Bewährungsprobe an der Bremer Brücke

Foto: Andreas Leiner

Am Samstagmittag ist der FCK in Osnabrück gefordert. Dort gilt es, die 0:3-Schlappe gegen die Hertha wieder gutzumachen.

Wenn die Roten Teufel dem niedersächsischen Aufsteiger vor der nächsten Länderspielpause einen Besuch abstatten, gilt es nicht nur selbst defensiv wieder stabiler zu stehen, sondern auch auf der Gegenseite einen Abwehrriegel zu knacken.

Die Gastgeber: Schwach gestartet, stark gesteigert

Die Lila-Weißen stehen momentan als der bessere der beiden Aufsteiger aus der 3. Liga da. Zugegeben: Im Tabellenkeller wird es wieder sehr eng. Trotz des 10. Platzes steht Osnabrück nur drei Punkte über einem direkten Abstiegsplatz, doch das ist auch starken Anlaufschwierigkeiten geschuldet. In den ersten beiden Spielen kassierte der VfL sieben Gegentore.

Ein Wert, der beim Blick auf die Vorsaison (34 Gegentore in 38 Spielen der Dritten Liga) große Sorgen bereitete. Doch seitdem hat die Abwehr des VfL einen großen Schritt nach vorne gemacht. In den darauffolgenden acht Spielen sind es nur zehn Gegentreffer, weniger als etwa Magdeburg, Wolfsburg oder Heidenheim. Der Kicker lobte zuletzt die Defensivarbeit der Mannschaft von Timo Schultz in den höchsten Tönen. Beim 3:0-Erfolg gegen die SpVgg Fürth sprach das Magazin von einer “nahezu fehlerfreie[n] Leistung”.

Doch auch die Offensive sollte man nicht unterschätzen. Nach den holprigen ersten zwei Spieltagen erzielten die Niedersachsen 11 Tore. Besser als unter anderem Hannover 96, der FC St. Pauli und eben der FCK. In ihrem Gastspiel bei Wolfsburg haperte es vor Allem an der Chancenverwertung, gegen das Kleeblatt im vorhergehenden Heimspiel zeigte die Osnabrücker Offensive um Daniel Kofi-Kyereh und Robin Meißner, welche Qualität in ihnen steckt. Dort erzielten beide je ein Tor und eine Vorlage.

Was braucht es zum Sieg?

Vor allem eines: Geduld. Die Statistiken deuten an, dass die Gastgeber mit wenig Ballbesitz tief stehen. Entsprechend braucht es Lösungen mit Ball, um den Abwehrriegel zu brechen. Wolfsburg brauchte eine halbe Stunde, bevor Fabian Reese Torwart Jonas Krumrey nach einem individuellen Fehler aus der Distanz überwand, Muhammed Damar schlug nach Reeses Vorlage ein zweites Mal kurz nach der Pause zu. Fürth schaffte es gar nicht.

Sollte Semih Sahin fit sein, dürfte er seinen Stammplatz wieder einnehmen, um Lösungen mit Ball gegen den VfL zu finden. Auf der Sturmposition stellt sich im Vorfeld zum Spiel die Frage, ob die Lautrer künftig ohne offensive Ausfälle mit einem Doppelsturm agieren werden. Dort durften Erencan Yardimci und Ivan Prtajin sich knappe 30 Minuten ausprobieren, doch ihre Bemühungen blieben an dem gebrauchten Tag fruchtlos.

Spannend wird auch die Frage, wer in der Lautrer Abwehrreihe den gesperrten Maxwell Gyamfi ersetzt, der gegen seinen Ex-Verein diesmal nicht antreten darf. Angesichts der defensiven Lücken im Spiel gegen Hertha BSC und dem zu erwartenden Konterspiel ist dies ein herber Verlust für Torsten Lieberknecht, der sich etwas einfallen lassen muss. Er und sein Trainerteam werden darauf hoffen, dass Jacob Rasmussen und/oder der noch unerprobte Kelven Frees rechtzeitig wieder Spielfit werden.

Die Parallelen zum Heimspiel gegen Braunschweig

Die Spielkontrolle wird Osnabrück dem FCK wahrscheinlich überlassen wollen. Auch im eigenen Stadion hatte die Mannschaft von Timo Schultz kein Problem damit, Fürth fast 60% Ballbesitz zu gewähren und auf Konter zu spielen. Es bahnt sich ein ähnliches Spiel wie gegen Eintracht Braunschweig an, in dem die Roten Teufel nach eigenen Lösungen mit dem Ball suchen mussten. Dabei müssen die Männer in Rot diesmal allerdings eine deutlich stabilere Abwehr überwinden.

Nicht nur im erwarteten Spiel zeigen sich Parallelen zwischen dem anstehenden Duell und der Partie gegen die Eintracht. Auch am 6. Spieltag galt es, vor einer Länderspielpause und nach einem 0:3 eine Reaktion zu zeigen.

Sicher ist, dass auch das Gastspiel an der Bremer Brücke zur Bewährungsprobe wird. Wer oben mitspielen möchte, muss solche Spiele eigentlich gewinnen. Deshalb wäre ein Auswärtssieg an der Bremer Brücke ein starkes Signal. Gerade nach der Niederlage gegen die Hertha wäre es Balsam für die Pfälzer Fan-Seele, wenn Lieberknecht seine Mannschaft mit einem Auswärtssieg in die Länderspielpause schicken könnte.

Voraussichtliche Aufstellung

Krahl – Elvedi, Murphy, Robinson – Joly, Sahin, Sauer, Haas – Tazemeta, Skyttä – Lukovic

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