“Die dümmste Mannschaft der Liga” – Saisonrückblick 2012/13

Danke für gar nichts, Jannik Vestergaard! Nach dem Abstieg war die Mission klar: Wiederaufstieg! Doch diese endete auf dramatische Weise tränenreich. Ein Rückblick auf die Saison 2012/13. Die Ausgangslage Abstiege sind häufig mit großen Umbrüchen verbunden. Beim FCK lief es im Sommer 2012 nicht viel anders. Zehn Neuzugänge im Sommer (im Winter kamen noch einmal sechs weitere dazu), darunter namhafte Spieler wie Mo Idrissou, Albert Bunjaku oder Alexander Baumjohann, sollten die Mission Wiederaufstieg anführen. Auf der Abgangsseite verlor der FCK einige echte Stützen der vergangenen Jahre. Neben Christian Tiffert und Olcay Sahan verließ auch Kevin Trapp für 1,5 Millionen Euro den FCK, um zur benachbarten Eintracht aus Frankfurt zu wechseln. Zudem nahm auf der Trainerbank ein altbekanntes Gesicht Platz. Auf Krasimir Balakov folgte Franco Foda. Als Spieler hatte er schon das Trikot des FCK getragen und nun also auch den Trainingsanzug. Zusammen mit den beiden Mitabsteigern Hertha BSC und dem 1. FC Köln ging der FCK als klarer Aufstiegsaspirant in die Saison. Der Kader Im Tor rückte nach dem Abgang des Top-Talents Kevin Trapp Tobi Sippel wieder zwischen die Pfosten. In der Innenverteidigung spielte zumeist der erfahrene Marc Torrejon zusammen mit dem jungen Dominique Heintz. Zudem kam auch Willi Orban auf einige Einsätze. Auf der rechten Seite war Florian Dick gesetzt, links wechselten sich Bugera, Jessen und der Winterneuzugang Chris Löwe ab. Im defensiven Mittelfeld war nur Ariel Borysiuk gesetzt. Daneben spielten wahlweise Orban, Alushi oder Zellner. Der FCK agierte entweder in einem 4-2-3-1 oder in einem 4-4-2, auf der Zehn durfte Alexander Baumjohann schalten und walten. Die Außen wurden von Albert Bunjaku und Hendrick Zuck besetzt. Letzterer verließ den FCK nach einer starken Hinrunde im Winter in Richtung Freiburg. Im Sturm war Mo Idrissou die klare Nummer 9: Mit 18 Toren in 36 Spielen war er der Erfolgsgarant und fiel ausnahmsweise nicht nur neben dem Platz auf. Der Saisonverlauf Zum Saisonauftakt empfing der FCK Union Berlin an einem Montagabend. Immerhin bekamen die Zuschauer als Entschädigung für die unchristliche Anstoßzeit ein echtes Spektakel zu sehen. Erst ging Berlin mit 2:0 in Führung, dann glich der FCK durch einen Doppelpack von Mo Idrissou aus. In der 86. Minute schoss Hendrick Zuck das 3:2 und brachte den Betzenberg zum Beben. Der FCK wäre aber nicht der FCK, wenn es dabei geblieben wäre. Also kam es, wie es kommen musste, und der FCK fing sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Nach diesem Saisonauftakt bewies der FCK allerdings, dass er eine Mannschaft ist, die man einfach nicht schlagen kann. Erst am 17. Spieltag verlor der FCK sein erstes Saisonspiel gegen den FC St. Pauli. Das große Problem waren die vielen Unentschieden. Auf acht Siege kamen acht Unentschieden. Das genügte jedoch, um auf Platz 3 zu überwintern. Den Restart verschlief der FCK dann allerdings komplett. Die ersten beiden Spiele gegen Union Berlin und Aalen wurden verloren. Damit rückten die direkten Aufstiegsplätze schon in weite Ferne. Mit zehn Punkten Rückstand auf Platz zwei und zwölf auf Platz eins musste der FCK schon eine echte Serie hinlegen, um da noch rankommen. Es kam aber keine. Zwar gewann der FCK die nächsten zwei Spiele, dann musste er aber fünf Spiele auf den nächsten Sieg warten. Während die vorderen Plätze weiterhin außer