liga Jahr und für FCK-Verhältnisse immerhin in die zweite Sommervorbereitung mit Chefcoach Torsten Lieberknecht. Kontinuierliches Arbeiten zahlt sich aus Aufgrund der zuletzt überwiegend guten sportlichen Leistungen konnte sich der FCK ein klares Gerüst aufbauen. Dies war aufgrund der langen Drittliga-Zeit auch unbedingt notwendig. So konnte man es sich in der abgelaufenen Saison „leisten“, Mika Haas einen Platz im Profikader zu bieten. Diese Chance nutzte der Youngster, wie jeder FCK-Fan wissen sollte, prompt und ist aus der ersten Elf kaum noch wegzudenken. Darüber hinaus konnten auch viele weitere Eigengewächse ihr Debüt oder sogar ihr Startelfdebüt feiern. Lieberknecht hatte diesen Blick für die Jugend mit Amtsantritt angekündigt und lässt unerbittlich Taten folgen. Nun, eine Saison später, sitzt Lieberknecht immer noch auf der Trainerbank, und im Betze-NLZ wird endlich wieder Regionalliga-Fußball gespielt. So kommt der FCK in die Situation, sich auch um junge Talente außerhalb des eigenen Vereins bemühen zu können. Dass man sich diesen Schritt trauen darf, liegt vor allem daran, dass der Kader der Roten Teufel ein stabiles Gerüst abgibt und man genau weiß, welches Spielermaterial man noch braucht und welcher Kaderplatz jungen Talenten perspektivisch zugesprochen werden kann, da die Startelf der Roten Teufel weitestgehend zusammengehalten werden kann. „Internationales Top-Talent“ am Betzenberg So kündigte Marcel Klos Thierry Tazemeta zumindest bei der Transferverkündung am vergangenen Freitag an. Schaut man sich die zugegebenermaßen geringe Menge an Videoclips an, die es über den 18-jährigen Außenstürmer gibt, wird einem direkt bewusst, dass der Ex-Dortmunder Spaß macht beim Zusehen. Der junge Offensivspieler ist zwar knapp über 1,90 m groß, aber dennoch pfeilschnell und scheut keine 1-gegen-1-Situationen, da er diese aufgrund seiner Physis und Ballkontrolle auch regelmäßig für sich entscheiden kann. Pro Spiel absolviert er 5,4 progressive Läufe und 6,4 Dribblings. Sein xGoals-Wert lag in der U19-Bundesliga bei 0,51, was ein absoluter Topwert für einen Außenspieler ist. Er konnte neun Tore erzielen und noch fünf weitere für seine Mitspieler vorbereiten. Gleichzeitig geht von ihm nur wenig Gefahr durch Flanken und kreative Pässe aus, was aber auch auf seinen (bisherigen) Spielstil zurückzuführen ist. Der Österreicher ist kein Spieler, der die Breite hält, er zieht vielmehr selbst in die Mitte und kommt zum Abschluss. Spielstarker Innenverteidiger aus dem „Ländle“ Der kroatische U19-Nationalspieler Ivan Knezević soll laut den Verantwortlichen zunächst über die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern herangeführt werden. Dort wird er auch die Sommervorbereitung bestreiten, aber dennoch zumindest mittelfristig in der kommenden Saison fest zum Profikader stoßen. Das Aushängeschild des ehemaligen Stuttgarter U19-Kapitäns ist sein Aufbauspiel. Dieses ist zwar positionsuntypisch, trifft jedoch genau das Anforderungsprofil eines modernen Verteidigers – insbesondere beim FCK nach dem Abgang von Luca Sirch. So hat der junge Kroate eine starke Passquote von 89 % und spielt pro Partie 9,6 progressive Bälle. Verbesserungspotenzial besitzt der 19-Jährige dennoch: Sein Zweikampfverhalten ist insgesamt eher durchschnittlich – bei ihm stimmt zwar die Intensität, jedoch gewinnt er lediglich 66 % seiner Zweikämpfe und fängt im Schnitt lediglich vier Pässe pro Spiel ab. Gleichzeitig ist der Neuzugang mit 1,85 m auch eher klein, wodurch seine Kopfballduellquote von 57 % lediglich im Durchschnitt der A-Junioren-Bundesliga liegt. Mehr Chance als Risiko Selbstverständlich gibt es keine Garantie dafür, dass Thierry Tazemeta oder Ivan Knezevic den Sprung in den Profifußball beim FCK schaffen werden. Die Zahl der Nachwuchsspieler, die als große Talente galten, sich am Ende aber nicht durchsetzen konnten, ist groß. Entscheidend ist deshalb auch weniger die Frage, ob beide Neuzugänge in einem Jahr Stammspieler auf dem Betzenberg sein werden. Viel wichtiger ist, dass der FCK überhaupt wieder in der Lage ist, solche Transfers zu tätigen. Eine frisch aufgestiegene 2. Mannschaft, ein stabiler Profikader und eine größere sportliche Kontinuität schaffen erstmals seit Jahren die Voraussetzungen, um Potenzial statt Soforthilfe zu verpflichten. Allein dieser Schritt wirkt wie ein positives Signal. Denn langfristig kann der FCK nicht nur von erfahrenen Leistungsträgern leben, sondern muss auch Spieler verpflichten, die sich auf dem Betzenberg entwickeln und ihren Wert erst noch entfalten. Daten Quelle: WyscoutQuelle: Treffpunktbetze

