Häämspiel: Vier Fäuste - oder drei Siege - für ein Halleluja

Nur nach vorne, nicht zurück. Der FCK ringt um den Klassenerhalt.

Unsere Häämspiel Kolumne auf Treffpunkt Betze: Vor den Heimspielen blickt Dirk auf das Geschehen rund um das Fritz-Walter-Stadion. Mal sachlich, mal humorvoll, mal voller Verzweiflung. Was bleibt einem auch anderes übrig.


Die Saison neigt sich dem Ende entgegen und sowohl an der Tabellenspitze als auch am Ende des Rankings gilt für die letzten drei Spieltage das Motto „zwei aus vier“. Während Dresden, Rostock, die 60er und Ingolstadt zwei direkte Aufsteiger - wobei hier auch der Drittplatzierte über die Relegation noch die Chance hat auf den Aufstiegszug aufzuspringen - untereinander ausmachen, versuchen die „kleinen Bayern“, der KFC Uerdingen, Meppen und der FCK auf der anderen Seite händeringend die Klasse zu halten.

Hinfallen. Aufstehen. Weitermachen!

Die drei direkten Konkurrenten der Lautrer konnten unter der Woche zwar allesamt einen Punkt ergattern, dennoch konnte der FCK seine Pole Position in diesem speziellen Rennen beibehalten. Und wenn man auch bei den Münchner Löwen mächtig unter die Räder gekommen ist, lassen die letzten Auftritte auf ein Happy-End hoffen. Dass das Spiel in München in die Hose ging, ist nicht tragisch. Einerseits sind die 60er aktuell fast nicht zu schlagen, andererseits stehen nun drei machbare Aufgaben an. Und sind wir alle mal ehrlich: Wenn man als FCK-Fan jemandem drei Punkte gönnt, dann sicherlich den Löwen. Nach deren Abstieg aus der zweiten Liga und dem direkt darauf folgenden Absturz in die Regionalliga hat uns Lautrern doch auch das Herz geblutet. Unsere bayrischen Freunde waren definitiv am Boden und kämpfen nun völlig zu Recht um den Aufstieg. Der Ober-Löwe Köllner scheint zwar kein großer Freund des FCK zu sein, aber ein „Ur-Sympath“ wie kleines dickes Mölders, der Held aller Kreisligalegenden, macht das allemal wett. Wenn schon chancenlos, dann gern gegen '60 und nicht gegen diese unerträglichen Ingolstädter.

Kentucky Fried Chicken

Aber bei aller Wertschätzung für die Münchner, Punkte müssen her! Mit den Spielen gegen Uerdingen und die beiden Mittelfeldteams aus Köln und Verl haben es die Roten Teufel nach wie vor selbst in der Hand, das Worst-Case-Szenario abzuwenden. Gerade in den Spielen, in denen es zählte, war die Mannschaft zuletzt da und wusste zu überzeugen. Und nun kommt mit dem KFC Uerdingen eine Mannschaft auf den Betzenberg, die rein statistisch betrachtet, zu keinem passenderen Zeitraum hätte kommen können. In der dritten Liga gab es bisher bei einem Torverhältnis von 15:2 fünf Lautrer Siege. Der letzte Uerdinger Sieg überhaupt liegt mittlerweile über 30 Jahre zurück. Am 19. September 1989 schlugen die Krefelder in einer englischen Woche die Lautrer zu Hause mit 3:2.


Dass das morgige Spiel aber dennoch kein Selbstläufer sein wird, dürfte allen Beteiligten klar sein. Der FCK hat es seit dem Sieg in Mannheim am 23. Spieltag nicht mehr geschafft zu null zu spielen. In den folgenden zwölf Spielen hagelte es 19 Gegentore. Allmählich entsteht der Eindruck, man nennt den Lautrer Torwart Torwart, weil er im Tor steht und auf ein Tor wart'. Natürlich ist auch heute der Phrasenmäher wieder vollgetankt und so lasse ich es mir nicht nehmen, anzumerken, dass ein guter Sturm zwar Spiele gewinnt, aber eine gute Abwehr bekanntermaßen für Meisterschaften sorgt. So richtig zu überzeugen wusste im bisherigen Saisonverlauf jedoch keiner der beiden Mannschaftsteile. Und das spiegelt sich nun auch in der Tabelle wider. Aber wenigstens haben Pourié und Co. ihre Zurückhaltung vor dem gegnerischen Tor ebenfalls etwas aufgegeben und seit der Amtsübernahme von Marco Antwerpen auch 19 Mal einnetzen können. Schafft es die Mannschaft in den letzten drei Spielen den Laden hinten dicht zu halten, wird sie zwar keine Meisterehren mehr empfangen, aber der Klassenerhalt wäre dann sicher.

Die Leiden des jungen Werthers

Sehr erfreulich war zu Beginn der letzten Woche die Nachricht, dass mit Lukas Spalvis, Dominik Schad und Lukas Gottwalt drei langzeitverletzte Spieler endlich wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren konnten. Spalvis, der seine Trainingsrückkehr gegenüber der Rheinpfalz als „Höhepunkt des Jahres“ bezeichnete, stieß nach unglaublichen zweieinhalb Jahren wieder zur Mannschaft. Gottwalts Leidenszeit betrug 13 Monate und die Bilder von Dominik Schads Verletzung, die wir sicher alle noch vor Augen haben, sind nun auch schon über ein halbes Jahr alt. Mark Forster bringt es in seinem Song Comeback stellvertretend für die drei Kämpfer hoffentlich gut auf den Punkt:


Das Leben läuft, die Planung steht,

das Schiff auf Kurs, bin auf´m Weg!


Es wäre schön, euch bald nicht nur im Training sehen zu dürfen, sondern euch auch in alter Kampf- und Spielstärke im Team begrüßen zu können. Wer euer Durchhaltevermögen und eure Leidensfähigkeit mitbringt, ist auf dem Betze definitiv am richtigen Ort.


Quelle: Treffpunkt Betze