Reichweite waren, erhöhte sich der Druck von hinten stetig. Der 1. FC Köln hatte nach einer mäßigen Hinrunde zu seiner Qualität gefunden und verkürzte den Abstand zum 1. FCK immer weiter. Am 29. Spieltag zog der FC schließlich gleich. Am kommenden Spieltag legte der FCK mit einem 3:0 in Braunschweig vor, und dieses Mal zeigte der FC Schwächen. Nach einem 1:1 in Duisburg hatte der FCK wieder alles in der eigenen Hand. Am 31. Spieltag legte wiederum der FC Köln vor, kam aber erneut nicht über ein 1:1 hinaus. Mit einem Sieg würde der FCK den Abstand auf vier Punkte plus deutlich besseres Torverhältnis ausbauen. Man musste lediglich bei Energie Cottbus gewinnen. „Wir sind die dümmste Mannschaft der Liga“, echauffierte sich Mo Idrissou nach der 4:2-Niederlage gegen Cottbus. Ein Satz, der in den kommenden Jahren noch so oft wahr werden sollte. Der FCK verspielte diese Chance zwar, konnte aber die nächsten nutzen. Der FC verlor die nächsten beiden Spiele und der FCK beendete die Ligaphase auf Platz 3. Die Relegation gegen Hoffenheim ist so umfangreich, dass sie einen eigenen Artikel verdient. Hier an dieser Stelle nur so viel: Der FCK hatte am Ende keine echte Chance und verlor beide Spiele. Damit ist die Mission Wiederaufstieg offiziell gescheitert. Die Treffpunkt-Betze-Awards der Saison Spieler der Saison: Mo Idrissou Tor der Saison: Baumjohann gegen Aue Trikot: Heim: 7/10 Auswärts: 6/10 Interview der Saison: Mo Idrissou Wahrscheinlichkeit nach dem dritten Bier über die Mannschaft zu schwärmen: 30%
FCK bezwingt BTSV: „Konnten den gewinnbringenden Moment für uns entscheiden”

Nach der 0:3-Niederlage in Magdeburg fand der 1. FC Kaiserslautern mit dem verdienten 1:0-Heimsieg gegen Braunschweig schnell wieder zurück in die Spur. Spieler und Trainer mit den Stimmen zum Spiel. Der FCK war von Beginn an die tonangebende Mannschaft und konnte sich ein Chancenplus herausspielen. Die Abwehr der Gäste und Torhüter Ron Thorben Hoffmann wurden jedoch kaum vor Herausforderungen gestellt. Von der Braunschweiger Offensive und dem ehemaligen Lautrer Aaron Opoku war kaum etwas zu sehen. Die Roten Teufel starteten ähnlich überlegen in die zweite Halbzeit – doch erneut ohne Torerfolg. In der siebzigsten Spielminute erlöste der ehemalige Braunschweiger Erencan Yardımcı die Fans mit seinem Treffer zum 1:0. Julian Krahl, Erencan Yarmdici, Semih Sahin und Torsten Lieberknecht mit den Stimmen zum Spiel. Julian Krahl: „Das Spiel war sehr eklig” „Das Spiel war sehr eklig, weil Braunschweig tief stand und gerade zu Spielbeginn ein, zwei Umschaltsituationen hatte, die sie nicht gut ausspielen. Am Ende hätten wir vielleicht den Deckel drauf machen müssen, aber im Gegensatz zur letzten Saison stehen wir in der Defensive stabil. Uns zeichnet unsere Abwehr momentan aus und so holen wir aktuell, wenn man das Spiel in Magdeburg ausklammert, unsere Punkte. Wir wollen das auch so aufrechterhalten und noch in der Offensive stärker werden, dass wir schnell das zweite und dritte Tor machen und das Spiel killen. ” Erencan Yardimci: „Die drei Punkte sind wichtiger als mein Tor” „Ich versuche in jedem Spiel für diesen Verein immer mein Bestes zu geben. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute getroffen und wir gewonnen haben. Die drei Punkte sind aber wichtiger als mein Tor. Wir müssen so weiter machen wie bisher und schauen, wie es nach der Länderspielpause weitergeht. Mir ist es nicht wichtig, ob ich von Beginn an spiele oder auf der Bank sitze. Ich respektiere die Entscheidung des Trainers und werde immer mein Bestes geben.” Semih Sahin: „ Ein paar Dinger mehr machen“ „Ich finde schon, dass der Saisonstart sehr, sehr positiv war, weil wir nun ein Spiel verloren haben. Wir stehen hinten gut, vorne tun wir uns ein bisschen schwer, Torchancen zu erspielen, Tore zu machen. Aber eins ist immer drin, so wie heute und dann gewinnen wir auch mal 1:0. Es ist aber auch schwierig jedes Spiel 1:0 zu gewinnen. Ich glaube, ein Gegentor kriegt man eigentlich fast immer, wenn man so 34 Spieltage sieht. Deswegen sollten wir schauen, dass wir vorne ein paar Dinger mehr machen und hinten dann zu null spielen.” Torsten Lieberknecht: „Einem Derby würdig” „Es war heute ein klassischer Arbeitssieg. Es war wichtig, die Stabilität sehr lange aufrecht zu erhalten, weil wir wussten, dass Braunschweig gefährlich im Konterspiel ist. Wir waren heute im Ballbesitz und beim Finden und Bespielen von Räumen nicht schnell und präzise genug. In einem Spiel wie heute musst du mental immer auf der Höhe sein, dass es ständig Kontersituationen in beide Richtungen gab. Beide Mannschaften haben unglaublich viele Sprints hingelegt. Wir sind heute nicht die glücklichere Mannschaft, sondern die, die den gewinnbringenden Moment für sich entscheiden konnte. Wir sind mit den elf Punkten in der Liga und dem Sieg im DFB-Pokal zufrieden und gehen mit einem guten Gefühl in die Pause.” Quelle: Treffpunkt Betze
„Herz der Pfalz“ – Sondertrikot vorgestellt

Im Rahmen des 6. Spieltags stellt der 1. FC Kaiserslautern ein Sondertrikot mit Bezug zur Weinbautradition der Pfalz vor. Wer an die Pfalz und Tradition denkt, der denkt an den FCK. Und an Weinschorle. Anlässlich dieser besonderen Verbindung entstand das Sondertrikot „Herz der Pfalz“. Viertes Sondertrikot in Fünf Jahren Für die Roten Teufel ist es das vierte Sondertrikot der letzten fünf Jahren, nach Fritz Walters Geburtstag, den 25 Jahren Aufsteigermeister und dem 125. Vereinsjubiläum und dem Sondertrikot fürs DFB Pokal Finale. “Vereint Leidenschaft für den Betze mit der tiefen Verbundenheit zur Region” Die Pressemeldung der Roten Teufel: Der 1. FC Kaiserslautern bestreitet das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig im Sondertrikot und feiert damit das Lebensgefühl der Pfalz und die besondere Atmosphäre der Weinfeste, die den Spätsommer in der Region prägen. Ob das größte Weinfest der Welt oder das Deutsche Weinlesefest – sie sind ebenso tief in der Pfalz verwurzelt wie der 1. FC Kaiserslautern und seit Generationen Teil der pfälzischen Identität. Das Trikot überzeugt mit einer hellbeigen Grundfarbe, ergänzt durch dunklere Elemente, die ein stilisiertes Weinreben-Muster entstehen lassen. So verbindet das Design die traditionsreiche Weinkultur der Pfalz mit der Geschichte und den Werten des FCK – dem Herz der Pfalz. Bordeauxrote Akzente an Ärmeln, Kragen und Logos setzen markante Highlights und machen das Trikot zu einem echten Blickfang. Zahlreiche liebevoll ausgearbeitete Details verleihen dem Sondertrikot seinen besonderen Charakter. Dazu gehören unter anderem der Schriftzug „Herz der Pfalz“ auf der Rückseite sowie weiterer Schriftzüge im Kragen. So vereint das Trikot die Leidenschaft für den Betze mit der tiefen Verbundenheit zur Region. Es steht für Tradition, Kultur und das einzigartige Lebensgefühl der Pfalz – Werte, die seit Generationen weitergegeben werden und die Menschen in der Region verbinden.