Happy Birthday, Planinsolvenz!

Am 15. Juni 2026 jährt sich die Planinsolvenz des 1. FC Kaiserslautern bereits zum sechsten Mal. An diesem Tag stellte der damalige Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt den Antrag für das Insolvenzverfahren. Obwohl dies eigentlich kein Grund zum Feiern ist, wäre der ruhmreiche FCK ohne das Insolvenzverfahren wahrscheinlich in der sportlichen Irrelevanz verschwunden. Denn damals befanden sich die Roten Teufel sowohl sportlich, als auch finanziell schon mit einem Bein im Abgrund. Licht am Ende des Tunnels Am 01. September 2020 wurde die Insolvenz über das Vermögen der 1. FC Kaiserslautern KGaA, der ausgelagerten Kapitalgesellschaft samt Profimannschaften, eröffnet. Damit erreichte der FCK den Tiefpunkt seiner bis dahin 120-jährigen Vereinsgeschichte. Normalerweise sieht der DFB in einem solchen Fall einen Abzug von neun Punkten bis hin zu einem Zwangsabstieg als Sanktion vor. Aufgrund der weltweit vorherrschenden Corona-Pandemie blieben derartige Folgen jedoch aus. Dadurch wurden die Roten Teufel quasi auf einen Schlag von rund 24 Millionen Euro Schulden befreit, was bei anderen Vereinen für Unmut sorgte. Rückblickend kann das Insolvenzverfahren als positiver Wendepunkt in der Klubgeschichte bezeichnet werden. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wo der Verein ohne die Insolvenz stehen würde. Investoren, Klassenerhalt, Aufstieg Nur wenige Monate später stieg die sogenannte Saar-Pfalz-Invest GmbH (SPI) als Investor ein und sicherte sich mit 11 Millionen Euro rund 33 Prozent der Anteile an der Profi-Abteilung des FCK. Dies war auch im Hinblick auf die noch laufende Insolvenz von Bedeutung, da somit eine positive Zukunftsprognose und Wirtschaftlichkeit vorlag. Finanziell befand sich der 1. FC Kaiserslautern zwar auf dem Weg der Besserung, sportlich entgingen die Roten Teufel jedoch nur knapp dem Super-GAU, dem Abstieg in die Regionalliga. Nach einem holprigen Saisonstart und einem denkwürdigen 0:0-Unentschieden im Südwest-Derby gegen den SV Waldhof Mannheim fanden die Roten Teufel zurück in die Erfolgsspur. Im Relegationsrückspiel gegen Dynamo Dresden machten sie die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt. Beinahe Abstieg und Pokalfinale Nach einem starken neunten Tabellenplatz zum Ende der ersten Zweitligasaison seit vier Jahren drohte dem 1. FC Kaiserslautern der erneute Abstieg in die Drittklassigkeit. Dieser konnte aber wenige Spieltage vor Schluss noch abgewendet werden. Zudem zogen die Roten Teufel trotz dreier Trainerwechsel ins DFB-Pokalfinale ein. In Berlin unterlagen sie der damaligen Übermannschaft von Bayer 04 Leverkusen und Xabi Alonso denkbar knapp mit 0:1. In den folgenden Jahren hatte der FCK nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und schielte eher in Richtung Bundesliga-Aufstieg, der aber bisher ausblieb. FCK ist wieder sexy und stellt Rekorde auf Nach Jahren der Misswirtschaft und sportlichen Talfahrten begeistert der FCK die Massen wieder. Dies zeigt sich nicht nur in den Platzierungen in der zweiten Liga, sondern auch in den Zahlen: Rund 39.200 Mitglieder (Vereinsrekord) Zuschauerschnitt von 46.625 (Vereinsrekord) Kaderwert seit der Insolvenz um 22,5 Millionen erhöht (laut transfermarkt.de) Zudem stieg das Eigenkapital der Pfälzer in den letzten Jahren von 23,8 Millionen Euro (22/23) auf 28,1 Millionen Euro (24/25) an. Schafft der Verein es, die aktuelle äußerst positive sportliche und finanzielle Entwicklung weiter voranzutreiben, ist die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga nur noch eine Frage der Zeit. Quelle: Treffpunkt Betze

