“Top-Talent”- Neuzugang Tazemeta in der Analyse

Foto: Jess Hornby/Getty Images

Mit dem im Jahr 2007 geborenen Thierry Fidjeu-Tazemeta stellte der 1. FC Kaiserslautern seine erste offensive Festverpflichtung vor. Der 18-Jährige absolvierte den Großteil seiner Ausbildung im NLZ des österreichischen Zweitligisten SKN St. Pölten, bevor er 2024 in die U17 von Borussia Dortmund wechselte. Dort machte er als deutscher B-Junioren-Meister den nächsten Schritt. Zudem hatte er die Möglichkeit, mit Österreich an der U17-Europameisterschaft teilzunehmen. In dieser stellt Treffpunkt Betze den jungen Neuzugang des FCK vor.

Leichtfüßigkeit und Ballkontrolle als Waffe

Der Eyetest zeigt, dass Tazmeta ein sehr leichtfüßiger Spieler ist. Er bewegt sich sehr frei, ist äußerst beweglich in der Hüfte und kann daher schnelle Richtungswechsel und das Manövrieren um Gegenspieler – auch mit Ball am Fuß – mühelos ausführen. In Kombination mit seinem natürlichen Ballgefühl macht ihn das zu einem extrem starken Dribbler, den man nur schwer vom Ball trennen kann. Diese Fähigkeiten nutzt er gut, um den Ball beispielsweise an der Mittellinie zu empfangen und anschließend linienbrechend durch mehrere Reihen bis ins Angriffsdrittel zu tragen (5,42 progressive Ballmitnahmen pro 90 gespielten Minuten). Auch dort ist er sehr variabel, zieht gerne von der rechten Außenbahn in die Mitte und sorgt mit kraftvollen und vor allem platzierten Abschlüssen immer wieder für Gefahr (4,68 Berührungen im Strafraum und 3,49 Schüsse pro 90 Minuten).

Spielintelligenz im letzten Drittel

In diesem Bereich ist Tazemeta für sein Alter bereits sehr weit. Viele junge „Zocker” neigen dazu, sich im Dribbling festzulaufen und dabei bessere Optionen zu übersehen. Tazemeta ist das Gegenteil: Schaut man sich seine Spiele an, sieht man, dass er im letzten Angriffsdrittel häufig den Kopf hebt und gezielt nach Mitspielern im Strafraum oder am zweiten Pfosten sucht. Seine Übersicht ist überzeugend und er zeigt sowohl Spielverständnis als auch Uneigennützigkeit. (0,46 Vorlagen pro 90 Minuten).

Dominanz durch Physis und Antritt

Mit einer Körpergröße von 1,92 Metern bringt er viele natürliche Vorteile mit. Er nutzt seinen Körper in Zweikämpfen bewusst und kann sich so auch gegen physisch starke, zweikampfbetonte Außenverteidiger durchsetzen. Aufgrund seiner Größe verfügt er zudem über eine große Reichweite mit den Beinen, wodurch er Bälle gut festmachen kann. In Kombination mit seinem schnellen Antritt kann er diese Vorteile auch im hohen Pressing nutzen und so viele Bälle gewinnen. Der Antritt hilft ihm außerdem, Gegenspieler nach dem
Vorlegen des Balls zu überwinden. In Luftzweikämpfen wäre es wünschenswert, wenn er sich seiner Größe noch stärker bewusst machen würde und diese konsequenter einsetzen würde (30 % gewonnene Luftduelle). Das ist jedoch kein ungewöhnliches Thema bei jungen Spielern und verschwindet meist mit zunehmender Erfahrung.

Zukunftsinvestition mit offenen Fragen

Dieser ablösefreie Transfer ist für den Spieler und den FCK ein sehr guter Deal. Er hat das Potenzial, ein zukünftiger Startelf – Spieler für den FCK zu werden, auch wenn er zunächst Zeit brauchen wird, um sich an das Niveau zu gewöhnen – insbesondere, da seine bisherigen Profierfahrungen auf einen Kurzeinsatz in der Regionalliga West beschränkt sind. Hier wird es wichtig sein, dass die Fans des FCK geduldig sind und ihm die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Gerade bei jungen, risikobereiten Offensivspielern kann das Frustrationslevel in schwächeren Phasen schnell steigen. Umso wichtiger ist es, dass er Rückhalt erhält und nicht vorschnell abgeschrieben wird. Zudem hatte er bereits mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, weshalb eine sensible Belastungssteuerung eine wichtige Rolle spielen könnte und das Trainerteam ein gewisses Feingefühl zeigen muss. In diesem Zusammenhang bleibt abzuwarten, wie gut er in das System von Thorsten Lieberknecht passt. Dieser steht bislang nicht unbedingt für einen besonders offensiven und schnellen Spielstil. Es besteht die Möglichkeit, dass Lieberknechts Anforderungsprofil und Rolle nicht optimal zu Tazemetas Stärken passen.
Abschließend lässt sich jedoch festhalten, dass der FCK sich mit Tazemeta einen jungen Spieler gesichert hat, der international von Scouts beachtet wird und Hoffnung auf eine modernere Ausrichtung in Spielweise und Kaderplanung am Betzenberg macht.

Autor: Tim R.

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