Wechsel fruchten nicht – Dämpfer in Magdeburg

Mit drei neuen Spielern in der Startelf verschliefen die Roten Teufel die Startphase beider Halbzeiten und verloren zurecht in Magdeburg. Die Pleite ist der erste Rückschlag dieser jungen Saison. Auswärts in Magdeburg ist für die Lautrer wie der jährliche Zahnarztbesuch: unangenehm, unvermeidbar – und man hofft nur, irgendwie glimpflich davonzukommen. Dieses Mal verpassten Dr. Iyoha und seine Kollegen den Roten Teufeln eine dreifache Wurzelbehandlung ohne Betäubung. Besonders ärgerlich ist die Leichtsinnigkeit, mit der sich die Pfälzer den Zahn ziehen ließen. Dreifach Wechsel – Anfang verschlafen „Never change a winning team?” – Denkste! Torsten Lieberknecht veränderte die zuletzt erfolgreiche Startelf der Roten Teufel an drei Positionen: Alex Murphy, Simon Asta und Erencan Yardımcı rotierten für Mika Haas, Paul Joly und Mario Sauer in die Mannschaft. Ob diese Wechsel wirkten, ließ sich nur schwer herausfinden, da der Ball bereits kurz nach Anpfiff im Lautrer Netz lag. Magdeburg agierte griffiger und setzte die sonst so starke FCK-Defensive durch eine direkte Spielweise unter Druck, wobei sich letztere selbst aushebelte. Der frühe Treffer spielte den spielstarken Gastgebern in die Karten, die sich als eiskalt zeigten und direkt den zweiten Treffer nachlegten. Für den FCK, dessen Stärke nicht im Spiel gegen den tiefen Block liegt, war dies eine äußerst undankbare Situation. Auch den zweiten Spielabschnitt begannen die Pfälzer im Halbschlaf und schenkten das Spiel ab. Eine weitere Kombination kleinerer Nachlässigkeiten führte zum nächsten Gegentreffer und sorgte schließlich für den K. o. Deutlicher als nötig – Dämpfer zur richtigen Zeit? Nach dem starken Start wirkte die Partie im Osten wie eine Zeitreise zu den Auswärtsspielen der letzten Rückrunde. Zahnlos, schwerfällig und ohne den entscheidenden Willen. Ob diese Leistung auf die halbstündige Verspätung der Lautrer, die Wechsel in der Startelf, die starken Magdeburger oder – am wahrscheinlichsten – auf ein Wechselspiel aller Faktoren zurückzuführen ist, bleibt offen. Unterm Strich hat der FCK die Partie verdient, aber ein bisschen zu hoch, verloren. Den Roten Teufeln fehlte, wenn sie dann einmal gefährlich wurden, auch das nötige Glück, das auf Seiten des FCM vorhanden war. Besonders die Leichtigkeit, mit der die Gastgeber trafen, muss jedoch deutlich kritisiert werden. Für die Pfälzer kommt die Niederlage zur Unzeit. Oder etwa nicht? Die Ungeschlagen-Serie der Lautrer ist auf jeden Fall gerissen. Dennoch könnte dieser Dämpfer die überhöhten Erwartungen vieler Außenstehender zügeln. Ein komplettes Fazit zum Saisonstart der Lautrer lässt sich ohnehin erst nach der Partie gegen Eintracht Braunschweig ziehen, bevor es in die XXL-Länderspielpause geht. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze
Auswärts in Magdeburg: „Du wirst mental immer gefordert“

Die Stimmung beim FCK ist gut. Vor dem Auswärtsspiel in Magdeburg herrscht gute Laune auf der Pressekonferenz. Trainer Torsten Lieberknecht spricht über das kommende Spiel und die vergangene Transferphase. Zudem darf er einen Rückkehrer in seinen Reihen begrüßen. Magdeburg bleibt sich treu Das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem FCK und dem FC Magdeburg liegt noch gar nicht so lange zurück. Im Saisonfinale der vergangenen Saison konnte der FCK mit einem 1:0-Sieg die drei Punkte aus Magdeburg entführen. Einen großen Umbruch hat es seitdem nicht gegeben, wie Torsten Lieberknecht berichtet: „Beide Mannschaften sind ein Stück weit bei der in der vergangenen Saison aufgebauten Spielphilosophie geblieben und haben in der ein oder anderen Situation Nuancen angepasst, um sich sukzessive zu verbessern.“ Ein Selbstläufer wird das dennoch nicht: „Du wirst mental immer gefordert sein. Du wirst mit Sicherheit auch prozentual weniger Ballbesitz haben.“ Prtajins Comeback rückt näher Neben den Ausfällen von Owen Gibs und Natan Skyttä ist auch Ivan Prtajin weiterhin keine Option für den Kader. Er befindet sich allerdings auf dem besten Weg dorthin. Nachdem der Torjäger bereits teilweise ins Mannschaftstraining integriert worden ist, ist er nun seit Anfang der Woche wieder fester Bestandteil der Trainingsgruppe. „Die Sehne ist ausgeheilt.“ Eine Rückkehr vor der Länderspielpause kommt für Prtajin aber noch zu früh. Am Samstag begleiten mindestens 2 635 FCK-Fans die Roten Teufel nach Magdeburg. Anstoß ist um 13 Uhr.