Thierry Tazemeta wechselt in die Pfalz

Der zweite Neuzugang für die kommende Saison steht fest. Der gebürtige Klagenfurter ist ein schneller Rechtsaußen, der trotz seiner Körpergröße von 1,92 m die nötige Physis besitzt, um sich auch gegen stabilere Innenverteidiger durchzusetzen. In der abgelaufenen U19-A-Bundesliga kam der Stürmer in neun von zehn Spielen zum Einsatz und konnte sechs Tore selbst erzielen und vier weitere Treffer vorbereiten. Zudem kam er bei der Dortmunder Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz und kann sich somit International-Cup-Sieger nennen. Die Stimmen zum Transfer: Sportdirektor Marcel Klos spricht in höchsten Tönen über den Neuzugang: „Mit Thierry konnten wir ein internationales Top-Talent für uns gewinnen. Er ist ein technisch versierter Spieler, der sich durch seine Physis und seine Schnelligkeit auszeichnet. Zudem ist er in der Offensive mit seinem Tiefgang variabel einsetzbar. Mit ihm gehen wir weiter unseren Weg, unseren Kader mit jungen Talenten zu verstärken, die wir fördern wollen und denen wir die Möglichkeit bieten, sich auf einem hohen Niveau weiterzuentwickeln.“ Auch Tazemeta zeigt sich sichtlich erfreut über das Interesse der Pfälzer und den zustande gekommenen Transfer: „Man sagt zu einem Klub wie dem 1. FC Kaiserslautern, der so viel Tradition hat, nicht nein. Als die Anfrage kam, habe ich direkt große Augen bekommen und mich sehr gefreut. Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen und habe direkt viel Vertrauen gespürt. Mit dem Weg, den der 1. FC Kaiserslautern in den kommenden Jahren gehen möchte, kann ich mich identifizieren. Deshalb finde ich, dass der Schritt hierher für mich persönlich und für meine sportliche Weiterentwicklung richtig ist. Ich möchte gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich sein und freue mich schon auf die Fans.“ Quelle: Treffpunkt Betze

