In einer Woche öffnet das Transferfenster. Doch wo muss der FCK überhaupt nachlegen? Treffpunkt Betze prüft den aktuellen Kader der Lautrer für die kommende Saison auf Herz und Nieren.
Noch sieben Tage, dann beginnt der halbjährliche Zirkus. Sobald das Transferfenster öffnet, stehen Gerüchte, Breaking News und Last-Minute-Deals an der Tagesordnung. Auch die Roten Teufel werden auf dem Transfermarkt aktiv sein und ihren Kader verstärken. Bisher gelangen den Pfälzern drei Transfers, doch unsere Analyse zeigt, wo noch Handlungsbedarf besteht. Sicher werden neun Spieler den FCK verlassen, bei der ein oder anderen Personalie ist ein Wechsel zumindest mehr als wahrscheinlich. In diesem ersten Teil beschäftigen wir uns mit der Defensive der Männer in Rot, die im Ligavergleich auf Platz acht landete und insgesamt 47 Gegentore kassierte. Für einen Platz im oberen Mittelfeld ist diese Leistung in Ordnung, dennoch ist allemal Luft nach oben. Nicht umsonst betrachten viele Fans diesen Mannschaftsteil als die größte Baustelle. Die Analyse geht dieser These auf den Grund.
Torwart: Entfesselt den Enis!
Personal: Julian Krahl, Enis Kamga, Yannick Onohiol, Fabian Heck
Die Torwartfrage ist auf dem Betzenberg so klar wie schon lange nicht mehr. Julian Krahl liefert seit drei Jahren grundsolide bis starke Leistungen ab und wird auch im kommenden Jahr als Nummer eins in die Saison gehen. Zwar hat der 26-Jährige auch bekannte Defizite, vor allem im Spiel mit dem Ball, dennoch ist „Kralle” aus dem FCK-Tor nicht wegzudenken. Hinter Krahl wird es spannend: Enis Kamga gilt als designierter Nachfolger und perspektivischer Herausforderer. Das große Torhütertalent wird die nominelle Nummer zwei sein. Ob der 18-Jährige bei Terminkonflikten mit der U21 jedoch mit der „Ersten“ unterwegs sein wird, ist fraglich. Schließlich ist Spielpraxis der Schlüssel zur Talentförderung und diese lässt sich nicht auf der Zweitligabank erwerben.
Denkbar wäre ein System, in dem Neuzugang Onohiol auf der Bank der Profis Platz nimmt, während Kamga in der Regionalliga das Lautrer Tor hütet. Ein weiterer Neuzugang ist unwahrscheinlich, es sei denn, Fabian Heck verlässt den Verein.
Linke Schiene: Ohne Haas kein Spaas
Personal: Mika Haas, Erik Wekesser, Melvin Wiesnet*
Wir bleiben stringent und analysieren von links nach rechts. Auf der linken Schiene wurde Mika Haas zum Dauerbrenner und sammelte die siebtmeisten Einsatzminuten aller FCK-Spieler. Dies lag einerseits an den bärenstarken Leistungen des Lautrer Talents und andererseits an den schwächelnden Konkurrenten. Florian Kleinhansl verlässt den Betze ablösefrei, während Erik Wekesser weiterhin höchstens Kaderspieler sein wird. Seine 196 Einsatzminuten in der Saison 2025/26 deuten darauf hin, dass er in der kommenden Spielzeit eine eher untergeordnete Rolle spielen wird. Perspektivisch könnte Melvin Wiesnet aus der U21 aufrücken. Es wäre jedoch unfair, von einem 20-Jährigen, der seine erste Saison als Stammkraft im aktiven Bereich hinter sich hat, mehr als eine Ergänzungsfunktion zu erwarten. Eine Entwicklung ist zwar angesichts der starken Leistungen in der Oberliga denkbar, sie wäre aber eher ein Bonus als eine feste Kadersäule.
Auf der linken Seite ist ein Transfer durchaus zu erwarten, da hinter Mika Haas kein verlässlicher Ersatz zu erwarten ist. Angesichts des großen Talents von Wiesnet wäre eine Leihe denkbar, um den 20-Jährigen mittel- oder langfristig als Backup hinter Haas aufzubauen.