Vom Abtrünnigen zum Leistungsträger – Jan Elvedis Weg zurück

Eine Erfolgsgeschichte des Lautrer Saisonstarts ist die Renaissance des Innenverteidigers. Wie dem 29-Jährigen der Turnaround gelang, zeigt die Analyse. Es war ein längst verdientes Lob, das Torsten Lieberknecht auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen den SV Darmstadt äußerte. „Über Jan Elvedi redet man viel zu wenig.“ Dabei gab sich der Cheftrainer selbstkritisch: „Da muss ich mich selbst auch ein Stück weit hinterfragen, was ich in der vergangenen Saison nicht in ihm gesehen habe.“ In der vergangenen Spielzeit wurde der Schweizer quasi aussortiert und wählte den Notausgang per Leihe nach Fürth. “Jack of all trades, master of none“ Nach seinem ablösefreien Wechsel im Jahr 2023 in die Pfalz schien der Transfer des Schweizers perfekt. Elvedi verpasste nur ein Pflichtspiel für den FCK und spielte ansonsten jede Partie über 90 Minuten, inklusive des Pokalfinals gegen Leverkusen. Auch im darauffolgenden Jahr blieb der 29-jährige Dauerbrenner, bis im Sommer 2025 Maxwell Gyamfi verpflichtet wurde. Der Neuzugang übernahm die Rolle des zentralen Innenverteidigers, Luca Sirch blieb rechts daneben gesetzt und Elvedi saß auf der Bank. Vor allem die mangelnde Spezialisierung dürfte dem Schweizer zum Verhängnis geworden sein. Maxwell Gyamfi ist mit seiner Stärke gegen den Ball wie geschaffen für die zentrale Rolle in einer Dreierkette und Luca Sirch hatte dank seiner Markenzeichen-Quarterback-Pässe ebenfalls die Nase vorn. Der Mix aus fehlender Spielpraxis und dem damit verbundenen höheren Druck wurde zum Teufelskreis: Besonders Leistungen wie in Braunschweig und bei der 1:6-Niederlage in Berlin trugen zur Unsicherheit und dem daraus resultierenden Platz auf der Bank bei. Ausweg Fürth für das Schweizer Taschenmesser Elvedi traf das Dilemma des Flexiblen: Seine Fähigkeit, beide Starter gut ersetzen zu können, brachte ihm einen Platz auf der Bank ein. Für einen Spieler, der zuvor seine gesamte Profikarriere als Stammspieler verbracht hatte, war dies ein hartes Los. Thomas Hengen bestätigte später, dass Elvedi um einen Wechsel bat und sich an das Tabellenschlusslicht aus Fürth ausleihen ließ. Dort nahm er die gewohnte Rolle des Dauerbrenners ein und trug zum Klassenerhalt des Kleeblatts bei. Bei den Mittelfranken überzeugte der fünf Minuten ältere Bruder von Nico Elvedi durch Zweikampfstärke, Zuverlässigkeit und Erfahrung. Diese Qualitäten waren in Lautern zwar bekannt, ob der Schweizer jedoch eine langfristige Zukunft in der Pfalz hatte, blieb zweifelhaft. In der Vorbereitung betonte der Verteidiger zwar, um einen Stammplatz kämpfen zu wollen, schloss einen Wechsel jedoch nicht aus. Das gewonnene Selbstvertrauen zeigte Wirkung: In der Saison 2026/27 ist Jan Elvedi wieder Stammspieler beim FCK. Ein waschechter „Betze“-Spieler Es wäre falsch, von einer Neuentdeckung, taktischer Genialität oder einem großen Entwicklungsschritt zu sprechen, um