Die Letzten ihrer Art – Saisonrückblick 2009/2010

Der letzte offizielle Titel – abgesehen vom Südwest-Pokal und dem SunExpress Cup in Belek – liegt nun schon mehr als 16 Jahre zurück. Höchste Zeit, auf die letzte Meistersaison zurückzublicken! Die Ausgangslage In der Vorsaison 2008/2009 landet der FCK auf dem 7. Platz. Nach dem Beinahe-Abstieg in der Saison davor ein Schritt in die richtige Richtung. Bereits im Sommer davor wurde der Grundstein für die Erfolgsmannschaft gelegt. Mit Amedick, Lakic, Sydney Sam und Florian Dick landete man auf dem Transfermarkt direkt mehrere Volltreffer, sodass Stefan Kuntz im Sommer 2009 keine großen Investitionen mehr tätigen musste und den Kader punktuell mit Leihspielern verstärkte. Ivo Iličević und Rodnei sind die beiden wohl wichtigsten Neuzugänge, die in diesem Sommer beim FCK unterschreiben. Zudem steht mit Marco Kurz ein neuer Trainer an der Seitenlinie, nachdem Milan Sasic vor Ende der letzten Saison entlassen wurde. Kurz war wenige Monate zuvor bei 1860 entlassen worden und sollte nun den FCK kurz- oder langfristig wieder in die Bundesliga führen. Der Kader Nur drei Dinge sind im Leben sicher: der Tod, die Steuern und dass der FCK einen guten Torhüter hat. In der Saison 09/10 war Tobi Sippel die unumstrittene Nummer 1 im Tor. Der Schlussmann spielte 13-mal zu Null und stellte mit nur 28 Gegentoren die beste Defensive der Liga. Das war natürlich nicht allein sein Verdienst. Die vier Spieler vor ihm – Bugera, Amedick, Rodnei und Dick – bildeten eine Abwehr aus Granit. Doch sie waren nicht nur in der Defensive unersetzlich. Amedick und Rodnei schossen zusammen neun Tore, allein Bugera bereitete elf weitere vor und auch Flo Dick steuerte vier Vorlagen dazu. Damit waren sie an 24 von 56 Toren direkt beteiligt. Im Mittelfeld bestand die Doppelsechs in der Regel aus Jiri Bilek und Georges Mandjeck. Letzterer kam bereits in der Saison zuvor per Leihe zum FCK und steigerte durch seine guten Leistungen in den zwei Jahren seinen Marktwert von 100 Tausend auf 2 Millionen. Leider sah der FCK durch das Leihgeschäft nichts von diesem Geldregen. Im 4-4-2 von Marco Kurz bildeten Sidney Sam und Ivo Iličević die Flügelzange. Wie die jungen Kids von heute sagen würden: Aura! Sidney Sam erzielte überragende 10 Tore und gab 7 Vorlagen als Flügelspieler, Ivo Ilicevic steuerte weitere 9 Scorerpunkte bei. Im Sturm musste der FCK zu Beginn der Saison verletzungsbedingt auf Srdjan Lakić verzichten. Für ihn sollten Erik Jendrisek und Adam Nemec die Tore schießen. Vor allem ersterer übernahm diese Aufgabe voll und ganz: 15 Tore und drei Vorlagen schoss Jendrisek in der Saison. Adam Nemec und der genesene Srđan Lakić steuerten noch fünf bzw. sieben weitere Tore bei. Der Saisonverlauf
 Nach der miserablen Vorbereitung war die Stimmung beim FC Kaiserslautern vor dem Auftaktspiel im DFB-Pokal gegen Eintracht Braunschweig alles andere als euphorisch. Als dann Iličević nach 36 Minuten mit einer roten Karte vom Platz flog, war die Aussicht auf die kommenden Monate für den einen oder anderen Fan deutlich getrübt. In der zweiten Hälfte köpfte Nemec die Roten Teufel dann aber eine Runde weiter, sodass vor dem Zweitliga-Auftakt die Pflichtaufgabe erfüllt war. 
 Dieser gelang dem FCK dann aber voll und ganz. Es gab zwei Siege zum Start gegen Fürth und Ahlen sowie zwei Unentschieden gegen Aachen und Paderborn. Der Knoten platzte dann endgültig im Heimspiel gegen Peter Neururer und den MSV Duisburg. 4:1 unter Flutlicht am Betzenberg. Amedick erzielte nach einem Standard das 1:0, Sam, Jendrisek und Nemec legten nach der Pause innerhalb von einer Viertelstunde nach. In den Schlussminuten trug sich noch ein weiterer Lautrer in die Torschützenliste ein – leider auf der falschen Seite. Rodnei schenkte den Zebras den Ehrentreffer. Nun folgte eine englische Woche, von der jeder FCK-Fan nur träumen kann. Zunächst besiegte man St. Pauli im Topspiel mit 2:1, dann schaltete man Bayer Leverkusen im Pokal aus und zum krönenden Abschluss gab es noch einen Derbysieg gegen den KSC, wodurch man die Tabellenführung übernahm. Doch bekanntlich folgt auf ein Hoch ein Tief: Im Oktober holte der FCK lediglich einen Sieg und flog gegen Werder Bremen im Pokal raus. Doch weil auf ein Tief bekanntlich ein Hoch folgt, startete der FCK nach dem Pokalaus eine Serie von sechs Siegen am Stück und übernahm wieder die Tabellenführung, die er bis zum Ende der Saison nicht mehr hergab. Auch in der Rückrunde blieb der FCK, insbesondere dank seiner hervorragenden Defensive, nahezu unschlagbar. Zwischenzeitlich fuhr man zehn Spiele ohne Niederlage ein. Am 31. Spieltag machte der FCK mit einem 2:1-Sieg gegen Bielefeld den Aufstieg fast perfekt. Mit acht Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten Augsburg hatte man am nächsten Spieltag im eigenen Stadion gegen den Tabellen-16., Hansa Rostock, die Chance, den Aufstieg perfekt zu machen. Doch wie man den FCK kennt, scheiterte man mit Bravour daran. Sam verschoss einen Elfmeter und Bugera flog vom Platz. Am Ende verlor der FCK 0:1 gegen Rostock und die Aufstiegsparty musste verschoben werden. Allerdings nur um zwei Tage, denn der FSV Frankfurt erkämpft ein Unentschieden gegen den FC Augsburg und schießt damit den FCK zurück in die Bundesliga. Am Ende steigt man mit 67 Punkten als Meister auf und krönt damit eine mitreißende Saison. 


 Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison Spieler der Saison: Martin AmedickTor der Saison: Alexander Bugera gegen Fürth (1. Spieltag)Trikot: Heim 8/10, Auswärts 7,5/10Jubel der Saison: Ivo Iličević gegen AhlenFrisur der Saison: Martin AmedickWahrscheinlichkeit, nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 100 % Quelle: Treffpunkt Betze

DFB-Pokal: FCK zum Auftakt gegen Waldhof Mannheim

Das Los hat entschieden: Am Abend fand im Rahmen der ARD-Sportschau die Auslosung zur ersten Hauptrunde im DFB-Pokal statt. Der FCK tritt zum Derby beim SV Waldhof Mannheim an. Der vierfache Schiedsrichter des Jahres Deniz Aytekin hat im Rahmen der ARD Sportschau die Paarungen für die erste Runde im DFB-Pokal gezogen. Der 1. FC Kaiserslautern trifft auswärts auf Waldhof Mannheim. Die insgesamt 64 Teilnehmer wurden in zwei Lostöpfe aufgeteilt. Die Roten Teufel konnten sich als Tabellensechster für „Topf 2“, also den der „Profimannschaften“, qualifizieren. Im „Amateurtopf“ landeten die vier schlechtesten Zweitligateams, die vier besten Drittligamannschaften und alle 24 Landespokalsieger, die automatisch Heimrecht haben. Wann findet die erste Pokalrunde statt? Die neue DFB-Pokalsaison startet vom 21. bis 24. August 2026 mit der ersten Runde. Weiter geht es mit der zweiten Runde am 27. und 28. Oktober. Die Achtelfinalpartien sind für den 1. und 2. Dezember vorgesehen. Wer sich dort durchsetzt, steht im Viertelfinale, das an zwei Terminen im Februar 2027 (2./3. und 09./10.) ausgetragen wird. Die Halbfinals finden am 20. und 21. April statt, ehe das große Finale am 29. Mai 2027 wie gewohnt im Berliner Olympiastadion stattfindet. Wie hoch sind die Pokalprämien? In der vergangenen Saison wurden von der ersten Runde bis zum Halbfinale rund 67 Millionen Euro verteilt, hinzu kamen 7,2 Millionen Euro für das DFB-Pokalfinale. Die Gewinner der ersten Runde erhalten auch in diesem Jahr ca. 210.000 Euro. Quelle: Treffpunkt Betze

Herzlich Willkommen auf den neuen Seiten von Treffpunkt Betze!

