Liebe auf den ersten Blick

„Er nimmt Antibiotika – da geht gar nichts“, bedauert Trainer Sascha Hildmann, den am Donnerstag die Hiobsbotschaft ereilte, dass Sturm-Import Andri Bjarnason einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich erlitten hat und wohl erst in vier Wochen wieder einsatzfähig ist.


Die Dienstreise nach Münster haben Simon Skarlatidis und Anas Bakhat, die wieder voll im Trainingsbetrieb stehen, nicht mit angetreten. „Für beide zu früh“, erklärt der Trainer. Am 4-1-4-1 will er festhalten und traut Gino Fechner die Rolle neben Janik Bachmann durchaus zu. „Aber ich hätte auch keine Bedenken, Anil Gözütok oder Mohamed Morabet loszulassen“, sagt der Coach. Theo Bergmann ist nach einer krankheitsbedingten Pause wieder im Kader. Toni Jonjic, gestern 20 Jahre jung geworden, ist auch eine Alternative in der Spitze. „Tonis Geburtstag kann ich mir gut merken – er hat am gleichen Tag wie meine Mutter ...“, verrät der Coach schmunzelnd.


Bachmann erntete viel Beifall für seine Zweikampfstärke


Die Videoanalyse vom 0:0 gegen Ingolstadt hat Hildmann genossen – und – abgesehen vom fehlenden Tor – noch mal so richtig zufrieden gemacht. „Wir wollen wieder genau so spielen – mit Wucht und toller Mentalität, mit der Bereitschaft die Wege nach hinten und nach vorne zu gehen“, sagt der Lauterer Coach.


Ein Paradebeispiel für einen „Mentalitätsspieler“ ist Janik Bachmann. Der Ex-Würzburger, mit 1,96 Metern der längste im FCK-Kader, erntete am Dienstag viel Beifall für seine Zweikampfstärke. „Es war eine geile Atmosphäre – und wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, sagt der 23-Jährige, der die Leistungssteigerung in der veränderten Taktik begründet sieht. „Das liegt uns mehr. Wir waren mutig, sind selbstbewusst aufgetreten“, sagt Bachmann, der den Typ Spieler vor der Abwehr verkörpert, den Hildmann in der letzten Spielzeit vermisste: präsent, konsequent, kompromisslos mit Qualität im zweiten Stock. Ein Sechser mit Gütesiegel.


Der 23-Jährige war nah dran an einem Treffer


Bachmann ist keiner, der nur abräumt, er wirft sich gerne rein ins Getümmel vor des Gegners Tor, war in allen drei Spielen nah dran an einem Treffer. „Ich hab’ es auch gegen Ingolstadt aus der Distanz versucht“, sagt Bachmann, der sich „in der Mannschaft sehr wohl fühlt“. Die Zuschauer haben ihn – wie auch Joe Matuwila – sofort ins Herz geschlossen. „Ich will immer alles geben“, sagt Bachmann – und belegt die Worte durch Taten. „Mir liegt es, die Bälle zu verteilen und dazwischen zu hauen “, beschreibt der Lange sein Tun. Heute will er wieder ab- und aufräumen.


So spielen sie


Preußen Münster: Schulze Niehues - Schauerte, Kittner, Scherder, Heidemann - Wagner, Brandenburger - Özcan, Rodrigues Pires, Cueto - Dadashov

Es fehlen: Grodowski (Aufbautraining), Litka (Muskelfaserriss)


1. FC Kaiserslautern: Grill - Schad, Sickinger, Matuwila, Hercher - Bachmann - Hemlein, Fechner, Starke, Pick - Thiele

Ersatz: Spahic, Hainault, Kraus, Bergmann, Gözütok, Morabet, Jonjic

Es fehlen: Bakhat, Skarlatidis (beide Trainingsrückstand), Bjarnason (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich), Esmel (Reha nach Kreuzbandriss), Gottwalt (Reha nach Knochenmarködem-OP), Kühlwetter (Mandelentzündung), Spalvis (Reha nach Knorpelschaden), Sternberg (Reha nach Muskelfaserriss)


Die Rheinpfalz