die gelungene Rückkehr von Jan Elvedi zu erklären. Auch statistisch ist das zu erkennen. SO weißt die lautrer 33 bereits ähnliche Zweikampfwerte wie in der vergangenen Spielzeit auf (5,69 in 25/26, 5,5 in 26/27 bei 67% bzw. 62%), wobei einzig die häufigen Dribblings in der aktuellen Saison leicht auffällig sind. Unterm Strich steht keine Weiterentwicklung im herkömmlichen Sinne, trotzdem machen sich das Selbstvertrauen und die Spielpraxis, die der Schweizer erhält, bemerkbar. Die Entwicklung Jan Elvedis steht stellvertretend für den Weg, den der FCK in der noch jungen Saison eingeschlagen hat. Keine großen Gesten, keine schillernden Transfers: Die Grundlage des Starterfolges sind harte Arbeit auf dem Trainingsplatz sowie Selbstvertrauen in die bekannten Abläufe, was auch beim Züricher eine Formhoch auslöste. Dass diese Veranlagungen nicht nach Betze-Tugenden schreien, muss keinem Fan erklärt werden. Quelle: Treffpunkt Betze
Kann Magdeburg das Momentum brechen?

In den letzten Jahren war die Auswärtsfahrt nach Magdeburg für den FCK meistens eine schmerzhafte Erfahrung. Leblose Auftritte, wehrloses Ergeben und teilweise auch noch Luca Schuler. Einzig letztes Jahr gewann man am letzten Spieltag mit 1:0 – ein Spiel, an das sich niemand so richtig erinnern kann, weil es vom Abstieg von Fortuna Düsseldorf überstrahlt wurde. Vorne hui, hinten pfui Nahezu alle Außenstehenden dürften mit einem Abgang von Torjäger Zukowski im Sommer gerechnet haben. Der Knipser schoss in der Rückrunde in 21 Spielen absurde 17 Tore. Zahlen, die normalerweise in Liga zwei zum automatischen Verkauf mit Transferplus führen. Doch Zukowski blieb – und mit ihm sein kongenialer Partner Baris Atik. Die Offensive des FCM bleibt also weiter stark besetzt. In der Defensive gab es im Sommer allerdings eine komplette Kernsanierung. Die Innenverteidiger Mathisen und Hugonet sind zu St. Pauli beziehungsweise Hannover gewechselt. Dieser Umbruch macht sich vor allem zum Saisonbeginn bemerkbar. Katastrophaler Start Gegen Braunschweig kann man schon mal verlieren. Wer weiß das besser als der FCK? Doch als der FCM zu Saisonbeginn mit einer 1:6-Niederlage wieder abreisen musste, wurden bereits die dunkelsten Wolken über der Landeshauptstadt beschworen. So schlimm war es allerdings nicht. Mit Siegen gegen Osnabrück und Kiel wurde der missglückte Saisonstart schnell wieder ausgebügelt und die Defensive hielt zweimal die Null. Am letzten Spieltag gab es dann die 1:2-Niederlage beim Ligaprimus aus Berlin. In einem umkämpften Spiel mit jeweils einer Gelb-Roten Karte auf beiden Seiten wäre ein Punkt durchaus verdient gewesen. Dennoch dürfte die Stimmung beim FCM nicht allzu schlecht sein. Mit 6 Punkten aus 4 Spielen steht man zumindest solide da und kann mit einem Sieg gegen den FCK an die Tabellenspitze springen. Never change a winning team? Dieses Motto scheint Torsten Lieberknecht nicht geläufig zu sein. Gegen Darmstadt gab es gleich mehrere