Wenn Hildmann der Kragen platzt

Es geht doch noch nicht: Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern muss heute (19 Uhr) im Auswärtsspiel bei Preußen Münster auf den am Knie verletzten Innenverteidiger Kevin Kraus verzichten. Deshalb ist FCK-Trainer Sascha Hildmann gezwungen, seine Dreier-Abwehrkette umbauen. Wer neben André Hainault und Carlo Sickinger verteidigt, ist noch offen.


Özgür Özdemir ist ein Kandidat für die Kraus-Position, auch Gino Fechner spielt in den Gedanken des Trainers hinsichtlich der Defensive eine Rolle. Innenverteidiger Lukas Gottwalt hat seine Patellasehnenreizung gerade erst überstanden, ist noch nicht wieder vollkommen hergestellt. Der 26 Jahre alte Kraus hat beim 2:0 des FCK am Samstag gegen Sonnenhof Großaspach eine Meniskusquetschung erlitten. Den nach verbüßter Gelb-Rot-Sperre wieder spielberechtigten Janek Sternberg sieht Trainer Hildmann eher ein Stück offensiver und nicht als Kandidat für eine Dreierabwehrkette. Sternberg streitet sich mit Florian Pick um einen Startelf-Platz auf der linken Außenbahn. FCK-Flügelspieler Henrick Zuck fehlt erneut grippekrank, hat einen Rückfall erlitten. Ersatztorwart hinter Lennart Grill ist heute Wolfgang Hesl.


Der Schnee von gestern soll die Eröffnungspartie des 22. Drittliga-Spieltags nicht gefährden. „Der Rasen ist grün, die Rasenheizung läuft – wir gehen fest davon aus, dass gespielt werden kann. Die Zuwegung wird geräumt – und die Prognosen für Freitag sind ja auch so, dass es wärmer wird“, sagt Marcel Weskamp, der Pressesprecher der Preußen. Rund 10.000 Zuschauer werden in Münster erwartet, 1431 Auswärtskarten für die Partie hat der FCK abgesetzt.


Der Tabellensiebte hat zwei Punkte mehr als der Rangachte aus Kaiserslautern. Fünfmal in Folge allerdings hat Münster nicht gewonnen, dabei viermal in Serie kein Tor erzielt.


Die Abschlussschwäche – ein Problem, das der FCK nur allzu gut kennt. Als seine Spieler diese Woche im Training wieder einmal allzu lässig mit Torgelegenheiten umgingen, platzte Hildmann der Kragen. 20 Liegestützen für alle. Energisch und lautstark wies der 46-Jährige sein Team darauf hin, dass der – angesichts der Chancen zu niedrig ausgefallene – Heimsieg gegen Abstiegskandidat Großaspach nur ein ganz kleiner Schritt auf dem langen Weg zu einer guten Rückrunde ist. „Es ist nichts passiert, wir haben ein Spiel gewonnen, aber für unsere Ansprüche ist das noch lange nicht genug“, betont Hildmann. Der Trainer verspricht sich von der neuen Dreierreihe im Sturm mehr Torgefahr. Wie gegen Großaspach.


Ähnlichen Mut zum Abschluss wünscht sich Hildmann auch für heute gegen die Standardspezialisten aus Münster. Zug zum Tor – eine Stärke von FCK-Angreifer Christian Kühlwetter, der am Samstag nach Christoph Hemleins perfekter Flanke eine hundertprozentige Chance ausließ, an Torhüter Kevin Broll scheiterte. „Die Chance muss ich nutzen, den Ball muss ich flach reinmachen“, zeigt sich der 22-Jährige selbstkritisch.


Sein Trainer nimmt ihn in Schutz: ,,Normal macht er den rein. Aber ,Kühli’ hatte großen Aufwand betrieben, hatte viel Kraft gelassen. Aber das ist einer mit Betze-Mentalität …“


So spielen sie


Preußen Münster: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Scherder - Menig, Rodrigues Pires, Braun, Heidemann - Kobylanski - Hoffmann, Akono


Es fehlen: Klingenburg (Muskeleinriss im Oberschenkel), Warschewski (krank), Wiebe (Kreuzbandriss)



1. FC Kaiserslautern: Grill - Özdemir, Sickinger, Hainault - Schad, Löhmannsröben, Bergmann, Sternberg (Pick) - Hemlein, Thiele, Kühlwetter


Ersatz: Hesl, Dick, Gottwalt, Fechner, Jonjic, Huth


Es fehlen: Albaek (Oberschenkel-Faserriss), Esmel (Kreuzbandriss), Kraus (Meniskusquetschung), Spalvis (Knorpelschaden), Zuck (Grippe)


Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)


Hinrunde: 2:1.


Quelle: Die Rheinpfalz