Roundhouse-Kick: Teamwork makes Dreamwork

Fehlentscheidungen und eine Einladung zum Dinner: Unser etwas anderer Rückblick

Die Vorrunde der Saison 2021/22 ist für den FCK seit Freitag beendet. Sie bietet gleichzeitig gute Gründe dem neuen Jahr mit einer ordentlichen Portion Optimismus entgegenzufiebern. Die Roten Teufel haben im Kalenderjahr 2021 aus bisher 40 Partien 57 Punkte mitnehmen können. Zudem steht der Jahresabschluss in Braunschweig noch bevor und könnte diese Statistik sogar noch etwas aufpolieren. Von der Existenz-Rettung zu Beginn des Jahres hin zur Mannschaft der Stunde im Spätherbst war es aber ein steiniger Weg. Alles über den Hashtag der Woche #geilesteam und was in der letzten Woche sonst noch wichtig war. Unser Wochenrückblick.


1. Schiri, der hat schon gelb! Babak Rafati, ehemaliger FIFA-Schiedsrichter, analysiert für das Portal liga-3-online wöchentlich die Spiele der dritten Liga und arbeitet dabei die strittigen Szenen der einzelnen Partien auf. Nun, da sich die Liga in Richtung Saisonhalbzeit bewegt hat, nahm die Redaktion eine tabellarische Auswertung der bisherigen Rafati-Analysen vor. Das Ergebnis überrascht den eingefleischten FCK-Fan nur bedingt. Kein Verein musste mehr Fehlentscheidungen gegen sich hinnehmen als der FCK. Satte acht Benachteiligungen dokumentierte Rafati in der bisherigen Hinrunde. Und in diesem Ranking fehlt auch noch das Spiel bei Türkgücü München mit dem "flying elbow" von Mergim Mavraj gegen Daniel Hanslik. Liebe Schiedsrichter, achtet doch einfach auf die Lautrer Fankurve. Wenn die Zuschauer dort einen Elfmeter fordern, dann ist das so. Man hilft ja schließlich wo man kann.


Dritte Liga: Auswertung der strittigen Szenen


2. Dinner for two: Was haben Halle, Magdeburg, Waldhof und Köln gemeinsam? Gegen alle vier Gegner sah der Lautrer Coach Marco Antwerpen im Laufe der Hinrunde die gelbe Karte. Einerseits könnte man daraus schlussfolgern, dass Antwerpen dringend daran arbeiten sollte, seine Zündschnur nicht ganz so kurz daher kommen zu lassen. Andererseits lässt sich genauso gut die Frage stellen, warum denn jedes Wort direkt auf die Goldwaage gelegt wird. Natürlich darf im Umgang mit den Unparteiischen eine gewisse Grenze nicht überschritten werden. Aber bei einem emotionsgeladenen Sport wie Fußball gehört doch auch der ein oder andere Gefühlsausbruch dazu und könnte ein Stück weit mehr toleriert werden. Gerade die Trainer stehen an der Seitenlinie unter einem enormen Druck und sind oftmals zum Zuschauen verdammt, wenn möglicherweise um ihre eigene Existenz gespielt oder eben gepfiffen wird. Vielleicht sollte der DFB, der so furchtbar gern sanktioniert, seine eigene Marschrichtung an dieser Stelle etwas überdenken. Antwerpen wird es allerdings nicht mehr helfen. Beim Gastspiel in München war er gesperrt und das kostet ihn, wie Thomas Hengen bei Magenta Sport verriet, ein Abendessen mit seinem Sportdirektor. Guten Appetit!