Änderungen zur Siegermannschaft der Vorwoche gegen St. Pauli. Nichtsdestotrotz wird sich der FCK gegen die spielstarken Magdeburger einmal mehr auf hohe Ballgewinne und Umschaltsituationen konzentrieren. Tazemeta dürfte nach seiner starken Vorstellung kaum Argumente für die Bank gesammelt haben, und auch Sauer überzeugte bei seinem Debüt. Ob er wieder für Yardimci rausrotiert, dürfte auch von dessen Fitnesszustand abhängen. Voraussichtliche Aufstellung: Krahl – Elvedi, Gyamfi, Rasmussen – Haas, Sahin, Kunze, Joly – Ritter, Tazemeta, Sauer
Erwachsene Leistung gegen schwache Lilien

Unser Programmtipp für heute Abend im Ersten: „FloKo Darmstadt: Drei Stiche ins Lilienherz“. Wer beim Titel denkt, es war bestimmt der Gärtner, der irrt sich. Torsten Lieberknecht und sein Team fertigten den SV Darmstadt mit beeindruckender Souveränität ab, bleiben ungeschlagen und sind das Abwehrbollwerk der Liga. Duijvestijn zielt zu hoch Die ersten 30 Minuten waren sehr turbulent. Beide Teams versuchten, schnell nach vorne zu spielen, wurden dabei aber häufig vom guten Gegenpressing oder ihren eigenen Fehlern gestoppt. In der 28. Minute verwechselte Kunze an der Strafraumkante dann das Sprunggelenk von Noah Weishaupt mit dem Ball. Folgerichtige Entscheidung: Elfmeter. Lance Duijvestijn, der das Erbe von Lidberg und Hornby antreten sollte, trat an und knallte den Ball an die Latte. Ab diesem Zeitpunkt übernahm der FCK immer mehr die Kontrolle und ging kurz vor der Pause nach einer schönen Kombination über die linke Außenbahn durch den Startelfdebütanten Mario Sauer in Führung. SVD ohne Chance In der zweiten Halbzeit verstärkten sich die Machtverhältnisse weiter. Zitat aus dem Kicker-Ticker: „Nach mehr als einer Viertelstunde in Halbzeit zwei stellt sich die Frage, was Darmstadt hier eigentlich anbieten möchte.“ Der FCK machte weiter Druck und belohnte sich nach einem Einwurf des starken Tazemeta. Spätestens damit war vielen klar, dass es heute nicht mehr schiefgeht. Mit dem Schlusspfiff erzwang Berisha noch ein Eigentor von Yannik Lührs zum 3:0-Endstand, nachdem er zuvor eine Großchance ausgelassen hatte. Kollektiv auf das nächste Level gehoben Der FCK fand im Spiel gegen Darmstadt die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagskraft. Etwas, das in den ersten Spielen noch nicht ganz gestimmt hat. Das liegt einerseits an der taktischen Ausrichtung unter Lieberknecht, bei der klar zu sehen ist, dass man sich über den Sommer in allen Bereichen weiterentwickelt hat. Andererseits liegt es an der individuellen Entwicklung einiger Spieler und dem guten Händchen auf dem Transfermarkt. Mit Sauer und Tazemeta trafen direkt zwei Neuzugänge, wie schon letzte Woche gegen St. Pauli. Ja die Saison ist noch jung und der FCK-Fan ist von Natur aus schnell euphorisch, wenn es nach oben geht. Und dennoch spricht vieles dafür, dass der FCK sich auf einem guten Weg befindet. Die Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.
