Aufstieg am Horizont: Sechs steile Thesen zur Saison 26/27

Am 8. August beginnt die 2. Bundesliga und die Betze-Fans können es gar nicht erwarten. Doch wie jedes Jahr macht es sich unser Redakteur Mitti zur Aufgabe, durch kluge Vorausdeutungen, knallharte Berechnungen und einen Blick in die Zauberkugel, der kommenden Spielzeit jegliche Spannung zu nehmen.

Der schwere Start tut gut

Zum Start der Saison erwartet der VFL Wolfsburg die Pfälzer in der fast ausverkauften VW-Arena in der Autostadt. An einem sonnigen Sonntag-Mittag schaffen es fast 8.000 Fans aus der Pfalz nach Niedersachsen und stehen dort ganzen 7.000 VFL-Fans gegenüber. Ähnliche Verhältnisse gab es auch auf dem Platz, da sich der ambitionierteste aller Absteiger noch vor der ersten Minute selbst dezimiert. Zwei Rote Karten für Hauke Wahl und Bence Dardai kurz vor Anpfiff. So einen Fall gab es noch nie und das Sportgericht würde sich bis November damit beschäftigen. Aber was ist passiert? Der auf die Bank verbannte Marlon Ritter provozierte das gesamte VFL-Stadion und sorgte letztendlich dafür, dass das Spiel 9 gegen 11 angepfiffen wurde. Und es folgte der erste von vielen Siegen.

Dem Terrence sein Boyd

Gegen den Waldhof tut sich der FCK im DFB-Pokal zunächst schwer, denn Torsten Lieberknecht wechselt auf fünf Positionen durch. Neben Enis Kamga darf auch der einstige Kapitän Marlon Ritter ran. Wohl die einzige Chance für ihn, da er in der Bundesliga noch einige Zeit gesperrt sein wird. Zwei Vorlagen und zwei Freistoßtore waren nach Lieberknecht „auch bitter nötig“, nach dem lupenreinen Hatrick von Terrence Boyd in der ersten Halbzeit. Die Bild titelt nach dem Spiel: „Mehr Polizisten als Fans und mehr Schwerverletzte als Tore. Der FCK siegt in KRASSES SPIEL 4:3“. Mehr muss man nicht mehr sagen. Ende September geht es für den FCK in Runde 2 nach Braunschweig. Mehr muss man nicht mehr sagen.

Wir boykottieren Niedersachsen

7:0 am 19.9. gegen Braunschweig. Die Eintracht wurde auf dem Betzenberg förmlich überrollt. Zwei Tore Schramm, zwei Tore Skyttä und drei Tore Tazemeta verweisen die Niedersachsen auf ihre Plätze und manifestieren den vorzeitigen ersten Platz in Bundeliga 2. Das darauf allerdings ein 0:0 am folgenden Dienstag im DFB-Pokal folgt konnte wohl jeder ahnen. In der Verlängerung dann vier Gegentore nach Kontern. Hurra, hurra, der FCK ist wieder da. Die Eintracht freut sich. Der FCK kann sich jetzt ganz in Ruhe auf die Liga konzentrieren. Und damit auch auf ganze fünf Monate ohne Auswärtsfahrt nach Braunschweig.

Der FCK bildet wieder aus

Schwerpunkt Jugend heißt es beim Team um Lieberknecht und Wunderlich. Regelmäßig spielt und siegt der 1. FC Kaiserslautern mit mehr als 4 Spielern unter 20 in der 2. Bundesliga. Das sorgt nicht nur dafür, dass der FCK Ende November auf Platz 2 steht, sondern auch für massive Abstellungen in den Länderspielpausen. Mika Haas, Dion Hofmeister, Enis Kamga , Thierry Tazemeta, David Schramm und Ben Jungfleisch werden für U-Nationalmannschaften nominiert. Darüber hinaus spielen sich auch Alea Cetecioglu und Lea Gruber in den Fokus der Frauen U-Nationalmannschaften. Erstere beim ersten FCK, letztere kürzlich mitsamt Stipendium in die USA gewechselt. Betze international im wahrsten Sinne.

In der Regionalliga stehen derweil die Zeichen auf Abstieg. Die besten Spieler wurden in die erste Mannschaft gezogen und die Regionalliga Südwest ist ein hartes Pflaster. Es werden Neuzugänge für den Winter angekündigt.

Transferieren und Transpirieren

Im Winter geht es heiß her, denn noch ist unklar ob Marcel Klos und Thomas Hengen für den Aufstieg einkaufen. Der FCK steht zum Anfang der Rückrunde auf Platz 3, hat aber Hannover, Darmstadt und die wiedererstarkten Wölfe im Nacken. Nun heißt es Zugänge gut integrieren und Abgänge verkraften. Als erster ging Ivan Prtajin, der nach seiner auskurierten Verletzung vier Tore in zwei Dezemberspielen verbuchen konnte. Genug, um ihn nach Wolfsburg zu holen, wobei bei diesem Transfer wohl eher die Schwächung eines Konkurrenten im Vordergrund stehen sollte.

Ansonsten können alle Leistungsträger gehalten werden. Zumindest vorerst. Denn die Bundesliga klopft an unser NLZ und ihre Klopfer werden jede Woche lauter.

Rund geht es aber vor allem in der zweiten Mannschaft, die sich in der Regionalliga Südwest dringender Verstärkung erfreut. Von Waldhof Mannheim schließt sich ein Altbekannter an. Terrence Boyd ist nach dreijährigem Exil in der Kurpfalz zurück und soll nun seinen geliebten FCK II vor dem Abstieg retten. Natürlich war er bei der Tätowiererin seines Vertrauens, um „Makel zu beseitigen“. Auch mit am Start im Projekt Nichtabstieg ist Luca Sirch, dem der Ausflug in der Bundesliga nicht sonderlich gutgetan hat. Nach null Einsätzen in null Spielen will sich der gebürtige Augsburger über die Regionalliga für weitere ambitionierte Bundesligisten empfehlen. Vielleicht sogar für den FCK?

Aufsteigen? Doch nicht etwa in die Bundesliga?

In der Rückrunde legt der FCK eine Siegesserie sondergleichen hin. Am Ende gehen die Roten Teufel mit zehn Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage durch die Rückrunde. Einzig in Braunschweig geht die Mannschaft, die Torsten Lieberknecht jetzt schon seit über zwei Jahren trainiert, mit 11:0 unter. „Aber da kann man eben nichts machen“, sagt Thomas Hengen im interview mit Treffpunkt Betze: „Mal gewinnst du und mal spielst du in Braunschweig.“

Seinen Kaderwert hat der FCK in dieser Saison um 780% erhöht. Im Sommer werden mehrere Spieler in die Premier League wechseln und die Kaufpflicht für Erencan Yardimci ist nur noch Makulatur. Ein Tropfen auf den heißen Betze sozusagen. Und dank David Schramm wird sogar das Stadion zurückgekauft.

Am Ende steigen Kaiserslautern und Wolfsburg auf, sowie Schalke und – völlig überraschend – Mönchengladbach ab. Auf die Pfälzer wartet also eine prall gespickte Tüte Bundesliga mit Top-Clubs wie Augsburg, Mainz, Hoffenheim, Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Da freut man sich doch auf die Auswärtsspiele. Torsten Lieberknecht sagt dazu: „Immerhin nicht nach Braunschweig“.

Quelle: Treffpunkt Betze

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