Pünktlich zum 1. Juni erstrahlt Treffpunkt Betze im neuen Design. Die größten Änderungen haben wir für euch hier zusammengefasst. Neue Saison, neues Gewand! Mit dem bereits kommunizierten Softwarewechsel steht auch ein Designwechsel an. Passend zur umfangreichen Tradition des 1. FC Kaiserslautern haben wir uns für einen dunkleren Rotton und eine modernere, besser lesbare Schrift entschieden. Auch die Formatierung ist sauberer und soll zur besseren Lesbarkeit beitragen. Kommentarfunktion statt Forum Auch die Möglichkeiten zur Interaktion haben wir neu gestaltet. Statt des alten Forums könnt ihr euch nun in den Kommentaren zu jedem Artikel austauschen. Bedenkt bitte, dass eine erneute Registrierung erforderlich ist und die Anmeldedaten für alte Accounts nicht mehr gültig sind! Die Community hat das Fortbestehen des Forums auf betze-forum.de gesichert, das Forum ist seit Freitag online. Shortnews feat. @News_FCK1900 Besonders stolz sind wir auf eine Neuerung: Teile der Redaktion versorgen die Community auf X (ehemals Twitter) bereits unter dem Account „@News_FCK1900“ mit Informationen rund um die Roten Teufel. Wir haben diesen Account auf die Startseite integriert, sodass ihr auch hier immer auf dem neuesten Stand seid. Vielen Dank an dieser Stelle an das Team der Seite – das schafft einen echten Mehrwert für Treffpunkt Betze! Eure Mithilfe ist gefragt! Eine neue Website hat immer gewisse „Kinderkrankheiten“. Hier sind wir auch auf euch angewiesen: Wenn ihr Feedback geben oder Bugs melden möchtet, nutzt bitte unser Kontaktformular. Beschreibt dabei bitte, wo sich der Bug befindet und wie er reproduziert werden kann. Vielen Dank für eure Mithilfe! Viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Austauschen auf Treffpunkt Betze!