Spätes Siegtor bringt Erlösung – Ereignisreiches Südwestderby

In der ersten Runde des Pokals traf der FCK auf den Erzfeind SV Waldhof Mannheim. Seit 30 Jahren hatte man gegen diesen Gegner nicht mehr verloren – Fans und Mannschaft waren sich einig: Daran sollte sich auch diesmal nichts ändern. Die sportlichen Vorzeichen waren schwer zu bewerten: Der FCK startete zwar ohne Gegentor in die Saison der 2. Liga, konnte selbst aber noch nicht erfolgreich vor dem Tor werden. Der SV Waldhof hingegen durfte nach zwei stabilen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf und Hansa Rostock durchaus von einem guten Saisonstart sprechen. Nervöse Spieler – heiße Ränge Wie für ein Derby typisch, war beiden Teams von Anfang an eine gewisse Grundnervosität anzumerken. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen, was den offensiven Drang etwas bremste. Gegen Ende der regulären Spielzeit hatte der FCK dann eine gute Phase mit Tazemeta und Berisha und konnte direkt zwei hochwertige Chancen hintereinander erspielen. Die zweite Halbzeit plätscherte mit vereinzelten Möglichkeiten auf beiden Seiten vor sich hin und war wie bereits die erste durch zahlreiche Unterbrechungen geprägt. Rauchbildungen und Verzögerungen durch auf den Platz geworfene Gegenstände brachten das Spielgeschehen immer wieder ins Stocken, was den Mannschaften sichtlich anzusehen war.Kanates Treffer in der 120. Minute war dann natürlich der krönende Abschluss für jeden FCK-Fan: eine gute Einzelaktion, gepaart mit einem absoluten Sonntagsschuss, der den Kurpfälzern das Herz brach. Spielerische Sorgen bleiben Bei aller Freude muss jedoch auch festgehalten werden, dass sich dieselben Probleme, die schon in den ersten Ligaspielen zu beobachten waren, auch gestern durch die gesamte Partie zogen.Immer wieder war der FCK im Mittelfeld nicht kompakt genug, was vor allem bei höheren Ballverlusten schnell zu guten Umschaltsituationen für den SV Waldhof Mannheim führte.Auch offensiv fehlt dem FCK teilweise ein klares Konzept, um kompakte Defensiven aufzubrechen und zu Torchancen zu kommen. Die Elf von Thorsten Lieberknecht ist hier noch zu stark von Umschaltsituationen abhängig. Spielernoten: Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung. Quelle: Treffpunkt Betze
Pokalkracher in Mannheim: “Nicht weiterkommen, Derbysieg!”

Am Freitag steht der Pokalkracher schlechthin an. Nach viereinhalb Jahren trifft der FCK im Carl Benz Stadion in Mannheim endlich wieder auf den Erzrivalen vom Rheinufer. Zwei Stammkräfte könnten ausfallen. Das zweite Südwestderby in Folge ist nicht nur für die Beteiligten ein echtes Highlight: Ganz Fußballdeutschland dürfte in dieser ersten Pokalrunde auf diese Partie blicken. Personell muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf Ivan Prtajin, Owen Gibs und Naatan Skyttä verzichten. Zudem sind Julian Krahl und Simon Asta fraglich. Torflaute: „Irgendwer in Rot wird den Ball über die Linie drücken“ Die Torflaute der letzten Spiele bereitet Torsten Lieberknecht keine Sorgen. „Wir wissen, was wir können, und wir wissen, in welchen Phasen wir Zugriff wollen und wann wir uns zurückziehen. Das können wir bestimmen.“ Besonders die defensive Stabilität lobt der Bad Dürkheimer: „Diese Stabilität gegen Wolfsburg und den KSC wollen wir beibehalten und das Spiel nicht chaotisch werden lassen.“ Derbystimmung in Lautern: “Der Sieg zählt” „Seit dem Tag der Auslosung ist das Derby ein Thema. Das hat uns in der Vorbereitung betroffen, das spürt man in der Stadt“, fasst der Cheftrainer die Derbystimmung rund um den Verein zusammen. „Hier geht es nicht um den Pokal oder ums Weiterkommen, einzig der Derbysieg zählt.“ Gleichzeitig appelliert Lieberknecht an „Balance, um nicht am Druck zu zerbrechen”. Man muss das Fußballspiel betrachten.“ Torwartfrage in Mannheim: “Wettrennen mit der Zeit” Neben den sicheren Ausfällen droht vor allem der Ausfall von Julian Krahl, der zuletzt zum Matchwinner avancierte. „Julian hat unter der Woche im Training Probleme mit den Adduktoren gemeldet. Wir können nicht sicher sein, ob er bis Freitag fit ist. Es ist ein Wettrennen mit der Zeit.“ Bei der Auswahl eines möglichen Vertreters schwankt der 53-Jährige zwischen Yannick Onohiol und Enis Kamga. Hier spricht Lieberknecht von einer „Bauchentscheidung”. Auch Simon Asta könnte nicht rechtzeitig zum Pokalduell fit werden. 3416 Gästefans werden mit nach Mannheim reisen. Quelle: Treffpunkt Betze