Das 21. Südwestderby zwischen den Roten Teufeln und dem KSC erinnerte an einen sehr taktisch geprägten Boxkampf, in dem der FCK dank Julian Krahl nicht K.O. ging.
Zwei Spiele, keine Tore – das ist die bisherige Bilanz der Roten Teufel in dieser Saison. Der Kämpfer in der roten Ecke dominierte die ersten Runden, konnte aber keinen Achtungstreffer landen. Gegen Ende rächten sich die anfänglichen Bemühungen und der KSC übernahm die Kontrolle. Schließlich entging der FCK mit etwas Glück dem K.-o. Unter dem Strich steht ein Punkt. Für mehr – so ehrlich muss man sein – hat es nicht gereicht. Eine weitere Erkenntnis, die schon zuvor bestand, sich durch die Verletzung von Naatan Skyttä aber zunehmend aufdrängt, ist die folgende: Mindestens ein Offensivspieler muss noch eingekauft werden.
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Würdiger Rahmen – Heiße Atmosphäre
Spätestens als KSC-Coach Senft über die Lautrer Standards meckerte, war klar: Das erste Derby dieser Saison würde ein heißer Ritt werden. Die organisierte Fanszene der Roten Teufel präsentierte eine herausragende „Nur der FCK/ Scheiß KSC“-Wechselchoreografie, und auch der Gästeblock brannte. Die Partie war früh von Gelben Karten und Emotionen geprägt und auch die Muster aus dem Spiel gegen Wolfsburg zeigten sich beim FCK wieder: hohes Pressing, Lösungen mit Ball – und leider auch mangelnde Abschlussqualität. Wenn die Roten Teufel in gefährliche Situationen kamen, scheiterte es oft an falschen Entscheidungen und mangelnder Zielstrebigkeit. Das zeigt auch die Statistik: In den letzten sieben Spielen erzielte der FCK nur einen Treffer aus dem Spiel heraus: Simon Astas 2:0 gegen Arminia Bielefeld. Dem Team fehlt die Durchschlagskraft.
Karlsruh‘ obenauf – Krahl rettet
Julian Krahl avancierte im zweiten Abschnitt zum Matchwinner, zuerst musste der Hintermann gegen Pinto Pedrosas Knie den Kopf hinhalten, konnte dennoch weiterspielen. Mit Beginn der zweiten Stunde wirkte die Heimmannschaft erschöpft, konnte immer weniger Akzente setzen und ließ sich schließlich vom KSC hinten einschnüren. Am Schlussmann der Roten Teufel sollten die badischen Gäste schließlich verzweifeln: Zahlreiche Rettungsaktionen hielten einen Punkt auf dem Betze.
Unterm Strich gewinnt der FCK einen weiteren Punkt, bleibt erneut ohne Gegentor und kann sich weiterhin auf eine stabile Defensive verlassen. Der drohende Ausfall von Naatan Skyttä und die Zahnlosigkeit im Angriff sollten jedoch erste Alarmglocken schrillen lassen. Der FCK muss personell noch nachlegen.
Spielernoten:
Zur Saison 2026/27 bringen wir die Spielernoten zurück. Der jeweilige Redakteur benotet selbst – mit Begründung.
Julian Krahl: 1-2
Dank überragender Paraden der Matchwinner. Mit dem Ball am Fuß solide.
Mika Haas: 3 +
Defensiv solide, offensiv bemüht, leider ohne Zählbares.
Jacob Rasmussen: 2+
Die meisten Ballkontakte beider Teams, dazu die zweitmeisten Defensivaktionen: stiller Leader der FCK Defensive. Sein einziger Fehler blieb unbestraft.
Maxwell Gyamfi: 2
Hatte erst Broschinski, dann Meyer in der Tasche: Gewinner der Privatduelle. Die gelbe Karte war überflüssig.
Jan Elvedi: 2
Erstaunlicher Offensivdrang der in zwei Abschlusssituationen mündete. Defensiv solide, wenngleich weitestgehend unauffällig.
Simon Asta: 3-
Vor allem defensiv mit Missverständnissen, zeigte sich engagiert aber offensiv harmlos (0/4 Flanken, 0/1 erfolgreichen Dribblings).
Semih Sahin: 3
Meiste Dribblings, allerdings ohne Output.
Fabian Kunze: 2-3
Kombinierte Defensive Stabilität mit einer Maradonna-Einlage, sehr viele Ball-Recoveries
Marlon Ritter: 4+
Symptomatisch für den FCK: Zu Beginn mit guten Aktionen, jedoch ab der 60. Minute platt. Leitete Kanatés Großchance ein. Sehr überflüssige Gelbe Karte.
Naatan Skyttä: 2-3
Zentraler Umschaltspieler der Roten Teufel, vom Gegner nur durch Fouls zu stoppen. Im Abschluss wie gegen Wolfsburg zu verschnörkelt.
Mergim Berisha: 5
14 Ballkontakte, ein Abschluss – Viel zu wenig. Wurde dennoch zu selten von den Teamkollegen eingebunden, um sich zu beweisen.
Ibrahim Kanaté: 3-4
Kam mit Spritzigkeit und Tempo: Vergab die größte FCK Chance und zeigte vor allem im Passspiel Ungenauigkeiten.
Quelle: Treffpunkt Betze