Zwischen Frust und „richtig Betze“ – Semih Sahin

Foto: Andreas Leiner

Nach einem furiosen Auswärtssieg im Derby gegen den Karlsruher SC öffentlich gegen den eigenen Trainer beziehungsweise dessen taktische Vorgaben auszuteilen, dürfte selbst im emotionalen Fußballgeschäft eher ungewöhnlich sein. Wenn es solche Aussagen auf dem Betzenberg in der Vergangenheit gab, deutete das häufig darauf hin, dass entweder Spieler und Trainer nicht mehr lange gemeinsam in Kaiserslautern arbeiten würden. Umso bemerkenswerter ist deshalb die Entwicklung rund um Semih Sahin in den vergangenen Monaten. Ausgerechnet jener Spieler, der sich nach dem Derby in Karlsruhe noch sichtbar unzufrieden mit seiner Rolle gezeigt hatte, erklärte nur ein gutes halbes Jahr später nach einem weiteren Derby inklusive Assist stolz, er sei inzwischen „endgültig angekommen“ und „jetzt richtig Betze“. Der gebürtige Mannheimer musste sich seinen Platz auf dem Betzenberg zunächst erarbeiten. Über die Jugendstationen beim VfR Mannheim und Waldhof Mannheim führte ihn sein Weg über Astoria Walldorf und die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim schließlich zur SV Elversberg. Dort entwickelte er sich zum Stammspieler und stieg mit den Saarländern von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga auf inklusive Meistertitel in der dritten Liga sowie Regio Südwest. In der letzten Saison konnte er mit der SVE sogar die Relegation zur Bundesliga erreichen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, als der FCK im vergangenen Sommer rund 1,5 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler investierte. Offensiv relevant weit über Scorer hinaus Aufgrund der starken Rückrunde Sahins versteht man, warum Torsten Lieberknecht auch nach durchwachsenen Spielen in der Hinrunde auf den Deutsch-Türken setzte. Sahin erzielte wichtige Scorer in der Rückrunde, wie die „Bogenlampe“ beim 1:0-Sieg auf dem Betze gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth, bei dem er für seine Statur untypisch per Kopf traf. Auch der 3:0-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf, bei dem er ein Tor und einen Assist beisteuern konnte und selbst noch eine weitere 100-prozentige Chance vergab, gehört wohl zu seinen besten Spielen in der Pfalz. Sahin bringt dem Lautrer Spiel aber noch viel mehr als reine Scorer-Zahlen, die für einen zentralen Mittelfeldspieler schon das oberste Regal sind. Der Mannheimer erobert im Schnitt 0,54 Bälle pro Spiel im gegnerischen Drittel, was perfekt zu Lieberknechts Pressing intensiven Spiel passt. So lassen sich neue Angriffe direkt tief in der gegnerischen Hälfte starten. Passend dazu ist Sahin der laufstärkste Pfälzer in dieser Saison. Er spulte 318,2 km ab – ein Topwert, der nicht nur sein hohes Fitnesslevel, sondern auch seine große Motivation unterstreicht. Für das Offensivspiel der Roten Teufel ist der 26-Jährige auch aus der dritten Reihe heraus essenziell. Er kreiert pro Spiel 0,35 Großchancen. Das befördert ihn in die Top 10 % aller Mittelfeldspieler der zweiten Liga und unterstreicht, wie wichtig er für das Kreativspiel des FCK ist. Noch kein kompletter „Achter“ Trotz seiner sichtbaren Leistungssteigerung offenbaren Sahins Statistiken weiterhin einige Bereiche, in denen der Mittelfeldspieler noch Luft nach oben hat. Vor allem im kontrollierten Ballbesitzspiel wird deutlich, warum der 26-Jährige aktuell noch kein kompletter Spielgestalter im Zentrum ist. Mit lediglich 53 Ballkontakten pro 90 Minuten gehört Sahin im Liga- und Positionsvergleich zu den schlechtesten 30 %. Zudem bleibt der Deutsch-Türke unter Druck anfällig für Ballverluste. Gerade im Kurzpassspiel zeigen sich noch Schwächen. Lediglich 79 Prozent seiner kurzen Pässe erreichen den Mitspieler. Diese Fehlerquote hängt allerdings auch mit der riskanten und vertikalen Spielweise unter Thorsten Lieberknecht zusammen. Sahin sucht häufig den schnellen Pass nach vorne und nimmt dabei bewusst ein höheres Risiko in Kauf, um Umschaltsituationen einzuleiten. Auch defensiv hat der Mittelfeldspieler noch Potential. Trotz seiner enormen Laufbereitschaft ist er statistisch weit davon entfernt, ein klassischer Box-to-Box-Spieler zu sein. Gerade in der Rückwärtsbewegung entstehen so zwangsläufig große Lücken, da Mittelfeldkollege Fabian Kunze viel Raum allein verteidigen muss. Angekommen – aber noch nicht am Limit Auch wenn Sahin noch nicht am Ende seiner sportlichen Entwicklung ist, lässt sich seine Feststellung, inzwischen „angekommen“ zu sein, durchaus unterschreiben. Nach einer persönlich durchwachsenen Hinrunde auf dem Betzenberg zeigte der Mittelfeldspieler in den vergangenen Monaten einen klaren Leistungsanstieg. Sichtbar verbesserten sich nicht nur seine Scorerwerte, auch sein generelles Auftreten wirkt inzwischen deutlich reifer und gefestigter. Vor allem scheint er gemeinsam mit Thorsten Lieberknecht seine Rolle im Spiel des FCK gefunden zu haben. Dass es den Neu-Lauterer laut eigener Aussage mit Stolz erfüllt, die auf dem Betze sagenumwobene Nummer Acht zu tragen, spricht dafür, dass Lieberknecht und Co. ihm nicht nur sportlich, sondern auch historisch aufzeigen konnten, welche Bedeutung er für die Pfälzer hat. Ob sich der ehemalige Elversberger ärgert, nicht noch ein weiteres Jahr im Saarland geblieben zu sein, lässt sich nur vermuten. Dennoch kann Sahin den FCK in der kommenden Saison noch näher an den Aufstieg bringen. Quelle: Treffpunkt Betze