Kommentar: Erklären kann man sich das alles nicht mehr!

Nüchternheit macht sich breit. Die fehlende Cleverness des FCK lässt sich kaum noch erklären.

Der Spielkommentar ist eine feste Rubrik auf dieser Seite. Innerhalb des Redaktionsteams wird unter der Woche abgesprochen, wer sich beim anstehenden Ligaspiel diesem widmet. Die Aufgabe ist denkbar einfach und bedarf keiner großen Vorbereitung. Spiel gucken – Meinung dazu zu Papier bringen. Fertig.


Heute „darf“ ich mich der Sache annehmen und merke schnell, dass das heute zu einer echten Herausforderung wird. Denn was soll man zu dieser Mannschaft, zu diesen Leistungen und Ergebnissen noch sagen? Im Grunde könnten wir unsere Kommentare von den letzten Spielen einfach kopieren, ohne inhaltliche Fehler zu begehen.

Die Phasen des FCK-Spiels

Ausbleibende Erfolgserlebnisse sind frustrierend. Noch frustrierender ist es, wenn diese immer und immer wieder aus denselben Gründen nicht zustande kommen. Als würde man pausenlos gegen eine Wand rennen, sich im Anschluss kurz schütteln, bevor man wieder weiten Anlauf nimmt.


Folgende Spielphasen dürften jedem FCK-Fan sehr bekannt vorkommen:

  • Das Team hat x-Minuten, in denen sie ordentlichen Fußball spielt und dem Gegner klar überlegen ist („x“ steht in der Regel für eine Zahl zwischen 10 und 25)
  • Ein unerklärlicher Leistungsabfall sorgt dafür, dass das Spiel kippt
  • Großchancen werden reihenweise liegen gelassen (dieses Phänomen scheint bei der Mannschaft vor allem nach einer 1:0-Führung im Trend zu liegen. Beispiele? Ingolstadt, Zwickau, Magdeburg, Halle!)
  • Der Gegner trifft nach einer Standardsituation
  • Frustrierte Gesichter, weil mal wieder keine drei Punkte eingefahren wurden
  • Medial aber auch zu Teilen von Mitarbeitern des Vereins wird die Qualität der Mannschaft unterstrichen (Dies geschieht sowohl vor, während als auch nach dem Spiel)

Erkenntnisse können viel wert sein. Oft sind sie überhaupt erst die Grundlage, um Probleme zu beheben. Das gilt auch für den Fußball. Um eine Mannschaft zu verbessern, muss man zunächst einmal ihre Probleme und Schwachstellen erkennen. Aber was, wenn dieser Schritt vollzogen ist und trotzdem keine Besserung in Sicht ist? Eine Frage, die mir zurzeit nicht nur Bauchschmerzen, sondern in erster Linie Angst macht. Mehr als ein Viertel der Saison ist gespielt. Aktuell hat der FCK sogar noch weniger Punkte als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison. Da bringt es dann langsam auch nichts mehr, dass unter dem neuen Trainer ja viele positive Veränderungen zu sehen seien. Weniger Tore als im Vorjahr hat die Mannschaft ganz nebenbei auch erzielt. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass wir weniger Tore kassieren. Die letzten Spiele sind aber ein eindrücklicher Beweis dafür, dass uns das auch nur bedingt weiterhilft.

Scheidender Optimismus

Ich bin zweifelsohne ein sehr optimistischer Mensch. Auf den FCK bezogen wird aus diesem Optimismus zugegeben bei Zeiten sogar auch leichte Naivität. Aber um die seit Jahren andauernde sportliche Talfahrt irgendwie durchzuhalten, ist diese Zwecknaivität für mich persönlich einfach notwendig. Aber das Ganze erhält bei mir auch allmählich Risse. Mit meinem fußballerischen Latein bin ich inzwischen am Ende. Erklären kann man sich das alles nicht mehr. Spielt die Mannschaft gut, weißt du, dass das noch maximal zwanzig Minuten anhält bis das Spiel kippt und/oder das Gegentor fällt. Der Frust ist vorprogrammiert, die neunzigminütige Spielzeit nur ein Countdown zur Gewissheit.


Täglich grüßt das Murmeltier. Und wie Bill Murray im Film, wissen auch wir als Fans der Roten Teufel jeden Samstag, was da auf uns zukommt. Wie ernüchternd und frustrierend das ist, wurde hinlänglich besprochen. Aber Bill Murray in der Rolle des Phil Connors beginnt mit der Zeit, sein Wissen über die kommenden Ereignisse für sich zu nutzen. Vielleicht schafft das die Mannschaft ja auch. Im mittlerweile angekommenen Abstiegskampf bleibt ihr eigentlich nichts anderes übrig.


Quelle: Treffpunkt Betze