Innenverteidigung: Abwehrchef gesucht
Personal: Maxwell Gyamfi, Jacob Rasmussen, Jan Elvedi, Jannis Heuer, Ivan Knezevic
In der Zentrale scheint der größte Transferverkehr anzustehen. Mit Luca Sirch verlässt ein Stammspieler den Verein, während Atanas Chernev und Ji-soo Kim zu ihren Stammvereinen zurückkehren. Das Gleiche gilt für Jannis Heuer und Jan Elvedi, die von den Roten Teufeln ausgeliehen wurden. Auch Ivan Knezevic wird perspektivisch in den Kader stoßen, allerdings ist er laut Medienberichten zunächst für die Regionalliga eingeplant. Doch egal, ob mit oder ohne Knezević: Es mangelt den Roten Teufeln eher an Spitze als an Breite. Maxwell Gyamfi ist an guten Tagen ein starker Zweitliga-Innenverteidiger, in der vergangenen Saison jedoch oft zu inkonstant, um herauszustechen. Jacob Rasmussen läuft seinen großen Vorschusslorbeeren noch hinterher und konnte bisher nicht als absoluter Leader hervorstechen. Heuer und Elvedi zeigten bei ihren Leihvereinen ordentliche Leistungen, sind aber keine überragenden Akteure in der zweiten Liga.
Sollte sich der FCK in der Tabelle verbessern wollen, muss mindestens ein Innenverteidiger verpflichtet werden, der auf und neben dem Platz vorangeht. Hier könnte ein Königstransfer denkbar sein. Sollte einer der beiden Leihrückkehrer den Verein verlassen, ist ein weiterer Transfer wahrscheinlich. Weniger als fünf Innenverteidiger bei drei Plätzen dürften zu wenig sein.
Rechte Schiene: sicheres Deutsch-Französisches Duo
Personal: Paul Joly, Simon Asta, Frank Ronstadt, Neal Gibs/Tautenhahn*
Auf der rechten Schiene wurde der bisherige Top-Transfer der Lautrer finalisiert. Die Roten Teufel zogen bei Paul Joly die Kaufoption und überwiesen laut Medienberichten 1,25 Millionen Euro nach Auxerre. Der Franzose startete stark in seine Zeit beim FCK, kühlte dann aber – wie die gesamte Mannschaft – rasant ab. Dennoch konnte Joly kurzzeitig zeigen, wie wichtig er für den FCK sein kann, insbesondere im Angriff. Simon Asta fand nach seinem Kreuzbandanriss im vergangenen August erst spät wieder zum Team und verpasste insgesamt 18 Spiele. Dennoch dürften den wenigsten FCK-Fans große Bauchschmerzen entstehen, wenn das Team mit einem der beiden startet. In der Tiefe könnte Frank Ronstadt relevant werden, der bereits mit Lieberknecht in Darmstadt zusammenarbeitete und nach einer Leihe von Viktoria Köln zurückkehrt. Ein endgültiger Abgang von „Franky” scheint dennoch denkbar, da der 28-Jährige auch in der Domstadt nicht vollends überzeugen konnte. Zudem spielte U21-Stammverteidiger Neal Gibs eine starke Saison in der Oberliga und könnte im Bedarfsfall auch „oben“ aushelfen, genauso wie der 18-jährige Linus Tautenhahn, der schon beim Testspiel gegen den FC Heidenheim im September für das Team der Roten Teufel auflief.
Unterm Strich hat der FCK mit Asta und Joly ein solides Gespann für die rechte Seite und wird hier wohl auch nicht nachlegen müssen. Selbst mit einem Ronstadt-Abgang sind die Roten Teufel dank guter Jugendarbeit abgesichert.
Die Analyse ergibt: In der Innenverteidigung wird sich auf der defensiven Seite des Kaders wohl am meisten tun. Wenn der FCK oben angreifen will, braucht er einen Abwehrchef. Außerdem zeigt sich: Durch die gute Jugendarbeit der Lautrer können viele Positionen mit talentierten Jungs ergänzt werden. Ein Luxus, der auf dem Betzenberg keineswegs üblich ist.
*Spieler mit Stern sind bisher nicht für den Kader der ersten Mannschaft eingeplant.
Teil Zwei der Analyse folgt am Freitag!
Quelle: Treffpunkt Betze





