Weniger Ball, mehr Punkte: Der FCK gewinnt auf seine Art

Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Weniger Ballbesitz, weniger Abschlüsse, trotzdem drei Punkte: Der FCK gewinnt 1:0 in Nürnberg. Dabei sah es auf dem Platz zunächst gar nicht danach aus. Nürnberg hatte deutlich mehr Ballbesitz, kam häufiger zum Abschluss und lag auch beim xG Wert vorne. Am Ende standen trotzdem die Roten Teufel als Sieger da. Weil die Defensive immer stabiler wirkt, Julian Krahl wieder stark gehalten hat und der FCK seine wenigen guten Offensiv Momente genutzt hat.

Der FCK muss das Spiel nicht bestimmen

67 Prozent Ballbesitz für Nürnberg, gerade einmal 33 Prozent für den FCK. Auch der xG-Wert von 2,36 zu 1,30 spricht erst einmal für die Gastgeber. Die Franken hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, während der FCK vor allem über einzelne gute Phasen und Konter gefährlich wurde. Eine dominante Auswärtsleistung war das also nicht.

Trotzdem wäre es zu einfach, den Sieg nur auf Glück zu schieben. Nürnberg hatte zwar viele Abschlüsse, die ganz großen Chancen waren aber nicht ständig dabei. Der hohe xG-Wert kam auch durch die Menge der Versuche zustande. Richtig gefährlich wurde es vor allem dann, wenn der FCK einmal nicht sauber verteidigte. Und wenn es doch brenzlig wurde, war Julian Krahl da.

Genau das ist die Entwicklung der vergangenen Wochen. Der FCK spielt inzwischen buchstäblich immer zu null und braucht offensiv nicht viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Die Mannschaft muss nicht jedes Spiel kontrollieren. Sie muss ihre Möglichkeiten nur konsequent nutzen. Das gelingt aktuell immer besser.

Krahl hält, die Mannschaft liefert

Dass es in Nürnberg für drei Punkte gereicht hat, lag auch an Julian Krahl. Der Torwart ist momentan in einer bestechenden Form und hat der Mannschaft erneut den Rücken freigehalten. Gerade bei den vielen Standardsituationen der Nürnberger war sein sicherer Rückhalt elementar.

Trotzdem sollte man die Leistung nicht nur an Krahl festmachen. Die Defensive wirkt insgesamt gefestigter als noch vor einigen Wochen. Nürnberg durfte zwar oft abschließen, kam aber nicht ständig zu klaren Eins-gegen-eins-Situationen oder freien Schüssen aus kurzer Distanz. Ganz weg war die Gefahr allerdings nicht. Ein xG-Wert von 2,36 zeigt auch, dass der FCK die Franken zu Chancen kommen ließ, was bei einem Offensivstarken Gegner nie komplett zu verhindern ist.

Lieberknecht setzt die richtigen Impulse

Auch Torsten Lieberknecht hatte seinen Anteil am Sieg. Der Doppelwechsel zur Halbzeit kam früh und war durchaus überraschend für die Philosophie des Trainers. Mit Erencan Yardımcı und Tazemeta brachte er aber zwei Spieler, die der Offensive neue Energie gegeben haben. Offensichtlich war der Trainer mit dem Auftritt bis dahin nicht zufrieden und wollte direkt etwas verändern und wechselt so den Siegtreffer ein. Thierry Tazemeta hätte sich beinahe auch noch in den Spielbericht geschossen, leider Aluminium Pech.

Auch Mario Sauer wird immer mehr zu einer interessanten Option dauerhaft in die Startelf zu rutschen. Er bringt Bewegung ins Spiel und kann gerade Semih Sahin guttun, der von einem agilen Mitspieler neben sich profitiert. Dadurch ergeben sich vorne neue Möglichkeiten, ohne dass gleich die komplette Spielweise verändert werden muss.

Der Sieg in Nürnberg bedeutet nicht, dass beim FCK schon alles funktioniert. Dafür hatte Nürnberg zu viel Ballbesitz und kam zu oft zum Abschluss. Aber die Mannschaft gewinnt inzwischen auch Spiele, in denen sie nicht die bessere Mannschaft mit dem Ball ist. Weniger Ballbesitz, weniger Abschlüsse, am Ende trotzdem drei Punkte. Der FCK findet gerade seinen eigenen Weg, solche Spiele zu gewinnen.

Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.

Julian Krahl 1+

Weltklasse Rückhalt auf der Linie, ruhig im Spiel. Matchwinner

Mika Haas 2+

Vor allem defensiv tadellos, offensiv mit soliden Akzenten

Alexander Murphy 1

Abwehr aus Granit

Maxwell Gyamfi 1

Abwehr aus Granit

Jan Elvedi 1

Abwehr aus Granit

Paul Joly 3+

Offensiv etwas unglücklicher als Haas, dennoch stabil

Semih Sahin 2-

Unaufgeregter Taktgeber im Mittelfeld, darüber hinaus unauffällig

Mario Sauer 2+

Top Torvorlage, darüber hinaus hoch motiviert und agil im Offensivspiel

Ibrahim Kanate 3-

Unauffälliger Auftritt, seine Auswechselung war wie die von Lukovic nachvollziehbar

Naatan Skyttä 3+

Unauffällige 1. Halbzeit, mit der belebten Offensiv in Halbzeit 2 viel in der Zweiten Reihe aktiv

Milos Lukovic 3-

Viel mit dem Gegner beschäftigt, wenig im Spiel

Erencan Yardimci 2+

Kurz Auftritt aber mit seinem Tor elementar zum Sieg beigetragen

Thierry Tazemeta 2+

Pfostentreffer und ständiger Unruhestifter nach seiner Einwechselung

Fabian Kunze 3+

Unauffällig nach seiner Einwechselung, sicherte den Sieg mit ab

Quelle: Treffpunkt Betze

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