Gutes Zwischenzeugnis für Hildmann

Der Drittliga-Spitzenreiter kommt. Morgen (13 Uhr) gastiert der VfL Osnabrück beim 1. FC Kaiserslautern. 18 400 Tickets für die Partie sind verkauft. FCK-Torjäger Christian Kühlwetter ist wieder fit. Sport-Geschäftsführer Dessen Handschrift ist klar.


Zwei Mannschaften mit aufsteigender Tendenz treffen sich vor einer stattlichen Kulisse auf dem „Betze“: Deutlich über 20.000 Zuschauer sind beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Primus Osnabrück am Sonntag zu erwarten, darunter gut 1500 VfL-Anhänger.


Beim FCK ist der zuletzt verletzt pausierende Torjäger Christian Kühlwetter wieder fit. „Er ist zu 100 Prozent wieder ins Training eingestiegen“, sagt Kaiserslauterns Chefcoach Sascha Hildmann. Auch Jan Löhmannsröben ist für Sonntag wieder eine Alternative. Die Denkpause, die Hildmann dem Mittelfeldspieler aus disziplinarischen Gründen verordnet hat, ist zu Ende. Löhmannsröben hatte nach seiner Auswechslung beim Heimspiel gegen Braunschweig seinem Trainer den Handschlag verweigert, was für Hildmann aber nur der berühmte Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Er hat sich ja entschuldigt, aber es musste ja Konsequenzen geben. Die Sache war aber danach gleich erledigt. Er hat jetzt im Training Gas gegeben“, sagt Trainer Hildmann.


Der VfL hat vor den letzten neun Spielen mit 58 Punkten 17 Zähler Vorsprung auf die Roten Teufel, ist in der Offensive wie in der Defensive stark. „Wir haben auch eine breite Brust, haben seit sieben Spielen nicht verloren“, betont Hildmann, „es ist schön, dass wieder eine gewisse Euphorie da ist. Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen.“ Dann ist wieder die richtige Balance die große Kunst. „Es ist ein schmaler Grat“, sagt der FCK-Coach, „wir wollen was riskieren, wollen uns in der Abwehr aber nicht entblößen.“ Ein Offensivspieler, der beim jüngsten 2:0-Sieg der Lauterer in Lotte den Unterschied gemacht hat, ist Florian Pick. Der 23-Jährige stach als Joker, lieferte eine Vorlage und ein Tor. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, betont Hildmann. Die Joker-Stärke nutzen oder die jüngst guten Leistungen mit einem Startelf-Einsatz belohnen? Offen.


Einen hohen Stellenwert bei Fans, Mannschaft und Trainer hat sich auch Innenverteidiger André Hainault erarbeitet. Einer, der in jedem Training alles gibt, einer, dem das Kollektiv wichtig ist. Der Vorarbeiter.


Trainer Hildmann mag den ehrlichen Arbeiter, der seine Chance nach Lukas Gottwalts Verletzung nutzte, sich wieder in die Mannschaft kämpfte. Die erwies sich zuletzt defensiv stabilisiert, in sieben der zwölf Spiele unter Hildmanns Regie stand die Null. Eine wirkliche Bewährungsprobe kommt gegen die bärenstarke Osnabrücker Offensive mit Etienne Amenyido, Benjamin Girth und Marcos Alvarez. „Die haben richtig Qualität“, sagt Hainault.


Das weiß auch Lennart Grill. Er hat das Vertrauen des Trainers bestätigt, sich im neuen Jahr als Nummer eins bewährt. Der 20-Jährige, der die Nummer 22 trägt, mag eher höhere Nummern, trachtet nicht nach der „1“ auf dem Trikot: „Wichtiger als die Nummer ist der Status.“ Grill, Carlo Sickinger oder Toni Jonjic – alle drei gaben ihr Drittliga-Debüt unter Hildmanns Regie. Er arbeitet gerne mit jungen Spielern – und er beweist auch den Mut, sie loszulassen.


„Ich glaube, es ist das erste Mal, dass der FCK einen Trainer verpflichtet hat, der keinen großen Namen hat“, sagte Martin Bader. Bei der Sportlerehrung des Donnersbergkreises in Rockenhausen, mit der RHEINPFALZ veranstaltet, war der Geschäftsführer Sport ein exzellenter Botschafter der Marke FCK. Dem Trainer stellte er ein sehr gutes Zeugnis aus. „Sascha hat uns mit seinem Fachwissen überzeugt“, sagte Bader, der die Mannschaft bei dem 46-Jährigen, „der diesen Klub total verinnerlicht hat“, in besten Händen sieht. Ein Trainer, taktisch flexibel, menschlich integer, und auch mit klarer Ansage.


Bader ist zuversichtlich, dass der FCK die Lizenz für die Ditte Liga bekommen wird. Er hat wohl den Anspruch, dass die Mannschaft auch gegen Osnabrück zeigt, dass sie gegen Spitzenteams gewinnen kann, versteigt sich aber nicht in Hoffnungen, die acht Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei noch aufholen zu können. „Natürlich träumt man gerne“, sagte Bader. Fußball-Wunder, weiß der 51-Jährige, gibt es eher selten. Trainer Hildmann erhofft sich zumindest noch ein aus FCK-Sicht spannendes Saisonfinale: „Wenn du gegen Osnabrück gewinnst, ist, je nach dem, wie die anderen spielen, alles wieder in Reichweite.“


Quelle: Die Rheinpfalz