Kaiserslautern in München ohne gesperrten Trainer Antwerpen


3. Einer für alle, alle für einen: Matheo Raab stand letzte Woche liga-3-online Rede und Antwort. Auf das derzeitige Erfolgsrezept des FCK angesprochen, hob der Torwart die mannschaftliche Geschlossenheit hervor. "Das gesamte Konstrukt innerhalb der Mannschaft ist so aufgebaut, dass sich jeder für jeden einsetzt. Obwohl uns in den vergangenen Wochen immer wieder Stützen weggebrochen sind, haben es die Spieler aus der zweiten Reihe mindestens genauso gut gemacht", ließ der noch 22-jährige seine Interviewpartner wissen. Dieser Teamspirit verleitet aber offenbar nicht dazu in der Intensität zurückzuschalten. So sieht Raab seine eigene Konstanz unter anderem in dem tagtäglichen Konkurrenzkampf mit Avdo Spahic begründet. In den Trainingseinheiten ginge es unter den beiden ehrgeizigen Keepern sehr wohl zur Sache, neben dem Platz verstehe man sich aber bestens. Offenbar spielen beim FCK also leistungssteigernde Mittel der legalen Art eine große Rolle.


Matheo Raab: "Konkurrenzkampf treibt uns gegenseitig an"


4. Die beste Hinrunde aller Zeiten – in Liga drei: Mit dem Sieg bei Türkgücü München fuhren die Lautrer ihre Saisonpunkte 30, 31 und 32 ein. So viele Zähler holten die Roten Teufel bisher noch nie in einer Drittliga-Hinrunde. Der Lohn ist die Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen, die mit dem letzten Spiel des Jahres in Braunschweig sogar noch weiter verkürzt werden könnte. Diese Zahlen allein lassen grundsätzlich schon hoffen. Betrachtet man aber nur die Bilanz der letzten zwölf Spiele, darf sogar ein bisschen geträumt werden. Seit dem geschichtsträchtigen Derby gegen Mannheim holten die Roten Teufel 27 Punkte und mauserten sich so vom Abstiegskandidaten zum Aufstiegsaspiranten. Natürlich halten sich alle Protagonisten dezent zurück, wenn sie auf einen möglichen Aufstieg angesprochen werden. Über die eigene Leistungsfähigkeit und wohin der Weg führen könnte, ist man sich aber durchaus im Klaren. Hendrick Zuck verriet gegenüber dem SWR, dass „aufsteigen das Geilste ist, was es gibt“ - an gleicher Stelle legte der Routinier vor einigen Tagen nach. "Ich habe in der Vorbereitung schon gemerkt, dass wir ein geiles Team sind", führt der gebürtige Saarländer aus und mahnt gleichzeitig, dass „weiter Gas gegeben werden müsse“. Der Erfolg gibt dem Vizekapitän Recht.


So jubelt der FCK über den perfekten Hinrunden-Abschluss


5. Die Wampe von Giesing auf dem Abstellgleis: Mit einem Paukenschlag eröffneten die Münchner Löwen die letzte Woche. Dem Kult-60er der letzten Jahre, Sascha Mölders, wurde mitgeteilt, dass er für die letzten Spiele des Jahres nicht nominiert werden würde. Stattdessen sollte „Mr. Schwerfallzieher“, wie ihn die Kollegen der 11Freunde-Redaktion einst tauften, an seinem Fitnesszustand arbeiten. Günther Gorenzel, selbst unter Beschuss stehender Sportchef der Löwen weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Maßnahme keine Suspendierung darstellt und Mölders seine Freistellung dahingehend „fehlinterpretiert“ habe. Die Spekulationen zum Wampen-Aus schießen jetzt natürlich ins Kraut. Von Beleidigungen und Drohungen gegenüber jüngeren Spielern bis hin zur Verweigerung von angeordneten Maßnahmen stehen viele Vorwürfe im Raum. Sascha Mölders hingegen äußert sich nicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Angreifer nicht selbst das Denkmal einreißt, dass er sich in den letzten Jahren bei den Löwen aufgebaut hat.


Abschied oder Neustart? Wie geht es für Sascha Mölders weiter?


Quelle: Treffpunkt Betze

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