Kein Grill-Fest gegen Münster

Am Tag danach tat es erst noch so richtig weh: Die Niederlage des 1. FC Kaiserslautern am vierten Drittliga-Spieltag bei Preußen Münster wirkt wie ein Tiefschlag. Besiegelt wurde das 2:3 (1:0) fünf Minuten vor Schluss durch ein Eigentor von Lennart Gill, als er sich einen Freistoß von Seref Özcan quasi selbst über die Linie legte. Der 20-Jährige hatte bis dahin „super gehalten“, befand sein Mentor Gerry Ehrmann.


Schwierige Leistungsbewertung


Wie benotet man einen Torhüter, der die Bestnote mit Stern verdient und dann entscheidend patzt? Den Letzten beißen die Hunde ... „Überhaupt kein Vorwurf! ,Lenni’ hat uns vorher mit ein, zwei Paraden im Spiel gehalten“, sagte Manni Starke, der Timmy Thieles Treffer zur 2:1-Führung mit fußgenauem Rückpass von der Grundlinie vorbereitet hatte.


„Es ist jetzt wichtig, das Spiel ohne Emotionen rational aufzuarbeiten, zu klären, was können, was müssen wir verbessern“, sagte Trainer Sascha Hildmann gestern. Besser als seine Nummer 1 in Münster hielt, kann ein Torwart nicht halten. Sein einziger Fehler kostete wenigstens einen Punkt. Es sah so lange nach einem Grill-Fest aus ...


Ehrmann fühlt mit


„Er tut mir leid – weil ich weiß, wie das ist, weil ich das nachfühlen kann, wie es Lennart jetzt geht“, bekannte Torwarttrainer Ehrmann, wohl wissend, dass der Ex-Mainzer nächsten Samstag im DFB-Pokalspiel gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 wieder ganz „der Alte“ sein wird. Gegen die „Nullfünfer“ wird Simon Skarlatidis, der Zehner, erstmals im Kader sein. Sein Debüt ist zu erwarten.


„Das Spiel gegen Mainz – ein Bonusspiel“, sagt Neuzugang Starke, der dem FCK mit seinen fußballerischen Qualitäten guttut. Seine fein geschlagenen Ecken aber müssen Janik Bachmann und Kollegen endlich auch mal veredeln.


Gegentore kritisch analysieren


„Einstellung, Leidenschaft und Laufbereitschaft stimmen“, sagt der Trainer, der in Bachmann einen weiteren Anführer gewonnen hat. Aber die Art und Weise der Gegentore bedarf kritischer Nachbetrachtung. 16 Sekunden nach Carlo Sickingers verschossenem Foulelfmeter kassierten die Lauterer das 1:1 durch Rufat Dadashov (52.). „Wir sind in Überzahl. Das war naiv“, kritisierte Hildmann. „Carlo ist normalerweise ein sicherer Schütze“, attestierte Kollege Starke. „Es dauerte sehr lange, bis der Elfmeter ausgeführt wurde. Zu lange – ich denke, da ist Carlo nervös geworden“, analysierte sein Trainer.


Bei Simon Scherders 2:2 nach Özcan-Ecke – 120 Sekunden nach Thieles 2:1 – war die Abwehr nicht wach. „Wir müssen sehen, wie wir es schaffen, dem Gegner nicht so viele freie Chancen zu geben“, nennt der Coach ein Lernziel, das Priorität haben muss.


„Wir schießen schöne Tore. Wir haben viele Chancen“, lobt der FCK-Trainer. Er weiß aber auch, dass Florian Pick, der sein viertes Saisontor markierte (45.+1), so vieles prima macht, in der 73. Minute hätte treffen müssen. Gleiches gilt für Toni Jonjic in derselben Minute.


Der FCK spielt nach dem mäßigen Auftakt gegen Unterhaching guten Fußball. Auf dem Punktekonto zahlt sich das aber (noch) nicht aus. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, aber versichert Hoffnungsträger Starke.


Bader: Wir verkaufen ,Kühli’ nicht


„Wir haben Heidenheim schon vor zwei Wochen gesagt, dass wir Christian Kühlwetter nicht abgeben – und auch erst gar nicht über einen Preis sprechen wollen.“ Martin Bader, Geschäftsführer Sport des FCK, reagiert so auf Meldungen, dass der Zweitligist nach dem Verkauf des Ex-Lauterers Robert Glatzel an FCK-Stürmer Kühlwetter interessiert sei. Bader: „Es zeigt sich, dass es richtig war, ,Kühli’ einen langfristigen Vertrag zu geben. Es ist wie bei ,Lenni’ Grill und Carlo Sickinger – wir wollen keinen unserer jungen Leistungsträger verkaufen“, sagt Bader. Er hatte vor der Saisoneröffnung versichert, das Engagement Flavio Beccas bringe den FCK erstmals wieder in die Lage, keinen Leistungsträger verkaufen zu müssen.


Die Rheinpfalz


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