Der FCK im Aufstiegsrennen: Die Pfalz bebt wieder

Der FCK schlägt Havelse mit 3:0 und marschiert weiter Richtung Liga zwei
Foto: Imago Images / Jan Huebner

Der FCK setzt sich Zuhause im gut gefüllten Fritz Walter-Stadion mehr als souverän gegen den TSV Havelse durch. Dabei haben sich wieder die Stärken aufgetan, die die Roten Teufel im Zuge der bis zuletzt anhaltenden abschwächenden Formkurve haben vermissen lassen. Um nur eine dieser wiederentfachten Stärken zu nennen: Drei unterschiedliche Torschützen treffen für die Hausherren.

„Pflichtaufgabe“ mit Bravour gemeistert

Bereits im Vorfeld der Begegnung wurde dem Antwerpen-Team die klare Favoritenrolle zugewiesen, doch der Cheftrainer selbst ließ verlauten, dass die Form entscheidender sei als die Tabellensituation. Denn die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl hatte in der Vergangenheit bereits gegen hochplatzierte Mannschaften wie Magdeburg, Saarbrücken und Osnabrück jeweils einen Punkt ergattern können. Doch von einer Leistung, es gegen den FCK ähnlich zu tun, war seitens der Havelser bis auf die Anfangsminuten kaum etwas zu sehen. So frisch und sicher wie die Roten Teufel in den ersten Minuten in ihrem Aufbau- und Zusammenspiel auch wirkten, so anfälliger war anfangs das Abwehrverhalten der Pfälzer Defensive. „Da waren wir nicht wach genug“, äußerte Boris Tomiak nach dem Spiel. Doch jegliche Torchancen der Niedersachsen konnten zunichte gemacht werden und es begann die Phase, in der der FCK erwachte. Die Pfälzer, die unter dem Strich die klar spielbestimmende Mannschaft waren, übernahmen das Zepter und lieferten den 20.650 Fans im Stadion ein regelgerechtes Offensivfeuerwerk. Die über weite Teile der Partie unsichtbaren Havelser konnten das starke Offensivspiel der Roten Teufel kaum unterbinden und so kam es nach 90 Minuten auch nicht überraschend, dass dieses Spiel hochverdient mit 3:0 gewonnen wurde. Mit ihren Treffern ließen Terrence Boyd, Phillip Hercher und Marlon Ritter die Herzen in der Pfalz einmal mehr wieder höherschlagen. Der Betze in „Feierlaune“.

Wiederentdeckte Stärken

Drei Tore und drei unterschiedliche Torschützen? Da war doch was! Wie kaum eine andere Mannschaft verfügt der 1. FC Kaiserlautern über die Qualität, nun 16 unterschiedliche Torschützen alleine in dieser Spielzeit verzeichnen zu können. Eine Stärke, die in dem zuletzt kleinen Formtief verloren gegangen war, die es den Lautrern nun offensichtlich wieder ermöglicht, solche Spiele auf's Neue eindrucksvoll für sich zu entscheiden. Die Stärke einer Spitzenmannschaft eben. Auch ist es den 'Betzebuben', neben dem Spiel in München, wieder einmal gelungen, in der ersten Viertelstunde den Führungstreffer zu erzielen - den erlösenden „Dosenöffner“, wie Terrence Boyd seinen Torerfolg beschreibt. Solch frühen Treffer sind enorm wichtig, um direkt von Beginn an mit noch mehr Selbstvertrauen, das die Lautrer gegen Havelse mehr als genug in sich hatten, die verbleibende Spielzeit anzugehen. Zudem stand die Null unter dem Strich wieder mehr als konsequent. Mehr als konsequent darum, weil man das Spiel in Osnabrück beispielsweise nur mit sehr viel Glück für sich entscheiden konnte und die Defensive dort gehörig wackelte.


Gegen das Tabellschlusslicht aus Havelse ließ die FCK-Defensive nichts zu, was jedoch auch dem harm- und ideenlosen Offensivspiel der Gäste geschuldet war. So hatte Matheo Raab einen recht entspannten Arbeitstag, auch weil seine Vorderleute ein sicheres Spiel ablieferten. Ein ums andere Mal behaupteten sich die Hausherren durch präzises Kurzpassspiel, woraufhin dann das sehr gut funktionierende, schnelle Umschaltspiel einsetzte und sich der FCK größtenteils über die Außen gefährlich vor das gegnerische Gehäuse kombinierte. Es sind jedoch auch die Fans zu nennen, die die Mannschaft immer wieder lautstark beflügelt haben und bei jeder Torannäherung der Pfälzer mit Sicherheit ein paar Prozentpunkte mehr aus jedem Spieler herausgekitzelt haben. „Es ist natürlich überragend, wenn man dann auf die West spielt oder jetzt nach dem Spiel mit den Fans feiert“, so Torschütze Phillip Hercher. Terrence Boyd brachte die Atmosphäre mit den Fans treffend auf den Punkt. „Es ist phänomenal.“ Die alten Stärken sind beim FCK also wieder zurück. Es passt momentan einfach alles und all diese Stärken, die gegen Havelse auf den Platz gebracht wurden, machen am Ende große Hoffnung auf eine weiterhin erfolgreiche Zukunft.

Der Betzenberg in Feierlaune

Wenn in der Westkurve Lieder angestimmt werden wie „Oh wie ist das schön“ oder „Der FCK ist wieder da“, dann lässt sich mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es momentan einfach nicht besser laufen könnte. Gerade nach den sportlich gesehen eher durchwachsenen letzten Jahren ist es etwas ganz Besonderes, solche Fangesänge von den Rängen zu hören. Es tut der in der Vergangenheit schon so oft beanspruchten Fan-Seele einfach gut. Der berühmt berüchtigte Betzenberg, er bebt wieder. Es macht momentan großen Spaß, die Mannschaft spielen und die Fans derartig mitfiebern zu sehen - fast wie in alten Zeiten. Über die Fans und ihre Unterstützung äußerten sich nach Abpfiff neben Terrence Boyd auch Phillip Hercher und Nicolas Sessa. „Es war unglaublich, ich hoffe es kommen mehr. Wir brauchen jede Unterstützung für die letzten Spiele.


Und genau in diesen letzten Spielen gilt es jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren und weiterhin auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Zwar hat der FCK gegenwärtig einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den vierten Platz, doch die Konkurrenz sitzt tief im Nacken und lauert. Mit Freiburg und Duisburg treffen die Roten Teufel in den beiden anstehenden Partien auf Gegner, die punktetechnisch gesehen weit unter dem FCK stehen, doch sollte dies keinesfalls zu Übermut führen. Auch Marco Antwerpen wagt wie gewohnt keine weiten Ausblicke über den Spieltag hinaus. Gegenüber dem SWR und der Frage, ob man nun den zweiten Platz festigen und nicht mehr loslassen wolle, antwortet der Cheftrainer wie schon so oft nur im Hinblick auf die kommende Begegnung. „Wir haben jetzt das Spiel gegen Freiburg, da bereiten wir uns drauf vor, da gibt's drei Punkte und dann sehen wir danach wieder wo wir sind." Diese drei Punkte, wie Antwerpen sie selbstbewusst anspricht, würde dann ohne jeden Zweifel jeder FCK-Fan liebend gerne genauso unterschreiben.


Quelle: Treffpunkt Betze

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